Stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann überreicht Bundesverdienstorden an 15 Bürgerinnen und Bürger aus NRW

15. Juli 2013

Stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann überreicht Bundesverdienstorden an 15 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen

Ministerin Sylvia Löhrmann hat in Vertretung der Ministerpräsidentin den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen überreicht. In einer Feierstunde in der Villa Horion in Düsseldorf, die von 1961 bis 1999 der Amtssitz der Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewesen ist, lobte die Ministerin die herausragenden Verdienste dieser Frauen und Männer für die Gemeinschaft und hob den besonderen Wert des ehrenamtlichen Engagements hervor. „Ihr Engagement ist so vielfältig wie unsere Ge¬sellschaft selbst“, so die stellvertretende Ministerpräsidentin, und sie ergänzte: „Wofür auch immer Sie sich engagiert haben, Sie haben es – im wahrsten Sinne des Wortes – in herausragender Weise getan und sich um das Allgemeinwohl verdient gemacht.“ Ein solcher Einsatz - etwa in Sportvereinen, Kirchen, in der Kommunalpolitik, in der Pflege von Angehörigen, in der Betreuung von Jugendlichen oder psychisch Kranken sowie in der Krebsforschung und -behandlung – werde zu Recht mit der Verleihung des Bundesverdienstordens ausgezeichnet.

Hans-Jürgen Buder aus Herford (Verdienstkreuz am Bande)

„Die Welt ist so schön und wert, dass man um sie kämpft.“ (Ernest Hemingway)

Hans-Jürgen Buder sieht das offenbar genau so, denn er ist seit Jahrzehnten für diese Welt aktiv. Er hat in der „Initiative Falkendiek und Schwarzenmoor“ (INFUS) umweltbewusste Bürger um sich geschart, die dem Zurückdrängen der Waldflächen im Umkreis seiner Heimatstadt Herford durch verschiedene Aktionen und Neuaufforstungen entgegen wirken. Anlässlich der Weltausstellung in Hannover konzipierte Hans-Jürgen Buder  eine Kooperationsausstellung von Tunesien und Herford: Ein kleines Land – nämlich Tunesien – und eine kleine Stadt – Herford – stellten Umweltverbesserungen vor. Die Ausstellung wurde anschließend an der Universität Bielefeld und in Herforder Schulen gezeigt. Eine weitere Idee von ihm ist der „Grüne Pfad“, der in Schwarzenmoor – ebenfalls ein Herforder Stadtteil – vielen Wanderern auf zahlreichen kleinen Schautafeln die Vielfalt der Natur nahe bringt. Als Realschullehrer fiel es Hans-Jürgen Buder zum Glück nicht schwer, in Schülerinnen und Schülern das Engagement für die Umwelt zu wecken und sie so an unzähligen Projekten zu beteiligen.

Aber nicht nur die Umwelt hat es Hans-Jürgen Buder angetan. Seine Leidenschaft gilt auch der Kultur. Hans-Jürgen Buder ist es durch seinen wirklich unermüdlichen Einsatz gelungen, außerhalb der kommerziellen Kunstszene in Herford ein Netzwerk aufzubauen und Kunst wieder für jede Bürgerin und jeden Bürger kostenlos erlebbar zu machen. Er hat dafür viele an einen Tisch gebracht, die Stadt, verschiedene Organisationen und Personen vernetzt, hat viele persönliche Gespräche geführt und viele Stunden geopfert. Doch Hans-Jürgen Buder würde sicherlich nicht von einem „Opfer“ sprechen, eher von einem Anker, nämlich dem „Kulturanker e.V.“, in dem er als Vorsitzender für Kunst und Kultur im Kreis Herford aktiv ist.

Die Aufzählung seiner zahlreichen Aktivitäten ist noch lange nicht vollständig. Nicht unerwähnt bleiben soll Hans-Jürgen Buders kommunalpolitisches Engagement in Herford und sein Einsatz für das Projekt „Heribert – Herforder Stadtgeschichte für Grundschüler“, für das er gemeinsam mit anderen ein neues Arbeitsheft für die Drittklässler in Herforder Grundschulen zusammengestellt hat.

