Sommerfest Apothekerverband Nordrhein

2. September 2009

Sommerfest Apothekerverband Nordrhein / Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow fordert „Service- und Hilfenetz – Hilfe im Haus“ für Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf

"Die 5.000 Apotheken in Nordrhein-Westfalen, die täglich eine Million Kunden be­dienen und beraten, haben in einem sozialen Netzwerken eine wichtige Funktion“, betonte heute die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow.

Die Behindertenbeauftragte teilt mit:

„Wenn wir ein Nordrhein-Westfalen ohne Barrieren für alle Menschen wollen, muss ein „Service- und Hilfenetz“ aufgebaut werden, das Hilfen im Haus und im Wohnumfeld der Menschen verlässlich organisiert. Be­gleiten, beraten, Hilfe im Haus, die Koordinierung und Vernetzung von Angeboten ist eine moderne Form sozialer Arbeit. Für mich heißt die neue soziale Frage: Wer hilft mir, wer pflegt mich morgen? Die Men­schen wollen Sicherheit darüber, dass sie heute und morgen Hilfe- und Pflege bekommen und zu Hause beraten und unterstützt werden. Dafür ist ein Hilfe- und Pflegemix aus Angehörigen, Nachbarn, Ehrenamtlichen und Dienstleistungen professioneller Anbieter notwendig. Die 5.000 Apotheken in Nordrhein-Westfalen, die täglich eine Million Kunden be­dienen und beraten, haben in diesen sozialen Netzwerken eine wichtige Funktion“, betonte die Landesbehindertenbeauftragte Angelika Gemkow heute (2. September 2009) in Ihrem Grußwort aus Anlass des Som­merfestes des Apothekerverbandes Nordrhein in Düsseldorf. „Apothe­ken sind für die Menschen unverzichtbare Bestandteile sozialer Netze in den Stadtteilen vor Ort, oft auch Kummerkasten bei Alltagssorgen.“

Als besonders gutes Beispiel für soziale Netzwerkarbeit der Apotheken nannte Gemkow das Servicenetz Duisburg, in dem lokale Akteure von Apotheken bis zu Handwerkern zusammenarbeiten, um das Wohnen zu Hause solange wie möglich zu ermöglichen. Ferner lobte die Landesbe­hindertenbeauftragte die Kooperation der Apotheken mit dem Behin­dertensportverband NRW. Hier übernehmen die Apotheken Lotsenfunk­tion und informieren ihre Kundinnen und Kunden über gesundheitsför­dernde Angebote der örtlichen Behinderten- und Gesundheitssportver­bände. Vorbildlich ist die Info-Kampagne der nordrhein-westfälischen Apotheken zur häuslichen Pflege. Informationen für pflegende Angehö­rige sind dringend nötig.

„Die Apotheke ist für mich viel mehr als ein Geschäft. Apotheken decken eine breite Palette von Gesundheits-, Präventions- und Pflegethemen ab. Die Gewinner sind die behinderten und älteren Menschen, die davon besonders profitieren“, so Gemkow weiter. In Nordrhein-Westfalen leben fast 1,7 Millionen Menschen mit einer Be­hinderung von mindestens 50 Prozent, mehr als 1,1 Millionen Menschen mit Behinderung sind über 60 Jahre alt, hinzukommen rund 460 000 pflegebedürftige Menschen. Ca. eine Million behinderte und ältere Men­schen in Nordrhein-Westfalen haben Hilfe-, Unterstützungs- und Pflegebedarf. 

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an das Büro der Beauftragten der Landes­regierung Nordrhein-Westfalen für die Belange der Menschen mit Behinderung, Tel.: 0211/855-3008, Fax: 0211/855-3037

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