Ministerpräsident Rüttgers: „Nordrhein-westfälisches Know-how gefragt“

15. September 2009

Ministerpräsident Rüttgers: „Nordrhein-westfälisches Know-how gefragt“ / Ministerpräsident Rüttgers führt in Abu Dhabi Gespräche mit Gesundheits- und Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate

„Der Technologiebedarf und das Kapital von Abu Dhabi muss mit dem nordrhein-westfälischen Know-how zusammengeführt werden.“ Das forderte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers heute in Abu Dhabi nach seinen ersten Gesprächen.


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Die Staatskanzlei teilt mit:

„Der Technologiebedarf und das Kapital von Abu Dhabi muss mit dem nordrhein-westfälischen Know-how zusammengeführt werden.“ Das forderte Ministerpräsident Jürgen Rüttgers heute (15. September 2009) in Abu Dhabi nach seinen ersten Gesprächen. „Der Bedarf an Energie­technologie, vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien, und in der Gesundheitswirtschaft in den Emiraten ist beeindruckend. Abu Dhabi hat dabei ein enormes Potenzial an Kapital, um Investitionen in diesen Bereichen zu realisieren. Wir in Nordrhein-Westfalen haben modernste Technologien auf diesen Gebieten. Das müssen wir jetzt zusammen führen. Unser Land muss stärkere Präsenz auf diesem Zukunftsmarkt zeigen. Entscheidend in der nächsten Zeit wird sein, diese Zusammen­arbeit zu organisieren.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident hat gemeinsam mit Ver­tretern der Wirtschaft zum Auftakt seines viertägigen Besuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) erste politische Gespräche geführt. Am Vormittag traf er zunächst mit dem Gesundheitsminister der VAE, Dr. Hanif Hassan Ali, zusammen. Im Anschluss beriet er sich mit dem Minister für Energie, Mohammed bin Dah’en al Hamili. Gesundheits- und Energiepolitik sind zwei zentrale Bereiche, in denen der Ausbau der gegenseitigen Beziehungen besonders vielversprechend ist. Ein Schwerpunkt der Gespräche lag auf der Zusammenarbeit bei Erfor­schung und Entwicklung von Zukunftstechnologien für erneuerbare Energien.

Zuvor hatte Rüttgers mit Vertretern der nordrhein-westfälischen Wirt­schaftsdelegation ein Gespräch mit dem Staatsfond Mubadala von Abu Dhabi geführt. Das Unternehmen verwaltet ein Portfolio in Höhe von mehr als zehn Milliarden US-Dollar in den Bereichen Energie, Luft- und Raumfahrt, Immobilien, Gesundheitswesen, Hightech, Infrastruktur und Dienstleistungen. Die Anlagestrategie des Staatsfonds Mubadala basiert hauptsächlich auf langfristigen und kapitalintensiven Investitionen mit starken Renditen. Vorstandsvorsitzender ist Kronprinz Mohammed bin Zayed al Nahyan, ein Bruder des Herrschers von Abu Dhabi und Vorsitzender des Exekutivrates von Abu Dhabi. Der Fonds Mubadala übernimmt wichtige Funktionen mit Blick auf die wirtschaftliche Ent­wicklung von Abu Dhabi. So stellt er die öffentliche Finanzierung der Öko-Stadt Masdar City vollständig zur Verfügung.

Waleed al Muhairi, Mitglied des Vorstandes dieses Fonds, hat die nordrhein-westfälische Delegation auf sein breites Spektrum an Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten hingewiesen. Neben Investitionen in den Bereichen Ökologie und natürliche Ressourcen, wie Wasser und erneuerbare Energien, gibt es auch eine Reihe von interes­santen industriellen Beteiligungen. Hierzu zählen beispielsweise die Gesundheitswirtschaft, Bildung und Ausbildung. Abu Dhabi setzt beson­ders auf die hohe Qualifikation in seiner Gesellschaft. Hier ist Nordrhein-Westfalen noch vergleichsweise wenig engagiert. Jetzt geht es darum, bei uns auf dieses Potenzial hinzuweisen.

Eine erste Möglichkeit dazu besteht mit dem Besuch des Wissen­schaftsministers Scheich Nahyan bin Mubarak al Nahyan, einem Mitglied der königlichen Familie. Er hatte am gestrigen Abend (14. September 2009) Ministerpräsident Jürgen Rüttgers kurzfristig zum traditionellen Fastenbrechen eingeladen. Bei dieser Gelegenheit sprach der Ministerpräsident seine Einladung nach Nordrhein-Westfalen aus. Scheich Nahyan hat diese angenommen und will sobald wie möglich Deutschland besuchen.

Beim Gespräch mit dem Fond Mubadala und weiteren Konsultationen mit Vertretern des Emirats wurde auch die Perspektive eines gemein­samen Engagements von Abu Dhabi mit der nordrhein-westfälischen Wirtschaft auf Drittmärkten erörtert. Auch hier soll Kapital aus den Emiraten mit deutschem Wissen und Technologie aus Nordrhein-Westfalen zusammengeführt werden, um Investitionen in Drittländern zu realisieren und neue Märkte zu erschließen. Dabei wird insbesondere an Märkte im asiatischen Raum gedacht. Die Vertreter der Wirtschaft begrüßten diese Perspektive.