Lieber Hans-Jürgen Buder, soviel Einsatz zum Wohle der Umwelt, der Kunst und der Herforderinnen und Herforder, zum Wohle der Allgemeinheit, verdient eine Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande.

Marcella Dorn aus Leverkusen (Verdienstkreuz am Bande)

„Die wahre Heimat ist eigentlich die Sprache. Sie bestimmt die Sehnsucht danach, und die Entfernung vom Heimischen geht immer durch die Sprache am schnellsten“, damit hat der deutsche Gelehrte Wilhelm von Humboldt wohl recht und ich vermute, Marcella Dorn wird ihm zustimmen.
Marcella Dorn kam 1966 als 15-jährige mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern aus Süditalien nach Deutschland zu ihrem Vater, der der Arbeit wegen hier her gekommen war. Sie blieb, heiratete und bekam drei Töchter. Viele Jahre arbeitete sie als Lehrerin für muttersprachlichen italienischen Unterricht und achtete dabei stets darauf, dass Kinder mit Sprachproblemen nicht überfordert wurden. Heute ist Marcella Dorn Dozentin für Fremdsprachen an der Volkshochschule in Leverkusen.

Seit den 1970er Jahren setzt sich Marcella Dorn für die Integration ihrer italienischen Landsleute ein. Seit über 30 Jahren leitet sie den von ihr gegründeten „Italienischen Familienverein Leverkusen (A.F.I.L)“, um den hier lebenden Italienerinnen und Italienern noch besser bei der Lösung sozialer oder schulischer Probleme helfen zu können. Und von ihr organisierte Informationsveranstaltungen und Feste bieten viele Gelegenheiten, sich untereinander auszutauschen. Marcella Dorn war an der Ausarbeitung der ersten Geschäftsordnung des damaligen „Koordinierungskreises zur Integration ausländischer Arbeitnehmer und ihrer Familienangehörigen“ beteiligt – dem heutigen Integrationsrat.

Nach dieser Geschäftsordnung wurde 1982 erstmals der Vorstand des Koordinierungskreises nach demokratischen Prinzipien gewählt – und Marcella Dorn zur stellvertretenden Vorsitzenden. Bis heute setzt sie sich auch im „Arbeitskreis Frauen“ des Integrationsrates für die Verbesserung der Lebensumstände von Migrantinnen und Migranten ein. Zur Förderung des kulturellen Miteinanders von Deutschen und Italienern beteiligte sie sich im Jahr 2000 an der Gründung des Vereins „Deutsch-Italienischer Club Leverkusen e.V.“ und stand diesem Kulturverein zehn Jahre als stellvertretende Präsidentin vor.

Da Marcella Dorn schon immer der Ansicht war, dass Sprache verbindet, regte sie vor über zehn Jahren an, Italienisch als offizielles Unterrichtsfach an Schulen einzuführen – mit Erfolg: Seit dem Schuljahr 2010/11 bietet die Gemeinschaftshauptschule Leverkusen-Neukronenberg als erste Hauptschule in ganz Nordrhein-Westfalen neben Englisch auch Italienisch als zweite Fremdsprache an. Beim Aufbau des Unterrichts wurde die Schule von Marcella Dorn und dem „Italienischen Familienverein Leverkusen“ unterstützt.

Liebe Marcella Dorn, wir sind auf die vielfältigen Beiträge von Migrantinnen und Migranten für unser Gemeinwohl angewiesen. Sie gehören zu denen, die sich in umfassender Weise engagieren und wichtige Strukturen geschaffen haben. Zum Dank dafür überreiche ich Ihnen heute das Verdienstkreuz am Bande.

