Rüttgers in Abu Dhabi: „Kronprinz kommt zu Besuch nach Nordrhein-Westfalen“

16. September 2009

Rüttgers in Abu Dhabi: „Kronprinz kommt zu Besuch nach Nordrhein-Westfalen“ / Ministerpräsident Jürgen Rüttgers beim Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan. Gespräche mit Politik, Ölgesellschaft und Staatsfonds

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist gestern Abend mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, im Rahmen eines Empfangs zu einem einstündigen Vier-Augen-Gespräch zusammengetroffen. Der Kronprinz zeigte sich hervorragend informiert über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland.


Bilder der Reise finden Sie hier.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers ist gestern Abend (15. September 2009) mit dem Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, im Rahmen eines Empfangs zu einem einstündigen Vier-Augen-Gespräch zusammengetroffen. Der Kronprinz zeigte sich hervorragend informiert über die wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse in Deutschland. Er ließ sich von Rüttgers die allgemeine politische Lage und die Situation vor der Bundestagswahl erläutern. Gegenstand des Gesprächs war auch die aktuelle weltwirtschaftliche Krise. Rüttgers erläuterte das Modell der Sozialen Marktwirtschaft, das sich als eine stabile Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung gerade in der Krise bewährt.

Kronprinz Mohammed bin Zayed bekräftigte das große Interesse Abu Dhabis an der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit mit Nordrhein-Westfalen. Nicht zuletzt setzen die Vereinigten Arabischen Emirate auf Bildung und Ausbildung in Deutschland. Junge Experten und Praktikanten sollen in deutsche Unternehmen gehen, junge Leute verstärkt in Deutschland studieren. Mit Blick auf die jetzt erst anlaufende  Vertiefung der Beziehungen zwischen Abu Dhabi und Nordrhein-Westfalen versicherte der Kronprinz dem Ministerpräsidenten: „Sie sind nicht zu spät.“ Das bestärkt die Position von Rüttgers, jetzt die Verbindungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) zu nutzen, zu organisieren und auszubauen. Die vom Ministerpräsidenten ausgesprochene Einladung Anfang nächsten Jahres nach Nordrhein-Westfalen zu kommen hat das zweithöchste Mitglied der königlichen Familie spontan angenommen.

Ministerpräsident Rüttgers ist heute (16. September 2009) mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) zusammen gekommen. Das Gespräch der ADNOC, Yousef Omair bin Yousef, diente unter anderem der Erörterung strategischer Fragen der Energieversorgung und der Energiesicherheit. Hierbei informierte sich Ministerpräsident Rüttgers über die mittel- und langfristigen Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den VAE und Nordrhein-Westfalen, Deutschland und Europa. „Die Endlichkeit fossiler Brennstoffe ist absehbar“, betonte Ministerpräsident Rüttgers. „Ihr ökonomischer wie ökologisch sinnvoller Einsatz ist daher für alle Nationen von größter Bedeutung.“ Die Vertreter der Wirtschaftsdelegation nutzten das Gespräch mit der Ölgesellschaft, um die von ihnen vertretenden Unternehmen vorzustellen.

Den Grundsatz von Omair bin Yousef: „Wir haben die Ressourcen, und wir wollen zusätzliche Wirtschaftskraft durch Investitionen generieren“, griff die deutsche Delegation auf. Die Unternehmen präsentierten ihre Profile, insbesondere im Bereich erneuerbare Energien, petrochemische Produktion und Gastechnologien. Erste Kontakte wurden vereinbart.

Die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) ist ein 1971 gegründetes Unternehmen und in der Erdöl- und  Erdgasindustrie tätig. Das Unternehmen wird von Scheich Khalifa Bin Zayed Al Nahyan geleitet, dem Herrscher von Abu Dhabi und Präsidenten der VAE. Dies unterstreicht die zentrale Bedeutung der ADNOC. Die ADNOC verwaltet eine Erdölproduktion von bis zu 2,7 Millionen Barrel pro Tag und gehört zu den zehn wichtigsten Öl- und Gaskonzernen weltweit.

