Bundesverdienstorden für 14 Bürgerinnen und Bürger aus NRW

1. Februar 2012

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreicht Bundesverdienstorden an 14 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat an 14 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht. In einer Feierstunde in Düsseldorf hob die Ministerpräsidentin den besonderen Wert des ehrenamtlichen Engagements hervor.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat an 14 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland überreicht. In einer Feierstunde in Düsseldorf hob die Ministerpräsidentin den besonderen Wert des ehrenamtlichen Engagements hervor. Ohne diesen unentgeltlichen und freiwilligen Einsatz zahlreicher Nordrhein-Westfälinnen und Nordrhein-Westfalen würde der Gesellschaft „viel Menschlichkeit verloren gehen“, so Ministerpräsidentin Kraft, und sie ergänzte: „und um den sozialen Zusammenhalt in unserem Land wäre es deutlich schlechter bestellt“.

An die Ausgezeichneten gewandt sagte die Ministerpräsidentin: „Sie sind Vorbilder, die anderen Menschen mit ihrem Handeln vorleben, dass es verbindliche Werte und Ziele gibt, für die Sie einstehen und die das Fundament für ein gutes Miteinander bilden.“ Damit meine sie, betonte die Ministerpräsidentin, Werte wie Menschenwürde, Gerechtigkeit, Solidarität, Toleranz, Hilfsbereitschaft oder Zivilcourage. Solche Werte könnten nicht ‚von Oben’ verordnet werden, man könne sie nur verbreiten, in dem man sie vorlebe. Ministerpräsidentin Kraft: „Darum ist es so wichtig, dass es Menschen wie Sie gibt, die sich dafür engagieren. Ihr ehrenamtlicher Dienst, den Sie auf ganz individuelle Art und Weise leisten, trägt dazu bei, dass unser Land ein lebens- und liebenswertes Land ist und bleibt.“.

Die Ministerpräsidentin überreichte die Orden an:

  • Prof. Dr. Werner Andler, Recklinghausen, (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Petra Budinger, Düren, (Verdienstkreuz am Bande)
  • Heinz Josef Claßen, Mönchengladbach, (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Annegret Feldmann, Haltern am See, (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Prof. Dr. Dieter Häussinger, Düsseldorf bzw. Nördlingen, (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Günay Kocak, Wesel, (Verdienstkreuz am Bande)
  • Dr. Thomas Köster, Düsseldorf, (Großes Verdienstkreuz)
  • Kirsten Kuhnert, Velbert, (Verdienstkreuz am Bande)
  • Caroline Merz, Düsseldorf, (Verdienstmedaille)
  • Prof. h. c. Dr. Antonius Nienhaus, Bonn, (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Ferdinand Seidelt, Duisburg, (Verdienstkreuz am Bande)
  • Almuth Stübs, Höxter, (Verdienstkreuz am Bande)
  • Peter Thomé, Oberhausen, (Verdienstkreuz am Bande)
  • Ute Vogt, Waltrop, (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Hinweis:
Fotos von der Ordensaushändigung finden Sie hier ab ca. 18.30 Uhr.

Die Laudationes im Wortlaut:

Professor Dr. Werner Albert Andler aus Recklinghausen (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Professor Dr. Werner Andler steht für Kinder- und Jugendmedizin in ihrer ganzen Breite. Ihm verdanken wir, dass es vielen Kindern und Jugendlichen in unserem Land besser geht. Deshalb freue ich mich sehr, dass wir mit Werner Andler heute einen Menschen ehren, für den die Medizin seit Jahrzehnten Beruf und Berufung zugleich ist. Unter seiner Leitung als Ärztlicher Direktor entstanden an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln wichtige Zentren, z. B.

  • ein Perinatalzentrum zur Versorgung von Neu- und Frühgeborenen,
  • ein pädiatrisches Schlaflabor,
  • eine pädiatrische Ernährungsmedizin und
  • ein Fachbereich zur Früherkennung von Hörstörungen.

Werner Andler setzt sich seit vielen Jahren in wissenschaftlichen Vereinigungen, Kommissionen, Fördervereinen und Initiativen dafür ein, die Betreuung junger Patienten in medizinischen Einrichtungen kontinuierlich zu verbessern. Und er engagiert sich für die Rechte seiner Patienten. Werner Andler bietet jungen Opfern von Gewalt und ihren Familien unbürokratisch und schnell seine Hilfe an, zum Beispiel in Fällen von Misshandlung, sexueller Gewalt und bei Vernachlässigung. Wesentliche Weichen stellte er vor allem

  • 1987 als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Trägervereins der „Ärztlichen Beratungsstelle gegen Vernachlässigung und Misshandlung von Kindern e.V.“, einer Stelle, in der seitdem jährlich bis zu 180 betroffene Kinder und Jugendliche mit ihren Familien beraten bzw. behandelt werden;
  • 1994 mit der Übernahme des Vorsitzes der „Bundesarbeitsgemeinschaft Kind und Krankenhaus e.V.“ (BaKuK). In diesem Zusammenschluss von verschiedenen Berufsverbänden, Elterninitiativen und Fachgesellschaften engagiert er sich, damit junge Menschen durch Krankenhausaufenthalte oder medizinische Maßnahmen nicht traumatisiert werden.

Als ihn 1996 das Deutsch-Georgische Zentrum in Gelsenkirchen darum gebeten hatte, bei der Verbesserung der medizinischen Versorgung im georgischen Kutaissi behilflich zu sein, sagte Werner Andler seine Unterstützung zu. Bis zu seinem Ruhestand 2010 hat er mehreren jungen Kinderärzten aus Georgien ein mehrmonatiges Praktikum an der Vestischen Kinderklinik ermöglicht. Er übernahm für sie auch die Aufenthaltskosten. Darüber hinaus besuchte Professor Andler mehrere Male eine Kinderklinik in Tiflis, organisierte dort Veranstaltungen und behandelte Patienten.

