Ministerpräsident Rüttgers: „Ihr Engagement zeichnet uns alle aus“

4. März 2010

Ministerpräsident Rüttgers überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger: „Ihr Engagement zeichnet uns alle aus“

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt. In der Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei dankte der Ministerpräsident den Ausgezeichneten: „Sie sehen sich als Teil der Gesellschaft. Sie übernehmen Verantwortung für sich und andere. Sie machen Mut, Sie schaffen Vertrauen."

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat heute (4. März 2010) den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt. In der Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei dankte der Ministerpräsident den Ausgezeichneten: „Sie sehen sich als Teil der Gesellschaft. Sie übernehmen Verantwortung für sich und andere. Sie machen Mut, Sie schaffen Vertrauen. Der Staat allein kann keine Solidarität garantieren. Er braucht aktive Bürgerinnen und Bürger, die sich für das Gemeinwohl einsetzen und anderen ein Beispiel geben. Damit prägen Sie unsere Gesellschaft und machen sie zukunftsfähig. Dafür verdienen Sie Anerkennung, auch stellvertretend für viele andere, die Ihnen auf Ihrem Weg geholfen haben.“

In seiner Rede betonte Rüttgers die Notwendigkeit von Vorbildern. „Wenn wir die Einheit der Gesellschaft wahren wollen, müssen wir unseren Kindern und Enkeln den Einsatz für diese Gemeinschaft vorleben. Durch Solidarität, durch Hilfe, durch Mitmenschlichkeit. Engagement braucht Vorbilder. Wir brauchen Menschen, die Werte vorleben. Menschen, die dabei nicht nur an ihren eigenen Vorteil denken. Solche Menschen sind das, was man Elite nennt. Es sind Persönlichkeiten wie Sie, die wir heute ehren.“

Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland haben heute (4. März 2010) erhalten:

• Dr. Wolfgang   B u c h m a n n   und Elisabeth   B u c h m a n n ,   Euskirchen (Verdienstkreuz am Bande)
• Werner   G e h r i n g ,    Gütersloh (Verdienstkreuz am Bande)
• Leonid   G o l d b e r g ,   Solingen (Verdienstkreuz am Bande)
• Dr. h.c. Franz   G r a v e ,   Essen (Großes Verdienstkreuz)
• Bodo   H a r e n b e r g ,   Schwerte (Verdienstkreuz am Bande)
• Carin   H e l l ,   Wuppertal (Verdienstkreuz am Bande)
• Dr. Stephan   H o l t h o f f - P f ö r t n e r ,   Essen (Verdienstkreuz am Bande)
• Martin   K a n n e g i e s s e r ,   Bad Salzuflen (Großes Verdienstkreuz)
• Gerhard   R e h b e r g ,   Gelsenkirchen (Verdienstkreuz 1. Klasse)
• Professor Tobias   R i c h t e r ,   Schweiz (Verdienstkreuz 1. Klasse)
• Burkhard   S c h n e t t l e r ,   Soest (Verdienstkreuz am Bande)
• Dr. Alexander   S c h r ö d e r – F r e r k e s ,   Meerbusch
(Verdienstkreuz am Bande)
• Gesine   W e l l h a u s e n ,   Meerbusch (Verdienstkreuz am Bande)
• Professor Dr. Horst   Z i e g l e r ,   Paderborn (Verdienstkreuz am Bande)

Die Laudationes im Wortlaut:

Dr. Wolfgang Buchmann und Elisabeth Buchmann, Euskirchen
(Verdienstkreuz am Bande)

„Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“ Es ist eine Sache, das Leben eines Tieres so zu betrachten wie Arthur Schopenhauer. Etwas anderes ist es, danach zu handeln wie Dr. Wolfgang Buchmann und seine Ehefrau Elisabeth. Seit mehr als 40 Jahren sehen sie es als ihre Lebensaufgabe, bedrohten Tieren zu helfen und den Natur- und Artenschutz zu fördern. Sie kümmern sich seit 1968 um die Aufzucht verwaister Jungtiere, insbesondere von Vögeln und kleinen Säugetieren. Viel Zeit opfert das Ehepaar allein dafür, um Tiere durch den Winter zu bringen. Durchschnittlich 200 bis 250 Haus- und Wildtiere betreuen sie jährlich, darunter auch so exotische Tiere wie Chamäleons, Java-Affen, Schlangen und Giftspinnen.

