Bundesverdienstorden für 16 Bürgerinnen und Bürger aus NRW

7. Dezember 2011

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreicht Bundesverdienstorden an 16 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat an 16 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen den von Bundespräsident Christian Wulff verliehenen Bundesverdienstorden ausgehändigt.

Hermann Josef Brück aus Münster (Verdienstkreuz am Bande)

Hermann Brück - ein „selfmade man“ wie er im Buche steht. Er behauptet von sich selbst, dass es ihm nicht vergönnt sei, ein begnadeter Malermeister zu sein. Aber was soll’s? Das hat ihn nicht davon abgehalten, aus dem kleinen Malerbetrieb seines Vaters ein florierendes Handwerksunternehmen zu machen. Dieser Erfolg ist ihm mit viel Elan und harter Arbeit gelungen.

Weil das Leben es gut mit ihm meinte, möchte Herr Brück andere an seinem Glück teilhaben lassen und Gutes tun. Seine besondere Leidenschaft gilt seit Jahren dem Fußballsport: Er unterstützt den SC Preußen O6 Münster, seinen erklärten Lieblingsklub, und andere Fußballvereine. Vor allem der sportliche Nachwuchs liegt ihm am Herzen. Im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika organisierte Herr Brück den „Brück-WM-Cup 2010“: 32 junge D-Junioren Teams spielten die Weltmeisterschaft nach – jedes Team stand für eine Nation, die beim wirklichen WM-Cup antrat. Bei der WM von Hermann Josef Brück schaffte „Deutschland“ sogar den Weg ins Finale, dort mussten sie sich aber der Mannschaft aus „Dänemark“ geschlagen geben. Großen Spaß hatten trotzdem alle.

Neben seinem Engagement im Fußballsport setzt sich Herr Brück auch im sozialen Bereich ein. Auch hierfür gebührt ihm Anerkennung.

Seit vielen Jahren engagiert er sich für die Schoberstiftung, die christliche Hospizarbeit unterstützt. Herr Brück finanzierte die Beschaffung eines Fahrzeugs für das Kinderheim St. Mauritz und für das „Brückenteam“ des Uni-Klinikums Münster, das sich um die ambulante Hospizversorgung schwerstkranker Kinder kümmert. Auch den Förderverein Kinderhospiz Düsseldorf e.V. unterstützt er mit Sach- und Geldspenden. Mit seiner Hilfe versucht er, den kleinen Patientinnen und Patienten einen glücklichen Moment in ihrem Leben zu verschaffen.

Annelie Fabry aus Coesfeld (Verdienstkreuz am Bande)

Annelie Fabry ist Gründerin und spätere Präsidentin der Coesfelder Vertretung des „Inner Wheel Clubs“, eine der größten internationalen Frauenvereinigungen, deren Mitglieder Parterinnen oder Angehörige des Rotary-Clubs sind.

1994 trifft sie auf einer Feier die indische Weltpräsidentin von Inner Wheel. Beeindruckt von der Begegnung, besucht Annelie Fabry Indien und lernt vor Ort die „soziale Realität“ kennen, wie sie es nennt und die im krassen Gegensatz zu den wohlgeordneten Verhältnissen im Münsterland stehen. Annelie Fabry erlebt in Indien hautnah Armut, Leid und Verzweiflung, Kinder, die auf der Straße leben und Frauen, die ausgestoßen werden, Unterernährung und katastrophale hygienische Zustände.

Anstatt davor die Augen zu verschließen oder wegzulaufen, geht Annelie Fabry auf die Menschen in Indien zu. Zusammen mit einem Rotary Club vor Ort startet sie ihre soziale Mission und stößt eine Menge wichtiger Projekte an. So sorgt sie für

  • den Bau von Brunnen und einer Schule,
  • die Errichtung einer Zahnarztpraxis,
  • die Unterstützung von Waisenhäusern und
  • Hilfe für verstoßene Frauen.

Das notwendige Geld für diese Projekte sammelt Annelie Fabry daheim bei verschiedenen Kino- und Vortragsabenden sowie bei Basaren des Fördervereins ihres „Inner Wheel Clubs“.

Und ein- bis zweimal jährlich sorgt sie vor Ort in Indien dafür, dass die Spenden auch zielgenau dort ankommen, wo sie am dringendsten gebraucht werden. 