Margarete und Joachim Ebel aus Greven (Verdienstkreuz am Bande)

„Wir sind Kinder einer Erde“ war das Motto eines der ersten Sommerlager, die der „Verein für Natursport und Kunst Hase-Ems e.V.“ für Kinder und Jugendliche durchführt. Die Camps finden nach wie vor statt und sind zu einer festen Einrichtung geworden; auch das Motto aus dem Jahr 2004 schwingt immer noch im deutschlandweit einzigartigen Integrationsprojekt „Zirkus der Kulturen“ mit. Margarete und Joachim Ebel unterstützen das Projekt maßgeblich und spenden neben Beruf und Alltagspflichten nicht nur Zeit und Energie, sondern auch einen sehr großen Teil ihres Jahresurlaubs für diese Ferienfreizeiten.

Auch im Rahmen von Klassenfahrten sind die Camps bei Schülerinnen und Schülern beliebt. Sie können in verschiedenen Workshops wie Kunst, Judo und Zirkusarbeit, aber auch Trommeln und Kanufahren ihre Fähigkeiten austesten. Jugendliche aus höheren Jahrgangsstufen haben die Möglichkeit, sich in den Camps zu Jugendleitern ausbilden zu lassen. Darüber hinaus unterstützen deutsche und russische Studenten die interkulturelle Arbeit im Camp.

Aber so ein Camp, an dem im Durchschnitt und – je nach Jahreszeit – zwischen 80 und 150 Jugendliche, Schülerinnen und Schüler aus ganz verschiedenen religiösen und kulturellen Bereichen und Menschen mit Behinderung teilnehmen, organisiert sich nicht von allein. So trägt das Ehepaar Ebel gemeinsam die Verantwortung für das Management und die Logistik, den Auf- und Abbau, für Lagerung, Reparaturen und Transport der Zelte und Materialien. Außerdem setzt Joachim Ebel sich für die Aus- und Fortbildung der Jugendleiter ein und übernimmt die Leitung verschiedener Workshops. Margarete Ebel leitet Erste-Hilfe-Kurse und organisiert und plant den Lebensmitteleinkauf und die Essensausgabe. Darüber hinaus stehen beide jederzeit allen beteiligten Schulen, Vereinen und Teilnehmern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Nur durch das herausragende unermüdliche Engagement von Margarete und Joachim Ebel kann das Projekt „Zirkus der Kulturen“ so erfolgreich fortgeführt werden und zahlreiche Kinder und Jugendliche aus allen gesellschaftlichen Schichten und Kulturen begeistern. Dafür gebührt Ihnen, liebes Ehepaar Ebel, unser Dank und unsere Anerkennung.

Dorothee Hartmann aus Wuppertal (Verdienstkreuz am Bande)

Joachim Ringelnatz schrieb einst: „Sport stärkt Arme, Rumpf und Beine, kürzt die öde Zeit, und er schützt uns durch Vereine vor der Einsamkeit“.

Öde Zeit wird Dorothee Hartmann sicherlich gar nicht kennen. Denn wer sich wie sie in verschiedenen Ehrenämtern im sportlichen Bereich engagiert – und das bereits seit drei Jahrzehnten –, dem kann gar nicht langweilig werden. Dorothee Hartmann gilt als unermüdlicher Motor der Wuppertaler Turnbewegung. Früher als stellvertretende Vorsitzende des „Bergischen Turnerbund Beyenburg 1900 e.V.“, heute als Vorstandsmitglied und Vorsitzende des ca. 13.000 Mitglieder starken „Turnverbands Wuppertal“, kümmert sich Dorothee Hartmann um die Aus- und Weiterbildung der Übungsleiter und um die Betreuung der Jugendarbeit. Aber auch die Organisation von Sportfreizeiten liegt mit in ihren Händen.

