40.000 Frauen mit Zuwanderungsgeschichte nutzen Unternehmensgründung

9. April 2010

Studie „Selbständig integriert?“ – Minister Armin Laschet: „40.000 Frauen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen nutzen Unternehmensgründung als Karrieresprungbrett“

"In Nordrhein-Westfalen arbeiten 40.000 Unternehmerinnen mit Zuwanderungsgeschichte. Sie sehen ihre Selbständigkeit oft als Möglichkeit, das eigene Einkommen und die soziale Anerkennung - und damit ihre Integrationschancen zu verbessern. Gründerinnen mit Zuwanderungsgeschichte sollten deshalb noch besser unterstützt werden", sagte Integrationsminister Armin Laschet anlässlich der Ver­öffentlichung der Studie "Selbständig integriert?".

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration teilt mit:

"In Nordrhein-Westfalen arbeiten 40.000 Unternehmerinnen mit Zuwanderungsgeschichte. Sie sehen ihre Selbständigkeit oft als Möglichkeit, das eigene Einkommen und die soziale Anerkennung - und damit ihre Integrationschancen zu verbessern. Gründerinnen mit Zuwanderungsgeschichte sollten deshalb noch besser unterstützt werden", sagte Integrationsminister Armin Laschet anlässlich der Ver­öffentlichung der Studie "Selbständig integriert?" heute (9. April 2010) in Düsseldorf. "Durch die Förderung des Business-Netzwerks Migrantin­nen PETEK e. V., dem ersten Netzwerk von Unternehmerinnen mit Zuwanderungsgeschichte in Nordrhein-Westfalen, leistet das Frauen­ministerium Nordrhein-Westfalen hierzu seinen Beitrag", so Laschet weiter.

Im Rahmen der Untersuchung "Selbständig integriert?" wurden vom Institut für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim Daten des Mikrozensus und der Gewerbeanzeigenstatistik ausgewertet und deutsche, türkische, italienische, polnische und russische Selbst­ständige beiderlei Geschlechts befragt. So werden Vergleiche sowohl zwischen den verschiedenen Ethnien als auch zwischen Männern und Frauen möglich.

Die Untersuchung zeigt:

-  Die Gründungsquote von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte ist mit 203 Gründungen pro 10.000 Erwerbspersonen fast dreimal so hoch wie die der deutschen Frauen.

- Das Motiv, durch die Selbständigkeit ein besseres Einkommen und ein höheres Ansehen zu erlangen und so gesellschaftlich aufzu­steigen, ist bei Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, insbesondere bei Türkinnen, sehr ausgeprägt: Für 39 Prozent der Frauen türkischer Abstammung war das bessere Ansehen, für 67 Prozent die Aussicht auf ein höheres Einkommen Anlass für den Weg in die Selbständigkeit. Bei deutschen Gründerinnen spielten diese Motive hingegen keine große Rolle (höheres Ansehen acht Prozent, mehr Einkommen 29 Prozent).

- Unternehmerinnen, gleich welcher Herkunft, sind vor allem im Dienstleistungsbereich tätig. Selbständige Frauen aus Polen und Russland üben zu einem höheren Teil als andere wissensintensive Tätigkeiten vor allem im Gesundheitswesen (Ärztinnen und andere Heilberufe) aus, vereinzelt auch technische und Ingenieur-Dienstleistungen.

- Die Ausbildungsbereitschaft von Unternehmerinnen mit Zuwan­derungsgeschichte ist hoch. So bilden zum Beispiel 35 Prozent der türkischen Unternehmerinnen, aber nur zwölf Prozent der türkischen Unternehmer aus. Bei deutschen Inhaberinnen liegt die Ausbildungsquote bei 20 Prozent.

- Frauen mit Zuwanderungsgeschichte haben mit mehr Hindernissen und Belastungen bei der Gründung zu kämpfen als Einheimische. Hierzu zählen sowohl die formalen und gesetzlichen Anforderungen an die Gründung als auch persönliche Faktoren wie beispielsweise das Fehlen kaufmännischer Kenntnisse. Die Ausweitung der Beratungsangebote in den letzten zehn Jahren hat eher die ein­heimischen Gründerinnen erreicht als diejenigen mit Zuwan­derungsgeschichte. So kommt es häufiger zu Unternehmens­schließungen bei Frauen mit Zuwanderungsgeschichte.

Minister Laschet: "Frauen mit Zuwanderungsgeschichte müssen sowohl bei der Gründung als auch bei der Festigung ihrer Unternehmen ge­stärkt werden. Hierzu enthält der Forschungsbericht eine Vielzahl von Empfehlungen, beispielsweise zur Verbesserung der Informationen, der Gründungsberatung und -finanzierung und auch zur Steigerung der Überlebenschancen der Unternehmen. Die Lektüre des Berichts ist deshalb für Praktikerinnen und Praktiker ebenso empfehlenswert wie für die Wissenschaft."

Die Untersuchung "Selbständig integriert?" ist als Lang- und als Kurz­fassung erhältlich. Beide Fassungen können unter den Bestellnummern 2009/MGFFI 1101 und 2009/MGFFI 1102 unter www.mgffi.nrw.de/publikationen angefordert werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, diese Veröffentlichungen unter dem oben genannten Link als pdf-Datei herunterzuladen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Generationen, Familie, Frauen und Integration, Telefon 0211 8618-4338.

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