Karin Hehner-Rügge aus Lemgo (Verdienstkreuz am Bande)

„Wir müssen immer wieder das Gespräch mit unserem Nächsten suchen. Das Gespräch ist die einzige Brücke zwischen den Menschen.“

Diese Aussage des französischen Philosophen Albert Camus trifft das Wirken von Karin Hehner-Rügge auf den Punkt: In der Kommunalpolitik und als Mittlerin zwischen den Kulturen beweist sie seit über einem Vierteljahrhundert, wie durch Anregungen zu Gesprächen und gutem Zuhören Brücken zwischen Menschen gebaut und damit Grundlage für große Taten geschaffen werden können.

25 Jahre lang war Karin Hehner-Rügge im Stadtrat von Lemgo, sie war Vorsitzende der FDP-Fraktion und jahrelang 1. stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt. Auch als Vorsitzende des Schulausschusses suchte sie immer das Gespräch und setzte sich vor Ort unermüdlich für die Belange von Schülerinnen und Schüler ein; in Lemgo galt sie deshalb als die „Schülermutter“.

Als langjährige Vorsitzende des Fördervereins der Hansekommission nahm Karin Hehner-Rügge an vielen Hansetagen teil und weckte durch das jährliche Hansefrühstück auf dem Lemgoer Marktplatz das Interesse der Bürgerinnen und Bürger für die Tradition und die Geschichte ihrer Stadt.

2000 beteiligte sie sich an der Gründung des „Deutsch-Türkischen Freundeskreises“. Seither ist der Verein Anlaufstelle für ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger, mit vielfältigen Beratungsmöglichkeiten. Das Angebot reicht von Nachhilfestunden bis zu einem Schüleraustausch und einem Musikworkshop.

2001 startete Karin Hehner-Rügge die Initiative „Freiwilligenagentur Lemgo“, die ehrenamtliche Aufgaben an Privatpersonen, Vereine und Selbsthilfegruppen vermittelt.

Der Bundesverdienstorden für Karin Hehner-Rügge, die Brückenbauerin von Lemgo.

Elvira Kammann aus Uedem (Verdienstkreuz am Bande)

Ein Termin bei ihr ist schwieriger zu bekommen als eine Audienz beim Papst – so sagen es jedenfalls die Kinder von Elvira Kammann mit einem Augenzwinkern.

Kein Wunder – denn Elvira Kammann ist engagierte Christin mit Leib und Seele. Seit über 30 Jahren ist sie bei allen Aktivitäten in ihrer katholischen Pfarrgemeinde dabei:

  • Sie leitet Kommunion- und Messdienergruppen.
  • Sie organisiert Besuche bei Gemeindemitgliedern, die an das Krankenbett gefesselt sind.
  • Sie hilft Kindern aus sozial benachteiligten Familien beim Lernen und z. B. mit einer warmen Mahlzeit. Sie hat stets ein offenes Ohr für die Probleme ihrer kleinen Schützlinge.

Um auch finanzielle Hilfe für sozial benachteiligte Menschen leisten zu können, gründete Elvira Kammann im Jahr 2005 mit anderen die Theatergruppe „Rückenwind“. Diese Laienspiel-Gruppe führt seither immer im Advent ein Theaterstück auf. Die Eintrittsgelder werden jeweils an Bedürftige für soziale Projekte gespendet, sozusagen als „Rückenwind“.

Vor einigen Jahren half Elvira Kamman, in Uedem das „Café Konkret“ zu eröffnen – eine „Tafel“, bei der neben Lebensmitteln auch Hilfe in allen Lebenslagen angeboten wird. Von Beginn an ist Elvira Kamman aktiv dabei.

Bei so viel Einsatz verwundert es nicht, dass ihre Kinder ihre Mutter nur selten zu Gesicht bekommen – vielleicht ist die heutige Ordensüberreichung ja ein guter Anlass zum Wiedersehen!

Dr. Wolf-Rainer Kieker aus Rees (Verdienstkreuz am Bande)

Schon Arthur Schopenhauer wusste um den hohen Wert der Gesundheit. „Die Gesundheit überwiegt alle äußeren Güter so sehr, dass wahrscheinlich ein gesunder Bettler glücklicher ist als ein kranker König", sagte er einmal. Deshalb freue ich mich auch ganz besonders, dass wir heute Dr. Wolf-Rainer Kieker ehren dürfen, einen Menschen, für den die Medizin seit Jahrzehnten Beruf und Berufung zugleich ist.

