Ministerpräsidentin Kraft spricht mit jungen Israelis und Palästinensern

8. März 2011

Ministerpräsidentin Kraft spricht mit jungen Israelis und Palästinensern

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat israelische und palästinensische Studenten getroffen. In Jerusalem sprach sie mit Absolventen eines Studiengangs über Europa, der zugleich im israelischen Herzlija, an der palästinensischen Al-Quds-Universität in Ost-Jerusalem und in Jordanien angeboten wird. Die Absolventen können anschließend gemeinsam ein Jahr lang in Düsseldorf studieren.

Jerusalem/Ramat Rahel (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens  Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat israelische und palästinensische Studenten getroffen. In Jerusalem sprach sie mit Absolventen eines Studiengangs über Europa, der zugleich im israelischen Herzlija, an der palästinensischen Al-Quds-Universität in Ost-Jerusalem und in Jordanien angeboten wird. Die Absolventen können anschließend gemeinsam ein Jahr lang in Düsseldorf studieren. Sechs Rückkehrer kamen am Montag zum Gespräch mit Kraft.

Der Israeli Idan Haim sagte, als Folge der Begegnung mit Palästinensern habe er jetzt angefangen, Arabisch zu lernen: «Es ist vielleicht eine kleine Veränderung, aber es ist eine Veränderung.» Die Palästinenserin Kholoud Samala meinte: «Wir sollten einfach aufeinander zugehen und sagen: Hallo, wie geht es dir? Wir müssten das Eis brechen. Aber wir brauchen manchmal jemanden zwischen uns,
der die Gespräche in Gang setzt.»

Die Begegnung wurde vom früheren israelischen Botschafter in Deutschland, Avi Primor, moderiert. Der parallele Studiengang für Israelis, Palästinenser und Jordanier sowie das gemeinsame Studienjahr in Düsseldorf waren auf seine Initiative zustande gekommen. Primor kritisierte, Israelis meinten immer noch, das Lernen der arabischen Sprache sei für sie nicht nötig. «Diese Haltung müssen wir überwinden.»

Professor Michael Piper, Rektor der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, begründete, warum gerade «Europa-Studien» ein sinnvolles Fach für Studenten aus der konfliktreichen Region Israel und den
Palästinensergebieten sein könnten: «Wenn sie die Entwicklung in Europa zu analysieren lernen ohne heiße Gefühle, dann könnte ihnen das später auch helfen, ihre eigene Situation zu analysieren.»

Der Palästinenser Jasid Sahda bestätigte diesen Effekt - aber die Situation, in der er nach seiner Rückkehr nach Hebron lebt, lässt ihn nicht kalt: «Wir sind eine Nation ohne Staat.»

Kraft setzte auch ihre politischen Gespräche in Israel fort. Zur Neuwahl-Debatte in der Heimat wollte sie sich nicht äußern, sondern verwies auf ihre Stellungnahme vom Sonntag: Auseinandersetzungen über
Richtungsentscheidungen müssten im Landtag geführt werden. Und wenn das nicht gehe, müsse man möglicherweise die Bevölkerung entscheiden lassen, hatte Kraft gesagt.

Am Montag traf sie Erziehungsminister Gideon Saar vom regierenden Likud, Oppositionsführerin Zipi Livni von der Partei Kadima sowie die Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs Israels, Dorit Beinisch.
Außerdem nahm sie im Kibbuz Ramat Rahel an einer Feier der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) teil, die seit 50 Jahren Freiwillige auch nach Israel schickt.

Die Arbeit von ASF gehöre zum Fundament der Beziehungen zwischen Israel und Deutschland, sagte Kraft. Damit es nach dem millionenfachen Mord an den Juden durch die Deutschen überhaupt zu
freundschaftlichen Beziehungen mit Israel kommen konnte, sei mehr nötig gewesen als die Anerkennung der deutschen historischen Verantwortung und das Bekenntnis zum Existenzrecht Israels. «Es bedurfte des tätigen Abtragens von Schuld, der tätigen Übernahme von Verantwortung, es bedurfte in einem Wort: der Sühne.»

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