Rede des Ministerpräsidenten anlässlich des Zukunftskongresses „Leben 2025: Petersberger Convention“

11. März 2009

Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers während der Campusveranstaltung anlässlich des Zukunftskongresses „Leben 2025: Petersberger Convention“ am Freitag, 6. März 2009, 11.45 Uhr Bonn, Kongresszentrum der Post AG

Rede von Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers während der Campusveranstaltung anlässlich des Zukunftskongresses „Leben 2025: Petersberger Convention“ am Freitag, 6. März 2009, 11.45 Uhr Bonn, Kongresszentrum der Post AG.

- Es gilt das gesprochene Wort -

Wir müssen unsere Zukunft gestalten Unsere Zukunft beginnt heute. Wir müssen jetzt anpacken, was später Wirklichkeit wird. Was müssen wir also in Deutschland tun? Was in Nordrhein-Westfalen? Was ist realistisch? Dafür gibt es keine Blaupausen. Keine vorgefertigten Lösungen. Darum sind wir hier, Darum wollen wir miteinander diskutieren und nach Antworten suchen. Das können wir nur gemeinsam. Und vor allem nur zusammen mit jungen Menschen – also mit Ihnen. Denn unsere Zukunft wird eines Tages Ihre Gegenwart sein. Nordrhein-Westfalen ist auf Kurs Nordrhein-Westfalen hat ein solides Fundament. Darauf können wir aufbauen. Jetzt in der Krise und erst recht danach. Sicherlich trifft uns die Krise hart.

Doch wir müssen und wir werden daraus gestärkt hervorgehen. Wir schaffen das.Weil die Richtung stimmt.Das macht sich auch in unserer schwierigen Lage positiv bemerkbar. Und das stärkt auf Sicht auch Ihre Zukunftsperspektiven.So sind unsere Unternehmen in den letzten Jahren wettbewerbsfähiger geworden. Das ist gut für Sie:Weil nur konkurrenzfähige Unternehmen auf Dauer qualifizierte Ausbil-dungs- und Arbeitsplätze bieten können. Wir investieren in die Forschung. 16 neue Forschungsinstitute haben wir zusammen mit der Wirtschaft geschaffen. Wir haben eine Brücke zwischen Wirtschaft und Forschung geschlagen.

Wir haben unsere Hochschulen gestärkt. Auf unserem Weg, das Innovationsland Nr. 1 zu werden, sind wir damit eine gutes Stück vorangekommen. Davon profitieren alle. Die von Ihnen, die später einmal in die Forschung gehen wollen. Und die, denen die Ergebnisse der Forscher später einmal zugute kommen werden. Und natürlich investieren wir in die Bildung. Und zwar von der frühkindlichen Betreuung und Förderung bis hin zu den Hochschulen. Nehmen wir nur mal ein Beispiel: Die Krippenplätze. Als wir 2005 die Regierung übernahmen, gab es 12.000 Plätze. Wir haben die Betreuung der Unter-Dreijährigen massiv ausgebaut. In Kürze werden es 86.000 sein. Wenn Sie später einmal Kinder haben, werden Sie – anders als noch Ihre Eltern – Beruf und Familie besser vereinbaren können.

Meine Botschaft an Sie:

Nur wer in der Gegenwart gestaltet, hat eine selbstbestimmte und le-benswerte Zukunft. Wir sind dazu bereit. Lassen Sie uns das gemeinsam angehen. Die heutige Campusveranstaltung soll dazu der Auftakt sein. Gier hat keine Zukunft Zukunft bedeutet technologischer Fortschritt. Zukunft meint wirtschaftliche Verbesserung. Aber das ist natürlich nicht alles. Zukunft muss auch unser soziales Miteinander im Blick haben. Was können wir tun, damit Rücksichtnahme und Gemeinsinn auch in der Welt von morgen gilt? Das klingt banal, ist aber alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Gerade die aktuelle Krise legt den Finger in die Wunde. Die aktuelle Krise, ist auch das Ergebnis von Egoismus:

In dem der kurzfristige Gewinn das Maß der Dinge ist. In dem der Shareholder-Value über alles steht. In dem es nur darum geht, möglichst viel zu bekommen. Als Lehmann Brothers Pleite ging, war in der Financial Times Deutsch-land zu lesen, dass die Banker, die Millionen verdient hatten, zum Abschluss ihrer Tätigkeit die Süßigkeitsautomaten der Bank stürmten.

Sie wollten ihre Prepaid-Karte für die Automaten auslösen. Dabei muss es tumultartige Szenen gegeben haben. Die, die vorher soviel verdient hatten, schlugen sich am Ende um den letzten Schokoladen-Riegel. Das klingt skurril – ist aber Ausdruck einer Gier-Mentalität. „Ich bin mir selbst der Nächste“ – „alles meins“. Es scheint nur zu zählen, was sich rechnet und lohnt. Das macht mir Sorge.

Die Einheit der Gesellschaft bewahren. Ich will keine Gesellschaft, in der nur die mit den spitzen Ellebogen Erfolg haben. Deshalb müssen wir alles tun, damit unsere Gesellschaft nicht weiter auseinanderfällt: in Arme und Reiche, Gut-Ausgebildete und Gering-Qualifizierte, Migranten und Nicht-Migranten, Junge und Alte. Wir brauchen übergeordnete Werte:

wie Respekt vor anderen, Mitmenschlichkeit, die Fähigkeit andere aufzunehmen und nicht auszugrenzen.

Egoismus und Eigennutz sind nicht zukunftsfähig. Alle müssen mitmachen und alle müssen mitgenommen werden. Wir dürfen keinen zurücklassen. Sie ist kein Privileg weniger. Ich möchte, dass wir gemeinsam in der Zukunft ankommen. Die Zukunft gehört uns allen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen spannenden und anregenden Tag. Machen Sie mit. Beteiligen Sie sich. Auch über den heutigen Tag hinaus! Arbeiten Sie mit an einer Zukunft für alle. Denn es ist Ihre Zukunft!

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Keine Ergebnistreffer

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Keine Ergebnistreffer

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.