Nordrhein-Westfalen kämpft gegen die Krise

1. Januar 2009

Nordrhein-Westfalen kämpft gegen die Krise / Neujahrsansprache 2009 von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers

 

- Es gilt das gesprochene Wort -

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Das Jahr 2008 war für uns in Nordrhein-Westfalen ein gutes Jahr. Das beste seit langem! Dennoch: Das neue Jahr beginnt unter schwierigen Vorzeichen. Die Finanzkrise aus Amerika hat unsere Wirtschaft erreicht. Die Wirtschaft wird es schwer haben. Viele Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz. Viele sind verunsichert. Aber Unsicherheit lähmt. Was wir jedoch wirklich fürchten müssen, ist die Furcht. Wir dürfen jetzt nicht die Hände in den Schoß legen. Wer jetzt nicht handelt, verlängert die Krise. Wir müssen die Ärmel aufkrempeln und anpacken. Ich bin sicher: Wir schaffen das.

In den letzten Tagen habe ich häufig an meinen Vater gedacht. Er kam 1948 aus russischer Gefangenschaft zurück. Er kam in ein Land, das am Boden lag. Er hat seine Meisterprüfung als Elektriker abgelegt, einen Handwerksbetrieb aufgebaut und eine Familie gegründet. Meine Eltern haben hart gearbeitet, damit ich studieren konnte. Sie haben wie Millionen andere Menschen unser Land wieder aufgebaut. Damals haben die Menschen nicht den Mut verloren. Sie haben die Krise gemeistert. Das sollte uns Vorbild sein. Ich bin sicher: Wir können das heute auch. Unser Ziel heute darf nicht nur die Überwindung der Krise sein. Nordrhein-Westfalen muss vielmehr gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Der Weg dahin wird wahrscheinlich lang. Und steinig. Es wird Rückschläge geben. Aber wir schaffen das gemeinsam. Wenn wir uns gegenseitig nichts vormachen. Und vor allem wenn wir uns gegenseitig zuhören – gerade dann, wenn wir verschiedener Meinung sind. Wir schaffen es. Denn wir sind stark. Wir haben vorgesorgt. Unsere Unternehmen sind international wettbewerbsfähig. Sie haben Tausende Arbeitsplätze geschaffen – allein bei uns in Nordrhein-Westfalen 350.000 seit 2005. Weil es bei uns soziale Partnerschaft gibt. Wir haben die Verschuldung abgebaut und zugleich in unsere Zukunft investiert. Wir haben viel für unsere Kinder getan. Es gibt jetzt 200.000 neue Ganztagsschulplätze. Und über 5000 neue Lehrerstellen. Der Unterrichtsausfall ist mehr als halbiert. Wir haben über 44.000 neue Betreuungsplätze für die Kleinsten ge¬schaffen. Und Sprachkurse für die Kinder im Vorschulalter, die nicht ausreichend Deutsch können. Und der Ausbau wird 2009 weitergehen.

All das hat nur ein Ziel: Unsere Gesellschaft darf nicht auseinanderfallen. Das heißt: Wohlstand für alle und Sicherheit für die Schwachen. Jeder muss seine Chance bekommen. Sozialer Aufstieg muss möglich sein. Wer etwas geleistet hat, darf nicht absteigen. Niemand soll Angst vor Altersarmut haben. Niemand bleibt zurück. Das ist und bleibt unser Ziel heute und in Zukunft. Die Sicherung von Arbeitsplätzen und Unternehmensstandorten steht deshalb im Mittelpunkt der Politik der Landesregierung im neuen Jahr.

Nordrhein-Westfalen kämpft gegen die Krise, lautet das Motto. Wir sind Industrieland und wollen es bleiben. Deshalb investieren wir drei Milliarden Euro in Infrastruktur, Innovation und Bildung. Und deshalb helfen wir der Bundesregierung beim Bau einer Datenautobahn im ganzen Land.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Ich bitte Sie herzlich um Ihre Hilfe. Jeder einzelne kann seinen Beitrag zur Einheit unserer Gesellschaft leisten. Ich danke allen, die in diesen Festtagen für unsere Gemeinschaft gearbeitet haben, den Polizisten, Soldaten, Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern und vielen anderen, die für uns da waren. Wichtig ist, dass wir im neuen Jahr keine Angst haben, sondern handeln. Wir haben keinen Grund, uns vor der Zukunft zu fürchten. Wenn wir zusammenstehen, dann sind wir stark. Gehen wir mit Optimismus und Mut in das neue Jahr 2009! Und darum bitte ich Sie ganz besonders: Machen Sie auch anderen Menschen Mut.

Denn wir wissen: Was wir wirklich fürchten müssen, ist die Furcht. In diesem Sinne wünschen meine Frau und ich Ihnen allen – und besonders all denen, die in diesen Tagen krank oder allein sind – ein gutes, ein gesegnetes neues Jahr.

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