Startschuss für neues „mBook“

9. März 2017

In NRW erscheint die bundesweit erste digital-multimediale Unterrichtshilfe für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Staatssekretäre Thorsten Klute und Ludwig Hecke geben Startschuss für neues „mBook“ in Detmold

Russlanddeutsche Kulturgeschichte digital und multimedial abrufbar, so kommt das Wissen mit dem neuen mBook daher: historisch fundiert, spannend erzählt und meinungsstark aufbereitet ist die neue und bundesweit erste Unterrichtshilfe dieser Art.

 
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales und das Ministerium für Schule und Weiterbildung teilen mit:

Russlanddeutsche Kulturgeschichte digital und multimedial abrufbar, so kommt das Wissen mit dem neuen mBook daher: historisch fundiert, spannend erzählt und meinungsstark aufbereitet ist die neue und bundesweit erste Unterrichtshilfe dieser Art. Der Öffentlichkeit vorgestellt haben sie nun Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute und Schulstaatssekretär Ludwig Hecke. „Die Integration der in Nordrhein-Westfalen lebenden und arbeitenden Russlanddeutschen ist beispielhaft. Die Geschichte der Menschen ist geprägt von Verfolgung und Flucht. Deshalb ist es umso wichtiger, sich diesen wechselvollen Ereignissen auch in unserem Alltag bewusst zu werden“, sagte Integrationsstaatssekretär Thorsten Klute. Zurzeit des Zweiten Weltkrieges wurden Russlanddeutsche beschuldigt, mit dem nationalsozialistischen Deutschland zu kollaborieren. Deportation und Zwangsarbeit in Sibirien folgten, wo viele in Arbeitslagern den Tod fanden. Schulstaatssekretär Ludwig Hecke betonte: „Das multimediale mBook bietet die Vorteile digitaler Medien. Es umfasst viele Themen, die über die Geschichte der Russlanddeutschen hinausgehen. Es knüpft an die kompetenzorientierten Kernlehrpläne vor allem der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer an und ist daher für alle Lerngruppen interessant. Wir müssen uns mit der Geschichte beschäftigen, um Orientierung in der Gegenwart und für die Zukunft zu gewinnen. Und die Geschichte der Russlanddeutschen enthält viele Orientierungsanlässe, um über die Grundfragen menschlichen Lebens und Zusammenlebens nachzudenken.“
 
Das jetzt vorgestellte „mBook russlanddeutsche Kulturgeschichte“ – so der offizielle Titel des Lehrbuchs – gibt deshalb einen vertieften Einblick in die Identität der Russlanddeutschen sowie das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland in Gegenwart und Vergangenheit. Themen wie Identität und Heimat, Vertreibung und Neuanfang sowie Demokratie und Diktatur stehen dabei im Vordergrund. Die Unterrichtshilfe kann in und außerhalb der Schule genutzt werden. Texte und Bilder, Karten und Filme wie auch Audioaufnahmen und Zeitzeugeninterviews bieten vielfältige Möglichkeiten, sich mit Integration und Herausforderungen digital und multimedial auseinanderzusetzen.
 
Zum neuen mBook gibt es auch eine Social-Media-Kampagne, um möglichst breit und öffentlich darüber zu diskutieren, was es bedeutet, russlanddeutscher und unterschiedlicher Herkunft zu sein. Es soll Raum dafür geboten werden, die öffentliche Wahrnehmung von Russlanddeutschen in unserer Gesellschaft zu schärfen und Stereotype aufzubrechen. „Integration kann nur gelingen, wenn jeder Einzelne bereit ist, Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen. Deutsche aus Russland leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, unser Land mit ihrem Engagement und ihren Integrationsleistungen voranzubringen. Diese gesellschaftlichen Verdienste – insbesondere auch bei der Integrationshilfe für Geflüchtete und Spätaussiedler, die durch Russlanddeutsche umgesetzt wird – gilt es zu würdigen und nicht zu verleumden“, so Thorsten Klute.
 
Gegen eine Pauschalisierung der Russlanddeutschen im Zuge von flüchtlingsfeindlichen Demonstrationen im vergangenen Jahr sprach sich der Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen in der sogenannten „Düsseldorfer Erklärung“ aus. Zusammen mit weiteren russlanddeutschen Funktionsträgern setzte er sich gegen „jegliche Form von Hetze, Hass und Gewalt gegen Ausländer einschließlich der ‚neu‘-angekommenen Flüchtlinge“ ein und wies Versuche der Einflussnahme durch russische Medien sowie rechtspopulistische Kreise auf Russlanddeutsche strikt ab. Auch die Unterrichtshilfe entstand als Initiative des Landesbeirates und wurde von der Landesregierung gefördert.
 
Rund 500.000 Aussiedler und Spätaussiedler aus der früheren Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten sind nach Nordrhein-Westfalen übergesiedelt. Die Mehrzahl kam in den Neunziger Jahren nach Deutschland; 2016 zogen 1355 Deutsche aus Russland nach NRW. Das mBook ist ab sofort kostenfrei, ohne zusätzliche Software im Internet direkt unter https://mbook.schule/rd/mbook abrufbar. Die Auftaktveranstaltung zur Veröffentlichung der Unterrichtshilfe wird am Donnerstag, 9. März 2017, ab 10.00 Uhr auch als Livestream übertragen auf www.facebook.com.
 

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