Ministerpräsident Rüttgers überreicht Verdienstorden

30. September 2009

Ministerpräsident Rüttgers überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 14 Bürgerinnen und Bürger: „Es ist wichtig, dass es Menschen wie Sie gibt!“

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat heute den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 14 Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt. In einer Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei dankte der Ministerpräsident den Ausgezeichneten.

Werner Franz Hahn, Hagen (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Im Theater wirklich etwas zu bewegen – dazu bedarf es großen Engagements und großen Talentes. Herr Werner Franz Hahn zeigt das seit 1982 am Theater in Hagen.

Durch sein Bemühen wurde 2001 offiziell eine eigene Sparte des Kinder- und Jugendtheaters in Hagen eröffnet. Ein Jugendtheater als Investition für die Jugend und als einzig möglichen Weg, die Sparte Theater für kommende Generationen lebendig zu erhalten: dieser Überzeugung von Werner Franz Hahn folgten alle Theaterfreunde in Hagen.

Zwei Jahre später konnte im Neubau des Theaters Hagen die neue Spielstätte „LUTZ – junge Bühne hAGEN“ eröffnet werden. Bezahlt wurde sie ausschließlich von Sponsoren und Privatpersonen, die sich von seiner Vision begeistern ließen. Künstlerisch konnte Werner Franz Hahn mit dem Eröffnungsstück Zeichen setzen. Er konnte als Autoren mit Lutz Hübner den meistgespielten deutsche Autor für Jugendstücke gewinnen. Einem überwältigenden Erfolg in Hagen folgten Übersetzungen in ganz Europa. Darüber hinaus nahm ein interkontinentaler Austausch mit Brasilien Gestalt an.

Der Erfolg von Werner Franz Hahn beruht auf dem direkten Zugang zu den Problemen der Heranwachsenden. Damit gelingt ihm auch die Nachwuchswerbung, für die er sich direkt zum Beispiel an Schulen engagiert. Jugendarbeitslosigkeit, Integration, verschiedene Religionen: Er engagiert sich in da, wo unsere Gesellschaft ehrenamtliches Engagement am dringendsten braucht, und er setzt es auf hohem künstlerischem Niveau um.

Dafür gebührt Ihnen unser Dank und Anerkennung.

Dietmar Hecht, Ahlen (Verdienstkreuz am Bande)

Das eigene Herzensanliegen der christlich-jüdischen Zusammenarbeit gerade der Jugend zu vermitteln ist das Verdienst von Herrn Dietmar Hecht.

Er ist aktives Gründungsmitglied der Ahlener „Woche der Brüderlichkeit“. Seine Projekte zeichnen sich durch ihre Innovationen aus. Seine Freude am Experimentieren und an zeitgemäßen Vermittlungsformen hatte er schon zuvor als Lehrer unter anderem für katholische Religion bewiesen. Der von ihm organisierte Kontakt mit Israel wuchs so zu einem Projekt heran, in dem Juden, Moslems und Christen zusammenarbeiten.

Nach dem Fall der Mauer konnte Dietmar Hecht erste Kontakte mit einem Lyzeum in Siebenbürgen zu einer Schulpartnerschaft ausbauen. Die Schüler einer der Austausche wurden für ihre Fotos zum Thema „Industrie – Natur in Nordrhein-Westfalen und Siebenbürgen“ von der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet. Auch andere Begegnungen verfolgten Fotoprojekte oder musikalische Themen. Sie wurden möglich, weil Dietmar Hecht viele private Stunden dafür aufwendete.

Vor zehn Jahren initiierte Herr Hecht noch einmal ein Projekt in einer neuen Region. Es fing mit Email-Kontakten mit einem Gymnasium in Serbien an. Daraus wuchs eine Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkriegs, die serbische und deutsche Schüler gemeinsam in Ahlen gestalteten. Von 2005 bis 2007 stand diesem Projekt eines mit der Flüchtlingshilfe Gracanica zur Seite. Es half Frauen, die beim Massaker in Srebrenica traumatisiert worden waren.