Seit über 30 Jahren ist Dr. Kieker als niedergelassener Arzt im Ortsteil Haldern in Rees am Niederrhein tätig. Als „Landarzt alter Schule“ stellt er den Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns. Auch wenn nicht alle Leistungen von den Krankenkassen wegen Budgetüberschreitung erstattet werden, ist er immer wieder „rund um die Uhr“ im Einsatz, macht Hausbesuche und ist immer da für Kranke, auch wenn sie ihn mitten in der Nacht anrufen.

Besonders bemerkenswert finde ich, dass Dr. Wolf-Rainer Kieker einen großen Teil seiner Patientinnen und Patienten bereits seit ihrer frühesten Jugend betreut. Er kennt damit ihr Leben, ihre Sorgen und Belastungen und ihr soziales Umfeld, sodass er all diese Faktoren in die Behandlung einbeziehen kann.

Egal, wohin er gerufen wird, Richtschnur für ihn ist eine menschenwürdige Medizin, er betreut Bewohnerinnen und Bewohner eines Alten- und Pflegeheims, obwohl sie nicht seine Patienten sind und nutzt praxisfreie Nachmittage, um Kindergartengruppen mit viel Geduld und einer gehörigen Portion Humor die Angst vor Arztbesuchen zu nehmen.

Betreut von einem Arzt wie Dr. Kieker, müssen sich die Halderner also eigentlich nur noch vor einem sorgen: Der Zeit, in der Herr Dr. Kieker nicht mehr praktizieren wird.

Professor Heinz Mack aus Mönchengladbach (Großes Verdienstkreuz mit Stern im Wege der Höherstufung)

„Der Künstler war immer vollkommen in die Gesellschaft integriert, aber nicht in die Gesellschaft seiner Zeit, sondern in jene der Zukunft.“ Diese von Ernesto Cardenal stammende Weisheit ist Heinz Mack auf den Leib geschrieben.

Der bedeutende deutsche Künstler Heinz Mack war bereits vor fünfzig Jahren in die Zukunft integriert, um im Bild zu bleiben. Als einer der wichtigsten, erfolgreichsten und international bekanntesten Künstler war er ein intellektueller Vordenker der heutigen Gegenwartskunst.

Als Mitbegründer der avantgardistischen Künstlergruppe ZERO vor mehr als 50 Jahren hier in Düsseldorf hat sich Heinz Mack mit seinen Beiträgen zur Lichtkunst unauslöschbar in die Kunstgeschichte eingeschrieben. Er war und ist ein künstlerischer Wegbereiter, Brückenbauer und Botschafter der Kulturen, der die internationale Verbindung und Wiederanbindung Nachkriegsdeutschlands mit initiierte.

Maßgeblich trug Heinz Mack zur Gründung der „ZERO foundation“ bei, eine Stiftung, die er im Jahr 2008 mit den Pionieren der ZERO-Zeit, Piene und Uecker, gründete. Er hat hierfür umfangreiches Material und Dokumente aus jener Zeit eingebracht.

Noch immer wirkt er mit viel visionärer Kraft als Bildhauer, Objekt- und Lichtkünstler, Bühnenbildner und Maler. Heinz Mack ist auch im Alter nicht stehen geblieben. Sein vielfältiges, künstlerisch-innovatives Engagement hat nicht aufgehört. Nicht umsonst ist er jungen Künstlerinnen und Künstlern bis heute Wegweiser zu neuen Erkenntnissen und Einsichten.

Welch ein grenzüberschreitendes Lebenswerk wird hier geehrt! Auch wenn die kunsthistorische Würdigung seines Gesamtwerks, dessen ganze Strahlkraft und wissenschaftliche Durchdringung nach übereinstimmender Expertenmeinung erst am Anfang stehen mag – unumstößlich hier und heute: Das Große Verdienstkreuz mit Stern für Heinz Mack!

