dd

2. Juni 2010

UN-Klimagespräche: Länder und Regionen unterzeichnen die „Bonner Erklärung“ auf dem Weg zu COP 16

UN-Klimagespräche: Länder und Regionen unterzeichnen die „Bonner Erklärung“ auf dem Weg zu COP 16

Die Climate Group und Nordrhein-Westfalen waren heute Gastgeber eines hochkarätigen internationalen Treffens am Rande der UN-Halbjahres-Klimagespräche in Bonn. Die Allianz der Regionen legte den nationalen Staats- und Regierungschefs eine bedeutende Botschaft vor: Die Regionalregierungen werden nicht auf ein globales Klimaschutzabkommen warten, sondern werden innovative Klimaschutztechnologien einsetzen, um so der Klimaerwärmung entgegenzuwirken und Wirtschaftwachstum und Beschäftigung zu sichern, heißt es darin.

Minister und Vertreter aus 15 europäischen und weltweiten Ländern und Regionen haben an diesem Treffen der Climate Group teilgenommen. Das dokumentiert die wachsende internationale Allianz der Climate Group, die mittlerweile 360 Millionen Menschen mit einem Gesamt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) von mehr als 10,5 Billionen USD$ repräsentiert. Die französische Bretagne und das spanische Baskenland sind der Climate Group als offizielle Mitglieder beigetreten, um die Zusammenarbeit bei verschiedenen gemeinschaftlichen Programmen zu intensivieren. Der Zusammenschluss der Regionen führte hochrangige Gespräche mit Vertretern von Unternehmen umweltfreundlicher Technologien sowie dem UNFCCC-Generalsekretär Yvo De Boer.

In einer gemeinsamen Erklärung, die der UN vorgelegt wurde, haben die versammelten Regionalregierungen die nationalen Regierungen aufgefordert, die wichtige Rolle der Unternehmen und der Regional- und Kommunalregierungen anzuerkennen, und zwar als Labor zur Erprobung CO2-armer Technologien. 50 bis 80 % der erforderlichen Maßnahmen zur Verringerung der globalen Erwärmung seien auf Ebene der Regionalregierungen durchzuführen. Die Regionalvertreter verabredeten, dass sie sich auf dem im Dezember in Mexiko stattfindenden Klimagipfel (COP16) erneut als Vereinigung treffen. Danach soll über die in Kopenhagen gemachten Vereinbarungen Bericht erstattet werden, um die weitere Entwicklung der CO2-armen Technologien, wie z.B. Elektrofahrzeuge, LED-Beleuchtung, Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energieträger (Solarstrom und andere), CO2-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS), verbesserte Gebäudetechnik, Entsorgung und intelligente Netze (Smart Grids) in ihren Regionen voranzutreiben.

UNFCCC-Generalsekretär Yvo de Boer sagte: “Unternehmen und Regierungen auf regionaler, kommunaler und lokaler Ebene stehen in der „ersten Reihe“ bei der Entwicklung, Vergrößerung und dem Einsatz neuer CO2-armer Technologien.  Dank ihrer Vorreiterrolle und ihren Erfahrungen erhalten die Nationalregierungen Fallstudien über die praktische Anwendbarkeit neuer Technologien. Darüber hinaus sind die Ideen der Regionalregierungen ein wertvoller Stimulus für die Entwicklung innovativer Konzepte und geben Anreiz zu wichtigen Investitionen.“

Steve Howard, Vorsitzender der Climate Group, sagte: “Seit Kopenhagen sind es weltweit wieder die Regionalregierungen, die vor ihren Kollegen auf nationaler Ebene gemeinsame Klimaschutzmaßnahmen durchführen. Sie wissen, dass es keine CO2-reiche, preiswerte wirtschaftliche Zukunft gibt, und werden so rasch zu CO2-armen, innovativen Labors für Millionen von Menschen. Das sind gute Neuigkeiten, denn weltweit sind die Regierungen auf regionaler und lokaler Ebene überwiegend für die Umstrukturierung der alten, CO2-reichen und kostenintensiven Infrastruktur verantwortlich. Die Monate bis Mexiko müssen nun auf sämtlichen Regierungsebenen zu einem „Rennen an die Spitze“ werden, um eine CO2-arme, florierende Wirtschaft zu garantieren.“

Christa Thoben, Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sagte: „Nur ein weltweit verbindliches Klimaschutzabkommen kann sicherstellen, dass nicht nur die Unterzeichner des „Kopenhagen Accords“sondern alle Teilnehmer der Weltklimakonferenz die dort beschlossenen Klimaschutzziele wirksam umsetzen. Dabei spielen die Regionen eine entscheidende Rolle für die Umsetzung ambitionierter Klimaschutzziele.“

Weitere Treffen der Climate Group Länder und Regionen werden auf der Climate Week in New York und in Cancun, Mexiko während COP16 (November 2010) stattfinden. 

