Zehn Millionen Euro für Pilotprojekt „Ganz In“

28. Oktober 2009

Schulministerium, Stiftung Mercator und Ruhrgebiets-Universitäten starten Projekt zur individuellen Förderung im Ganztagsgymnasium / 10 Millionen Euro für Pilotprojekt „Ganz In“

Mehr Schülerinnen und Schüler durch individuelle Förderung zum Abitur zu führen, das ist das Ziel des heute gestarteten Projekts „Ganz In – mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW“. In den nächsten sechs Jahren erhalten bis zu 30 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, ihr schulisches Angebot auf Ganztagsbetrieb umfassend neu auszurichten und zu profilieren.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung, die Stiftung Mercator und das Institut für Schulentwicklungsforschung teilen mit:

Mehr Schülerinnen und Schüler durch individuelle Förderung zum Abitur zu führen, das ist das Ziel des heute gestarteten Projekts „Ganz In – mit Ganztag mehr Zukunft. Das neue Ganztagsgymnasium NRW“. In den nächsten sechs Jahren erhalten bis zu 30 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit, ihr schulisches Angebot auf Ganztagsbetrieb umfassend neu auszurichten und zu profilieren. Dafür stellen die Stiftung Mercator, das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen und die Universitäten Bochum, Duisburg/Essen und Dortmund insgesamt zehn Millionen Euro zur Verfügung.

Das Projekt richtet sich an Gymnasien in Nordrhein-Westfalen, die in diesem und im nächsten Schuljahr neu in den Ganztag starten. Sie wer­den zu einer Informationsveranstaltung Anfang Dezember in Dortmund eingeladen. Anschließend können sie sich bis Mitte Februar 2010 für die Teilnahme bewerben. Das Projekt startet dann im März. Es verfolgt das Ziel, das vorhandene Leistungspotential der Schüler durch individuelle Förderung besser zu nutzen und die Qualität der Abschlüsse insgesamt zu verbessern.

Die teilnehmenden Gymnasien sollen dabei unterstützt werden, ihre organisatorische Struktur nachhaltig zu optimieren und durch ihre Unter­richtsentwicklung eine besondere Kultur der individuellen Förderung aufzubauen. Die dafür erforderlichen Unterrichts- und Organisations­module werden von den Projektpartnern erstmalig in Deutschland konzipiert, in den Modellschulen eingeführt und später anderen Gymnasien zur Verfügung gestellt.

„Ganztagsschulen eröffnen Kindern und Jugendlichen neue Bildungs­chancen, denn sie bieten mehr Zeit und Raum für individuelle Förderung und Betreuung. Deshalb setzt diese Landesregierung einen klaren Schwerpunkt beim Ganztagsausbau. Der Ganztag ist für die meisten unserer Gymnasien aber vollkommen neu. Beim weiteren Ausbau der Ganztagsgymnasien in Nordrhein-Westfalen sollen die Pilotschulen deswegen eine Vorreiterrolle übernehmen. Sie werden den Unterricht und das Schulleben so weiter entwickeln, dass individuelle Potentiale der Schülerinnen und Schüler besser erkannt und gefördert werden können“, betont Schulministerin Barbara Sommer. Das Schulministerium wird neben seiner aktiven Mitarbeit im Projekt Personalressourcen für die beteiligten Schulen bereitstellen.
„Das Ganztagsgymnasium ist für uns ein Schlüssel zur Teilhabe an Bildung. ‚Ganz In’ ermöglicht durch gezielte Unterrichtsentwicklung eine Schulkultur, die das individuelle Lehren und Lernen stärkt. Damit wird sich das neue Ganztagsgymnasium zu einem für Lehrer, Schüler und Eltern äußerst attraktiven Bildungsangebot entwickeln. Deshalb sind wir von dem Projekt überzeugt“, sagt Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator. Die Stiftung investiert insgesamt 7,7 Millionen Euro in das Vorhaben.

Jede Projektschule erhält
•     vier Entlastungsstunden für das Kollegium,
•     bis zu 5.000 Euro pro Jahr für ihre schulische Arbeit,
•     Unterstützung durch einen Schulentwicklungsberater, der die Schule im Entwicklungsprozess begleitet,
•     zur Unterrichtsentwicklung einen kontinuierlichen wissenschaftlichen Input aus den Fachdidaktiken Deutsch, Mathematik/Naturwissen-
schaften und Englisch sowie der Lehr-Lernforschung und der Schulentwicklungsforschung und
•     die Möglichkeit, auf (Schul-)Netzwerke in ihrer Bildungsregion zuzugreifen.

Das Projekt umfasst verschiedene Module, die den Bedürfnissen der 30 beteiligten Schulen entsprechend angepasst werden. Dazu gehören
•     die Entwicklung eines pädagogischen Schulkonzepts für die Ganz­tagsgymnasien,
•     die Entwicklung von Diagnose- und Förderkonzepten vor allem in den Kernfächern und in den Naturwissenschaften,
•     die Erprobung geeigneter Organisationsstrukturen,
•     die Implementierung innerschulischer und schulübergreifender Formen der Zusammenarbeit.
Eine besondere Aufmerksamkeit wird auch der Sprachförderung und dem Thema Deutsch als Zweitsprache geschenkt.

„Das Projekt sieht erstmals eine umfassende Organisationsentwicklung des Gymnasiums vor. Entscheidend für den Erfolg und die Übertrag­barkeit des Projekts ist die wissenschaftliche Begleitforschung, die für die Konzepterarbeitung, Weiterentwicklung und Umsetzung der einzel­nen Module genutzt wird. Mit diesem Projekt wird Schulgeschichte ge­schrieben“, erklärt Prof. Dr. Wilfried Bos, Direktor des Instituts für Schul­entwicklungsforschung (IFS) an der TU Dortmund, stellvertretend für das Projektkonsortium der drei Ruhrgebiets-Universitäten. Das IFS leitet das Projekt federführend.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Schule und Weiterbildung, Telefon 0211/5867-3505 oder -3506.

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