Rote Liste für Vögel in Nordrhein-Westfalen vorgestellt

6. April 2010

Rote Liste für Vögel in Nordrhein-Westfalen zeigt: Bestände von Wanderfalke, Uhu und Schwarzstorch haben sich wieder erholt – Bestände von Feldlerche und Haussperling nehmen ab

Die Rote Liste für Vögel in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass sich die Bestände vieler Arten wieder erholen.

Das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft (NWO) teilen mit:
Umweltminister Eckhard Uhlenberg hat heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft, Klaus Nottmeyer-Linden, die Rote Liste für Vögel in Nordrhein-Westfalen vorgestellt. Demnach sind einige Vogelarten wieder nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt, die schon als ausgestorben galten. „Der Artenschutz in Nordrhein-Westfalen ist auf dem richtigen Weg und zeigt Erfolge“, so das positive Fazit des Ministers. „Wir dürfen aber in unseren Bemühungen nicht nachlassen, natürliche Lebensräume für Vögel sowie andere Pflanzen und Tiere zu schaffen und zu erhalten. Dass die Landesregierung dieses Vorhaben tatkräftig unterstützt, zeigt unser Naturschutzetat. Noch nie wurde in Nordrhein-Westfalen so viel Geld in den Naturschutz investiert wie in den Jahren 2009 und 2010, pro Jahr rund 53 Millionen Euro“, erläuterte Uhlenberg.

Eines der erfolgreichsten Artenschutzprojekte in Nordrhein-Westfalen ist die Rückkehr des Wanderfalkens. Nachdem die Art 1970 verschwunden war, kam es 1990 wieder zur ersten Brut. Seitdem wuchs der Bestand auf mittlerweile über 130 Brutpaare an. Auch der Uhu kehrte wieder zurück. Mehr im Verborgenen – wie es der nächtlichen Lebensweise entspricht – leben mittlerweile mehr als 200 Brutpaare in Nordrhein-Westfalen. Weitere Erfolgsgeschichten sind die Rückkehr des Schwarzstorches in die nordrhein-westfälischen Mittelgebirge sowie die Sicherung der Bestände des Großen Brachvogels in den Feuchtwiesen-Schutzgebieten im Münsterland.

Für Minister Uhlenberg sind diese Projekte ein Beleg dafür, dass Artenschutz auch in einem stark besiedelten Flächenland wie Nordrhein-Westfalen möglich ist: „Es sind jahrzehntelange Bemühungen notwendig, die oft von ehrenamtlich tätigen Einzelpersonen und Arbeitsgruppen – aber auch von den Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen realisiert werden. Mein Dank geht deshalb insbesondere an die ehrenamtlichen Naturschützer, die eine ganz wertvolle Arbeit für den Erhalt der Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen leisten.“

Den Erfolgen bei den nach Nordrhein-Westfalen zurückgekehrten Vögeln stehen Arten gegenüber wie die Rohrdommel, die nicht mehr nachzuweisen ist, oder Haubenlerche und Ortolan, für die es kaum noch geeignete Lebensräume in Nordrhein-Westfalen gibt. Zudem haben es viele Kleinvogelarten wie Haussperling, Star, Feldlerche oder Rauchschwalbe immer schwerer, geeignete Brutplätze zu finden. Grund ist vor allem die moderne Landwirtschaft, die vielen Vögeln nicht mehr ausreichend Platz und Nahrung bietet.

Klaus Nottmeyer-Linden, Vorsitzender der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO) sieht als Hauptverantwortlichen die immer modernere und effizientere Landwirtschaft: „Fast jede zweite Vogelart, die Agrarflächen nutzt, hat in den letzten 25 Jahren abgenommen, obwohl der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche nach wie vor knapp 50 Prozent der Landesfläche beträgt. Es liegt also nicht primär an der Quantität, sondern an der zunehmend unzureichenden Lebensraum-Qualität. Dies gilt für den Acker ebenso wie für das Grünland.“

„Um diesen Trend umzukehren und die Situation der Kleinvogelarten zu verbessern, arbeiten wir derzeit an einem Landesprogramm ‚Naturschutz 2020’“, ergänzt Minister Uhlenberg. „Der Schutz der ‚Allerweltsarten’ in der Agrarlandschaft wird deshalb einen Schwerpunkt unserer zukünftigen nordrhein-westfälischen Naturschutzstrategie bilden. Dazu gehört zum Beispiel der Ausbau des Vertragsnaturschutzes oder Programme wie ‚1000 Fenster für eine Lerche’“, so der Minister. Bis heute wurden in Nordrhein-Westfalen rund 24.000 Hektar Flächen für den Vertragsnaturschutz ausgewiesen und 9000 „Brutfenster“ für Lerchen im Wintergetreide eingerichtet.

Für Klaus Nottmeyer-Linden (NWO) ist das Lerchenprogramm ebenfalls ein gutes Beispiel dafür, in welche Richtung der Artenschutz sich entwickeln sollte: „Wir benötigen deutlich mehr derartige Hilfsangebote, um die Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen zu schützen. Neben der Feldlerche betroffen sind auch Rebhuhn, Wachtel, Kiebitz und Goldammer.“

Die Rote Liste ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) und der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft (NWO). Rund 200 Ornithologen haben daran mitgearbeitet. Die Rote Liste erscheint etwa alle zehn Jahre. Weitere Informationen zum Thema Artenschutz und Rote Liste für Vögel in Nordrhein-Westfalen sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de und unter www.nw-ornithologen.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566 719 (Wilhelm Deitermann).

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