Sigrid Platte aus Dortmund (Verdienstkreuz am Bande)

Viele Menschen erfahren schwere Schicksalsschläge, die sie aus der Bahn werfen und die es schwer machen, nach vorne zu schauen und sich den Lebensmut zu erhalten. Und dann gibt es da Menschen, die ihren Optimismus bewahren. Sie finden genügend Kraft und Mut, selbst in schweren Zeiten für andere da zu sein, für sie zum „Licht im Dunkeln“ zu werden. So wie Sigrid Platte.

Selbst mit einer schlechten Diagnose konfrontiert, trat sie einer Selbsthilfegruppe in Dortmund-Mitte bei. Schon bald sorgte sie dafür, dass ihre Gruppe mit einem medizinischen Versorgungsteam vernetzt war.

Seit 1996 ist Sigrid Platte fast durchgehend in der Leitung des Dortmunder Vereins „Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.“ tätig. Von 2006 bis 2010 war sie Vorsitzende des Landesverbandes NRW und engagierte sich im Bundesvorstand der Initiative.

Frau Platte organisierte Infoveranstaltungen, beantragte Fördergelder, war verantwortlich für Öffentlichkeitsarbeit und betreute zeitgleich über 60 Gruppen – sowohl durch die Moderation von Sitzungen und Seminaren als auch durch ungezählte Einzelgespräche.

Sigrid Platte pflegt intensive Kontakte zu Ärzten, Krankenhäusern und Brustzentren, um Betroffene mit aktuellen Informationen umfassend informieren zu können. Vor allem aber begleitet sie Krebspatientinnen persönlich, gibt ihnen Zuversicht und Halt. Sie vermittelt und ist da, wenn professionelle Hilfe an Grenzen stößt und selbst Angehörige sprach- und hilflos sind.

Heute ist der Tag, ihr Dank zu sagen – Sigrid Platte, dem „Licht im Dunkeln“.

Professor Thomas Rempen aus Drensteinfurt (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Keine Frage; kreative Menschen prägen unser Land. Doch hinter den Ideen brauchen wir starke Persönlichkeiten, die für sie kämpfen und den langen Atem haben, diese auch umzusetzen. Thomas Rempen, Hochschullehrer für „Integratives Kommunikationsdesign“ an der Folkwang-Universität Essen, zeigt uns, wie man beides zusammenbringt. Allein sein Einsatz für die Baukultur unseres Landes ist überaus bemerkenswert:

  • Schon 1 Blick aus dem Fenster dieses Gebäudes reicht, um zu sehen, was Thomas Rempen zu verdanken ist: In unmittelbarer Nachbarschaft sehen wir die unorthodoxen Bürobauten, die Anfang der 1990er Jahre der amerikanischen Architekt Frank O. Gehry auf dem Gelände des ehemaligen Zollhafens errichtete. Thomas Rem-pen war Initiator des Zollhof-Projekts. Die Bauwerke sind längst zu einer nicht mehr wegzudenkenden Attraktion unserer Landeshauptstadt geworden. Sie prägen das Image der Stadt und faszinieren jeden Tag aufs Neue – stehen sie doch sinnbildlich für den Strukturwandel der vergangenen Jahre: Der ehemalige Handelshafen ist zum vitalen und attraktiven Standort der Dienstleistungswirtschaft geworden.
  • Die Denkmalstätte der Industriekultur Nordrhein-Westfalens, die Zeche Zollverein (heute ein imposantes Zentrum der Kreativwirtschaft mit rund eine Million Besuchern jährlich), wird immer mit dem Namen Thomas Rempen verbunden bleiben. Ob als Konzeptentwickler für Nutzung und Umgang mit dem Welterbe, als Visionär mit seiner initiierten „Creative Village“ oder als Netzwerker auf Investorensuche für das Projekt „Zeche Zollverein“ – hier wie dort überzeugt Thomas Rempen im Dialog mit anderen Entscheidungsträgern.

Nur wer mit so viel Kreativität und Idealismus zu Werke geht, kann in unserer Kulturlandschaft neue Akzente setzen: Genau das schafft der Visionär Thomas Rempen, der heute für sein Lebenswerk ausgezeichnet wird.

Dr. Sieghardt Rometsch aus Düsseldorf (Verdienstkreuz 1. Klasse – Höherstufung)

„Nichts trägt in gleichem Maße wie der Traum dazu bei, die Zukunft zu gestalten. Heute Utopia, morgen Fleisch und Blut.“ – so die Erkenntnis von Victor Hugo.