Werner Andler fühlt sich als Arzt überall dem Wohl seiner Patienten verpflichtet. Er ist ein großes Vorbild für kommende Generationen von Ärzten. Als ein Ausdruck der Dankbarkeit für seine Verdienste zeichnen wir ihn heute mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse aus.

Petra Antoinette Budinger aus Düren (Verdienstkreuz am Bande)

Vom Münchener Maler und Schriftsteller Thomas Niederreuther stammt die Weisheit „Der Tanz ist das stärkste Ausdrucksmittel der menschlichen Seele.“ Demnach zeigt Petra Budinger ganz viel von ihrer Seele. Ein schwerer Unfall zwang sie 1995, ihre Karriere als Tänzerin aufzugeben. Petra Budinger musste die bittere Erfahrung machen, dass sich das Leben mit einem Schlag ändern kann. Doch Petra Budinger gab sich nicht auf, sie fand einen neuen Weg, sich im Tanz zu verwirklichen. Sie machte es sich zur Aufgabe, ihr großes Wissen über den Tanz an junge Talente weiterzugeben. Sie trainierte Tänzerinnen und Tänzer, die unter ihrer Leitung zahlreiche deutsche Meistertitel „ertanzten“. Einige von Petra Budingers Tänzerinnen und Tänzern waren auch auf internationalem Parkett erfolgreich und gewannen Europa- und Welt­meisterschaften.

Ihre guten Kontakte in die internationale Tanzszene nutzte Petra Budinger, um krebskranken Kindern zu helfen. 1996 rief sie die Benefizgala „The Soul of Dance“ ins Leben. Bei der beliebten Tanzshow, die sie bis 2009 alle zwei Jahre organisierte, traten bekannte Profi-Tänzerinnen und -Tänzer ohne Gage für eine gute Sache auf. Europa- und Weltmeister aus über 20 Nationen boten bei der Benefizgala gemeinsam mit Amateur-Tänzern wunderbare Choreographien, quer durch alle Richtungen: vom klassischen Ballett über Modern Dance und Schautanz bis hin zum Musical und Breakdance. Bei der Benefizgala kümmerte sich Petra Budinger um fast jedes Detail, z. B. Sponsoring, Unterkunft und Verpflegung für die Tanz-Stars, Programm­gestaltung oder Öffentlichkeitsarbeit. Ihr Einsatz hat sich gelohnt: Die Benefizgalas waren von Anfang an Jahr für Jahr ausverkauft. Die Tanz-Show war so beliebt, dass ab 2001 sogar für Generalproben Eintrittskarten verkauft wurden! Die Einnahmen der Benefizgalas leitete Petra Budinger an die Kinderklinik des St. Marien-Hospitals in Düren und das Zentrum für Kinderheilkunde der Universität Köln weiter. So konnte Vieles finanziert werden:

  • das sog. „Elternhaus“ für krebskranke Kinder,
  • zusätzliche Pflegekräfte auf der kinderonkologischen Station,
  • eine innovative Antikörpertherapie
  • und viele Hilfen des Alltags, die das Leben kleiner Kranker und ihrer Familien erleichtern, von den Krankenkassen aber nicht übernommen werden.

In den 13 Jahren von „The Soul of the Dance“ konnte Petra Budinger über 220.000 Euro an Spendengeldern für einen guten Zweck sammeln.

Petra Budinger setzt sich auch dafür ein, Kinder für den Tanzsport zu begeistern. 2010 hat sie im Dürener Turnverein die Abteilung „Dance Company“ gegründet. Mit der „Dance Company“ will Petra Budinger tanzbegeisterte Kinder fördern, die aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen. Fünf Mal die Woche arbeitet Petra Budinger drei Stunden lang mit ihrer jungen Truppe zusammen und ist mit ihren Schülerinnen und Schülerin an zahlreichen Wochenenden unterwegs, um sie bei Wettkämpfen zu begleiten. Hut ab vor so viel vorbildlichem Handeln!

Heinz Josef Claßen aus Mönchengladbach (Verdienstkreuz 1.Klasse)

Es gibt Menschen, denen im Leben nur das eigene Wohl wichtig ist. Die sich mit ausgefahrenem Ellbogen durchsetzen, notfalls auch auf Kosten anderer. Zum Glück gibt es auch andere Menschen, wie Heinz Josef Claßen. Ihm ist vor allem das Wohl anderer wichtig. Seit über 40 Jahren setzt er sich für die Rechte anderer ein und engagiert sich dafür, dass kein Mensch zurückgelassen wird.

Schon in jungen Jahren, 1966, gründete er die Gewerkschaft „komba jugend Mönchengladbach“. Im Personalrat der Stadt Mönchengladbach setzte er sich mit Herz und Seele für die Rechte seiner Kolleginnen und Kollegen ein, auf Orts-, Kreis- und Landesebene.

Ab den frühen 1970er Jahren engagierte sich Heinz Josef Claßen auch mit großer Kraft für drogenkranke Menschen. Er wirkte maßgeblich daran mit, 1972 die „Drogenberatung Mönchengladbach e.V.“ aufzubauen. Zuvor hatte es in Deutschland kaum Hilfsangebote für Menschen gegeben, die mit Suchterkrankungen zu kämpfen haben. Heinz Josef Claßen und sein Team leisteten damals Pionierarbeit in diesem sozialen Bereich. Heute kümmern sich bei der Drogenberatung Mönchengladbach 18 festangestellte und drei freiberufliche Mitarbeiter um Drogenkranke und Angehörige, ermöglichen ambulantes betreutes Wohnen, arbeiten in der Suchtvorbeugung oder als Streetworker.