Als Mitglied des Hauptausschusses des Rheinischen Turnerbundes, dem rund 320.000 Mitglieder angehören, setzt sie sich für die Beratung und Weiterbildung der Turnverbandsvorsitzenden ein. Im Vorstand des etwa 5,2 Millionen Mitglieder starken Deutschen Turnerbundes setzt Dorothee Hartmann wichtige Impulse für eine systematische und konsequente Weiterentwicklung des Turnens an Schulen. Sie übernimmt Verantwortung für den bundesweiten Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ und beteiligt sich an der Entwicklung neuer Konzepte für den Schulsport. Und sie betreut die Wettkämpfe in den 16 im Deutschen Turnerbund vertretenen Sportarten.

Als Mitglied und sachkundige Bürgerin des Sportausschusses der Stadt Wuppertal bringt sich Dorothee Hartmann intensiv in Planung, Beratung und Mitverantwortung sportpolitischer Entscheidungen der Stadt ein.

Neben all dem hat Dorothee Hartmann auch noch einen Hauptberuf: Sie ist Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Wuppertal-Beyenburg und feierte im Dezember letzten Jahres ihr 40-jähriges Dienstjubiläum.

Liebe Dorothee Hartmann, für so viel Einsatz im Bereich des Breiten-, Spitzen- und Leistungssports, mit dem Sie vor allem Kindern und Jugendlichen zahlreiche Alternativen für eine aktive und gesundheitsfördernde Freizeitgestaltung bieten, überreiche ich Ihnen heute das Verdienstkreuz am Bande.

Marcel Hellmich aus Mülheim a.d.R. (Verdienstkreuz am Bande)

„Was kommt es darauf an, was unseren Kopf oder unsere Börse bedroht? Denken wir nur an das, was unsere Seele bedroht!“ (Victor Hugo)

Marcel Hellmich ist so jemand, der weiß, was die Seele eines Menschen bedrohen kann. Er kümmert sich nicht nur beruflich als Psychiatriekoordinator um psychisch kranke Menschen – nein, er gründete auch den „Verein zur Förderung von Aktivitäten im psychiatrischen und psychosozialen Bereich e.V.“. Als Vorsitzender dieses Vereins baute Marcel Hellmich im Raum Duisburg eine Datenbank mit Angeboten im psychiatrischen und psychosozialen Bereich auf; er erstellte einen Gesundheitswegweiser für Migrantinnen und Migranten und er richtete eine Beschwerdestelle für psychisch kranke Menschen ein.

Besonders am Herzen liegt Marcel Hellmich die Betreuung von Kindern psychisch kranker Eltern, denn diese Kinder haben nachweislich ein erhöhtes Risiko, selbst psychisch zu erkranken. Solche Kinder sind meistens extremen emotionalen Belastungen ausgesetzt, die sie alleine nicht verarbeiten und schon gar nicht alleine bewältigen können. So half Marcel Hellmich beim Aufbau eines entsprechenden Netzwerkes und leitet inzwischen – gemeinsam mit dem städtischen Suchtkoordinator – die „Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft“ (PSAG). Hier haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, an Einzelbetreuungen, an spiel- und gestaltungstherapeutischen oder an kunsttherapeutischen Maßnahmen teilzunehmen. Aber auch erkrankten Eltern wird gezielte Hilfe durch Einzelgespräche, Elternabende, Kliniksprechstunden oder Hausbesuche angeboten.
Dank zahlreicher Gespräche, geschickter Verhandlungen und Überzeugungskraft ist es Marcel Hellmich gelungen, dass sich heute Vertreter der Jugendhilfe, der Gesundheitshilfe, der Freien Wohlfahrtspflege und stationäre Anbieter untereinander austauschen und konstruktiv zusammen arbeiten.

Der Verein gilt als beispielhaft, da es bisher kaum vernetzte Unterstützungsangebote für Kinder von psychisch erkrankten Eltern gibt.

Lieber Marcel Hellmich, Sie leisten mit Ihrem Kampf um die Gesundung bedrohter Seelen einen wesentlichen Beitrag zur Integration psychisch kranker Menschen ins gesellschaftliche Leben. Dieser Einsatz wird heute belohnt, und zwar mit dem Verdienstkreuz am Bande. 

