Runder Tisch „Hilfe für Kinder in Not“ wird erweitert

1. Juli 2009

Staatssekretär Dr. Walter Döllinger: „Ein breites gesellschaftliches Bündnis gegen Kinderarmut“ / Runder Tisch „Hilfe für Kinder in Not“ wird erweitert

Die Landesregierung hat einen weiteren Schritt zur Bekämpfung der Kinderarmut unternommen und den Runden Tisch „Hilfe für Kinder in Not“ um einen großen Kreis von Verantwortlichen aus Verbänden und Institutionen erweitert.

Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilt mit:

Die Landesregierung hat einen weiteren Schritt zur Bekämpfung der Kinderarmut unternommen und den Runden Tisch „Hilfe für Kinder in Not“ um einen großen Kreis von Verantwortlichen aus Verbänden und Institutionen erweitert.

„Die schwierige Situation armer und sozial ausgegrenzter Kinder bewegt die Menschen in unserem Land. Wir brauchen ein breites gesellschaftliches Bündnis, um benachteiligten Kindern besser helfen zu können.“ Das sagte Dr. Walter Döllinger, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Sozialministerium, heute (1. Juli 2009) in Düsseldorf zur Öffnung des Runden Tisches, der bislang auf die Ebene der Landesministerien beschränkt war.

„Wir bitten Sie“ appellierte der Staatssekretär an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, „Ihre Erfahrungen, Ihr Wissen, Ihre Ideen und Ihr Engagement einzubringen und uns beim Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung von Kindern zu unterstützen.“

Die Landesregierung habe seit 2005 schon vielfältige Anstrengungen unternommen, um die Situation benachteiligter Familien und Kinder zu verbessern, so Staatssekretär Dr. Döllinger: „In den Grundschulen gibt es jetzt 184.000 Plätze im offenen Ganztag, zweieinhalb Mal so viele wie noch vor drei Jahren. Den Landesfonds ‚Kein Kind ohne Mahlzeit’, den zurzeit rund 70.000 Kinder in Anspruch nehmen, haben wir trotz schwierigster Haushaltslage um weitere zwei Jahre verlängert und finanziell entsprechend den steigenden Schülerzahlen im Ganztagsbetrieb erhöht. Dieses Jahr wurde der Fonds auf rund 15 Millionen Euro aufgestockt. 2009 stehen insgesamt 86.000 Plätze für die Betreuung der Unterdreijährigen zur Verfügung. Das ist mehr als eine Versiebenfachung der U3-Plätze seit Regierungsantritt. Und im Bundesrat haben wir uns erfolgreich dafür stark gemacht, dass die Leistungen für Kinder im Arbeitslosengeld II und der Sozialhilfe erhöht werden.“

Der bundesweit einzigartige Runde Tisch „Hilfe für Kinder in Not“ wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen. Alle Ministerien der Landesregierung setzten sich gemeinsam das Ziel, die Bildungschancen der Kinder unabhängig von der sozialen Herkunft zu verbessern, die gesundheitliche Prävention zu stärken, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. „Wir werden nicht hinnehmen, dass soziale Herkunft, Familieneinkommen oder Bildung der Eltern über die Zukunft der Kinder in Nordrhein-Westfalen entscheiden“, sagte Sozialminister Karl-Josef Laumann zum Auftakt des Runden Tisches im April 2008.

Im März 2009 legte der Runde Tisch einen Zwischenbericht vor, in dem alle Maßnahmen der Landesregierung zur Vermeidung von Kinderarmut zusammengestellt wurden. Mit der heutigen Fachveranstaltung beginnt nun die zweite Phase in der Arbeit des Runden Tisches.

Zum heutigen Treffen wurden beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter der Kommunalen Spitzenverbände, Kirchen, Freien Wohlfahrtspflege, Ärzteschaft, Tarifparteien, freien Träger der Jugendhilfe, der Wissenschaft und Verbände im Schulbereich eingeladen. In der zweiten Jahreshälfte sind Veranstaltungen in allen Regierungsbezirken mit den Verantwortlichen vor Ort geplant.

Einige zentrale Ergebnisse des im März 2009 vorgestellten Sozialberichtes „Prekäre Lebenslagen von Kindern und Jugendlichen“:

  • Das Armutsrisiko steigt mit zunehmender Zahl der minderjährigen Kinder, die im Haushalt zu versorgen sind. Einzelkinder in Paarhaushalten sind zu 12,1 % armutsgefährdet. Zwei Kinder in Paarhaushalten zu 16 %, drei Kinder zu 33 %, vier Kinder und mehr zu 59,3 %.
  • Kinder von Alleinerziehenden sind überdurchschnittlich häufig von Einkommensarmut betroffen. 42,6 % leben in einkommensarmen Haushalten. Bei 38,2 % der Kinder von Alleinerziehenden ist der alleinerziehende Elternteil nicht erwerbstätig und bei 36,8 % teilzeiterwerbstätig. 
  • Das durchschnittliche Armutsrisiko der 1,1 Millionen Kinder mit Zuwanderungsgeschichte hat sich von 42,9 % im Jahr 2005 auf 41,4 % reduziert. 
  • Das Armutsrisiko hängt wesentlich von der Erwerbsbeteiligung der Eltern ab. Die Vollzeitbeschäftigung nur eines Elternteils reicht vor allem bei Geringqualifizierten häufig nicht aus, um die Familie vor Einkommensarmut zu bewahren. 73,6 % aller von Einkommensarmut betroffenen Kinder leben in Paarhaushalten. 
  • 85,2 % der insgesamt 3,19 Millionen Kinder leben bei Ehepaaren oder in nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften. 14,5 % aller Kinder leben bei alleinerziehenden Elternteilen.

 Den Bericht und den Zwischenbericht des Runden Tisches finden Sie im Internet unter www.mags.nrw.de.

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