Zu den größten Hobbys von Heinz Josef Claßen gehört die Kleingärtnerei. Dort tankt er sicherlich viel Kraft für sein Engagement. Im Mönchengladbacher Kleingärtnerverein „An der Landwehr Dahl e.V.“ ist er seit rund 40 Jahren als Vorsitzender bzw. Revisor aktiv. Die Kleingartenanlage ist für Heinz Josef Claßen aber nicht nur ein Ort der Entspannung und des „Auftankens“, sondern auch ein Ort der Integration: Als langjähriger Vorsitzender des Gladbacher Kreisverbandes der Kleingärtner setzte Heinz Josef Claßen durch, dass mehr zugewanderte Bürgerinnen und Bürger aufgenommen werden. Mittlerweile ist etwa die Hälfte der Kleingärtner in Mönchengladbach nicht deutschstämmiger Herkunft. Darüber hinaus machte sich Heinz Josef Claßen dafür stark, dass auch Menschen einen Kleingarten haben können, die aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen. Er hat dafür gesorgt, dass die Stadt Mönchengladbach zinslose Darlehen für Übernahme eines Gartens oder für den Bau einer Gartenlaube anbietet und dass diese Darlehen sozialverträglich getilgt werden können.

Heinz Josef Claßen macht sich seit mehreren Jahrzehnten für das Allgemeinwohl verdient, in verschiedenen Funktionen und auf unterschiedlichen Feldern. Dafür gebührt ihm unsere große Anerkennung.

Annegret Feldmann aus Haltern am See (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Annegret Feldmann ist seit rund 30 Jahren Herz und Seele der DLRG-Ortsgruppe Haltern am See. Seit 1986 ist sie Vorsitzende des Vereins, davor ist sie für die Jugendabteilung der Ortsgruppe tätig gewesen und bildete dort junge Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer aus.

Annegret Feldmann ist unermüdlich für den DLRG in Haltern im Einsatz. Von 2001 bis 2005 trieb sie mit großem Engagement den Umbau einer ungenutzten Halle zu einem Büro- und Schulungstrakt der DLRG voran. Mit viel Verhandlungsgeschick und Überzeugungsarbeit gelang es ihr, die kalkulierten Umbaukosten um 30.000 Euro zu senken, indem sie mit befreundeten Firmen günstige Konditionen vereinbarte und viele Mitglieder der Ortsgruppe überreden konnte, selbst Hand anzulegen. Darüber hinaus warb Annegret Feldmann intensiv in Medien, auf Wochen- und Weihnachtsmärkten um Spenden. Am Ende sammelte Annegret Feldmann so viel Geld, dass die Ortsgruppe im Jahr 2006 sogar noch ein neues Einsatzboot und den Gerätewagen „Wasserrettung“ beschaffen konnte und es reichte dann auch noch für eine Wachstation am Freizeitgewässer „Silbersee II“ in Haltern. So hat Annegret Feldmann die DLRG als Rettungsorganisation in Haltern am See fest etabliert.

Parallel zu ihren vielen Verpflichtungen in der Ortsgruppe übernahm Annegret Feldmann 1994 den Vorsitz des DLRG-Bezirks Emscher-Lippe-Land. 2007 entschloss sie sich, dieses Amt niederzulegen (seitdem ist sie Ehrenvorsitzende), um sich der Rettungsorganisation mit ganzer Kraft in einer neuen Funktion zu widmen – als Präsidentin des DLRG Landesverbands Westfalen. Sie vertritt seitdem die Interessen von knapp 83.000 Mitgliedern der DLRG. Zudem leitet Annegret Feldmann eine Geschäftsstelle, die sich unter ihrer Ägide mit fünf hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einem leistungsfähigen Dienstleistungszentrum der DLRG entwickelt hat.

Die politische Entwicklung ihrer Heimat gestaltet Annegret Feldmann seit 1994 im Rat der Stadt Haltern am See und als sachkundige Bürgerin im Kreistag Recklinghausen mit. Wo bei den Bürgerinnen und Bürgern der Schuh drückt, das erfährt sie als Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Haltern-Mitte (seit 2004).

Wenn es in Haltern oder bei der DLRG Westfalen um die gute Sache geht, ist auf Annegret Feldmann immer Verlass gewesen. Wir sagen: Herzlichen Dank, Annegret Feldmann.

Universitätsprofessor Dr. Dieter Häussinger aus Nördlingen (Verdienstkreuz 1. Klasse) 

Dieter Häussinger gehört zu den international führenden Ärzten auf dem Gebiet der chronischen Lebererkrankungen. Die medizinische Forschung hat ihm wichtige Beiträge im Bereich der Hepatologie zu verdanken. Er hat über 500 wissenschaftliche Arbeiten verfasst und ist Herausgeber und Autor von über zehn Büchern. Dank seines Einsatzes entstanden richtungweisende Methoden zur Behandlung und Prävention der HIV-Infektion.

Professor Dieter Häussinger ist Direktor der Medizinischen Klinik am Universitätsklinikum Düsseldorf. Unter seiner Leitung entwickelte sich die HIV-Ambulanz des Universitätsklinikums zu einer festen Anlaufstelle für schwer HIV-Erkrankte. Auf sein Betreiben hin entstand im Klinikum eine „Son­derisolierstation“ für hochgefährliche Viruserkrankungen, wie z. B. das Lassa- oder Ebolafieber. In der von Dieter Häussinger aufgebauten Tropenmedizinischen Ambulanz am Universitätsklinikum befasst er sich mit vielfältigen Gesundheitsproblemen. Für ein Kooperationsprojekt mit einer Universität in Äthiopien sammelt er zurzeit Spendengelder.

Für die AIDS-Hilfe in Düsseldorf ist Professor Häussinger einer der wichtigsten Ansprechpartner. Seine hohe Fachkompetenz hilft Leben zu retten. Daher hat ihn das Gesundheitsministerium NRW 2003 als Mitglied einer Taskforce-Expertengruppe aufgenommen, die Notfallpläne erstellt, sollte es zu einer Influenzapandemie kommen.

