Staatssekretär Dr. Schäffer: Wir wollen eine Gesellschaft ohne Barrieren

16. Juli 2011

Staatssekretär Dr. Schäffer: Wir wollen eine Gesellschaft ohne Barrieren / 125 Jahre Rheinischer Blindenfürsorgeverein Düren

Blinde Menschen sollen so wie andere Menschen mit Behinderung auch von einer Neuausrichtung der Landesbehindertenpolitik profitieren. „Wir wollen eine Gesellschaft ohne Barrieren, in der alle Menschen – behindert oder nicht – ganz selbstverständlich zusammen leben, wohnen, lernen und arbeiten können“, sagte Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums, zur 125-Jahr-Feier des Rheinischen Blindenfürsorgevereins Düren.

Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Blinde Menschen sollen so wie andere Menschen mit Behinderung auch von einer Neuausrichtung der Landesbehindertenpolitik profitieren. „Wir wollen eine Gesellschaft ohne Barrieren, in der alle Menschen – behindert oder nicht – ganz selbstverständlich zusammen leben, wohnen, lernen und arbeiten können“, sagte Dr. Wilhelm Schäffer, Staatssekretär des nordrhein-westfälischen Sozialministeriums, am Samstag (16. Juli 2011) in Düren zur 125-Jahr-Feier des Rheinischen Blindenfürsorgevereins (RBV) Düren.

Den RBV nannte der Staatssekretär „ein Musterbeispiel dafür, wie aus privater Fürsorge für Menschen mit Behinderung ein moderner sozialer Dienstleister entwickelt werden konnte.“ An der Vereinsgeschichte werde ein Gedanke deutlich, der für den sozialen Rechtsstaat prägend sei: „Lebensrisiken wie Alter, Krankheit oder Behinderung dürfen nicht privatisiert werden, sondern die Gesellschaft muss für diejenigen einstehen, die sich nicht aus eigener Kraft helfen können.“

Staatssekretär Dr. Schäffer erinnerte an ein weiteres Jubiläum: Seit 60 Jahren wird in Nordrhein-Westfalen ein Blindengeld an Zivilblinde gezahlt. Mit 615 Euro erhalten Blinde in NRW das bundesweit höchste Blindengeld (dieses beziehen in NRW derzeit 30.300 Menschen). „Mit diesem Nachteilsausgleich helfen wir den Menschen, trotz ihrer schweren Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen“, so der Staatssekretär weiter.

Allerdings reiche es nicht aus, behinderten Menschen nur finanzielle Hilfe zu gewähren. Deshalb werde die Landesregierung in diesem Jahr den Aktionsplan „Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ vorlegen, mit dem die UN-Behindertenrechtskonvention in die Landespolitik umgesetzt werden soll. Staatssekretär Dr. Schäffer: „Unser Ziel ist eine inklusive Gesellschaft, in der Barrieren abgebaut und alle Menschen mit einbezogen werden.“

Als Beispiel für eine inklusive Gesellschaft nannte der Staatssekretär die Schulen: „Das gemeinsame Lernen behinderter und nicht behinderter Kinder muss zum Normalfall werden. Dazu muss sich das System Schule Schritt für Schritt weiterentwickeln und wir müssen Barrieren in den Köpfen genauso beseitigen wie Hindernisse in der gebauten Umgebung.“

Der Rheinische Blindenfürsorgeverein Düren wurde im Jahr 1886 durch eine kaiserliche Kabinettsorder gegründet. Damals kamen Blinde zumeist aus einkommensarmen Familien. Viele Menschen erblindeten durch nicht behandelte Krankheiten, das galt vor allem für Kinder. Heute betreibt der RBV Düren vier Einrichtungen: eine Wohn- und Förderstätte, die 64 Bewohnerinnen und Bewohnern in acht Wohngruppen ein blinden- und behindertengerechtes Zuhause bietet; im Anna-Schöller-Haus wird vollstationäre Pflege, Kurzzeit- und Verhinderungspflege angeboten; in einem Internat wohnen 84 Schülerinnen und Schüler der Louis-Braille-Schule; und schließlich stehen im Rheinischen Blindenheim blinden- und behindertengerechte Wohngruppen und Einzelzimmer zur Verfügung.

Informationen zum RBV im Internet unter www.rbv-dueren.de
Informationen zur Landesbehindertenpolitik unter www.mais.nrw.de

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales, Telefon 0211 855-3118.

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