Soziale Arbeit der Muslime und Aleviten professionalisieren und vernetzen

Rainer Schmeltzer
4. Mai 2016

Soziale Arbeit der Muslime und Aleviten professionalisieren und vernetzen

MAIS NRW und BMFSFJ fördern in zwei Regionen Nordrhein-Westfalens Qualifizierungsprojekte des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Moschee- und Cem-Gemeinden

Der Islam und das Alevitentum sind bedeutende Glaubensgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen - im Bereich der sozialen Arbeit und der Wohlfahrtspflege gibt es aber in muslimischen und alevitischen Gemeinden bisher kaum tragfähige Strukturen. Um dies zu ändern, starten in Nordrhein-Westfalen zwei Qualifizierungsprojekte.

 
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Der Islam und das Alevitentum sind bedeutende Glaubensgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen - im Bereich der sozialen Arbeit und der Wohlfahrtspflege gibt es aber in muslimischen und alevitischen Gemeinden bisher kaum tragfähige Strukturen. Um dies zu ändern, starten in Nordrhein-Westfalen zwei Qualifizierungsprojekte. In 17 Moscheegemeinden und zwei Cem-Gemeinden sollen die vorhandenen Ansätze sozialer Arbeit ausgebaut und verbessert werden, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, der Alten- und Behindertenhilfe, der Suchthilfe sowie der Ehrenamtsarbeit.

Gefördert werden die Qualifizierungsprojekte durch das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales NRW (MAIS) sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Projektträger ist der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, die Durchführung verantwortet Der Paritätische Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF).

Die Initiative geht zurück auf eine Vereinbarung im Rahmen der Deutschen Islamkonferenz vom November 2015. Bei der Befassung mit dem Thema Wohlfahrt wurde die Idee eines Qualifizierungsprojekts entwickelt. Die Voraussetzungen für seine Umsetzung sind in NRW - mit seinem dichten Netz an Moschee- und Cem-Gemeinden und der bewährten Zusammenarbeit der Landesregierung mit muslimischen und alevitischen Verbandsvertretungen, auch im dialog forum islam – ideal. „In NRW sind Muslime und Aleviten auf vielen Feldern der sozialen Arbeit aktiv – zumeist als Ehrenamtliche und fern der öffentlichen Wahrnehmung“, betonte Integrationsminister Rainer Schmeltzer. „Uns geht es darum, die vielfältigen Aktivitäten in diesem Bereich zu unterstützen bzw. auszubauen und den Weg dafür zu ebnen, dass sie zukünftig im System der freien Wohlfahrtspflege verankert werden können.“

Am „Dreistufigen Qualifizierungsprojekt Islamische Wohlfahrtspflege“ beteiligen sich insgesamt 17 Moscheegemeinden, darunter 12 Gemeinden des ZMD mit Standorten in Köln, Wuppertal und Umgebung sowie fünf Gemeinden des VIKZ in Köln. Das parallel durchgeführte „Dreistufige Qualifizierungsprojekt Alevitische Wohlfahrtspflege“ startet in zwei Cem-Gemeinden in Köln und Wuppertal. Ziel ist es, Fachwissen im Bereich der wohlfahrtspflegerischen Arbeit zu vermitteln und etablierte Hilfsansätze zu erproben. Außerdem wird es darum gehen, die geschaffenen Strukturen nachhaltig in die Arbeit der Gemeinden einzubinden. Beide Projekte werden wissenschaftlich ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen abschließend über das Projekt hinaus für weitere muslimische und alevitische Gemeinden und deren soziale Arbeit nutzbar gemacht werden.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig betonte: „Die Bundesregierung möchte die soziale Arbeit von Muslimen unterstützen. Ich freue mich, dass wir mit diesen beiden Projekten die Zusammenarbeit zwischen den etablierten Wohlfahrtsverbänden und den islamischen Verbänden intensivieren – ganz konkret und direkt vor Ort. Das Zusammenleben in unserer Gesellschaft findet in genau jenen Bereichen statt: In der Kinder- und Jugendhilfe, bei der Pflege älterer Menschen oder im Ehrenamt. Hier gehen nun beide Seiten aufeinander zu - und das ist ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Integration“.

„Soziale Arbeit in den muslimischen und alevitischen Gemeinden erfolgt bis heute in eigenen Strukturen, die vom etablierten Hilfesystem bislang weitgehend nicht erreicht wurden“, gab auch Dr. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes des Paritätischen zu bedenken. „Das soll sich mit den geplanten Projekten ändern. Beide Seiten, die Gemeinden einerseits und der Paritätische als Verband der freien Wohlfahrtspflege andererseits, wollen voneinander lernen und neue Wege der Zusammenarbeit, auch mit weiteren Akteurinnen und Akteuren des Sozialstaates erproben.“ So sollen Vernetzungsstrukturen zu den örtlichen Akteuren der sozialen Arbeit auf- bzw. ausgebaut werden.“

Die Projekte: Partner und Förderer

Die Projekte wurden in Kooperation und enger Abstimmung des Paritätischen Gesamtverbandes und des Paritätischen NRW mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und dem Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS NRW) sowie dem Verband der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), dem Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) und der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF) entwickelt. Die Trägerschaft der Projekte liegt beim Paritätischen Gesamtverband. Er hat dem Paritätischen NRW die Durchführung übertragen. Die Finanzierung erfolgt durch das BMFSFJ, das MAIS NRW sowie durch die Stiftung Glücksspirale.

Ansprechpartner für Fachfragen:
Pressestelle Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW
Loher Straße 7
42283 Wuppertal
Tel.: 0202 / 2822 -488
Fax: 0202 / 2822 -110
E-Mail: presse@paritaet-nrw.org

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