Bundesverdienstorden für 13 Bürgerinnen und Bürger aus NRW

9. Dezember 2010

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft überreicht Bundesverdienstorden an 13 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat an 13 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen den vom Bundes­präsidenten verliehenen Bundesverdienstorden ausgehändigt. In einer Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei bedankte sich die Mi­nisterpräsidentin bei den Ausgezeichneten für ihr vielfältiges Engage­ment.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat heute (9. Dezember 2010) an 13 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen den vom Bundespräsidenten verliehenen Bundesverdienstorden ausgehändigt. In einer Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei bedankte sich die Ministerpräsidentin bei den Ausgezeichneten für ihr vielfältiges Engagement. Ministerpräsidentin Kraft: „Mit dem, was Sie tun, und mit dem, wie Sie es tun, leisten Sie ganz Besonderes für unser Land. Sie tragen dazu bei, dass Mitmenschlichkeit groß geschrieben wird, dass Bedürftige nicht nur versorgt sind, sondern sich auch umsorgt und geborgen fühlen können und dass unser Land in der Welt nicht nur für besonderen Fleiß der Deutschen und durch Wirtschafts- und Finanzkraft bekannt ist, sondern auch durch vieles, was das Leben erst lebenswert und ein Gemeinwesen liebenswert macht – wie Kunst und Kultur, Verständnis für Andersdenkende und Verständigung mit anderen sowie den schonenden, nachhaltigen Umgang mit unserer Umwelt zur Sicherung unserer natürlichen Lebensgrundlagen.”

Ausgezeichnet werden:

  • Professor Dr. Ulrich Borsdorf aus Essen (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Klaus Dönecke aus Düsseldorf (Verdienstkreuz am Bande)
  • Gretel Hagt aus Dortmund (Verdienstkreuz am Bande) 
    (aus persönlichen Gründen nicht beim Festakt anwesend)
  • Charlotte Kann aus Duisburg (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Dr. Samir Kazkaz aus Lünen (Verdienstkreuz am Bande
  • Agnes Kleine Weischer aus Nordkirchen (Verdienstmedaille)
  • Wolfram Kuschke aus Lünen (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Dr. Rudolf Lödige aus Paderborn (Verdienstkreuz am Bande)
  • Klaus Ripp aus Kerpen (Verdienstkreuz am Bande)
  • Bernd Rosenkranz aus Nettetal (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Helmut Tacken aus Schwalmtal (Verdienstmedaille)
  • Dr. Margaret Traub aus Bonn (Verdienstkreuz am Bande)
  • Ute Vogt aus Krefeld (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Die Laudationes im Wortlaut:

Professor Dr. Ulrich Borsdorf aus Essen (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Das Kulturhauptstadt-Jahr „Ruhr 2010“ war dieses Jahr der Höhepunkt des kulturellen Lebens in unserem Land. Und Ulrich Borsdorf hat mit seiner Kreativität, mit seinen Konzepten und mit seinen Kreationen maßgeblich zu diesem Höhepunkt beigetragen: Das Ruhr Museum in der Kohlenwäsche der ehemaligen Zeche Zollverein macht die Geschichte des Ruhrgebiets erlebbar. Im Ruhr Museum können die Menschen des Ruhrgebiets ihre Industriegeschichte und damit die Wurzeln ihrer Identität neu entdecken. Bereits im ersten Monat nach der Eröffnung kamen über 50.000 Besucher - und sahen und staunten. Und vielen wurde durch die Ausstellungen bewusst gemacht, wie stolz sie auf ihre Herkunft und Heimat sein können.

Das Kulturhauptstadt-Jahr ist allerdings nur ein Meilenstein des Engagements von Ulrich Borsdorf für unser Land. Immer wieder sind seine Projekte im Rahmen des Strukturwandels Publikumsmagneten. Tausende haben seine Großausstellungen im Gasometer besucht – „Feuer und Flamme“ sowie „Sonne, Mond und Sterne“ waren ebenso lehrreich wie spannend. Das von Ulrich Borsdorf geleitete „Ruhrlandmuseum“ in Essen wird zu Recht als das „kulturelle Gedächtnis“ des Ruhrgebiets bezeichnet. Kein Wunder, dass auch das „Haus der Geschichte“ in Bonn sich seinen Sachverstand gesichert hat: Seit 2005 gehört er dem dortigen Wissenschaftlichen Beirat an, seit 2009 als dessen stellvertretender Vorsitzender.