An dem Bonner Treffen nahmen Vertreter aus Schottland und Wales, der französischen Regionen Bretagne, Île de France und Rhône-Alpes, der deutschen Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen, aus den spanischen Regionen Aragon, Katalonien und dem Baskenland sowie aus Süd-Australien teil. Vertreter der nordamerikanischen Region Quebec nahmen ebenfalls an dem Treffen teil und unterstrichen damit die Bedeutung des transatlantischen Dialogs. Die mexikanische Region São Paulo unterstützte mit ihrer Anwesenheit die neue Nord-Süd-Partnerschaften zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

Klimaneutrale Veranstaltung

Die Veranstaltung wird klimaneutral gestellt. Die durch die An- und Abreise der Teilnehmer und die Veranstaltung vor Ort entstehenden CO2-Emissionen werden durch den Ankauf von Zertifikaten aus dem Klimaschutzprojekt JIM.NRW des Landes Nordrhein-Westfalen kompensiert. JIM.NRW bündelt Projekte in NRW bei denen Heiz- und Dampfkessel modernisiert beziehungsweise auf einen emissionsärmeren Brennstoff umgestellt werden.

The Climate Group (www.theclimategroup.org

The Climate Group ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation, die international mit Regierungen und Unternehmen zusammenarbeitet, um innovative Strategien und Technologien weiterzuentwickeln mit dem Ziel, den weltweiten Klimaschutz zu fördern und den Weg hin zu einer CO2-freien Wirtschaft zu beschleunigen. Die weltweite Koalition bestehend aus 78 führenden Unternehmen, Ländern, Regionen und Städten erkennt die wirtschaftlichen und umweltschutzpolitischen zwingenden Notwendigkeiten an, jetzt sofort entscheidende Maßnahmen einzuleiten. Die Climate Group wurde 2004 gegründet, und hat Vertretungen in Australien, China, Europa, Indien und Nord-Amerika. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.theclimategroup.org/programs/states-and-regions/

Aktionen der europäischen Länder und Regionen:

Am 4. März 2010 haben die Climate Group und einige der einflussreichsten Vertreter der europäischen Regionalregierungen den EU-Regierungschefs der Nationalregierungen eine gemeinsame Erklärung vorgelegt, mit der sie eindringlich darauf hinweisen, dass ambitioniertere Klimaschutzziele und eine entsprechende Energiepolitik für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und die Beschäftigung in Europa von entscheidender Bedeutung sind. Die Pariser Erklärung der europäischen Regionen (http://www.theclimategroup.org/our-news/news/2010/3/4/paris-statement-of-european-regions/) begrüßt den Vorschlag der EU-Kommission zur neuen Wirtschaftspolitik für den Zeitraum bis 2020 und appelliert an die europäischen Regierungschefs:

  • Auf der nächsten EU-Ratssitzung Klimaschutz und Energiepolitik ins Zentrum der ‘EU 2020 Strategy’ zu rücken,
  • Höhere Ziele bei der Treibhausgasminimierung zu unterstützen,
  • Bindende EU-Energiesparziele festzulegen und so neue Beschäftigung zu schaffen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen,
  • Anreize für die Privatwirtschaft zu schaffen, damit mehr in CO2-arme Produkte, -Dienstleistungen und -Infrastruktur investiert wird,
  • Die regionale Politik anzuerkennen und zu unterstützen, zur Förderung ambitionierter EU-Reduktionsziele,
  • Bis Ende 2010 ein bindendes internationales Klimaschutzabkommen zu erreichen.

Gipfeltreffen der States and Regions Climate Leader’s Summit im Dezember 2009 in Kopenhagen:

Anlässlich der UN-Klimagespräche trafen sich im Dezember 2009 in Kopenhagen mehr als 60 Vertreter der weltweiten Länder und Regionen von São Paulo State in Südamerika über das Niger-Delta, bis Quebec, Schottland, Nordrhein-Westfalen,
der Bretagne, Bayern und Nordrhein-Westfalen zu einem Treffen der Climate Group. Die Regionalvertreter unterstrichen die in ihren Regionen durchgeführten Aktivitäten zur Verringerung der Treibhausgasemissionen and riefen zu fairem und ambitioniertem globalen Handeln auf, um Arbeitsplätze im Klima- und Umweltschutz und nachhaltiges Wachstum zu schaffen.

São Paulo State  hat angekündigt, dass es ein Klimaschutzgesetz verabschiedet hat, mit dem Ziel die Emissionen bis 2020 um 20 % zu verringern. Nordrhein-Westfalen beabsichtigt bis zum Jahre 2020 250.000 kommerzielle Elektrofahrzeuge im Einsatz zu haben. South Australia verpflichtet sich bis 2020 - ähnlich wie Kalifornien - 33 % seiner Energie aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen.  Schottland hat gesetzlich festgeschrieben bis 2020 seine Emissionen um 42 % und bis 2050 um 80 % zu senken. Unsere Allianz der Länder und Regionen hat sich dazu verpflichtet bis 2015 eine Milliarde Bäume zu pflanzen und hat die Nationalregierungen aufgefordert es ihnen gleich zu tun.

Hinweis für Redakteure:

Die komplette Bonner Erklärung erhalten Sie von:

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.