1985 gehörten Herr und Frau Buchmann zu den Gründern des Tierschutzvereins Euskirchen und setzen sich seither für ihn ein. Herr Buchmann kooperiert außerdem mit der Justizvollzugsanstalt Euskirchen. Er half 1996 dort nicht nur bei der Einrichtung der Ausbildungsbetriebe „Metallbau“ und „Garten- und Landschaftsbau“. Er leitet auch Gefangene an, die sich an sieben Tagen der Woche um pflegebedürftige Tiere kümmern.

Herr Buchmann arbeitete zudem von 1969 bis 1982 als Naturschutzbeauftragter des Kreises Euskirchen für den Naturschutzbund Deutschland. Er erstellte eine Dokumentation der einheimischen Vogel- und Pflanzenwelt in Wort und Bild und arbeitet derzeit an einem Buch mit dem Titel „Die Tiere des Hardtwaldes“. Wolfgang und Elisabeth Buchmann führen exemplarisch vor, wie Natur- und Artenschutz gelebt werden kann. Dafür verdienen sie unsere besondere Anerkennung. Leider kann Frau Buchmann heute nicht hier sein. Deshalb wird Herr Buchmann beide Orden entgegennehmen.

Werner Gehring, Gütersloh (Verdienstkreuz am Bande)

Sein 60. Geburtstag sollte ein ganz besonderer werden: 1995 gründete Werner Gehring zum Andenken an seine verstorbene Ehefrau die Renate-Gehring-Stiftung. Aus den Erlösen des ursprünglichen Stiftungskapitals werden seither Projekte gefördert, die der Selbstständigkeit und Unabhängigkeit alter Menschen zugute kommen. Die Stiftung will die Lebensbedingungen bedürftiger Senioren verbessern. Sie sollen wieder ins Theater, ins Museum oder ins Konzert gehen, also am öffentlichen Leben teilhaben können.
An seinem 65. Geburtstag stockte Herr Gehring das Stiftungsvermögen auf über 1 Million Euro auf. Die Stiftung hilft seither auch benachteiligten Kindern, Jugendlichen und Alleinerziehenden. Außerdem werden die Stiftungsgelder für die Förderung und Integration Behinderter sowie für Projekte zur Gewaltprävention an Kindergärten und Schulen verwendet. In hunderten von Einzelfällen konnte Herr Gehring mit seiner Stiftung ganz konkrete Hilfe leisten. Zu einem festen Bestandteil der Förderung gehört etwa das Programm die „Atempause“ für Alleinerziehende. Es ermöglicht den Müttern, gemeinsam mit ihren Kindern auf Kosten der Stiftung eine Woche Urlaub zu machen.

1996 wurde Herr Gehring in das Kuratorium der neu gegründeten „Stadt Stiftung Gütersloh - Die Bürgerstiftung“ berufen. Gemeinsam mit den privaten Stiftungen von Herrn Gehring ist es der Stadt nun endlich möglich, viele Projekte überhaupt erst umzusetzen. Schließlich ist Herr Gehring Vorstandsvorsitzender der Familie-Osthushenrich-Stiftung, die seine zweite Ehefrau 2006 mit einem Stiftungskapital von 15 Millionen Euro gründete. Ihr Ziel ist es, die Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen in Ostwestfalen zu fördern. Unlängst stellt sie dem SOS-Kinderdorf in Schwalenberg und dem SOS-Berufsausbildungszentrum in Detmold 250.000 Euro zur Verfügung. Wir möchten Herrn Gehring für seinen herausragenden, großzügigen und anhaltenden Einsatz für seine Mitmenschen von Herzen danken.

Leonid Goldberg, Solingen (Verdienstkreuz am Bande)

Leonid Goldberg ist in seinem Leben weit herum gekommen: Russland; Israel, Deutschland – diese Stationen haben ihn in seiner Weltoffenheit geprägt. Irgendwann entschloss er sich, Wuppertal zu seiner Heimat zu machen und das auf zupackende Weise: Seit mehr als 30 Jahren ist Herr Goldberg Mitglied der jüdischen Kultusgemeinde und seit 1993 ihr Vorsitzender. Es ist seinem Einsatz zu verdanken, dass sich die Mitgliederzahl der Jüdischen Kultusgemeinde von zunächst 60 Mitgliedern auf mehr als 2000 erhöhte. Zugewanderten Familien half er bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, begleitete sie bei Behörden¬gängen, fungierte bei Bedarf als Dolmetscher und machte Familienzusammenführungen möglich.

