Staatssekretär Peter Knitsch verleiht Bodenschutzpreis Nordrhein-Westfalen 2014

20. November 2014

Staatssekretär Peter Knitsch verleiht Bodenschutzpreis Nordrhein-Westfalen 2014

Der in diesem Jahr zum dritten Mal ausgelobte „Bodenschutzpreis Nordrhein-Westfalen 2014“ wurde in einer Festveranstaltung in Hattingen an drei Projekte in Gummersbach, Erkrath und Hemer verliehen. Der Staatssekretär des NRW-Umweltministeriums Peter Knitsch betonte in seiner Festrede, dass mit diesem Preis praktische und nachahmenswerte Good Practice-Beispiele ausgezeichnet werden, die auch als Anregung für Kommunen und Investoren wirken sollen: „Viele brachliegende Flächen in NRW bieten sehr großes Potential für eine nachhaltige Stadtentwicklung in bester Lage. Entwicklung ist dabei nicht eindimensional in Richtung Siedlung oder Gewerbe gedacht. Die Gewinnerprojekte zeigen innovative Ansätze, wie brachliegende Flächen den Menschen vor Ort wieder zugänglich und damit erlebbar gemacht werden können.“

Projekte aus Gummersbach, Erkrath und Hemer gehören zu den Gewinnern

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit:

Der in diesem Jahr zum dritten Mal ausgelobte „Bodenschutzpreis Nordrhein-Westfalen 2014“ wurde in einer Festveranstaltung in Hattingen an drei Projekte in Gummersbach, Erkrath und Hemer verliehen. Der Staatssekretär des NRW-Umweltministeriums Peter Knitsch betonte in seiner Festrede, dass mit diesem Preis praktische und nachahmenswerte Good Practice-Beispiele ausgezeichnet werden, die auch als Anregung für Kommunen und Investoren wirken sollen: „Viele brachliegende Flächen in NRW bieten sehr großes Potential für eine nachhaltige Stadt-entwicklung in bester Lage. Entwicklung ist dabei nicht eindimensional in Richtung Siedlung oder Gewerbe gedacht. Die Gewinnerprojekte zeigen innovative Ansätze, wie brachliegende Flächen den Menschen vor Ort wieder zugänglich und damit erlebbar gemacht werden können.“

Der stellvertretende AAA-Vorsitzende Hans Gennen freute sich: „Die eingesendeten Projekte zeigten uns in der Jury einen breiten Ideenfächer zum Thema Bodenschutz und Flächenrecycling mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten, sodass uns die Entscheidung in der Jury beileibe nicht leicht gefallen ist. Allen Teilnehmern herzlichen Dank für ihre Beiträge!“

Die Jury entschied sich unter den eingereichten Projekten für folgende Preisträger:
1. Preis: „stadt:impuls Gummersbach“, vorgelegt von der Entwicklungsgesellschaft Gummersbach im Auftrag der Stadt Gummersbach (mit 5.000,- Euro dotiert)
2. Preis: „Vom Kalksandsteinlagerplatz zum Artenschutzbereich“, vor-gelegt vom Naturschutzzentrum Bruchhausen, Erkrath (mit 3.000,- Euro dotiert)
3. Preis: „Von der Blücherkaserne zum Sauerlandpark“, vorgelegt von der Stadt Hemer (mit 2.000,- Euro dotiert)

Die Begründungen der Jury:
„stadt:impuls Gummersbach“ (1. Preis)

Mit der städtebaulich gelungenen Verknüpfung zweier ehemaliger großflächiger Industriebrachen am Rande der Gummersbacher Innen-stadt wurde ein multifunktionales Nutzungskonzept mit hohem Wert für die örtliche Bevölkerung entwickelt und realisiert. Dabei musste besonders die bestehende städtische Infrastruktur berücksichtigt werden. Neben einem aufwendigen Sanierungs- und Rückbaukonzept zeichnet sich das Vorhaben durch innovative energetische Konzepte aus. Besonders hervorzuheben sind außerdem die aktive Bürgerbeteiligung bei der Planung des Nutzungskonzepts, die intensive Öffentlichkeitsarbeit, die für eine hohe Akzeptanz bei den Gummersbacher Bürgern sorgte, sowie das gute Finanzierungskonzept.