Diemtar Hecht ist weit über seinen Lehrerberuf hinaus für unsere Gesellschaft aktiv. Dabei ist er vor allem ein wahrer Pädagoge: Ein Mensch, der die Kinder und Jugendlichen anleitet, und zwar als Vorbild.

Dafür verdient er unsere Anerkennung.

Dieter Henrici, Arnsberg (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Herr Dieter Henrici ist ein Unternehmer im besten Sinne, denn er unternimmt auch etwas über das eigentliche Unternehmen hinaus, in dem er lange Geschäftsführer war. Bereits 1992 erhielt er für seinen Einsatz das Verdienstkreuz am Bande.

Bis 2008 war er nicht nur Präsident der IHK Hellweg-Sauerland. Er engagierte sich weiter auf Landes- und Bundesebene für die Industrie- und Handelskammern, beispielsweise bis 2004 im Industrieausschuss des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Auf Landesebene trug er maßgeblich zur Gründung einer Projektgesellschaft bei, die Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen bei ihrer Präsentation auf Messen im Ausland unterstützt.

Sein erfolgreiches Wirken reicht noch weiter. So entwickelte er seit 2001 im „Zukunftsrat NRW“ Zukunftsstrategien für Nordrhein-Westfalen. Hervorzuheben ist auch sein Einsatz dafür, dass im Zusammenwirken aller Akteure jeder ausbildungswillige Jugendliche auch eine Berufsausbildung erhält.

Dieter Henrici hat sich immer auch für seine Region stark gemacht. 2004 erhielt er so den Vorsitz des Lenkungskreises der Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland. Hier ist er entschlossen für eine gemeinschaftliche Wirtschafts-, Struktur- und Arbeitsmarktpolitik der beiden Kreise eingetreten. Auch dafür verlieh ihm vor zwei Jahren die Stadt Arnsberg die Ehrenbürgerschaft.

Für seine fortgesetzten Verdienste um ein Zusammengehen von Wirtschaft und Gesellschaft wird Dieter Henrici mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet.

Dr. Baldur Hermans, Essen (Verdienstkreuz am Bande)

Pfadfinder zu sein ist immer auch ein soziales Projekt. Herr Dr. Hermans hat es Jugendlichen in Borbeck, in Essen und auf der ganzen Welt mit ermöglicht, in diesem Sinne gute Pfadfinder zu sein.

Seit 1971 leitet Dr. Hermans das bischöfliche Jugendamt in Essen, und von 1989 bis zu seinem Ruhestand vor fünf Jahren dann das Dezernat für gesellschaftliche und weltkirchliche Aufgaben im Bistum Essen. 1989 war er schon seit 40 Jahren Pfadfinder in der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg. In vielfältigen Ämtern und Positionen war er dort für die Kameraden aktiv. Beispielsweise in der Ausbildung von Gruppenleitern. Hier setzte er sich besonders für die Jugendbildungsstätte Don Bosco seiner Pfadfinderschaft in Essen ein.

Dass Freundschaft keine Grenzen kennt, und erst recht nicht für Pfadfinder, das beweist auch der Lebensweg von Dr. Hermans. Von 1985 bis 2004 war er der Aus­landsbeauftragte seiner Pfadfinderschaft. In dieser Zeit kam es zu Partnerschaften mit katholischen Pfadfinderschaften in Afrika und Bolivien, und mit arabischen Gruppen in Israel und Jordanien. Nach dem Fall der Mauer unterstützte er den Aufbau von Pfadfinderverbänden in Osteuropa.

Parallel wirkte Dr. Hermans für seinen katholischen Glauben, so als Konsultor des Päpstlichen Laienrates, in der Stiftung „Lumen Gentium“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken für die Evangelisation, aber auch ganz einfach im Kirchenvorstand der Gemeinde Paulus in Essen.

Dr. Hermans hat auf fünf Weltpfadfindertreffen Brücken gebaut über Grenzen hinweg, von Mensch zu Mensch, ohne Ansehen des sozialen Status oder der Herkunft. Es ist dieser Geist, der seine Arbeit auszeichnet.

Heute sprechen wir Ihnen unsere Anerkennung für Ihr Wirken aus.