Bei seinem Gespräch mit Gesundheitsminister Dr. Hanif Hassan Ali bekundeten die Vertreter des Emirates ein großes Interesse an einer Kooperation mit der nordrhein-westfälischen Gesundheitswirtschaft und der modernen Medizintechnologie. Dr. Hassan Ali wies auf gute Erfah­rungen mit der deutschen Industrie hin. Sowohl bei der Behandlung in Deutschland als auch mit der Ausbildung und dem Austausch von wis­senschaftlichen Erkenntnissen habe man zwar gute Erfahrungen, aber das Potenzial der Kooperation sei keineswegs ausgeschöpft. Die Mög­lichkeiten eines stärkeren Ausbaus sowohl bei der Ausbildung junger Ärzte als auch des Pflegepersonals von Abu Dhabi in Deutschland und gemeinsame Projekte auf dem Gebiet der Medizintechnologie wurden vom Ministerpräsidenten und dem Gesundheitsminister ausführ­lich diskutiert. Potenzial wird insbesondere bei der Gesundheitstech­nologie gesehen – nicht nur was die Beschaffung, sondern auch was die Betreuung, Wartung und Ausbildung anbelangt. Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal soll nicht nur, wie bislang überwiegend, in Deutschland erfolgen. Dies soll verstärkt auch in Abu Dhabi gesche­hen.

Die VAE sind als Gesundheitsmarkt für Deutschland und Nordrhein-Westfalen schon seit längerem von großer Bedeutung. Zahlreiche Emiratis kommen zu Operationen und zur Kur nach Deutschland. Die VAE auf der anderen Seite wollen sich als weltweit anerkannter Gesundheitsstandort etablieren und sind daher auch für deutsche Investoren und Dienstleister attraktiv. So ist die Gesundheitsmesse Arab Health mittlerweile die zweitgrößte Gesundheitsmesse auf der Welt – nach der MEDICA in Düsseldorf. Mit 351 deutschen Ausstellern (2009) ist die Arab Health auch die Auslandsmesse mit der weltweit größten deutschen Beteiligung. Im Januar 2009 präsentierten sich hier 47 Aus­steller aus Nordrhein-Westfalen.

Mit Energieminister bin Dah’en al Hamili erörterte der Ministerpräsident Fragen der Energie- und Ressourcenpolitik sowie der Energiewirtschaft. Im besonderen Fokus standen die Potenziale für die Zusammenarbeit von Nordrhein-Westfalen und den VAE bei der Erforschung und Ent­wicklung moderner Energietechnologien. „Erneuerbare Energien sind der Schlüssel für die Energieversorgung unserer Zukunft. Dies gilt ökologisch als auch ökonomisch. Die VAE und Nordrhein-Westfalen verfolgen hier ähnliche Ziele. Die zu bewältigenden technologischen Herausforderungen sind eine große Chance für die Zusammenarbeit unserer Länder“, so Rüttergs.

Bin Dah’en al Hamili schilderte der deutschen Delegation das energie­politische Konzept der VAE. Dieses sieht eine stärkere petrochemische Nutzung der Ölreserven vor, die noch einige Jahrzehnte wirtschaftlich gefördert werden können. Auch die Gasreserven stehen nicht unbe­grenzt zur Verfügung. Zur Energieversorgung setzt das Land daher zunehmend auf erneuerbare Ressourcen, vornehmlich die Sonne. Aber auch für Windkraft gibt es wegen der Nähe zum Meer größeres Interesse. Als Pilotprojekt wird gegenwärtig die Öko-Stadt Masdar City bei Abu Dhabi errichtet. Sie soll zu 90 Prozent mit Solarenergie versorgt werden. Nordrhein-westfälische Firmen und Forschungseinrichtungen bieten hier als Kooperationspartner besonders großes Potenzial, etwa Solarworld (Bonn) und RWE (Essen) sowie das Solarinstitut Jülich und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit seinem Schwerpunkt Energieforschung. Die Repräsentanten dieser Firmen wiesen in dem Gespräch auch auf einzelne konkrete Kraftwerksprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien hin. Ministerpräsident Rüttgers wird Masdar City am Donnerstag besuchen.

Am heutigen Nachmittag stand noch ein Besuch bei Innenminister Generalleutnant Scheich Saif bin Zayed al Nahyan, Mitglied der könig­lichen Familie und stellvertretender Premierminister der VAE, sowie eventuell weitere politische Gespräche auf dem Programm.

Ministerpräsident Rüttgers besucht die VAE vom 14. bis zum 17. September. Er wird begleitet von einer hochrangigen Delegation von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Stationen der Reise sind die beiden Emirate Abu Dhabi und Dubai. Rüttgers ist der erste nordrhein-westfälische Ministerpräsident, der die VAE besucht. Ziel der Reise ist es, die wirtschaftlichen und politischen sowie die wissenschaft­lichen und kulturellen Beziehungen zwischen den VAE und Nordrhein-Westfalen zu vertiefen. Der Ministerpräsident wird hierbei auch um Investitionen in die klassischen Schlüsselindustrien sowie die Hoch­technologie-Unternehmen unseres Landes werben.

Pressemitteilung vom 12.09.2009 zur Reise

Pressemitteilung vom 13.09.2009 zur Reise

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