1999 wurde auf sein Betreiben der jüdische Wohlfahrtsverband gegründet, dessen Geschäftsführung er übernahm. In enger Zusammenarbeit mit städtischen und kirchlichen Einrichtungen entwickelte er Konzepte, um neue Mitglieder besser einzubinden.

Ein besonderes Herzensanliegen war für ihn der Bau einer neuen Synagoge. Er begleitete das gesamte Projekt. Angefangen mit der Gründung des Freundes¬kreises „Neue Synagoge“, deren Spenden die Verwirklichung des Projektes erst ermöglichte, über die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Landeskirche, die das Grundstück für den Neubau zur Verfügung stellte. Jeder Schritt ist eng mit dem Namen Goldberg verbunden. Neben dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau kam mit Mosche Katzav auch erstmals ein israelischer Staats¬präsident zur Einweihung einer jüdischen Synagoge nach Deutschland. Auch dies ist ein Verdienst von Leonid Goldberg. 

Sein außerordentliches Engagement für die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, für die Integration der Menschen mit einer Zuwanderungsgeschichte, den Dialog zwischen den Kultusgemeinden und für das gesamte kulturelle Leben in Wuppertal verdient unseren besonderen Dank.

Dr. h.c. Franz Grave, Essen (Großes Verdienstkreuz)

Weihbischof Dr. Franz Grave ist ein begnadeter Vermittler. Bis vor zwei Jahren war er Weihbischof des Ruhrbistums und gewann in diesem Amt hohes Ansehen. Das nutzt er bis heute, um sich für andere Menschen einzusetzen. Er moderierte vor allem immer wieder zwischen Unternehmen, Gewerkschaften und Parteien. Weihbischof Grave engagierte sich in der „Gemeinsamen Sozialarbeit der Konfessionen im Bergbau und bei Opel“. Wo er konnte, half er Arbeitsuchenden und jungen Menschen, die einen Ausbildungsplatz suchten. Mit seiner Hilfe konnte der Steinkohlenbergbau das überdurchschnittlich hohe Niveau an Ausbildungsstellen aufrecht halten. Bei bevorstehenden Betriebsschließungen setzte er sich mit mahnenden Worten für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein, beteiligte sich an Demonstrationen und Mahnwachen, pochte immer auf sozialverträgliche Lösungen. Eine humane, eine christlich geprägte Arbeitswelt zu schaffen und zu erhalten, das war immer sein Ziel.

Weihbischof Grave gründete außerdem die so genannten sechs Räte, die den Bischof in gesellschaftspolitischen und weltkirchlichen Angelegenheiten im Ruhrbistum beraten. Mit der Arbeit der Räte trug er dazu bei, Wirtschaft, Gewerkschaft und Politik mit der Kirche zu vernetzen. Er engagiert sich aber auch über die Grenzen hinweg: 1992 übernahm er den Vorsitz der Bischöflichen Kommission Adveniat und gewann immer wieder Unternehmen für Hilfsprogramme. Hierzu zählt das Projekt „100 Häuser für Tabasco aus dem Ruhrgebiet“, das er im selben Jahr nach verheerenden Überschwemmungen gemeinsam mit dem „Initiativkreis Ruhrgebiet“ möglich machte.

Weihbischof Grave hat stets nach dem Motto gehandelt: „Man darf die Probleme von heute nicht mit den Köpfen von gestern denken.“ Für seinen Ideenreichtum, seine außerordentliche Gabe, die Menschen zusammenzuführen, und sein soziales Engagement wollen wir ihm heute danken.

Bodo Harenberg, Schwerte (Verdienstkreuz am Bande)

Das „Harenberg-City-Center“ kennt in Dortmund jeder. Herr Harenberg gehört zu den Unternehmern, die nicht nur ein gutes Gespür für das Geschäft haben, sondern auch für die Kultur. Beides verbindet er seit vielen Jahren zum Wohle der Allgemeinheit. Das „Harenberg-City-Center“ baute er nicht nur als Sitz seines Verlages und anderer Unternehmen. Auf seine Initiative hin finden hier seit der Eröffnung zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen statt, die das städtische Kulturangebot ergänzen.