„Vom Kalksandsteinlagerplatz zum Artenschutzbereich“ (2. Preis)
Mit der erfolgreichen Entsiegelung und „Rückgabe der Fläche an die Natur“ verbunden mit einem hohen ehrenamtlichen Engagement hat dieses Projekt eine große ideelle Bedeutung für den Bodenschutz sowie den Biotop- und Artenschutz. Es ist im besten Sinne ein vorbildhaftes und nachahmenswertes Best-Practice-Beispiel für eine gelungene Entsiegelungsmaßnahme. Die Finanzierung aus Ausgleichsverpflich-tungen, hier von der Regiobahn und Straßen NRW, ist innovativ und gut übertragbar auf vergleichbare Fälle. Eine besondere Bedeutung haben bei diesem Projekt die Nutzung des Bereichs für umweltpädagogische Zwecke und die besondere Öffentlichkeitsarbeit durch den Naturschutzverein, auch als Beitrag zur Bodenbewusstseinsbildung, sowie das ehrenamtliche Engagement.

„Von der Blücherkaserne zum Sauerlandpark“ (3. Preis)
Das ehemalige Kasernen- und Truppenübungsgelände wurde in einem gelungenen Gesamtkonzept im Rahmen der Landesgartenschau 2010 der Bevölkerung von Hemer wieder zugänglich gemacht. Im Rahmen eines Nachhaltigkeitskonzeptes wurde Wert auf den Erhalt und die Folgenutzung des alten Gebäudebestandes gelegt. Die Fläche wurde mit einem Wege- und Straßennetz an das Quartier Hemer-Mitte/Ost, an die Innenstadt und die städtischen Verkehrsflächen angeschlossen. Das ehemalige Truppenübungsgelände wird mit Streuobstwiesen genutzt. Mit ehrenamtlichem Engagement werden zahlreiche Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche durchgeführt, die spielerisch die Natur erkunden und Verständnis für ökologische Zusammenhänge entwickeln sollen.

Die weiteren eingereichten Projekte waren:

  • „Bahnflächen zur Stadt machen – Nierspark“, vorgelegt von der Stadt Geldern
  • „Vom Munitionsdepot zum Bioenergiepark“, vorgelegt von der Gemeinde Saerbeck, Kreis Steinfurt
  • „Redevelopment Bahnhofsquartier Soest“, vorgelegt von Wirtschaft & Marketing Soest GmbH, Soest

 Mehr Informationen zu den einzelnen Projekten und allgemein zum „Bodenschutzpreis Nordrhein-Westfalen 2014“ sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de und www.aav-nrw.de.

 Zum Hintergrund
Mit dem in 2014 ausgelobten Bodenschutzpreis sollen Impulse zur Standortverbesserung und Innenentwicklung gesetzt werden. Wesentliche Ziele dieses Wettbewerbs sind die Unterstützung der Wiedernutzung aufgelassener Industrie-, Gewerbe- und Militärstandorte sowie die Stärkung des öffentlichen Bewusstseins zur Reduzierung des Flächen-verbrauchs. Gleichzeitig soll die Auszeichnung verdeutlichen, dass Alt-lasten bei Bau- und Investitionsvorhaben kein unumgängliches Hemmnis bedeuten müssen, der Sanierung von Altlasten aber eine hohe Bedeutung zukommt.

Im Jahr 2014 sollen insbesondere Ansätze ausgezeichnet werden, die in besonderer Weise zu einer Aufwertung umgebender Stadtquartiere führen. Neben der Aufbereitung der sanierten Flächen für neue bauliche Nutzungen soll eine Schwerpunktsetzung in der Schaffung von Freizeit- und Erholungsflächen sowie der Entwicklung von Flächen für den Biotop- und Artenschutz liegen. Außerdem sind Projekte mit Entsiegelungsmaßnahmen zur Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen einbezogen.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon: 0211 4566-589 (Nora Gerstenberg).

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