Klaus Dönecke aus Düsseldorf (Verdienstkreuz am Bande)

Seit seinem 18. Lebensjahr ist Klaus Dönecke bei der Polizei – und seit seinem 18. Lebensjahr befasst er sich mit Polizeigeschichte. Im Fokus steht dabei für ihn die Aufarbeitung der Geschichte der Düsseldorfer Polizei während des Nationalsozialismus. In akribischer Kleinarbeit sichtete er Alt-Akten, Zeugnisse und Dokumente aus dieser Zeit. Er führte Zeitzeugen-Gespräche mit pensionierten Kollegen. Einen erklecklichen Teil seines Gehalts wandte er für Fachliteratur auf. So entstand nach und nach eine immense Datensammlung. Seit 2007 kann im historischen Gebäude des Düsseldorfer Polizeipräsidiums am Jürgensplatz die Dauerausstellung „Transparenz und Schatten“ besichtigt werden, in der lokale Polizeigeschichte von 1919 bis 1949 sowie Biografien einzelner Polizeibeamter präsentiert werden. 2009 folgte eine Ausstellung zur Pogromnacht im November 1938.

Die Arbeit von Klaus Dönecke findet Anerkennung weit über die Grenzen unseres Landes hinaus – vor allem auch in Israel. Hier wurde Klaus Dönecke eine besondere Ehre zuteil: Als er vor einiger Zeit mit 25 Kollegen zu einem Seminar in Jerusalem war, nahmen die deutschen Polizisten auf Wunsch der israelischen Gastgeber an einer Kranzniederlegung in der Gedenkstätte Yad Vashem teil. Erstmals als Polizisten in Uniform. Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Aussöhnung von Deutschland und Israel.

Gretel Hagt aus Dortmund (Verdienstkreuz am Bande)

„Die großartigste Schwäche eines Menschen ist sein Mitleid“ – so die Erkenntnis des deutschen Schriftstellers Thomas Niederreuther. Legt man diese Erkenntnis zugrunde, hat Gretel Hagt aus Dortmund ihre Schwäche zu einer großartigen Stärke gemacht: Seit 1977 engagiert sie sich bei der AWO und hilft den Schwachen und Hilfsbedürftigen unserer Gesellschaft.

1987 hatte sie die Idee zur Gründung der AWO-Kleiderkammer – und setzte die Idee um. Seitdem kümmert sie sich um das Sammeln, das Aufbereiten und die Ausgabe der Kleidungsstücke.

1989 war der Ansturm von DDR-Übersiedlern und südosteuropäischen Aussiedlern so groß, dass alle regulären Aufnahme-Einrichtungen überfüllt waren. Gretel Hagt sorgte dafür, dass den Hilfesuchenden mehrere Monate lang eine Dortmunder Turnhalle als Unterkunft zur Verfügung gestellt wurde.

Besonders am Herzen liegt Gretel Hagt die Sorge für junge Menschen: So ist sie Mitgründerin des „Wickeder Ferienspaßes“, einer Ferienfreizeit-Maßnahme für Kinder, die in den Sommerferien nicht verreisen; auch unterstützt sie zahlreiche Projekte der AWO, mit deren Hilfe junge Menschen ausgebildet und qualifiziert und damit für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden.Und in der Seniorenbegegnungsstätte der AWO sorgt sie jede Woche für gesellige „Seniorennachmittage“.

In dem Projekt „Schule früher“ schließlich vermittelt Gretel Hagt heutigen Schülern, wie Schule zu ihrer Zeit war. Und da staunen die jungen Gameboy-, Taschenrechner- und Handy-User manchmal nicht schlecht, wie damals Disziplin, Auswendiglernen und Bücherstudium gefordert waren.
 

Charlotte Kann aus Duisburg (Verdienstkreuz 1. Klasse als Höherstufung)

Charlotte Kann ist ein Urgestein sozialdemokratischer Politik – und wurde für ihre bürgernahe und engagierte kommunalpolitische Tätigkeit auch bereits 1988 mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Dies war ihr dann – so ist sie halt – kein Ruhekissen, sondern zusätzlicher Ansporn. „Mit dem Bürger, für den Bürger“ ist ihr Leitgedanke. Und in diesem Sinn setzt sie sich jetzt bereits über ein halbes Jahrhundert für ihre Mitmenschen ein. Als sie von 1990 bis 2005 ein Landtagsmandat hatte, gelang es ihr, einer Vielzahl von Petitionen zum Erfolg zu verhelfen. In der SPD-Arbeitsgemeinschaft „60plus“ macht sie sich seit über 15 Jahren für die Belange von Senioren stark – und bei all ihren Projekten sind auch Nicht-SPD-Mitglieder herzlich willkommen sind. Ein jährlicher „Tag der älteren Generation“, an dem Alltagshilfen für Senioren präsentiert werden, sowie Ausflüge in die Heimatregion oder zum Landtag sind Charlotte Kanns Kreativität ebenso zu verdanken wie Karnevalsfeiern, Konzerte und Tanztees. Wenn sie es zeitlich irgendwie schafft, ist Charlotte Kann mit dabei und hilft – wie auch seit 20 Jahren im Förderverein und Freundeskreis des Kinderdorfes Duisburg.