Die Berufungen in die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Wissenschaftsgemeinschaft Leibniz, die „Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften“ oder seine Mitgliedschaft in der Akademie der Wissenschaften und Künste in Nordrhein-Westfalen belegen den hervorragenden wissenschaftlichen Ruf von Professor Häussinger. Er gehört zahlreichen wissenschaftlichen Gremien an, die ich leider nicht alle aufzählen kann, weil ich dann den zeitlichen Rahmen dieser Veranstaltung sprengen würde. Ein wichtiges Detail aus seinem Lebenslauf möchte ich aber erwähnen: Professor Häussiger engagiert sich ehrenamtlich in vielen Patientenorganisationen, so als Vorsitzender des „Wissenschaftlichen Beirates“ der „Leberliga“ in Düsseldorf, wo er Betroffene hoch kompetent unterstützt.

Nordrhein-Westfalen kann stolz darauf sein, dass Dieter Häussinger ein Bürger unseres Landes ist, der sich auf so vielfältige Weise um die Gesundheit seiner Patienten kümmert. Damit trägt er auch zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Deutschland bei. Wie sehr Dieter Häussinger sich mit Deutschland und insbesondere seinem Heimatort Nördlingen in Bayern verbunden fühlt, zeigt das folgende Beispiel: 2001 erwarb er in Nördlingen kurzerhand die 200 Jahre alte historische „Alte Wache“ und ließ das Baudenkmal gründlich sanieren. Dank seiner Initiative ist die „Alte Wache“ erhalten geblieben und wird heute als Café und Weinstube mit gehobener Gastronomie genutzt.

Günay Kocak aus Wesel (Verdienstkreuz am Bande)

Günay Kocak kam als Vierjährige mit ihren Eltern und zwei Schwestern aus der Türkei nach Deutschland. Der Vater förderte von Anfang an die Bildung und Selbständigkeit seiner drei Töchter. Er wusste, dass Bildung der Schlüssel für gelungene Integration ist. Günay Kocak nutzte die ihr gebotenen Chancen. Sie entschloss sich, anderen Zugewanderten ihre Hilfe anzubieten, damit auch sie ihre Chancen nutzen können: Schon als Jugendliche gab sie unentgeltlich Deutschkurse und Nachhilfestunden und begleitete Landsleute als Dolmetscherin bei Arztbesuchen und Behördengängen. Sie beriet, motivierte und verhalf vielen Menschen zum Schulabschluss und zu einem erfolgreichen Berufseinstieg.

Seit 2002 ist Günay Kocak eine, vielleicht sogar die treibende Kraft im Verein Türkische Gemeinde Wesel e.V.: Sie organisiert den Sprachunterricht, unterstützt Frauengesprächskreise, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und regelt auch noch die Verwaltungsangelegenheiten des Vereins. Sie vertritt ihren Verein im Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW (seit 2003 im Facharbeitskreis Migration und Integration und 2006 im Kreisgruppenvorstand Wesel).

Günay Kocak hat in Wesel an vielfältigen Integrationsprojekten mitgearbeitet, z. B. im „Elternnetzwerk NRW Integration gemeinsam“, beim „Runden Tisch Integration - Zusammenwachsen in Voerde“ oder im städtischen „Arbeitskreis Frauenforum“. Dort half sie mit, Frauen unterschiedlicher Herkunft untereinander zu vernetzen. Zudem brachte sie sich beim Projekt des Kreises Wesel zum „Weltalzheimertag“ ein.

Trotz ihres dichten Terminkalenders findet sie aber noch immer Zeit, ihre Landsleute „nebenbei“ zu Behörden oder zum Arzt zu begleiten und sie organisiert Besuche des Vereins in Kindergärten, Kirchen, der Stadtbücherei oder dem Seniorenbüro. Kurzum: Günay Kocak wirkt ganz entscheidend daran mit, dass sich türkische und türkischstämmige Mitbürgerinnen und Mitbürger in Wesel wohl fühlen.

Seit 2005 kümmert sie sich innerhalb der SPD in Wesel um das Thema Integration – eine bessere Integrationsexpertin kann man sich kaum vorstellen. Obwohl ihre Berufstätigkeit sie 2008 zwang, einen Teil ihrer Aufgaben anderen zu übertragen, übernahm Günay Kocak im Jahr 2010 im Integrationsrat sowie im Schul- und Sportausschuss der Stadt Wesel das Amt einer Sachkundigen Bürgerin.

Günay Kocak zeigt mit ihrem Elan, ihrer Energie und mit ihrem großen Herzen und Einfühlungsvermögen uns allen, wie Integration gelingt. Wir bedanken uns bei Ihnen, Günay Kocak. Sie sind ein wunderbares Beispiel für gelebte Integration in Nordrhein-Westfalen.

Dr. Thomas Köster aus Düsseldorf (Großes Verdienstkreuz)

Handwerk hat goldenen Boden, heißt das Sprichwort. Und dass das Sprichwort auch heute und künftig gilt, liegt ganz wesentlich an Thomas Köster. Seit knapp 40 Jahren trägt er nämlich dazu bei, dass das Handwerk ein hochwertiger, moderner und vielfältiger Wirtschaftsbereich in unserem Land ist, zuletzt als Hauptgeschäftsführer des Nordrhein-Westfälischen Handwerkstages und der Handwerkskammer Düsseldorf. Thomas Köster hat mit großem Sachverstand und viel Herzblut zahlreiche Initiativen und Projekte für das Handwerk auf den Weg gebracht. Er beispielsweise hat maßgeblichen Anteil

  • am nordrhein-westfälischen Ausbildungskonsenses, zu dem sich Landesregierung, Organisationen der Wirtschaft, Gewerkschaften und Kommunen zur Förderung der Berufsausbildung Jugendlicher zusammengeschlossen haben, und der zum Modell für den Ausbildungskonsens auf Bundesebene wurde,
  • an der nordrhein-westfälischen Gründungs- und Mittelstandsoffensive „GO!“ (eine Gemeinschaftsaktion von Land und Wirtschaft zur Förderung junger Unternehmen)
  • an der Gründungsförderung für Handwerksmeister in NRW mit der „Meistergründungsprämie“.