Als großer Förderer, als Mitglied und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Universität Dortmund entwickelte er Konzepte, mit denen er einem breiten Publikum vor allem das wissenschaftliche Leben näher bringt. Seit 1995 finden hier in zweijährigem Abstand die „Forschungstage“ statt, bei denen die Universität Dortmund Ergebnisse aus Lehre und Forschung präsentiert.

Im Laufe der Zeit kamen Antrittsvorlesungen und Symposien hinzu. Herr Harenberg schuf jenseits kommerzieller Interessen mit Partnern aller Sparten ein vielfältiges kulturelles und musikalisches Veranstaltungsprogramm. Das „City-Center“ wurde durch bedeutende Konzerte zu einem wichtigen kulturellen Zentrum. 

Unvergessen sind die Projekte der Hochschule für Musik Detmold im „City-Center. Vor allem das dreiteilige Kammermusikprojekt „The Next Generation I-III“ mit 3 mal 28 Konzerten und insgesamt 200 Interpreten. Diese Reihe geht ebenfalls auf die Initiative von Herrn Harenberg zurück. Er kümmerte sich persönlich um die gesamte Organisation, die Sponsoren, die Öffentlichkeitsarbeit, die Auswahl und Betreuung der Künstler. Für viele Nachwuchstalente waren die Konzerte eine wichtige Etappe in ihrer Karriere.

Das ist längst nicht alles: Herr Harenberg nutzte seine Beziehungen und ge¬wann viele Künstler für Wohltätigkeitsveranstaltungen, um die „Dortmunder Tafel“ zu unterstützen. Wir ehren heute sein umfangreiches Engagement für die Vermittlung sowohl von Kunst und Kultur als auch von Wissenschaft und Forschung, aber auch sein soziales Engagement.

Carin Hell, Wuppertal (Verdienstkreuz am Bande)

Carin Hell steht mit allem, was sie tut. für ein besonderes Ausmaß an Mitmenschlichkeit. Bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand 2007 war sie Oberin der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes Westfalen in Gelsenkirchen.1996 wurde sie zur Vizepräsidentin des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe gewählt. Als Oberin und Vertreterin in den verschiedenen Beiräten für soziale Einrichtungen und Betreuungsdienste wurde sie für ihr Einfühlungsvermögen und ihr Verantwortungsbewusstsein stets hoch angesehen.

Von 2000 bis 2005 war Frau Hell auch ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Verbandes der Schwesternschaften des DRK. Im Rahmen der Partnerschaft zwischen dem Deutschen und dem Lettischen Roten Kreuz reiste sie in dieser Zeit mehrfach nach Lettland, um Pflegeeinrichtungen zu unterstützen. Sie begutachtete laufende Projekte, überwachte die effiziente Verwendung der Gelder und organisierte Hilfstransporte für lettische Kinderheime. Vor Ort half sie beim Aufbau von Krankenstationen und konzipierte Bildungsprogramme für ehrenamtliche Helfer in Lettland. Auch in Burkina Faso begleitete sie Hilfsmaßnahmen des DRK.
Die Förderung des Pflegeberufes ist ihr ein besonderes Anliegen. Mit ihrer Fachkompetenz, Überzeugungskraft und Liebenswürdigkeit gelang es ihr immer wieder, andere Menschen für die Arbeit zu gewinnen.

Auch nach ihrer Pensionierung engagiert sie sich weiterhin im Landesverband und betreut liebevoll die Bewohner des Altenheims „Mathildenstift“ der DRK-Schwesternschaft Westfalen. Außerdem ist sie im Vorstand der DRK-Stiftung Altersheim „Freier Grund“ in Neuenkirchen-Salchendorf. Hier bilden alle eine Hausgemeinschaft – vom Betreuer bis zum Bewohner.

Aber auch im Club der Soroptimisten ist Frau Hell engagiert. Das internationale Frauen-Netzwerk setzt sich gegen die Unterdrückung von Frauen, für Menschenrechte und Frieden ein. Frau Hell hat sich auf eindrucksvolle Weise immer für die in unserer Gesellschaft stark gemacht, die unsere besondere Hilfe und Unterstützung brauchen. Das verdient unsere höchste Anerkennung.

Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, Essen (Verdienstkreuz am Bande)

Ohne Dr. Stephan Holthoff-Pförtner wäre die Sportwelt und besonders die Tenniswelt hierzulande bedeutend ärmer. Ohne ihn hätte es zum Beispiel die „German Junior Open“ von 1998 bis 2008 in Essen nicht gegeben. Ohne ihn hätte sich das Jugendturnier nicht zu einem der besten der Welt entwickelt. Das ist nur ein Projekt, um das sich der begeisterte Tennissportler in der Zeit von 1995 bis 2003 als Mitglied im Ausschuss für Bundesligen des Deutschen Tennisbundes und als Sprecher der Bundesliga-Vereine Herren verdient gemacht hat.

Aber nicht nur der Tennissport hat ihm viel zu verdanken. Seit 1997 ist Herr Holthoff-Pförtner auch Präsident der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen IAKS – einer gemeinnützigen Vereinigung, die sich auf Sportbauten und Freizeiteinrichtungen spezialisiert hat. Sie arbeitet seit 1998 eng mit dem Internationalen Olympischen Komitee zusammen. Seither verleiht Herr Holthoff-Pförtner alle zwei Jahre mit dem jeweiligen IOC-Vizepräsidenten den internationalen Architekturpreis IOC/IAKS Award für beispielhafte Sport- und Freizeitanlagen. Seit 2005 vergibt er aber auch gemeinsam mit dem Präsidenten des Internationalen Paralympischen Komitees einen Sonderpreis für den besten Zugang zu Sportanlagen und anderen Freizeitbauten für behinderte Menschen.
Ob bei der Organisation von Kongressen, Fachmessen oder internationalen Netzwerken: Herr Holthoff-Pförtners Einsatz ist nicht wegzudenken. Er investiert nicht nur Zeit und Kraft, sondert spendet auch einen Teil seines Privatvermögens, um die Vereinigung aufrecht zu erhalten.

Seit einigen Jahren nutzt er seine Erfahrung auch als Vorstand des Caritasverbandes für Essen. Auf seiner Idee basiert die „1. Essener Charity-Party“. 2004 sammelte er mit seinem Verband knapp neun Millionen Euro für die Opfer der Tsunami-Katastrophe in Sri Lanka. Außerdem unterstützt er als Honorarkonsul von Thailand die Caritasfach- und Beratungsstelle „Nachtfalter“, die sich insbesondere um Opfer von Menschenhandel und Prostitution kümmert. Wir ehren ihn nicht nur für sein außergewöhnliches Engagement für die Kultur des Sports in unserem Land, sondern auch für seinen vorbildlichen sozialen Einsatz.

Martin Kannegiesser, Bad Salzuflen (Großes Verdienstkreuz)

Martin Kannegiesser gehört zu den Unternehmern, die sich weit über die Belange ihres eigenen Betriebes hinaus engagieren. Immer hat er herausragende Verantwortung bewiesen: Als Familienunternehmer, als Förderer des Wirtschafts- und Ausbildungs-Standorts Kreis Herford und als einer der höchsten Repräsentanten der Arbeitgeber.

Nicht nur seine eigene Firma im Bereich der Wäschereitechnik ist für den Kreis Herford ein wichtiger Arbeitgeber und ein Aushängeschild für Qualität und Produkte aus Ostwestfalen – Herr Kannegiesser hat darüber hinaus auch den Aufbau der Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford erheblich unterstützt. 2003 wirkte er hier auch bei der Planung eines Instituts als Ableger der Fachhochschule des Mittelstandes mit. Die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft, die arbeitsmarktpolitische Integration von Aussiedlern und die Weiterbildung von Arbeitnehmern lagen ihm immer am Herzen – ebenso wie sein Ehrenamt für die Vertretung der metallverarbeitenden Industrie, sei es im Verband der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen oder bei der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände Nordrhein-Westfalen. 

Seit 2000 ist Herr Kannegiesser Präsident des Gesamtverbandes der metallindustriellen Arbeitgeberverbände und trägt eine hohe tarif- und sozialpolitische Verantwortung für die Metall- und Elektroindustrie, die rund 22.000 Unternehmen mit etwa 3,6 Millionen Beschäftigten zählt. Auf seine Initiative wurde die MetallRente GmbH gegründet, um die betriebliche Altersvorsorge zu verbessern. Heute haben rund 275.000 Versicherte einen Vertrag über die so genannte MetallRente abgeschlossen.

Schließlich ist Herr Kannegiesser seit 2000 Vizepräsident der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. Als Präsident von Gesamtmetall wirkt er immer wieder ausgleichend zwischen den Gewerkschaften und Arbeitgebern. Für sein ausgeprägtes gesamtgesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein und sein starkes Engagement für die soziale Partnerschaft in unserer Gesellschaft ehren wir ihn heute in besonderer Weise.