Charlotte Kann macht ihrem Namen alle Ehre: Charlotte kann – fast alles.

Dr. Samir Kazkaz aus Lünen (Verdienstkreuz am Bande)

Samir Kazkaz, der in Syrien geboren wurde, steht für gelungene Integration. Und er trägt sein Mögliches dazu bei, dass dies auch anderen gelingt.

Samir Kazkaz ist beruflich als Oberarzt an der Neurochirurgischen Klinik des St. Marienhospitals Lünen tätig. Seiner Herkunft nach wie vor verbunden, nutzt er jährlich mehrere Wochen seines Urlaubs, um in den palästinensischen Gebieten medizinische Hilfe zu leisten. Rund um die Uhr versorgt er im Zentralkrankenhaus in Gaza-Stadt schwerste Hirnverletzungen, Einschüsse um Thoraxbereich und Beinverletzungen. Auch bildet er Ärzte vor Ort in neuen Operationsmethoden aus. Oftmals schwebt er bei seinen Einsätzen selbst in höchster Gefahr; so beteiligte er sich Ende 2008 / Anfang 2009 trotz der israelischen Angriffe an einem Einsatz des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes im Gaza-Gebiet. Bei dieser Hilfsmaßnahme ging es um die neurochirurgische Versorgung der Verletzten – überwiegend Zivilisten, davon 1/3 Kinder.

In Lünen war Samir Kazkaz an den ersten sogenannten „Rucksack-Projekten“ in Kindergärten beteiligt, bei denen die sprachliche Entwicklung von Kindern mit Migrationshintergrund gefördert wird. Mittlerweile wurde das Projekt auf Grundschulen ausgedehnt. Als Mitglied des Migrationsrates der Stadt Lünen arbeitete er intensiv an gegenseitigem Verständnis und Toleranz von Christen und Muslimen.

Agnes Kleine Weischer aus Nordkirchen (Verdienstmedaille)

„Alle Menschen haben Zugang zu Gott, aber jeder einen anderen“ – so der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber.

Agnes Kleine Weischer, so könnte man meinen, hat nicht nur einen Zugang zu Gott, sondern vielfachen: Ihr ehrenamtliches Engagement, das geprägt ist durch ihren Glauben an Gott und ihre Liebe zu den Menschen, ist außergewöhnlich vielfältig:

  • Als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der Kirchengemeinde St. Mauritius in Nordkirchen war sie bis Anfang des Jahres Ansprechpartnerin für die Gemeindemitglieder und sorgt durch Pfarrfeste, Adventsmärkte und Neujahrsempfänge für ein fruchtbares Miteinander.
  • Um die erforderliche Renovierung der Pfarrkirche zu ermöglichen, hatte sie die Idee des sogenannten „Kirchencafés“ – gegen eine Spende treffen sich vier bis sechs Mal jährlich alleinstehende und ältere Menschen zu einer geselligen Runde, von der sowohl der Kirchenbau als auch die Cafébesucher profitieren.
  • Für die jährliche Sternsingeraktion reinigt Agnes Kleine Weilscher die Gewänder der kleinen Sänger und bessert sie bei Bedarf aus.
  • Auch organisiert sie das jährliche „Fastenessen“, dessen Erlös dem Hilfswerk Misereor gespendet wird.
  • Seit rund 20 Jahren betreibt Agnes Kleine Weilscher zusammen mit zwei weiteren Damen die Kleiderstube der Pfarrcaritas.
  • Während des Balkankrieges half sie mit Rat und Tat Asylsuchenden und Kriegsflüchtlingen.
  • Bei der Oderflut im Jahr 1997 organisierte und begleitete sie einen Hilfstransport mit Geldspenden, Mobiliar, Kücheninventar und Wäsche in die betroffenen Gebiete.