 
Thomas Köster, den viele auch „Mister Handwerk“ nennen, hat sich in vier Jahrzehnten immer wieder überzeugend und erfolgreich für die Interessen des Handwerks eingesetzt. Der promovierte Volkswirt hat sich weit über die Grenzen NRWs hinaus den Ruf als Wirtschaftsexperte erarbeitet, der für eine freie Wirtschaftsordnung mit menschlichem Maß wirbt. Auf seine Initiative geht z. B. die renommierte Vortragsveranstaltung „Dreikönigsforum“ zurück, bei der Vertreter aus Wirtschaft, Handwerk und Politik über soziale und wirtschaftliche Fragen diskutieren. Speziell mit ordnungspolitischen Fragen beschäftigt sich Dr. Thomas Köster heute als Leiter des „Kompetenzzentrums Soziale Marktwirtschaft“ bei der Handwerkskammer Düsseldorf.

Auch im Bund katholischer Unternehmer „BKU“ setzt sich Thomas Köster für eine gute Sache ein: In Arbeitskreisen des BKU regte er kritische Dialoge über die soziale Verantwortung von Unternehmern an und beschäftigte sich mit der Frage, wie sich Unternehmen in die Entwicklungszusammenarbeit einbringen können. So baute er z. B. beim BKU einen Unterstützungsfonds auf, der in Entwicklungsländern seit 1991 Start-Up-Unternehmern finanziell unter die Arme greift.

Heute erhält Thomas Köster für all sein Engagement als Ausdruck höchster Anerkennung das Große Verdienstkreuz – Chapeau!

Kirsten Kuhnert aus Velbert (Verdienstkreuz am Bande)

1994 fiel der damals zweijährige Sohn Timmy von Kirsten Kuhnert durch einen tragischen Unfall ins Wachkoma. Die Schulmedizin hatte den Jungen bereits aufgegeben. Doch die Mutter gab nicht auf und kämpfte weiterhin um sein Leben: Eine Delfintherapie in Florida brachte den ersehnten Durchbruch und der kleine Timmy erwachte nach 16 Monaten aus dem Koma.

Diesen Erfolg nahm Kirsten Kuhnert zum Anlass, 1995 in Düsseldorf den Verein „dolphin aid e.V.“ zu gründen: „dolphin aid“ bietet schwer kranken und behinderten Kindern die Chance einer Delfintherapie in Florida. 1996 startete die erste Reisegruppe mit acht Kindern nach Florida und kehrte nach 14-tägiger Therapie mit deutlichen Fortschritten in Motorik und Beweglichkeit zurück. Für die Kinder war dies oft ein erster, wichtiger Schritt zur gesundheitlichen Rehabilitation. Seitdem hat der Verein Eltern von etwa 3000 Kindern bei der Auswahl der Therapiezentren, bei den Reisevorbereitungen und bei der Finanzierung geholfen. Mittlerweile ist das Interesse betroffener Familien an Delfintherapien so groß, dass 2004 ein 2. Therapie-Zentrum auf der Karibik-Insel Curaçao entstanden ist.

Die finanziellen Mittel des Vereins gewinnt Kirsten Kuhnert durch Spendensammlungen und Benefizveranstaltungen, z. B. mit der Spendengala „dolphin’s night“. Bei der „dolphin’s night“ im Jahr 2010 sammelte Frau Kuhnert 135.000 Euro für den Verein. Insgesamt kamen für „dolphin’s aid“ seit der Vereingründung über 24 Millionen Euro zusammen – eine wirklich respektable Zahl! Kirsten Kuhnert hat viele prominente Persönlichkeiten davon überzeugen können, als Botschafter für „dolphin aid“ zu werben.

Kirsten Kuhnert hat mit „dolphin aid“ einen Stein ins Rollen gebracht: Anfang der 2000er Jahre fanden mehrere internationale Symposien zur Delphintherapie statt. Dank ihres Engagements ist diese besondere Therapie im deutschen Gesundheitswesen inzwischen anerkannt. Es hat sich gezeigt, dass die Therapie bei zahlreichen, schwer wiegenden Leiden und Erkrankungen Erfolge erzielt, z. B. bei spastischen Behinderungen und sogar bei Krebs.

Zwei Bücher, die Kirsten Kuhnert über die Delfintherapie verfasst hat, wurden zu Bestsellern und in mehrere Sprachen übersetzt. Sie spricht bei Medienauftritten, Vorträgen und als Coach in der ganzen Welt über ihre Erfahrungen und motiviert Menschen, „jeden Tag an ein kleines Wunder“ (so lautet ein Buchtitel von ihr) zu glauben.

Kirsten Kuhnert hat mit ihrem Einsatz tatsächlich Wunder vollbracht: Sie hat vielen Kindern geholfen, wieder Lebensfreude zu fühlen und wieder lachen zu können. Dafür ehren wir sie heute mit dem Verdienstkreuz am Bande.