Prof. Dr. Dr. h. c. Paul-Reiner Körfer, Bad Oeynhausen (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Ärzte helfen anderen Menschen schon aufgrund ihres Berufsverständnisses. Professor Dr. Dr. h. c. Paul-Reiner Körfer ist weit darüber hinaus gegangen. Das hat das Land schon 2005 mit einem Landesverdienstorden gewürdigt.

Seit jetzt 25 Jahren ist Herr Professor Körfer Direktor der Klinik für – ich sage es vereinfacht - Herz und Lunge des Herz- und Diabeteszentrums Nordrhein-Westfalen. Er arbeitet in Bad Oeynhausen an zwei Themen gleichzeitig: Zum einen steht Professor Körfer für medizinische Spitzen­leistungen, die die Klinik zu einer international führenden Institution gemacht haben – und das in den Bereichen, die wegen des demographischen Wandels besonders wichtig sind, bei den Herz-, Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen.

Professor Körfer achtet dabei gleichzeitig auf die menschliche Nähe, die eine innovative Medizin wirklich wertvoll macht. Bei ihm wird der Patient als Partner von Anfang an in die Behandlung mit einbezogen. Dazu gehört auch die Vorreiterrolle der Klinik in der Telemedizin, für die 2003 ein eigenes Institut gegründet wurde. Sie ermöglicht eine bessere Betreuung der Patienten.

Technologisch hat er wegweisende Implantate entwickelt, insgesamt bereits 20 Systeme. Jedes hilft, die Wartezeit auf ein Spenderherz verlängern zu können. Konsequent ist daher sein Engagement für Organspenden, für die er mit Vorträgen und Schirmherrschaften ehrenamtlich wirbt.

Sein Wirken reicht über Deutschland hinaus bis zur medizinischen Ausbildung in der Ukraine und in Indonesien, die er teils selbst finanziert hat. Ein weiteres Engagement für den Kinderreitsport und für die Philharmonische Gesellschaft Ostwestfalen-Lippe zeugen von seinem Einsatz für die Region und für seine Heimatverbundenheit.

Für sein andauerndes Engagement insbesondere für eine innovative Medizin im Dienste des Menschen verdient Herr Professor Körfer unsere Anerkennung und das Verdienstkreuz.

Dr. Willy Rellecke, Warstein (Verdienstkreuz 1. Klasse)

Herr Dr. Willy Rellecke hat über Jahrzehnte mit großem Erfolg den kulturellen Austausch mit den Nahen Osten befördert.

Von 1979 bis vor sechs Jahren war Herr Dr. Rellecke Generaldirektor einer libanesischen Bank in Beirut. Das war keine einfache Zeit: Über viele Jahre prägten Zerstörung und Gewalt das Bild. Das nahm Dr. Rellecke nicht einfach hin. Regel­mäßig lud er junge deutsche Musiker zu Konzerten ein. Besonders nennen möchte ich das Benefiz-Konzert der Wiener Symphoniker von 1983. Dieses erste große Kulturereignis nach sieben Jahren Bürgerkrieg vereinte für einen Abend vorherige Kontrahenten. Der Gewinn von fast einer halben Million Deutscher Mark spendete Dr. Rellecke für verwaiste und behinderte libanesische Kinder.

1998 wurde ein anderes ganz besonderes Benefiz-Konzert aufgeführt: Das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart spielte zusammen mit 120 Sängern der Stiftung Podium Junger Musiker für das Deutsche Archäologische Institut. Mit dieser Unterstützung konnte es das Museum in Baalbek eröffnen.

Die Stiftung Podium Junger Musiker hatte Dr. Rellecke 1994 mit eigenem Kapital gegründet, um Musiker bei Warstein auf den Eintritt in den Beruf vorzubereiten. Immer stand dort der Austausch mit Musikern aus Arabien mit auf dem Programm. Daraus wuchsen Kontakte auch mit Syrien heran. So hat Dr. Rellecke die deutsche Musikkultur im Nahen Osten ganz im Sinne der deutsch-arabisch Völker­verständigung und der Mitmenschlichkeit bekannt gemacht.

Sein Einsatz für die deutsche evangelische Gemeinde in Beirut, für die Archäologie im Libanon und im bayrischen Landespräsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen zeugt von einem umfassend engagierten Menschen.