Dr. Sieghardt Rometsch hatte von Kindertagen an den Traum Musiker zu werden, genauer gesagt: Hornist. Für eine professionelle Musikerkarriere reichte es am Ende nicht. Sieghardt Rometsch hatte aber noch viele andere Begabungen, auf die er sich verlassen konnte: Er promovierte in den Wirtschaftswissenschaften und wurde ein erfolgreicher Banker. Seine große Liebe zur Musik, vor allem zu den Werken Bachs, Mozarts, Schuberts, blieb aber bestehen. Er hat sich der Förderung musikalischer Talente verschrieben und hilft auf diese Weise anderen Menschen, ihre Zukunft zu gestalten.

Sieghardt Rometsch wurde Mitte der 1980er Jahre Vorstandsmitglied eines Förderkreises der Düsseldorfer Tonhalle. Durch Reparaturarbeiten im Konzerthaus am Rheinufer wurde die Akustik verbessert. Dr. Rometsch umwarb erfolgreich wichtige Geldgeber, dank seines Engagements wurde das musikalische Angebot quantitativ und qualitativ erheblich erhöht. Klassik, Jazz, Soul und sogar Kabarett gehören seither zum ständigen Repertoire der Tonhalle.

Es gelang dem Musik liebenden Banker, den Förder- und Freundeskreis der Tonhalle auszubauen und die Einnahmen zu verdoppeln.

Im Jahr 2004 gründete Sieghardt Rometsch eine eigene Stiftung zur Förderung hochbegabter Musiker – das beträchtliche Kapital stammt aus eigener Tasche. Seine Stiftung, die „Dr. Sieghardt Rometsch-Stiftung“, gewährt jungen Musikerinnen und Musikern Stipendien und gibt ihnen damit eine wichtige Starthilfe für die Musikerlaufbahn. Seine Stiftung ist es auch, die den „Aeolus Bläserwettbewerb“ ins Leben ruft – ein Wettbewerb, der hochbegabte Bläser auf der ganzen Welt fördert und durch die diesjährige Aufnahme in den Weltverband der inter-nationalen Musikwettbewerbe seinen Ritterschlag erfährt.

Mit dem Aeolus-Wettbewerb zeigt der Hornist Sieghardt Rometsch einmal mehr, dass – wenn schon nicht sein Traum von der Musikerkarriere in Erfüllung geht – er alles daran setzt, möglichst viele Träume anderer zu erfüllen. 

Marlene Schroer aus Mönchengladbach (Verdienstkreuz am Bande)

Holt ist ein Teil von Mönchengladbach und ein „Holter Urgestein“ ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil dieses Stadtteils. Genau das trifft auch auf Frau Marlene Schroer zu: Egal wo und wie in Holt Hilfe gebraucht wird, Marlene Schroer ist immer zur Stelle, zum Beispiel für ihre Kirchengemeinde:

  • Sie unterrichtet Kommunionkinder.
  • Sie betreut Kinder auf Wallfahrten.
  • Sie wäscht Kirchengewänder.
  • Sie sammelt Geld für den St. Martinsverein Beltinghoven.
  • Sie kümmert sich um ältere Gemeindemitglieder, die Hilfe oder ganz einfach nur Gesellschaft brauchen.

Marlene Schroer hat sich zur Leiterin von Wortgottesdiensten schulen lassen, um für die Senioren im Caritas-Zentrum in Holt diese Form der Gottesdienste durchführen zu können. Mehr noch: Sie nimmt an einer Predigtausbildung des Bistums Aachen teil, damit bringt sie sich noch mehr in ihre Pfarrgemeinde „St. Mariä“ ein, in der sie auch seit einem Jahrzehnt im Krankenhausbesuchsdienst tätig ist.

Darüber hinaus rettet Marlene Schroer seit fast 30 Jahren Leben – bildlich gesprochen. Denn sie ist aktives Mitglied der DLRG, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Mönchengladbach, und auch dort die „gute Seele“ des Vereins.

Unter ihrer Leitung verdoppelte sich die Mitgliederzahl. Auch diese Leistung zeigt, wie aktiv, beliebt und unersetzlich Marlene Schroer auch dort ist. Sie ist eben ein echtes „Urgestein“.