Prof. Dr. Herbert Jürgens aus Münster (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Ein Sprichwort sagt: „Der alte Arzt spricht Latein, der junge Arzt spricht Englisch, der gute Arzt spricht die Sprache seiner Patienten“.

Herr Professor Herbert Jürgens spricht alle drei Sprachen und das ist in diesem Fall auch ganz besonders wichtig, denn seine Patientinnen und Patienten sind ganz junge Menschen. Professor Jürgens ist Kinderarzt.

Nach seinem Medizinstudium an den Universitäten Düsseldorf und Glasgow übernahm Herbert Jürgens 1987 die stellvertretende Leitung der Abteilung für Hämatologie und Onkologie der Universitäts-Kinderklinik in Düsseldorf. Vier Jahre später wechselte er zum Universitätsklinikum Münster, einem der größten Zentren zur Krebsbehandlung von Kindern in Deutschland, und wurde dort Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit ist das Forschungsgebiet „Sarkome bei Kindern und Jugendlichen“. Die Ergebnisse seiner Studien halfen dabei, die Behandlungsmöglichkeiten dieses außerordentlich aggressiven Tumors zu verbessern. Durch eine nationale und internationale Behandlungsstrategie gelingt es inzwischen, die Heilungschancen deutlich zu erhöhen. Auch dank der Arbeit von Professor Jürgens haben heute Patienten weltweit durch eine optimale Kombination der Therapien hohe Überlebenschancen.

Professor Jürgens veröffentlichte bislang über 400 wissenschaftliche Journale, Publikationen und Kapitel in Lehrbüchern und sein Sachverstand ist weltweit bei Fachkongressen gefragt. Herbert Jürgens engagiert sich auch im Bereich der Hochschulen: Von 1998 bis 2002 war er Prodekan und seit 2006 ist er Dekan der medizinischen Fakultät der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster.

Weiterhin ist Professor Jürgens in zahlreichen Fachgesellschaften wie der Deutschen Krebsgesellschaft, der Landesarbeitsgemeinschaft Knochenmarkspende und der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Knochenmark- und Stammzellenspende Westfalen-Lippe ehrenamtlich tätig. Er prägte als Vorsitzender von 2000 bis 2006 die organisatorischen und die wissenschaftlichen Strukturen der Internationalen und der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Er setzt sich mit dem so genannten „Masterplan II“ für eine Ausweitung der in Nordrhein-Westfalen in vielen Bereichen der Krebsversorgung vorhandenen Kapazitäten in Krankenhäusern und Arztpraxen ein. Und auch in seinem Amt als stellvertretender Vorsitzender der Krebsstiftung NRW und als Beiratsvorsitzender im „Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster e.V.“ ist er stets darum bemüht, alle Akteure zu vernetzen und Aktivitäten zu bündeln.

Besonders hervorzuheben ist auch sein Einsatz, die Betreuung junger Patienten am Ende ihres Lebens in ihrem Zuhause sicherzustellen. So entwickelte sich das „Brückenteam des UKM“, das chronisch kranke Kinder in ihrem vertrauten Wohnumfeld medizinisch betreut, zur heute anerkannten und überwiegend gesetzlich finanzierten Selbstverständlichkeit. Als Leiter des medizinischen Beirats des Vereins „Familienhaus“ setzt sich Professor Jürgens auch dafür ein, Wohnraum für Familien von kranken Kindern in der Nähe der Klinik zu schaffen.

Das Engagement von Professor Herbert Jürgens ist herausragend und geprägt von Fortschrittsorientierung, Professionalität und Verlässlichkeit. Und von einem großen Verantwortungsgefühl für seine jungen Patienten und ihre Familien, deren Sprache er spricht. Ich bin stolz darauf, Herrn Professor Jürgens heute das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreichen zu dürfen.