Dies würdigen wir mit dem Verdienstkreuz.

Christa Schulte, Paderborn (Verdienstkreuz am Bande)

Die „Seele des Vereins“ wird Christa Schulte von den Mitgliedern des Blindenvereins Paderborn genannt.

Seit Jahrzehnten unterstützt Christa Schulte die Vereinsarbeit. Anfangs begleitete sie die blinden und sehbehinderten Vereinsmitglieder bei Ausflügen, dann übernahm sie die Aufgaben einer „sehenden Helferin“ und fuhr Vorstandsmitglieder zu Delegiertenversammlungen, Konferenzen und Seminarveranstaltungen.

Christa Schule führt Beratungsgespräche und ist für die Vereinsmitglieder oft die erste Ansprechpartnerin. Mit ihrer einfühlsamen, sympathischen Art und ihrer praktischen Denkweise zeigt sie den Betroffenen neue Möglichkeiten auf, mit ihrer Behinderung umzugehen. Immer bereichert ihre gute Laune das Vereinsleben.

Mit dem gleichen Engagement übernimmt Christa Schulte die Büroarbeiten des Vereins und betreut bei Veranstaltungen den Informationsstand. Sie organisiert seit 1991 die monatliche Kaffeetafel und unterstützt sie auch ganz einfach mit ihrem Kuchen. Für die jüngeren Vereinsmitglieder veranstaltet Christa Schulte einen Stammtisch und initiierte eine Blindensportgruppe. Um noch besser helfen zu können, hat sie an einer umfangreichen Qualifizierung für ihr Ehrenamt teilgenommen.

Christa Schulte sah, wo sie helfen konnte, und engagierte sich. Die Menschlichkeit unserer Gesellschaft hängt von dieser Hilfsbereitschaft, und zwar gerade dieser ganz praktische Hilfe vor Ort ab.

Für ihren großen Einsatz verdient Christa Schulte, die Seele des Blindenvereins Paderborn, unsere Anerkennung.

Josef Wilp MdL, Rheine (Verdienstkreuz am Bande)

Mit Herrn Abgeordneten Josef Wilp ehren wir heute einen zweiten Pfadfinder, weil er sich für die Menschen in seiner Heimat über Jahrzehnte ganz konkret eingesetzt hat.

Herr Wilp gründete 1958 die Gruppe der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in Rheine. Er stand ihr bis 1973 vor. In ihrem Geist ist er in Rheine aktiv nach dem Motto: Der Gemeinschaft mehr zurückzugeben, als man von ihr selbst empfängt.

So handelte er als Schulleiter an einer Hauptschule, und seit 1993 als Abgeordneter im Landtag. Das gilt aber besonders für sein ehrenamtliches Engagement.

1960 war er ein Gründungsmitglied der Jungen Union in Mesum, damals noch bei Rheine. In der CDU füllte er in Ort und Kreis verschiedene Ämter aus, und ist seit 1975 Ratsmitglied der Stadt Rheine. Dort war er 25 Jahre lang Vorsitzender und dann Ehrenvorsitzender der Fraktion.

In seinen Ämtern unterstützt der Abgeordnete Wilp seine Heimat vorbildlich. Ganz konkret vor Ort kämpfte er für eine Turnhalle in Mesum. Seit über 25 Jahren ist er für die kulturelle Begegnungsstätte Kloster und Schloss Bentlage unterwegs und kümmert sich insbesondere um ihre Restaurierung. Er setzte sich außerordentlich für eine entsprechende Stiftung ein, die 2001 gegründet werden konnte. Ganz besonders möchte ich seinen Einsatz für eine private Fachhochschule hervorheben, die Mathias Hochschule Rheine, die am 13. August vom Land Nordrhein-Westfalen die staatliche Anerkennung erlangt hat. Hier können sich seit diesem Semester junge Menschen in den wichtigen Gesundheitsdisziplinen, aber auch in den Disziplinen Wirtschaft und Technik einen Vorsprung für ihr Leben und für Rheine erarbeiten.

Der ehrenamtliche Einsatz von Herrn Abgeordneten Wilp verdient unsere Anerkennung.

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