Expertenkreis für mehr Sicherheit angekündigt

16. März 2009

Schulen melden hohe Anzahl von Trittbrettfahrern – Expertenkreis für mehr Sicherheit angekündigt

„Die Androhung eines Amoklaufs ist kein dummer Scherz, sondern eine Straftat. Wer so etwas macht, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen“, sagte heute Schulministerin Barbara Sommer.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung teilt mit:

Seit dem Amoklauf von Winnenden in der vergangenen Woche hat es an Schulen in Nordrhein-Westfalen rund 70 Hinweise auf Amokdrohungen gegeben. Schulministerin Barbara Sommer zeigt sich besorgt angesichts dieser hohen Zahl von Trittbrettfahrern: „Die Androhung eines Amoklaufs ist kein dummer Scherz, sondern eine Straftat. Wer so etwas macht, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen. Die hohe Zahl an Warnmeldungen ist aber auch ein Zeichen für eine verstärkte Sensibilität an unseren Schulen. Mitschüler und Lehrkräfte schauen jetzt genauer hin, ob ein Kind oder Jugendlicher Anzeichen für ein Abdriften aussendet. Mein Dank gilt den Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und Eltern für ihre große Wachsamkeit beim Umgang mit diesem Thema. Mein Dank richtet sich auch an die Sicherheits- und Schulaufsichtsbehörden für ihr konsequentes Vorgehen. Ich wünsche mir, dass diese hohe Aufmerksamkeit nicht nur kurzfristig anhält, sondern zu einer neuen Kultur des Hinsehens führt. Das ist kein Denunziantentum, sondern ein wichtiger Impuls für mehr Sicherheit an unseren Schulen.“

Es ist wichtig, dass diejenigen, die Amokdrohungen ausgesprochen haben, nicht nur strafrechtlich belangt werden. „Auch in solchen Situationen muss man mit den Schülerinnen und Schülern im Dialog bleiben. Das helfende Gespräch darf nicht abreißen. Im Vordergrund muss stehen, diese Kinder und  Jugendlichen wieder in die Gemeinschaft zurückzuholen“, betonte die Schulministerin.

Seit dem Wochenende sind neun Schulpsychologen aus Nordrhein-Westfalen in Winnenden im Einsatz. Es handelt sich um Beschäftigte verschiedener Kommunen und des Landes. Je ein Schulpsychologe kommt aus den Städten Hamm, Krefeld, Münster und Emsdetten sowie dem Kreis Unna, dem Märkischen Kreis und dem Rhein-Sieg-Kreis. Zwei Schulpsychologen kommen aus Düsseldorf. Bereits zuvor war ein Krisen-Spezialist aus dem Düsseldorfer Schulministerium nach Stuttgart gereist, um die Erfahrungen, die Nordrhein-Westfalen nach dem Amoklauf von Emsdetten gesammelt hatte, an die Kollegen weiterzugeben. Barbara Sommer: „Ich danke den Kommunen und den zahlreichen Kräften, die sofort ihre Bereitschaft erklärt haben, vor Ort zu helfen. Wir zeigen uns solidarisch mit den Verantwortlichen in Baden-Württemberg und leisten Unterstützung, wo wir können. Unsere Schulpsychologen werden deshalb solange in Winnenden bleiben, wie der Bedarf vorhanden ist und unsere Kräfte der Belastung standhalten.“ In den kommenden Tagen werden weitere Schulpsychologen aus Nordrhein-Westfalen in Winnenden eingesetzt. Teilweise geschieht dies im Austausch für Kollegen vor Ort.

Forderungen nach vorschnellen Reaktionen erteilte die Ministerin eine klare Absage: „Wir dürfen jetzt keine voreiligen Schlüsse ziehen. Ein Wettbewerb um die populistischsten Forderungen hilft keinem. Die Politik sollte nicht so tun, als hätte sie jetzt schon alle Antworten. Es muss sorgfältig geprüft werden, was die Ursachen des Amoklaufs in Winnenden waren. Deshalb werde ich einen Kreis von Experten und am Schulleben Beteiligten einberufen, der unter anderem aus Vertretern von Polizei, Schulpsychologie, Eltern, Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern, Schulträgern und Wissenschaftlern zusammengesetzt sein soll. Ziel ist es, die Ermittlungsergebnisse des Amoklaufs in Winnenden zu diskutieren und gemeinsam nach weiteren Wegen zu suchen, welche zusätzlichen Maßnahmen wir möglicherweise ergreifen können, um unsere Schulen noch sicherer zu machen. Ich begrüße daher die Initiative der Landesschülervertretung Nordrhein-Westfalen, die heute einen Runden Tisch zu diesem Thema angeregt hat. Ich lade alle Interessierten ein, sich an diesem Dialog zu beteiligen.“

 

 

 

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