Helga Lange aus Halle/Westfalen (Verdienstkreuz am Bande)

Kommunale Demokratie lebt vom Mitmachen und Einfluss nehmen. Ich freue mich, nun eine Mitbürgerin zu ehren, die sich seit über 30 Jahren intensiv der Kommunalpolitik und hier vor allem der Umweltpolitik ihrer Heimatstadt Halle in Westfalen widmet.

Helga Lange setzte sich als „Grüne der ersten Stunde“ für die Gründung eines Ortsverbandes in Halle ein und gehörte natürlich dem ersten Vorstand an, seit 1984 ist sie für ihre Partei „Bündnis 90/Die Grünen“ ununterbrochen im Rat ihrer Heimatstadt aktiv, seit 1994 als Vorsitzende ihrer Ratsfraktion. Helga Langes besonderes Augenmerk gilt dem Natur- und Umweltschutz, so hat sie maßgeblich an der Reaktivierung der historischen Bahnlinie „Haller Willem“ mitgewirkt, die seit wenigen Jahren und nach über 20 Jahren Pause wieder zwischen Osnabrück und Bielefeld befahren wird. Damit setzte sie für den Öffentlichen Personennahverkehr der Region einen wesentlichen Akzent.

Als Vorsitzende der Kreistagsfraktion ihrer Partei im Kreistag von Gütersloh hat sich Helga Lange seit 1998 politisch für eine ökologisch verträglichere Form der Abfallverwertung und Entsorgung eingesetzt. Helga Lange gehört dem Verwaltungsrat der Kreissparkasse Halle an, sie gehört dem Regionalrat des Regierungsbezirks Detmold an und ist dort Mitglied in mehreren Kommissionen und Fachbeiräten, kurz: sie macht in ihrer Region mit, nimmt Einfluss und sorgt dafür, dass die kommunale Demokratie lebt!

Auch neben ihren politischen Ämtern und Aufgaben setzt sich Helga Lange unermüdlich für den Erhalt der hiesigen Naturlandschaft ein, für den Teutoburger Wald und für den Nationalpark Senne-Eggegebirge. Sie engagierte sich gegen den Bau der A 33 - und als diese dann gebaut wurde, setzte sie alles daran, dass dies so umweltverträglich wie nur möglich geschah.

Bei all diesen politischen Auseinandersetzungen verliert sie jedoch nie den Blick für das Wesentliche und Machbare und ist immer kompromissbreit. Auch deshalb wird sie von ihren politischen Mitstreitern jedweder Couleur als verlässliche und dem Wohl des Ganzen dienende Politikerin sehr geschätzt.

Liebe Helga Lange, Sie zeigen uns durch Ihr Engagement, wie viel man auch in der „kleinen“ Politik erreichen kann, wie viel durch aktives Mitmachen möglich ist und vieles sich so zum Besseren verändert. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz.

Friedrich-Wilhelm Linden aus Lüdenscheid (Verdienstkreuz am Bande)

„Ein Leben, das vor allem auf die Erfüllung persönlicher Bedürfnisse ausgerichtet ist, führt früher oder später zu bitterer Enttäuschung.“ (Albert Einstein)

Friedrich-Wilhelm Linden jedoch hat allen Grund, nicht enttäuscht zu sein. Denn er setzt sich seit vielen Jahren als Vorsitzender des Vereins „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, Kreisvereinigung Lüdenscheid e.V.“, dafür ein, dass Menschen mit einer geistigen Behinderung so selbstständig wie möglich leben können. Dabei stehen Menschen mit schweren geistigen Behinderungen unter dem besonderen Schutz der Lebenshilfe. Und als Vorsitzender der „Stiftung Lebenshilfe Lüdenscheid“ sorgt Friedrich-Wilhelm Linden mit für die finanzielle Absicherung des Lebenshilfe-Vereins. Die Stiftung förderte bisher Projekte wie eine Behindertensportabteilung des „Lüdenscheider Turnvereins“, einen Kongress zum Thema „Inklusion“ oder auch einen Tanzkurs für Menschen mit Behinderung.

