Land fördert Anlaufstellen für mehrfach diskriminierte Menschen

13. Februar 2012

Staatssekretärin Kaykin: Land fördert Anlaufstellen für mehrfach diskriminierte Menschen / Modellprojekt für lesbische, schwule und transsexuelle Migrantinnen und Migranten in Köln

Mit 75.000 Euro unterstütze das Integrationsministerium das Beratungsprojekt RUBICON in Köln, das Lesben, Schwule, Bisexu­elle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle mit Migrationshin­tergrund kultursensibel berät.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

In NRW leben schätzungsweise 250.000 Lesben und Schwule mit Migrationshintergrund. Viele von ihnen kommen aus Ländern, in denen Homosexualität geächtet wird. Diese Erfahrungen prägen oft auch Hal­tungen der ethnischen Communities in Deutschland. „Homosexualität, Bisexualität oder Transsexualität werden in vielen Kulturen stigmatisiert. Wer sich vor diesem Hintergrund zu seiner sexuellen Orientierung be­kennt, wird oft ausgegrenzt oder benachteiligt“, sagte Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin für Integration beim Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, in Düsseldorf.

Das Land wolle die Betroffenen im besonderen Maße stärken, so Kaykin. Mit 75.000 Euro unterstütze das Integrationsministerium daher das Beratungsprojekt RUBICON in Köln, das Lesben, Schwule, Bisexu­elle, Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle mit Migrationshin­tergrund kultursensibel berät.

Mit dem Modellprojekt unterstützt das Ministerium insbesondere die in­terkulturelle Qualifizierung von Beraterinnen und Beratern in psychoso­zialen Einrichtungen und die Erstellung einer Arbeitshilfe für die Praxis. Denn: „Viele Migrantinnen und Migranten suchen die vorhandenen, re­gulären psychosozialen Beratungsstellen nicht auf“, sagte die Staats­sekretärin. Dort mangele es häufig an interkultureller Kompetenz. Zu­dem fehle es an dem nötigen Einfühlungsvermögen für die doppelte Diskriminierung hinsichtlich des Migrationshintergrundes und der sexu­ellen Identität.

Angesiedelt ist das Beratungsprojekt beim Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V. in Köln. Der dortige offene Treffpunkt für schwule, lesbi­sche und transsexuelle Migrantinnen und Migranten hat sich immer mehr zu einem Anlaufpunkt auch für Menschen aus anderen Regionen des Landes entwickelt. Dem dort tätigen Team sei es gelungen, Hemm­schwellen zu überwinden und Menschen mit Migrationshintergrund kompetent zu beraten, lobte Staatssekretärin Kaykin.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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