Staatspreis NRW im Jahr 2011 an die Eheleute Else und Berthold Beitz

11. November 2011

Staatspreis NRW im Jahr 2011 an die Eheleute Else und Berthold Beitz

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen an Else und Berthold Beitz in Anerkennung ihrer herausragenden Verdienste um die Verständigung unter den Völkern, für ihren großartigen Einsatz zur Verteidigung der menschlichen Würde und für ihr lebenslanges Wirken als Brückenbauer zwischen Tradition und Zukunft in Nordrhein-Westfalen.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft verleiht den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen an Else und Berthold Beitz in Anerkennung ihrer herausragenden Verdienste um die Verständigung unter den Völkern, für ihren großartigen Einsatz zur Verteidigung der menschlichen Würde und für ihr lebenslanges Wirken als Brückenbauer zwischen Tradition und Zukunft in Nordrhein-Westfalen. Zugleich wird mit dem Staatspreis das große Engagement von Else und Berthold Beitz für den erfolg­reichen Wandel Nordrhein-Westfalens zur innovativen Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion gewürdigt.

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft betont, dass das Ehepaar Beitz in besonderer Weise geeignet und würdig ist, den NRW-Staatspreis im 25. Jahr des Bestehens zu erhalten: „Else und Berthold Beitz haben mit schier unerschöpflicher Schaffenskraft wirtschaftlichen Erfolg mit gesell­schaftlicher Verantwortung zu verbinden gewusst. Beide stehen für eine Generation, die unser Land gleichsam aus dem Nichts aufgebaut hat. Und beide haben aus eben dieser Erfahrung heraus nie vergessen, dass der Mensch ein kulturelles, ein soziales Wesen ist. Mit einem Zeit ihres Lebens andauernden Einsatz für andere geben sie bis heute ein Beispiel. Sie verdienen unsere höchste Anerkennung und unseren Respekt.“

Else und Berthold Beitz sind seit 1939 verheiratet. Sie haben während des Zweiten Weltkriegs im polnischen Boryslaw mehrere hundert ver­folgte Juden vor dem sicheren Tod gerettet. Dafür wurden sie von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel „Gerechte der Völker“ ausgezeichnet. Die Eheleute Beitz sahen im Krieg nicht weg, sie stellten sich dem Mordapparat der Nazis entgegen und riskierten ihr eigenes Leben, um andere zu retten. Sie haben zusammen „einfach als Menschen gehandelt“, wie Berthold Beitz später sagte. Und sie sprachen sich gegenseitig Mut zu, die schwierige Zeit zu überstehen. Diese Rettungstaten sollten Else und Berthold Beitz für ihr Leben prägen und ihren moralischen Kompass ausrichten. Beide gehören zu den größten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte.

1953 wurde Berthold Beitz Generalbevollmächtigter von Alfried Krupp, dem letzten persönlichen Inhaber der Firma Krupp. 1970 übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrates der Fried.Krupp GmbH. Seit ihrer Errich­tung 1967 ist er Kuratoriumsvorsitzender der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. In dieser Eigenschaft nahm Berthold Beitz maß­geblich Einfluss auf die Entwicklung einer einzigartigen Kulturlandschaft des Ruhrgebietes. Zugleich beeinflusste er über Jahrzehnte den wirt­schaftlichen Strukturwandel im Ruhrgebiet. 16 Jahre lang engagierte er sich im Internationalen Olympischen Komitee, vier Jahre davon als dessen Vizepräsident.

Else Beitz beschränkte sich an der Seite Ihres Ehemanns Berthold nicht nur darauf, daheim auf das Wohl der Familie zu achten. Sie war erste Gesprächspartnerin, engste Vertraute und Ratgeberin ihres Mannes. An seiner Seite reiste sie 1960 nach Warschau. Dort legte Berthold Beitz in Gesprächen mit dem polnischen Ministerpräsidenten Cyrankiewicz eine Grundlage für die Herstellung diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Polen. Als auch die jüngste der drei Töchter nach dem Abitur das Haus verließ und Else Beitz nicht mehr so stark im gemeinsamen Engagement mit ihrem Mann gefordert war wie in Jahren zuvor, beschloss sie, das nachzuholen, was ihr in der Vergangenheit nicht möglich gewesen war: Sie holte 1978 das Abitur nach, begann danach mit dem Studium der Erziehungswissenschaften und schloss es 1984 mit dem Diplom ab. 1993 promovierte sie mit „magna cum laude“ über das Thema der Industriepädagogik in den Großbetrieben des 19. und frühen 20. Jahrhunderts am Beispiel Krupp. Für ihre Verdienste um die Jüdische Gemeinschaft erhielten Else und Bertold Beitz 1997 die Josef-Neuberger-Medaille, 1999 folgte der Leo-Baeck-Preis.

Der Staatspreis ist die höchste Auszeichnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Er wurde 1986 erstmalig aus Anlass des 40. Jahrestages der Gründung des Landes vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Entscheidung für das Ehepaar traf ein von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft berufenes Beratergremium mit prominenten Vertretern aus Wirtschaft, Kultur, Religion und Gesellschaft. Die Verleihung des Staatspreises wird am 12. Dezember 2011 in der Villa Hügel in Essen durch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft vorgenommen.

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