Auch an der Errichtung des „Lebenshilfe Center“ Anfang 2011 war Friedrich-Wilhelm Linden beteiligt. Hier werden zentral alle Dienstleistungen der Lebenshilfe gebündelt. Das „Lebenshilfe Center“ schafft Rahmen und Raum für Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung, so dass hier nicht nur Integration stattfinden, sondern Inklusion gelebt werden kann.

Doch damit nicht genug: Fast 20 Jahre setzte sich Friedrich-Wilhelm Linden in der Vollversammlung der „Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen“ für Effizienzsteigerungs- und Kostensenkungspotentiale ein und arbeitete an deren Umsetzung aktiv mit. Er gehörte 15 Jahre als Vorstandsmitglied dem „Arbeitgeberverband der Metall- und Elektro-Industrie Lüdenscheid e.V.“ an und gestaltete im Tarifausschuss die Tarifpolitik der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie mit. Er regte Initiativen zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze und zur Förderung benachteiligter Jugendlicher und deren Integration in der Arbeitswelt an.

Und neun Jahre engagierte sich Friedrich-Wilhelm Linden kommunalpolitisch für die CDU im Rat der Stadt Lüdenscheid und als Vorsitzender des Finanzausschusses.

Lieber Herr Linden, soviel Einsatz zum Wohle von Menschen mit Handicap, zum Wohle der Wirtschaft und zum Wohle der Allgemeinheit verdient eine Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande. 

Dr. Sigurd Pütter aus Iserlohn (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Gottfried Wilhelm Freiherr von Leibniz meinte einmal: „Es ist eine meiner Überzeugungen, daß man für das Gemeinwohl arbeiten muß und daß man sich im selben Maße, in dem man dazu beigetragen hat, glücklich fühlen wird“.

Dr. Sigurd Pütter muss sich demnach ganz besonders glücklich fühlen: Er ist Geschäftsführer eines mittelständischen pharmazeutischen Unternehmens, das einst von seinem Vater gegründet wurde und zurzeit über 400 Mitarbeiter beschäftigt. Und zahlreichen Auszubildenden ebnete das Unternehmen bisher den Weg in einen Beruf.

Daneben findet Sigurd Pütter noch die Zeit, sich in verschiedenen Gremien ehrenamtlich einzubringen. So vertrat er mehr als zwei Jahrzehnte die Belange der pharmazeutischen Industrie auf Bundesebene und war maßgeblich an der Gründung der „Schlichtungs- und Schiedsstelle Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen“ beteiligt, einer inzwischen sehr mitgliederstarken Selbstkontrollorganisation der Branche. Sigurd Pütter ist als Vizepräsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer und im Beirat des Westfälischen Arbeitgeberverbandes für die Chemische Industrie aktiv. Als Vorstandsvorsitzender der Iserlohner „Wirtschaftsinitiative Nordkreis“ setzt er sich nicht nur für eine erstklassige Ausbildung von Fachkräften ein, sondern auch dafür, sie in der Region zu halten. Deshalb wurde u.a. eine Ausbildungsbörse eingerichtet, die Sigurd Pütter fördert und unterstützt.

Und seit Jahrzehnten tritt Sigurd Pütter für die Iserlohner Sportvereine ein. So war er z.B. Mitbegründer der „Fußballinitiative Nordkreis“, die für eine Aufwertung des Fußballsports in der Region sorgte. Als Vorsitzender des Vereins „Iserlohner Sportförderung“ betreibt er sehr erfolgreich Spendenakquise, die zu einer Spendensumme von mehreren hunderttausend Euro führte. Der überwiegende Teil der Gelder wird an die Sportvereine zum Erwerb von Sportgeräten oder zur Unterstützung sportlicher Projekte weitergegeben.