Caroline-Isabel Merz aus Düsseldorf (Verdienstmedaille)

Albert Einstein sagte einmal: „Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.“ Caroline Merz setzt sich dafür ein, dass es mehr echten Fortschritt gibt, sie tut alles, um so viele Kinder wie möglich glücklich zu machen. Als Initiatorin, Mitgründerin und Vorsitzende des Vereins „Sterntaler Düsseldorf e.V.“ unterstützt sie seit 2001 hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche. Caroline Merz kümmert sich um Opfer körperlicher und psychischer Gewalt, um Kinder, die unter lebensbedrohlichen Krankheiten leiden und um Kinder, die in Armut leben. „Frau Sterntaler“, wie sie die Kinder liebevoll nennen, und ihre Mitstreiterinnen besuchen Kitas, Schulen oder Kinderstationen von Krankenhäusern. Die „Sterntaler“ unterstützen Projekte wie Schulspeisungen und Haus­aufgabenbetreuungen, einen ambulanten Kinderhospizdienst oder eine besondere „Babysprechstunde“ in einem Krankenhaus.

Als Caroline Merz vom schweren Schicksal der 10jährigen Emma erfuhr, die seit einem schweren Unfall querschnittsgelähmt ist, organisierte sie gemeinsam mit der Düsseldorfer Eishockey-Mannschaft, die DEG Metro Stars, eine Charity-Veranstaltung, um Spenden für die Behandlung von Emma und den behindertengerechten Umbau der Wohnung ihrer Eltern zu sammeln. (Caroline Merz ist dem Eishockey-Club bestens bekannt, weil sie als gelernte Opernsängerin bei Deutschen Eishockey-Meisterschaften mehrfach die Nationalhymne gesungen hat.)

Dank ihrer zahlreichen Kontakte und mit ihrer herzlichen Art fällt es Caroline Merz leicht, Spendengelder zu sammeln. Mit den „Sterntalern“ stellt sie Benefiz-Veranstaltungen, „Wohltätigkeits-Golf-Turniere“ und Straßensammlungen auf die Beine. Für einen guten Zweck geht Caroline Merz auch mit der Sammeldose auf die Straße. In den letzten zehn Jahren kamen bei den „Sterntalern“ Geld- und Sachspenden in Höhe von rund eine Million Euro zusammen. 2007 wurde die „Stiftung Sterntaler“ gegründet, die den Verein finanziell zusätzlich absichert. Caroline Merz ist Vorsitzende dieser Stiftung.

Liebe Frau Merz, mit der heutigen Auszeichnung drücken wir unsere Dankbarkeit für Ihren großen Einsatz für die Kinder aus.

Professor h. c. Dr. Antonius Heinrich Nienhaus aus Bonn (Verdienstkreuz 1. Klasse )

Vom italienischen Philosophen Torquato Accetto (16. Jh.) stammt das Zitat „Elend wäre die Welt, wenn Du den Elenden nicht zur Hilfe kämest.“ Dieser Satz passt gut zum Engagement von Antonius Heinrich Nienhaus. Der studierte Agrarwissenschaftler widmet sich seit gut 20 Jahren der Bekämpfung von Armut und Elend in der Welt. Seit 1991 engagiert sich Antonius Nienhaus bei der Bonner „Andheri-Hilfe“. Die Andheri-Hilfe ist eine Hilfsorganisation, die seit 1967 in Indien und Bangladesh Entwicklungsprojekte zur Förderung des Gesundheitswesens, der Bildung und des nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen durchführt. Beispielhafte Projekte der Andheri-Hilfe sind die Förderung von Frauenselbsthilfegruppen in den Slums von Chennai oder die so genannte „Blindenheilung“: Dieses Projekt unterstützt blinde Menschen in Bangladesh. Dank Andheri konnten mittlerweile rund 1,25 Mio. Blinde geheilt werden! (Info: Andheri verbesserte u. a. die medizinische Prävention in Bangladesh, z. B. durch bessere Hygiene, bessere Ernährung und Vorsorgeuntersuchungen und errichtete neun Augenkrankenhäuser).

Antonius Nienhaus ist ein namhafter Experte im Bereich der Landwirtschaft und Ernährung. Von 1996 bis 2003 gehört er dem Stiftungsrat des „Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa“ (IAMO) in Halle/Saale an und ist seit 2002 Vorsitzender des „Deutschen Agrarkollegiums“. Dem Agrarfachmann liegen insbesondere Programme zum ökologischen Landbau und der Erzeugung erneuerbarer Energien am Herzen. In Indien und Bangladesh sind solche nachhaltigen Lösungen sehr gefragt. Antonius Nienhaus legt bei seinem Einsatz für die Andheri-Hilfe viel Wert darauf, sich selbst vor Ort über die Probleme zu informieren. Selbst als 1994 in der indischen Stadt Surat eine Pestepidemie ausbrach, reiste er dorthin, um sich mit Projektpartnern abzustimmen und ein Hilfsprojekt durchzuführen.

Dank des Einsatzes von Antonius Nienhaus ist die Andheri-Hilfe zu einer effektiven und international anerkannten Organisation der Entwicklungszusammenarbeit geworden. 2001 trat er die Nachfolge der Gründungsvorsitzenden Rosi Gollmann an. Um die Andheri-Hilfe auf ein sicheres finanzielles Fundament zu stellen, half Antonius Nienhaus im Jahr 2002 die „Rosi-Gollmann-Andheri-Stiftung“ zu gründen. Seitdem ist er Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stiftung. So oft sein Terminkalender es erlaubt, wirbt Antonius Nienhaus in Vorträgen für die Andheri-Hilfe und für bürgerschaftliches Engagement, z. B. in der „Bonner Lese- und Erholungsgesellschaft von 1787“. Prof. Nienhaus gehört auch dieser Gesellschaft an und organisiert für die älteren Mitglieder der Lesegesellschaft Reisen und Fahrgemeinschaften.

Dank der Andheri-Hilfe geht es heute vielen Menschen in Südasien wesentlich besser. Lieber Herr Nienhaus, das ist auch Ihr Verdienst. Sie haben Ihre Erfahrung als Agrar-Experte und Manager (u. a. Geschäftsführer des bis 2009 bestehenden Agrarmarketing-Verbands CMA) in den Dienst einer guten Sache gestellt. Dafür schulden wir Ihnen große Anerkennung.

