Prüfungsordnung geändert: Mehr Qualität und mehr individuelle Förderung

4. März 2009

Prüfungsordnung für die Oberstufe geändert: Mehr Qualität und mehr individuelle Förderung

Der Schulausschuss des Landtags hat heute die vom Schulministerium vorgelegte Änderung der Prüfungsordnung für die Oberstufe beschlossen. „Die Änderung eröffnet schwächeren Schülern die notwendigen Chancen zum Erreichen der allgemeinen Hochschulreife und bietet leistungsstarken Schülern Spielräume und Anreize, ihre Stärken im Unterricht und in der Abschlussnote zur Geltung zu bringen“, erklärt Schulministerin Barbara Sommer.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung teilt mit:

Der Schulausschuss des Landtags hat heute (4. März 2009) die vom Schulministerium vorgelegte Änderung der Prüfungsordnung für die Oberstufe beschlossen. Damit werden notwendige Anpassungen an die Schulzeitverkürzung und die Oberstufenvereinbarung der KMK von 2006 vorgenommen. Sie gilt ab dem Schuljahr 2010/11.

Die Änderung verfolgt drei Ziele:

• Die Stärkung des fachlichen Kernbereichs, um Allgemeinbildung und allgemeine Studierfähigkeit aller Abiturienten zu gewährleisten,

• die Sicherung länderübergreifender einheitlicher Standards im Abitur sowie

• die Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs ohne Qualitätsverlust durch Beibehaltung eines ausreichenden Stundenvolumens.

„Die Änderung der Prüfungsordnung eröffnet schwächeren Schülern die notwendigen Chancen zum Erreichen der allgemeinen Hochschulreife und bietet leistungsstarken Schülern Spielräume und Anreize, ihre Stärken im Unterricht und in der Abschlussnote zur Geltung zu bringen“, erklärt Schulministerin Barbara Sommer.

Um den fachlichen Kernbereich zu stärken, müssen im Abitur 2013 nicht mehr nur ein, sondern zwei der Kernfächer Deutsch, Mathematik oder Fremdsprache Abiturprüfungsfächer sein. Da bis zu einer grundlegenden Oberstufenreform an der Wahl von vier Abiturprüfungsfächern zunächst festgehalten wird, ergeben sich vorübergehend durch die KMK-Vorgaben Einschränkungen bei der Wahl der Fachkombinationen im Abitur. So wird etwa eine Kombination von Sport oder Kunst mit einem naturwissenschaftlichen Fach oder von zwei naturwissenschaftlichen Fächern in der Übergangszeit nicht möglich sein. Barbara Sommer: „Diese unerwünschte Folge werden wir bei einer Novellierung der Prüfungsordnung nach Ablauf des Doppeljahrgangs durch die Einführung eines fünften Abiturfaches beheben.“

Um eine bessere individuelle Förderung zu ermöglichen, können Vertiefungsfächer belegt werden. In diesen Kursen werden potentielle Leistungsdefizite in den Kernfächern aufgegriffen und Schülerinnen und Schüler in speziellen Lerngruppen individuell gefördert.

Die Änderungsverordnung eröffnet aber auch sehr leistungsstarken Schülern Möglichkeiten, ihren Begabungen nachzugehen. So ist es möglich, drei Naturwissenschaften oder drei Fremdsprachen durchgängig bis zum Abitur zu belegen. In zusätzlichen Projektkursen können Schüler über ein Jahr hinweg wissenschaftspropädeutisch und projektorientiert arbeiten. Weitgehend frei von Vorgaben der Lehrpläne können sie hier in selbstständigeren und teamorientierten Lernformen ihre besonderen Stärken zur Geltung bringen. Diese Lernleistung kann im Abitur wie ein fünftes Abiturfach eingebracht werden.

Um eine Verzahnung zwischen dem letzten neunjährigen und dem ersten achtjährigen Bildungsgang zu ermöglichen, laufen beide nach einer einheitlichen Grundstruktur. Beide Jahrgänge verfügen so über identische Voraussetzungen im Hinblick auf die gemeinsamen Abiturprüfungen im Jahr 2013. Barbara Sommer: „Wir schaffen gerade für diesen von manchen Veränderungen betroffenen Doppeljahrgang bestmögliche Rahmenbedingungen. Wir wollen jeder Schülerin und jedem Schüler eine erfolgreiche Oberstufe mit guten Abschlussnoten ermöglichen.“

Zur heute im Schulausschuss geäußerten Kritik der Opposition am Wegfall des schulischen Teils der Fachhochschulreife am Ende der Einführungsphase erklärt die Ministerin: „Wir wollen keinen Sonderweg für Nordrhein-Westfalen.“ Die Vorgängerregierung hatte den Sonderweg des ´NRW-Abiturs´ mit nur einer Fremdsprache abgeschafft, fordert aber jetzt eine ´NRW-Fachhochschulreife´ am Ende der Einführungsphase an Gesamtschulen. Die derzeitige Regelung, am Ende der Jahrgangsstufe 11 bei Versetzung in die Jahrgangsstufe 12 den schulischen Teil der Fachhochschulreife zu erwerben, wird in der Realität jedoch kaum genutzt, weil sie de facto keine Vorteile bringt. Sie lässt keinen Zugang zu zulassungsbegrenzten Fächern zu und würde in Zukunft in keinem anderen Land mehr anerkannt. Außerdem bringt sie keinen Schüler früher zur Fachhochschule, da an den schulischen Teil mindestens zwei Ausbildungsjahre anzuschließen sind.

 

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