Gerhard Rehberg, Gelsenkirchen (Verdienstkreuz 1. Klasse)

„Blau und Weiß – ein Leben lang.“ Das gilt für alle Schalker und für Gerhard Rehberg im Besonderen. Seit 1987 ist er Mitglied des FC Gelsenkirchen-Schalke 04. Von 1994 bis 2007 war er Vorsitzender und wurde 2007 zum dritten Ehrenpräsidenten gewählt. Er sorgte in seiner Amtszeit vor allem mit einer neuen Satzung für Furore, die zu einem Modell für die gesamte Bundes¬liga werden sollte. Dank der neuen Regelung ging es mit dem Verein finanziell und sportlich steil bergauf. Auch mit dem Bau der Schalke-Arena 2001 setzte Herr Rehberg neue Maßstäbe. Doch auch als erster Mann des Vereins behielt er immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Menschen. Er half Fans und Mitgliedern des Clubs, die in Not geraten waren. Hinzu kommt die Stiftung „Schalke hilft“, die sozial benachteiligte Kinder, Jugendliche und Familien unterstützt.

Herr Rehberg förderte mit seinem Verein zudem die Schalker Fan-Initiative gegen Rassismus: Per Satzung ist seit 1992 geregelt, dass Fremdenfeindlichkeit nicht geduldet wird. Wer sich nicht daran hält, muss das Stadion verlassen oder wird als Mitglied sogar ausgeschlossen. Und nicht nur das: Als das Theaterstück „RepuBlick auf Schalke“ gegen Rassismus umgesetzt werden sollte, sicherte Herr Rehberg die Finanzierung durch Sponsoren. Er engagiert sich auch für Kinderprojekte in Lettland und Weißrussland. Als Kommunalpolitiker, als SPD-Ratsmitglied und stellvertretender Oberbürgermeister in Gelsenkirchen hat sich Herr Rehberg ebenfalls über die Grenzen hinweg eingesetzt. So war er die treibende Kraft bei der Gründung der Partnerschaft zwischen der Stadt Gelsenkirchen und der Stadt Büyükçekmece in der Türkei.

Herr Rehberg hat sich eindrucksvoll um Integration und Fairness verdient gemacht. Dafür ehren wir ihn heute.

Professor Tobias Richter, Schweiz (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Professor Tobias Richter steht für außergewöhnliche künstlerische Kombinationen: er führt Musik und bildende Kunst zusammen, er inszeniert Opern in Industriedenkmälern und zeigt, dass auch eine wirtschaftlich schwierige Lage ein festes Opern-Ensemble nicht ausschließt. Damit gehört Herr Richter derzeit zu den bedeutendsten wie einfallsreichsten Botschaftern und Förderern der deutschen Kultur. National wie international. 1981 startete er in Lyon und Paris seine internationale Karriere zunächst als Regiesseur. 1982 übernahm er dann als jüngster Intendant Deutschlands das Staatstheater ins Kassel. Von 1985 bis 1992 war er Generalintendant in Bremen und arbeitete schon damals mit renommierten Künstlern wie dem Maler Jörg Immendorff und Albert Oehlen  zusammen. Diese Arbeit setzte er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf / Duisburg fort. Dort war er von 1996 bis 2009 Generalintendant.

Innovative Wege ging Herr Richter 1998 mit der Inszenierung von „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ in der ehemaligen Kraftwerkzentrale des Landschaftsparks Duisburg-Meiderich. Auch im Ausland hat er sich in einen Namen gemacht. Im September 2004 wurde er zusätzlich Intendant des renommierten „Festival International de Musique Classique, Septembre Musica in Montreux-Vevey“ in der Schweiz. Er bezog das Ensemble der Deutschen Oper am Rhein konsequent in das Programm ein.

Herausragende Fähigkeiten als Opernintendant bewies Herr Richter auch, als er gegen Widerstände als einziger Leiter eines der großen deutschen Opernhäuser die Tradition des Ensembletheaters durchsetzte. Ihm gelang es, ein großes, leistungsstarkes Ensemble von fest engagierten Sängern und Dirigenten aufzubauen sowie die Balletttradition mit einer leistungsstarken Compagnie fortzuführen.