Auch die Kultur kommt bei Sigurd Pütter nicht zu kurz: Seit Jahren kämpft er mit viel Herzblut im Vorstand des „Fördervereins Bauernkirche“ für den Erhalt des 1.200 Jahre alten Iserlohner Bauwerks. Ebenso leidenschaftlich ist sein Einsatz für den „Förderverein des Hospizes Mutter Teresa“ in Iserlohn-Letmathe. Als Vorsitzender der Förderstiftung sorgt er für die wirtschaftliche Absicherung des Hospizes und ist unermüdlich auf der Suche nach Geldgebern, damit auch weiterhin unheilbar Kranken ein menschenwürdiges Leben bis zuletzt ermöglicht werden kann.

Sigurd Pütter macht sich seit vielen Jahren sowohl für die Wirtschaft als auch für das Allgemeinwohl verdient. Dafür gebührt ihm unsere große Anerkennung.

Christian Wilmsen aus Bonn (Verdienstkreuz am Bande)

Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich Christian Wilmsen auf verschiedenste Weise für seine Mitmenschen. „Er ist zeitlebens ein Anwalt der Ärmsten und Schwachen“ hat ein Kollege über ihn gesagt. Dieses Engagement hat  Christian Wilmsen bereits während seiner Studentenzeit begonnen.

Er wurde Mitglied im Studentenparlament und unterstützte durch seine ehrenamtliche Mitarbeit den Nachtdienst der Berliner Telefonseelsorge. In den 1970er Jahren begann Christian Wilmsen sein Engagement für die Entwicklungspolitik. Zunächst im Rahmen seiner SPD-Partei-Arbeit, wurde Christian Wilmsen schnell zum gefragten Experten für entwicklungspolitische Zusammenarbeit. Und er erreichte viel: 1974 war er Gründungsmitglied der Anti-Apartheid-Bewegung (AAB) Deutschland und wurde Vorsitzender des Bensheimer Kreises, des damaligen Dachverbandes der Entwicklungspolitischen Nichtregierungsorganisationen Deutschlands.

Im „Forum Umwelt und Entwicklung“, für dessen Zustandekommen Christian Wilmsen entscheidend mitverantwortlich ist, war er eines der aktivsten Mitglieder und treibende Kraft. 1992 konnte Christian Wilmsen als offizieller Sprecher der deutschen entwicklungspolitischen NRO auf der UN-Konferenz Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro in Brasilien teilnehmen.

Dessen nicht genug, engagierte sich Christian Wilmsen herausragend für die Kindernothilfe. Zunächst hauptamtlich im Vorstand der Kindernothilfe tätig, trat er 1994 dem Verein Kindernothilfe bei und engagiert sich seitdem ehrenamtlich, seit 1996 in verschiedenen Ausschüssen, zuletzt auch im Verwaltungsrat der Kindernothilfe. Seinem Einsatz ist es unter anderem zu verdanken, dass heute die entwicklungsbezogene Bildungsarbeit ein Satzungsauftrag der Kindernothilfe ist.

Seit 2005 ist Herr Wilmsen ehrenamtlicher Geschäftsführer der „Aktion Gemeinsinn e.V.“. Diese älteste überparteiliche Bürgerinitiative der Bundesrepublik Deutschland wurde 1957 gegründet. Die Aktion Gemeinsinn möchte Bürgerinnen und Bürger dazu ermutigen, sich an den Diskussionen über aktuelle gesellschaftliche und politische Probleme zu beteiligen und an ihrer Lösung aktiv mitzuwirken. Seit Theodor Heuss unterstützen die Bundespräsidenten die Arbeit der Aktion Gemeinsinn.

Lieber Christian Wilmsen, Sie sind seit über vier Jahrzehnten in herausragender Weise dem Gemeinwohl verpflichtet. Ich freue mich, Ihr Engagement heute mit dem Verdienstkreuz am Bande zu würdigen.

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