Und das alles, obwohl sie mit ihrer „Hauptrolle“ eigentlich schon mehr als genug zu tun hat: So ist sie Mutter von vier Kindern und bewirtschaftet mit ihrem Mann und ihrem Sohn einen landwirtschaftlichen Betrieb.

Wolfram Kuschke aus Lünen (Verdienstkreuz 1. Klasse als Erstauszeichnung)

Es ist eine bekannte Tatsache, dass Frauen bei der Verleihung von Orden oftmals nicht zum Zuge kommen, weil sie bescheiden im Stillen wirken. Männer dagegen – so zeigt die Erfahrung – handeln oft nach dem Prinzip „Tu Gutes und sprich drüber“ und achten sehr genau darauf, dass sie und ihre Geschlechtsgenossen bei der Vergabe von Orden zum Zuge kommen.

Vor diesem Hintergrund ist Wolfram Kuschke ein ganz untypischer Mann. Viele wissen, dass er politisch tätig ist – derzeit als Abgeordneter des Landtags Nordrhein-Westfalen. Aber nur Wenigen ist bekannt, dass er sich seit über 25 Jahren intensiv ehrenamtlich im sozialen Bereich engagiert.

  • So bei der AWO, für die er am Aufbau eines Hausnotrufes im Kreis Unna beteiligt und Mitinitiator des „Drogenprojektes LÜSA“ war.
  • So seit 1994 für Menschen, die an Multipler Sklerose erkrankt sind.
  • So seit 1998 im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Wolfram Kuschke agiert ohne Trommelwirbel – aber sehr effektiv.

  • Auch im Förderverein der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege.
  • Auch in der Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung.
  • Auch als Vorsitzender des Westfälischen Literaturbüros in Unna e.V.

Wolfram Kuschke ist ein „Strippenzieher“ im besten Sinne. Er nutzt seine vielfältigen Kontakte immer wieder, um zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird. Er trägt tagtäglich mit seiner ruhigen, besonnenen und liebenswerten Art dazu bei, unser Land noch lebenswerter zu machen.

Das Verdienstkreuz 1. Klasse als Erstauszeichnung für Wolfram Kuschke: Bei all seiner Bescheidenheit – dass er damit jetzt im Rampenlicht steht, muss er jetzt ertragen.

Dr. Rudolf Lödige aus Paderborn (Verdienstkreuz am Bande)

„Beruf ist das Rückgrat des Lebens“ – der Philosoph Friedrich Nietzsche drückte das in Worten aus, was Rudolf Lödige Tag für Tag lebt. Es ist ihm ein besonderes Anliegen, jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung zu ermöglichen.

  • In seinem Unternehmen in Warburg, einem 1948 gegründeten Familienunternehmen, stellt er jährlich eine große Anzahl qualitativ hochwertiger Ausbildungsplätze in unterschiedlichen kaufmännischen, gewerblichen und informationstechnischen Berufen zur Verfügung.
  • Auch sorgt er für eine enge Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis: Seit 1999 Mitglied des Wirtschaftskuratoriums des Diplomstudiengangs Logistik an der Technischen Universität Dortmund bietet er den Studenten immer wieder Exkursionen zu und Praktika in seinem Unternehmen an.

In der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld rief Rudolf Lödige die sogenannte „Exportoffensive Ostwestfalen“ ins Leben. Informations- und Beratungsangebote führten zu einer erheblichen Steigerung der vormals unterdurchschnittlichen Exportquote der ostwestfälischen Unternehmen – ein Riesen-Erfolg zur Stärkung der heimischen Wirtschaft.

Und sein Unternehmen ist beispielgebend für das Potential und die Innovationskraft mittelständischer Familienbetriebe:

  • Seit seiner Gründung wuchs das Unternehmen von einem kleinen Betrieb zu einem „Global Player“.
  • Für die jüngste Erfindung, für den sogenannten „Lödige Putter“, ein automatischen Gepäckbeladungssystem im Luftfrachtbereich, liegen bereits Anfragen zahlreicher Flughäfen aus aller Welt vor.

Und auch der Justiz stellt Rudolf Lödige seine Erfahrung als Unternehmer zur Verfügung: Seit 1996 ist er als ehrenamtlicher Handelsrichter beim Landgericht Paderborn tätig – eine ebenso zeitlich wie fachlich anspruchsvolle Aufgabe.

Klaus Ripp aus Kerpen (Verdienstkreuz am Bande)

Christliches Handeln prägt das Leben von Klaus Ripp seit seiner Jugend, sei es seit seinem 16. Lebensjahr als Mitglied der CDU, sei es bei all seinen ehrenamtlichen Aktivitäten zum Wohle von jungen Menschen.