Seine Art der „Zusammenführung verschiedener Künste“ gilt als nahezu einzigartig in Deutschland. Sie liegt ihm auch als Hochschullehrer am Herzen. Sein Einsatz für die Kultur in Deutschland und Europa verdient höchste Anerkennung.

Burkhard Schnettler, Soest (Verdienstkreuz am Bande)

Sein Museum ist einzigartig in Deutschland. Es ist das „Museum für belgische Streitkräfte“. Wie kam es dazu? Als erfolgreicher Kaufmann fand Burkhard Schnettler schnell Kontakt zu den belgischen Streitkräften, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland auch in Soest stationiert waren. Er entwickelte nicht nur eine Freundschaft zu den angehörigen Familien, sondern auch eine Faszination für die deutsch-belgische Geschichte. Er sammelte Erinnerungsstücke aus der Zeit der Stationierung der Einheiten nicht nur in Soest, sondern in ganz Nordrhein-Westfalen. 1976 gründete er dann schließlich in seinem Wohnhaus das Museum, dessen Ausstellungsstücke sich anfangs noch im Treppenhaus und unterm Dach befanden. 2006 zog er dann mit den Exponaten der Garnison Soest in die Adam-Kaserne um. Und 2008 wurde das Museum auf 532 Quadratmeter erweitert. Zu sehen sind heute Exponate aus belgischen Garnisonen in Deutschland, zu Ursachen der Besatzung im Ersten Weltkrieg, zur Rhein-Ruhrbesetzung, dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg. Das Museum fasziniert Besucher aller Altersgruppen. Finanziert wird es allein durch das Eintrittsgeld und das Engagement der Eheleute Schnettler.

Sein ehrenamtliches Wirken hat darüber hinaus die Freundschaft zwischen Belgiern und Deutschen in der Stadt Soest vertieft. Herr Schnettler wurde von belgischer Seite mehrfach geehrt; so wurde er 1999 zum Ritter im Belgischen Kronenorden ernannt und 2001 zum Ehrengrenadier der Königlich Belgischen Grenadiersvereinigung. 2008 zeichnete die Nationale Vereinigung Berufssoldaten und Wehrpflichtige von Belgien ihn mit ihrem „Stern“ aus.
Sein Geschichtsbewusstsein und sein Beitrag für die Völkerverständigung verdient unsere besondere Anerkennung.

Dr. Alexander Schröder-Frerkes, Meerbusch (Verdienstkreuz am Bande)

Sein Blick ging schon immer über den großen Teich: Seit 1994 engagiert sich Herr Dr. Alexander Schröder-Frerkes bei der Amerikanischen Handelskammer, einer unabhängigen, privaten Organisation, die den Wirtschaftsstandort Deutschland und die deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen fördert. Als Vorsitzender ist er immer an erster Stelle, wenn des darum geht, die Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen amerikanischen und deutschen Geschäftsstrategien sowie den politischen und juristischen Rahmenbedingungen zu erklären. Engagiert wirbt er neue Mitglieder, um das Netzwerk weiter auszubauen. Mit seinem ausgleichenden Wesen fördert er den Zusammenhalt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Dank seiner Werbung gelang es, die Zahl der Teilnehmer an Neujahrsempfängen von 100 im Jahr 1995 auf aktuell mehr als 500 jedes Jahr zu erhöhen.

Seit etwa zehn Jahren begleitet Herr Schröder-Frerkes auch Delegationen - insbesondere der Stadt Düsseldorf - auf Reisen in die USA, die er durch Seminare und Veranstaltungen mit Teilnehmern aus Politik, Lehre und Industrie bereichert. Seither baut er ein Austauschforum für Praktikanten und Berufsanfänger zwischen den USA und Deutschland auf. Er überzeugt Unternehmen, Stellen dafür zur Verfügung zu stellen und wirbt um Zusammenarbeit mit Universitäten und Politikern.
Einen gewissen amerikanischen Sportsgeist zeigt er auch als Anhänger der Basketball-Bundesliga: Als 2008 der Verein der „Bayer Giants Leverkusen“ ohne Hauptsponsor dastand, siedelte er das Team in die Landeshauptstadt um, gab ihm den Namen „Düsseldorf Giants“ und konnte so die Bundesligalizenz retten. Er entwickelte eigens ein Konzept für eine Giants-Stiftung. Sie fördert heute benachteiligte Jugendliche.