(Bei all dem ehrenamtlichen Engagement für einen guten Zweck kümmert sich Antonius Nienhaus außerdem seit über zehn Jahren aufopferungsvoll um seine schwer pflegebedürftige Ehefrau.)

Ferdinand Franz-Gerhard Seidelt aus Duisburg (Verdienstkreuz am Bande)

Behaupte noch einer, Männer und Frauenfußball, das passe nicht zusammen: Ferdinand Seidelt ist der lebende Beweis für das Gegenteil. Er hat sich mit Leib und Seele dem Frauenfußball in Duisburg verschrieben. Welche Klasse der Frauenfußball hat und wie viel Potenzial in unseren Kickerinnen steckt, das wusste Herr Seidelt schon lange bevor 2011 die Frauenfußball-WM in Deutschland einen Boom auslöste. Unter seiner Ägide im Vorstand stieg der „Fußballclub Rumeln 2001 Duisburg e.V. (FCR 2001 Duisburg) vom „Dorfverein“ zu einem der drei erfolgreichsten deutschen Frau­enfußballclubs auf. Die Bilanz des FCR kann sich sehen lassen:

  • mehrfacher Deutscher Pokalsieger,
  • im Jahr 2000 Deutscher Meister,
  • 2009 Gewinner des Europapokalwettbewerbs UEFA Women`s Cup.

Als stellvertretender Aufsichtsratvorsitzender des FCR 2001 Duisburg ist und bleibt er einer der wichtigsten Ansprechpartner für alle wichtigen Organisationen im nationalen Frauenfußball, z. B. auch für den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Ferdinand Seidelt förderte darüber hinaus entscheidend den Breitensport des FCR 2001 Duisburg, der heute mit 3 Frauenmannschaften und vielen Mädchenmannschaften vorbildlich aufgestellt ist. Ferdinand Seidelt initiierte verschiedene Gesprächs- und Arbeitskreise, um in seiner Region für Schul- und Vereinsport mehr oder modernisierte Sporthallen zur Verfügung stehen. Seine Kontakte und sein Verhandlungsgeschick ermöglichten z. B. im Jahr 2000 die Übernahme einer ehemaligen Bezirkssportanlage der Stadt Duisburg und deren anschließende Modernisierung.

In der Kommunalpolitik ist Ferdinand Seidelt schon seit Jahrzehnten aktiv. Unter anderem ist er 1998 Ideengeber und Hauptorganisator der „1100-Jahr-Feier“ des Ortsteils Rumeln-Kaldenhausen gewesen. Als Vorsitzender der 1996 von ihm gegründeten Gemeinschaft „Runder Tisch Rumeln-Kaldenhausen“ stellte er mit großem Erfolg Sommerfeste und Weihnachts­märkte im Ortsteil Rumeln-Kaldenhausen auf die Beine.

Ferdinand Seidelt bleibt auf vielfältige Weise immer „am Ball.“ Dafür ehren wir ihn heute mit dem Verdienstkreuz am Bande.

Almuth Stübs aus Höxter (Verdienstkreuz am Bande)

„Wer zu Lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten“, hat der englische Schriftsteller Aldous Huxley einmal gesagt. Almuth Stübs setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, Kinder für das Lesen zu begeistern. 1986 initiierte Almuth Stübs „Die rollende Kinderbibliothek“ im St. Ansgar-Krankenhaus Höxter. Die diplomierte Bibliothekarin versorgt kleine Patienten im Krankenhaus mit Büchern und motiviert damit Kinder zum Lesen. Zusammen mit 2 weiteren ehrenamtlichen Helferinnen bringt sie 2x wöchentlich neue Bücher zu den Kindern.

Darüber hinaus ist Almuth Stübs seit fast 25 Jahren beim Deutschen Kinderschutzbund (DKSB) aktiv und Schriftführerin im DKSB-Ortsverband Höxter. Sie organisiert den „Tag des Kindes“ am 20. September mit Spielen und einem Floh- und Büchermarkt für Kinder. Beim jährlichen Martinsmarkt in Höxter backt sie mit Kindern Lebkuchen, „Stutenkerle“ und „Martinsgänse“.

Seit 1996 betreut Almuth Stübs den Kindergarten „Bullerbü“ in Trägerschaft des DKSB Höxter. Im Planungsgremium kümmerte sie sich jahrelang um den Neubau des Kindergartens. Bis heute begleitet sie die konzeptionelle Arbeit im Kindergarten und nimmt an Arbeitsbesprechungen der Einrichtung teil. Almuth Stübs ist für die Mitarbeiterinnen des Kindergartens und die Eltern im Kinder­gartenvorstand eine fachlich und sozial kompetente Ansprechpartnerin. Durch ihre ruhige, sachliche Art gelingt es ihr, in Konfliktsituationen konstruktive Lösungen zu erarbeiten.

Als 2005 vom DKSB das Offene Ganztagsangebot an der Nicolai-Grundschule eingeführt wurde, hat Almuth Stübs gerne ihre Hilfe angeboten: Sie betreut seitdem mehrmals wöchentlich rund 70 Kinder vor Beginn ihres Unterrichts oder am Nachmittag. Sie lässt sich bei der Betreuung von den Kindern vorlesen oder liest ihnen selbst vor, um dadurch das Interesse der Kleinen am Lesen zu wecken.

Seit Mai 2009 betreibt der Kinderschutzbund eine „Kleiderstube“ in Höxter, in der Bedürftige günstig Kleidung und Zubehör erwerben können. Auch hier ist Almuth Stübs zur Stelle und kümmert sich 1x wöchentlich für mehrere Stunden um die Kleiderstube. Die Spiele- und Bücherecke der Stube liegen ihr ganz besonders am Herzen.