In dem Bewusstsein, dass Kinder und Jugend unsere Zukunft sind, setzt er sich in vielfältiger Weise für deren Förderung ein.

  • In der Pfarrgemeinde St. Kunibert in Kerpen-Blatzheim leitet er die Katholische Öffentliche Bücherei und entwickelt immer wieder Ideen, um Kinder für das Lesen zu begeistern.
  • Seit 20 Jahren organisiert und leitet Klaus Ripp in Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde und der Stadt Kerpen in den Sommerferien zweiwöchige „Ferienspiele“ für ca. 50 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren. Die so beliebt sind, dass sie immer schon am ersten Anmeldetag ausgebucht sind.
  • 1995 machte er sich erfolgreich als 1. Vorsitzender des Trägervereins „DOMI-ZIEL e.V.“ dafür stark, dass in Kerpen-Blatzheim ein Jugendzentrum eingerichtet wurde. Seither kümmert sich Klaus Ripp um Haushalt, Korrespondenz und Öffentlichkeitsarbeit des Jugendzentrums.
  • Als Mitgründer der Jungen Union Blatzheim organisiert Klaus Ripp seit fast 30 Jahren jährliche Kinderfahrten, die durch vorangehende gemeinsame Altpapier-Sammelaktionen finanziert werden.

Klaus Ripp weiß: Derjenige, der etwas bewegen will, muss sich erstmal selbst bewegen.

  • Deshalb motiviert er immer wieder junge Menschen, sich selbst in der Politik zu engagieren.
  • Und deshalb hat er während seiner 15-jährigen Amtszeit als Ortsvorsteher regelmäßig sogenannte „Polit-Treffs“ veranstaltet, in denen er die Wünsche und Meinungen von Bürgern zu aktuellen kommunalpolitischen Themen erkundet hat.

Bernd Rosenkranz aus Nettetal (Verdienstkreuz 1. Klasse als Höherstufung)

„Und dann schleich ich still und leise – immer an der Wand lang, immer an der Wand lang…“ – Es ist nicht bekannt, ob diese Liedzeile der Comedian Harmonists Bernd Rosenkranz zu seinem mittlerweile patentierten, neuartigen „Hochbordstein“ zum Schutz von Amphibien vor dem Straßenverkehr animiert hat. Bekannt ist jedenfalls, dass durch diese von ihm entwickelte Orientierungshilfe, an der Erdkröten „immer an der Wand lang“ wandern, schon viele Kröten davor bewahrt haben, von Autos überfahren zu werden oder in Regenwasser-Gullys zu fallen.

Aber nicht nur das Leben von ungezählten Kröten hat Bernd Rosenkranz gerettet. Seit über 30 Jahren kümmert er sich in seiner Freizeit um Flora und Fauna in der Region Viersen. Dazu gehören Projekte

  • zur Wiederansiedlung von Uhus und zur Schaffung von Nistplätzen für bedrohte Vogelarten,
  • zum Schutz einer bedrohten Graureiher-Kolonie und
  • zum Erhalt und zur Pflege der heimischen Kopfweide.

Seit 1999 leitet Bernd Rosenkranz den „Landschaftshof Baerlo“, der die „Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz“ beheimatet. In diesem vorbildlich konzipierten Naturschutz-Informationszentrum haben Besucher die Gelegenheit, ein „typisches Stück Niederrhein“ zu entdecken – mit historischen Nutzpflanzen, gefährdeten Tierarten und Kursen, in denen das alte Handwerk des Korbflechtens erlernt werden kann.

Wen wundert es da, dass der Umweltschutzausschuss der Stadt Nettetal 25 Jahre lang den Sachverstand von Bernd Rosenkranz als sachkundiger Bürger in Anspruch genommen hat. Und es während dieser Zeit – nämlich 1988 – vom Bundespräsidenten auch bereits mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde.

Helmut Tacken aus Schwalmtal (Verdienstmedaille)

Der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen ist in diesem Jahr das Zertifikat „familienfreundliche Institution“ verliehen worden. Hierfür war einiges an Umdenken erforderlich und einiges an kreativen Organisationsmodellen. Ein gutes Beispiel waren dabei Unternehmen wie das von Helmut Tacken, in dem

  • die Familienorientierung in den Unternehmensgrundsätzen festgeschrieben ist und
  • seit Jahren familienfreundliche Arbeitsmodelle gelebt werden. So können bei Helmut Tacken die Beschäftigten im Bedarfsfall ihre Arbeit mit nach Hause nehmen, um dort bei ihren Kindern bleiben zu können. Auch gibt es eine betriebsinterne Möglichkeit zur Kinderbetreuung im Notfall.