Sein Engagement für die deutsch-amerikanische Freundschaft und die Förderung junger Erwachsener ist außerordentlich. Dafür danken wir Herrn Schröder-Frerkes in besonderer Weise.

Gesine Wellhausen, Meerbusch (Verdienstkreuz am Bande)

Gesine Wellhausen ist eine Kommunalpolitikerin mit Leib und Seele. 1979 wurde sie in den Rat der Stadt Meerbusch gewählt und vertritt hier seitdem die FDP in den verschiedensten Gremien. Heute ist sie Vorsitzende der Ratsfraktion.

Treibende Kraft ihres Engagements waren ihre drei Kinder: 1971 trat Frau Wellhausen einer Elterninitiative bei und engagierte sich ehrenamtlich beim Aufbau eines Kindergartenbetriebes in Meerbusch-Bösinghoven. Jahrelang war Frau Wellhausen Mitglied des Redaktionsteams der „Kindergartenzeitung“, die seit 1977 zweimal im Jahr erscheint und Eltern über das Geschehen in den Einrichtungen informieren will. Frau Wellhausen gehörte der Redaktion bis 1997 an.
Die Freizeitangebote Ende der 70er Jahre waren knapp, eine Hausaufgabenbetreuung für Schulkinder gab es ebenfalls nicht. Deshalb gründete Frau Wellhausen zusammen mit anderen Eltern 1977 den Verein „Freizeitspatzen“, der 1979 die Anerkennung als Träger der Freien Jugendhilfe erhielt. Frau Wellhausen war und ist erste Vorsitzende des Vereins.

Ihr Engagement gilt überdies dem Förderverein Haus Meer. Es handelt sich um einen gemeinnützigen Förderverein, der das denkmalgeschützte „Haus Meer“ zu einem städtischen kulturellen Identifikationspunkt entwickeln will. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz hat Frau Wellhausen besonders den Familien in Meerbusch mehr Lebensqualität geschenkt. Das verdient besondere Anerkennung.

Professor Dr. Horst Ziegler, Paderborn (Verdienstkreuz am Bande)

Bei Herr Professor Horst Ziegler verbinden sich naturwissenschaftliche und musische Interessen auf einzigartige Weise. Er hat Maßstäbe gesetzt: Sowohl in der Physik als auch im kulturellen Leben Paderborns. Bereits 1976 baute er das erste Prozessrechner-Netzwerk an der Universität Paderborn auf. Dies gilt als Grundlage für die Universität der Informationsgesellschaft von heute. Herr Ziegler engagierte sich außerdem für die Entwicklung eines internationalen Kommunikations-Verfahrens und etablierte es als Standard für Wärmezähler in Europa. Sein Name ist eng mit der europäischen Normierung von Verbrauchsmessgeräten im Jahr 2000 verbunden.

In außergewöhnlichem Maße sorgte er durch seine praxisnahe Arbeit und intensive Unterstützung dafür, dass sich Absolventen seiner Arbeitsgruppe eine wirtschaftliche Existenz schaffen konnten und garantierte somit einen vorbild¬lichen Wissenstransfer zwischen Universität und Industrie.

Einen erheblichen Teil der Einnahmen aus seinen Patenten spendet Herr Professor Ziegler seit 1996 für Musikstiftungen. Gemeinsam mit seiner Frau gründete er 1996 die Kirchenmusik-Stiftung Paderborn und fünf Jahre später die Musikstiftung Paderborn. 2005 kam die Kirchenmusikstiftung Ziegler hinzu. Er setzt sich persönlich für die Ziele der Stiftungen ein und ermutigt immer wieder Veranstalter, die regionale Kultur der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Er gestaltete das Festival „Musica Sacra Paderborn“ maßgeblich mit. Auch Projekte des Kulturfestivals „Dalheimer Sommer“ werden von ihm unterstützt. Mit dem Kloster Dalheim verbindet ihn zusätzlich sein Engagement für das erste europäische Museum für Klosterkultur. Seit November 2003 ist Herr Ziegler Mitglied des Kuratoriums der Bürgerstiftung Paderborn. Selbst die Studiobühne und das Hochschulorchester der Universität Paderborn haben Herrn Ziegler als Förderer gewinnen können. Diesem außerordentlichen Einsatz für Kunst und Kultur in unsrem Land – insbesondere für die Kirchenmusik – gebührt unsere besondere Anerkennung.

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