Erika Theißen aus Köln (Verdienstkreuz am Bande)

„Bildung als Schlüssel zur Integration“ – das ist heute nicht mehr nur eine Theorie, sondern Ergebnis vieler wissenschaftlicher Studien. Doch wie können wir diese wichtige Erkenntnis umsetzen? Zum Beispiel durch Menschen wie Erika Theißen. Die Kölner Lehrerin ist eine Brückenbauerin zwischen den Kulturen, für sie steht immer der Mensch im Vordergrund – ganz egal, welche Wurzeln und welchen kulturellen Hintergrund er hat. Integration bedeutet für sie ein gedeihliches Miteinander, ohne die Herkunft verleugnen und die eigene Kultur aufgeben zu müssen.

  • So sorgte sie bereits Anfang der 1990er Jahre dafür, dass muslimische Frauen und Mädchen in einem öffentlichen Schwimmbad in Köln schwimmen lernen konnten.
  • 1996 baute sie gemeinsam mit anderen Frauen ein Zentrum auf, in dem sich muslimische Frauen für die Förderung von muslimischen Frauen einsetzen: Das „Bewegungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen“ ist mittlerweile ein anerkanntes interkulturelles Zentrum. In dem Zentrum werden Alphabetisierungs-, Deutschkurse und verschiedene Programme angeboten, die auf die Berufsausübung vorbereiten und das Zurechtfinden im Alltag erleichtern sollen, z. B. ein Vorbereitungskurs für Schulabschlüsse, ein Computerkurs und Beratung im finanziellen und psychosozialen Bereich.

Das Zentrum bietet ebenfalls eine Kinderbetreuung (Mittagessen, Hausaufgabenhilfe) an. Wegen seines umfassenden Konzepts hat das Projekt deutschlandweit Vorbildcharakter.

Erika Theißen zeigt uns so, wie Integration in unserem Land möglich sein kann. Dafür verleihen wir ihr den Bundesverdienstorden.

Gabi Walter aus Köln (Verdienstkreuz am Bande)

Wilhelm Busch formulierte einmal mit der ihm eigenen Verschmitztheit: „Man ist ja von Natur kein Engel, vielmehr ein Welt- und Menschenkind, und ringsumher ist ein Gedrängel von solchen, die dasselbe sind.“

Beschäftigt man sich mit der Biographie von Gabi Walter, fragt man sich allerdings, ob die Bezeichnung „Engel“ auf sie nicht doch zutrifft.

Bei einem Besuch auf der Domplatte im Jahr 1988, bei dem sie sich über die Sorgen und Nöte der Obdachlosen informierte, entschloss sie sich, eine Hilfsaktion für Obdachlose ins Leben zu rufen. Sie versorgte die Bedürftigen zunächst mit Lebensmitteln, Kleidung, Decken und Schlafsäcken.

1994 bot sie dann vor dem Kölner Obdachlosenrestaurant „LORE“ die erste mobile „Obdachlosenkleiderkammer“ an. Aus dem Kofferraum ihres PKW gab sie 7 Jahre lang 2x in der Woche Kleidungsstücke aus, berücksichtigte dabei sogar Wünsche der Betroffenen.

Seit 2001 betreibt sie eine feste Kleiderkammer vor der GULLIVER-Überlebensstation für Obdachlose. Mittlerweile hat sie mehrere tausend Obdachlose versorgt.

Wenn man bedenkt, dass neben der Vorbereitung der Kleiderausgabe auch andere Arbeiten wie die Beschaffung, das Sortieren, die Entsorgung, die Reinigung, die Pflege und das Aufarbeiten, Bügeln und Falten von Kleidungsstücken anfallen, wird klar, dass Gabi Walter einen großen Teil ihrer Freizeit dem Engagement für andere opfert – täglich bis zu 8 Stunden. Alle Kosten trägt sie selbst, Spenden leitet sie nach Rumänien, Russland oder nach Belarus weiter.

Und damit nicht genug: Gabi Walter veranstaltet für „ihre“ Obdachlosen Grillfeste und Weihnachtsfeiern, geht mit Bedürftigen einkaufen oder lädt sie zum Essen ein. Ihre Herzlichkeit, die außerordentliche Tatkraft, ihre Fürsorge und die selbstlose Bescheidenheit lassen vermuten, dass wir es wahrscheinlich wirklich mit einem „Engel“ zu tun haben – einem „Engel für die Obdachlosen“.

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