Kein Wunder also, dass bei so viel Engagement Herr Tacken mit seinem Betrieb bereits ein Jahr vor der Staatskanzlei das Siegel „besonders familienfreundlich“ erhalten hat – und zwar vom Schwalmtaler „Bündnis für Familie“.

Auch über seine Firma hinaus nutzt Helmut Tacken seine Möglichkeiten, um zu helfen. So versorgt er die „Schwalmtaler Tafel“ mit Obst und Gemüse aus seinem Großhandel und hilft auch mit finanziellen Spenden. Für den Transport der Lebensmittel stellt er ein Kühlfahrzeug mit einem Mitarbeiter aus seinem Betrieb zur Verfügung. Auch können bei Bedarf die Kühlräume seines Unternehmens für die Lagerung der Lebensmittel der „Tafel“ benutzt werden.

Dr. Margaret Traub aus Bonn (Verdienstkreuz am Bande)

Margaret Traub steht für christlich-jüdische und deutsch-israelische Verständigung – und lebt sie. Aufgewachsen in einer jüdischen Familie in Paris, zog sie Mitte der 1970er Jahre mit ihrem aus Deutschland stammenden Ehemann nach Deutschland.

Seit nunmehr 20 Jahren leitet sie die Synagogengemeinde Bonn. Durch die Zuwanderung vieler Juden aus den Gebieten der ehemaligen Sowjetunion ist diese Gemeinde heute mit 1.000 Mitgliedern eine der großen jüdischen Gemeinden. Mit viel Einfühlungsvermögen und Geduld kümmerte sich Margaret Traub um die Integration dieser Migranten, die überwiegend keine Deutschkenntnisse hatten.

Es ist ihr eine Herzensangelegenheit, ihre Gemeinde für Interessierte anderer Religionen zu öffnen:

  • Sie lädt jeden ein, der Interesse am Judentum hat, an den Gottesdiensten und Gemeindefesten teilzunehmen.
  • Sie bietet unentgeltliche Führungen in der Synagoge an.
  • In der Synagoge finden Veranstaltungen der „Deutsch-Israelischen Gesellschaft“ statt. Besonders hervorzuheben ist hierbei ein Begegnungsprojekt mit Jugendlichen von Bonner Schulen sowie jüdischen und arabischen Schülern aus Israel, dessen Höhepunkt ein gemeinsames „Kabbalat Schabbat-Essen“ am Freitagabend in der jüdischen Gemeinde ist.

Margaret Traub ist sich bewusst: Gedeihliches Miteinander kann nur funktionieren, wenn beide Seiten dazu bereit sind. Deshalb gehören für sie ebenso wie die Öffnung ihrer Gemeinde auch klare Worte dazu und unmissverständliche Kritik, wenn sie antisemitische Tendenzen in unserem Land wahrnimmt. Im Interesse einer gemeinsamen, friedlichen Zukunft.

Ute Vogt aus Krefeld (Verdienstkreuz 1. Klasse als Erstauszeichnung)

„Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren.“  - Was Maria Montessori als Paradigma aufstellte, lebt Ute Vogt jeden Tag. Seit nunmehr über 25 Jahren engagiert sie sich im Deutschen Kinderschutzbund. Immer wieder initiiert sie Projekte und Maßnahmen,

  • um Kinder zu unterstützen und zu fördern,
  • um Kindern bei Problemen und in Notlagen zu helfen und
  • um ihnen eine schöne und unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen.
  • Sei es bei der Hausaufgabenhilfe, bei Sprachkursen für Eltern mit Migrationshintergrund, bei der Vermittlung von Lehr- und Arbeitsstellen;
  • sei es bei der Betreuung von Kindern bei Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch;
  • sei es bei der Anleitung von Kindern zu gesunder Ernährung, bei Sportangeboten oder bei Sommerferien-Aktionen:

Ute Vogt ist überall mit dabei und überall der „kreative Kopf“ und der „Motor“. Mit ihrer schier unermesslicher Kreativität und Kraft sowie vor allem mit ihrer Hingabe und Herzenswärme ist sie zwar biologisch Mutter von nur zwei Töchtern – aber eigentlich von hunderten Kindern, deren Wohl und Wehe sie sich tagtäglich widmet.

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