Liebe Frau Stübs, wir sagen Ihnen heute Danke, dass Sie den Kindern in Höxter den Schlüssel „zu unerträumten Möglichkeiten“ geben.

Peter Thomé aus Oberhausen (Verdienstkreuz am Bande)

Für Peter Thomé ist die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Oberhausen ein fester Bestandteil seines Lebens. Und auch die DLRG Oberhausen kann sich wahrscheinlich ihre Arbeit ohne Peter Thomé nicht mehr vorstellen. Seit seinem 12. Lebensjahr engagiert er sich in verschiedenen Funktionen für die Lebensretter. Er ist

  • seit 1984 Ausbilder für Lehrscheinanwärter,
  • seit 1994 stellvertretender Bezirksleiter,
  • seit 1997 Beteiligter am Rettungswachdienst am Rhein-Herne-Kanal und
  • seit 2000 Hallenleiter bei DLRG-Übungsstunden.

Peter Thomés besonderes Interesse gilt der Förderung von Kindern und Jugendlichen. Er findet immer wieder den richtigen Ton, sei es beim Schwimmunterricht, wenn er die Jugendlichen anspornt, oder wenn er ihnen bei sportlichen Fragen und Problemen des täglichen Lebens Rat gibt. Peter Thomé organisierte die Sanierung des DLRG-Heimes, warb erfolgreich Gelder ein und beaufsichtigte die Bauarbeiten. Wenn nötig, legte er selbst Hand an. Mit seiner offenen und stets verbindlichen Art setzt er sich als Brückenbauer zwischen verschiedenen Generationen und ethnischen Gruppen bei der DLRG ein. Dank seines Einsatzes ist die DLRG in Oberhausen ein sehr bekannter und hochgeschätzter Verein in der Stadt. (Zum hohen Bekanntheitsgrad der DLRG Oberhausen trägt auch bei, dass der Verein als Ausrichter von Wassersport-Wettbewerben auf dem Rhein-Herne-Kanal auftritt.)

Auch in die Arbeit des Stadtsportbundes (SSB) Oberhausen bringt sich Peter Thomé seit 1996 in verschiedenen Funktionen erfolgreich ein. 2003 hatte er entscheidenden Anteil am Erfolg der „Ruhrolympiade“ – einem der größten Jugend-Sport-Events in Europa.

Seine soziale Ader zeigt Peter Thomé auch im Beruf: Als Lagerleiter eines Getränkefachgroßhandels sorgt er in seiner Arbeitsstelle dafür, dass Kindern aus benachteiligten Familien Ferien- oder Aushilfsjobs an­geboten werden. Kinder mit Migrationshintergrund erhalten so oft Gelegenheit, erste Er­fahrungen im Berufsleben zu machen. Peter Thomé ist für diese Jugendlichen privat und beruflich eine Vertrauensperson. Muslimischen Frauen, die sonst wenige Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, vermittelt er Arbeitsstellen.

Wir sagen: Danke, Peter Thomé, für Ihre Einstellung und Ihren Einsatz. 

Ute Marlene Vogt aus Waltrop (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Seit über 2 Jahrzehnte setzt sich Ute Vogt mit aller Kraft für mehr soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit für Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Als Mitglied der Gewerkschaft ver.di (vormals Handel, Banken und Versicherungen) hat sie für die Rechte ihrer Kolleginnen und Kollegen gekämpft.

Zum Zeitpunkt ihrer Wahl in den Gesamtbetriebsrat und Aufsichtsrat der Deutschen Woolworth im Jahr 2002 befanden sich das Handelsunternehmen und die gesamte Branche in einer tiefen Krise. 4.000 Arbeitsplätze standen bei Woolworth auf dem Spiel. Mit großer Beharrlichkeit und unter enormen persönlichen Belastungen setzte sich Ute Vogt für die Sicherung von Arbeitsplätzen ein – am Ende erfolgreich: 2007 setzte Ute Voigt durch, dass statt der geplanten 4.000 Arbeitsplätze nur 900 gestrichen wurden. Für die Beschäftigten, die Woolworth verlassen mussten, setzte Ute Vogt die Einrichtung einer Vermittlungsgesellschaft durch. Dank ihres Einsatzes konnten viele Standorte, darunter auch Woolworth in Waltrop, gerettet werden. Sie wirkte auch daran mit, dass im Zuge der Sanierung von Woolworth tiefe Einschnitte zu Lasten der Arbeitnehmer verhindert wurden, z. B. Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Besonders solidarisch verhielt sich Ute Vogt, indem sie sich 2009 bewusst in die Reihe der zu Entlassenden einord­nete, obwohl sie als Betriebsrätin eigentlich nicht entlassen werden konnte.

Auch als Vorsitzende des Ortskartells des DGB Waltrop und Mitglied des erweiterten Kreis-, später Regionalvorstandes des DGB (1989 - 2008) hat Ute Vogt ihre Schwerpunkte auf Erhaltung und Qualität der Arbeitsplätze gelegt. Vor allem für sozial Benachteiligte verbesserte sie im Kreis Recklinghausen die Arbeitsbedingungen und verteidigte erfolgreich Arbeitsplätze.

Ute Vogt ist Mitglied der SPD, Gründungmitglied des Sozialen Arbeitskreises der Stadt Waltrop (1989) und sie gehört dem Seniorenbeirat der Stadt Waltop an. Für die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger in Waltrop hat sie immer ein offenes Ohr, so berät sie alleinerziehende Mütter und setzt sich für bessere Lebens­umstände von Senioren ein. Sie engagierte sich außerdem für die Erhaltung der Waltroper Gesamtschule und kämpft gegen die Stigmatisierung von Asylbewerbern (Ute Vogt forderte die Abschaffung des Gutscheingeldes für Asylbewerber).

Hut ab vor so viel Engagement, Ute Vogt!

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