Bei seinem anschließenden Gespräch mit dem emiratischen Staatsfonds International Petroleum Investment Company (IPIC) warb Ministerpräsident Rüttgers für Investitionen in Nordrhein-Westfalen: „Nordrhein-Westfalen ist ein Top-Investitionsstandort. So ist unser Land mit 23 der 50 umsatzstärksten deutschen Unternehmen ein wichtiger Standort klassischer Industriezweige. Als größter Markt Europas ist Nordrhein-Westfalen die Tür zum Europäischen Binnenmarkt. Unser Land ist wichtigster Messestandort in Europa und Standort Nummer 1 für ausländische Direktinvestitionen.“

Abu Dhabi, auch vertreten durch IPIC, steht schon seit Beginn des Jahres in erfolgreichen Verhandlungen mit nordrhein-westfälischen Unternehmen. So werden Beteiligungen und Investitionen mit diesen Firmen im Umfang von mehreren hundert Millionen Euro derzeit endverhandelt. Diese intensiven Beziehungen zwischen der nordrhein-westfälischen Wirtschaft und den Interessenten in Abu Dhabbi waren seinerzeit vor allem durch die Vermittlung von Scheich Hamdan bin Zayed Al Nahayan, ebenfalls Mitglied der königlichen Familie, zustande gekommen. Weiteres Interesse an Kooperationen mit Unternehmen, die ein hohes Potenzial an den gefragten Technologien im Bereich Energiewirtschaft haben, wurde noch einmal bekräftigt.

Ein Beispiel hierfür war eine erste Erörterung der Möglichkeiten einer Regasifizierungstechnik der Firma RWE Supply & Trading GmbH. Abu Dhabi muss insbesondere in den Sommermonaten zusätzlich Gas zur Produktion von Elektrizität importieren. Dies geschieht mit verflüssigtem Gas auf dem Seeweg. Zur Wiederherstellung des Gaszustandes („Regasifizierung“) hat der RWE-Vertreter in der nordrhein-westfälischen Delegation, Stefan Judisch, eine moderne Technologie aus Deutschland angeboten. 

Die International Petroleum Investment Company (IPIC) ist mit einem Portfolio von geschätzt 14 Milliarden US-Dollar verantwortlich für sämtliche Auslandsinvestitionen Abu Dhabis in die Öl- und Chemieindustrie. Vorstandsvorsitzender des Fonds ist Scheich Mansur bin Zayed al Nahyan, ein Bruder des Herrschers von Abu Dhabi und Vize-Premier der VAE. In Nordrhein-Westfalen ist er zu 70 Prozent an MAN-Ferrostaal (Essen) beteiligt, die in Abu Dhabi zurzeit den technologischen Kern der größten Chemieproduktionsanlage der Welt baut (Investitionsvolumen geschätzt 100 Milliarden US-Dollar). Zudem hält die IPIC neun Prozent am Daimler-Konzern.

Am Mittag traf Ministerpräsident Rüttgers mit deutschen Repräsentanten in Abu Dhabi und Dubai zusammen. Der Ministerpräsident nutzte die Begegnung, um sich über das Renommee Deutschlands in den VAE, gegenseitige Interessen und Entwicklungspotenziale zu informieren. „In den Vereinigten Arabischen Emiraten liegen noch große Chancen und Perspektiven für Deutschland. Dies ist noch nicht ausreichend genutzt, daran müssen wir jetzt arbeiten“, führte Rüttgers aus. Er motivierte aber abschließend mit den Worten des Kronprinzen: „Sie sind nicht zu spät.“

Ministerpräsident Rüttgers besucht die VAE vom 14. bis zum 17. September. Er wird begleitet von einer hochrangigen Delegation von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Stationen der Reise sind die beiden Emirate Abu Dhabi und Dubai. Rüttgers ist der erste nordrhein-westfälische Ministerpräsident, der die VAE besucht. Ziel der Reise ist es, die wirtschaftlichen und politischen sowie die wissenschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen den VAE und Nordrhein-Westfalen zu vertiefen. Der Ministerpräsident wird hierbei auch um Investitionen in die klassischen Schlüsselindustrien sowie die Hochtechnologie-Unternehmen unseres Landes werben.

Pressemitteilung der Reise vom 15.09.2009

Pressemitteilung der Reise vom 15.09.2009

Pressemitteilung der Reise vom 13.09.2009

Pressemitteilung der Reise vom 12.09.2009

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