Ministerpräsident Rüttgers verleiht Richeza-Preis an Wladyslaw Bartoszewski

3. September 2009

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verleiht Richeza-Preis an Wladyslaw Bartoszewski

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird heute den Richeza-Preis an den ehemaligen polnischen Außenminister, Histo­riker und Publizisten Wladyslaw Bartoszewski verleihen. Die Verleihung des Richeza-Preises gilt als Höhepunkt der Woche der deutsch-polni­schen Freundschaft, die vom 30. August bis 6. September 2009 in der Abtei Brauweiler auch im Gedenken an den deutschen Überfall auf Po­len vor 70 Jahren stattfindet. Im Vordergrund steht dabei die Aussöh­nung und Verständigung im Dialog mit Polen.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird am Freitag (4. September 2009) den Richeza-Preis an den ehemaligen polnischen Außenminister, Histo­riker und Publizisten Wladyslaw Bartoszewski verleihen. Die Verleihung des Richeza-Preises gilt als Höhepunkt der Woche der deutsch-polni­schen Freundschaft, die vom 30. August bis 6. September 2009 in der Abtei Brauweiler auch im Gedenken an den deutschen Überfall auf Po­len vor 70 Jahren stattfindet. Im Vordergrund steht dabei die Aussöh­nung und Verständigung im Dialog mit Polen.

Der Richeza-Preis wurde von der Landesregierung gestiftet und wird nun zum ersten Mal verliehen. Er geht an Persönlichkeiten mit heraus­ragenden Verdiensten um die deutsch-polnische Verständigung. Dotiert ist er mit 10.000 Euro. Der Preis ist Ausdruck der hohen Bedeutung, welche die Landesregierung der Pflege der freundschaftlichen Bezie­hungen zwischen Polen und Nordrhein-Westfalen beimisst. Der Preis trägt den Namen der polnischen Königin Richeza aus dem 11. Jahrhun­dert. Sie stammte aus dem rheinischen Adelsgeschlecht der Ezzonen und war Förderin der Abtei Brauweiler bei Köln.

„Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es eine Bewegung unter dem Motto: ‚Nie wieder Krieg’. Und das ist für uns in Europa nach wie vor eine wich­tige Aufgabe“, so Ministerpräsident Rüttgers in Bezug auf den Kriegbe­ginn vor 70 Jahren. „Wir haben mit der europäischen Einigung ge­schafft, dass wir überall Frieden in Europa haben, dass die Wiederver­einigung stattfinden konnte mit der Zustimmung aller unserer Nachbarn, dass die Polen heute Freunde sind und keine politischen Gegner mehr. Daran müssen wir weiterarbeiten. Das muss immer wieder gesichert werden, von Generation zu Generation“.

Der Richeza-Preis der Landesregierung Nordrhein-Westfalen

Preis für herausragende Verdienste um die deutsch-polnische Verstän­digung

Die Regierung des Landes Nordrhein-Westfalen hat im Juni 2009 die Stiftung des „Richeza-Preises“ für herausragende Verdienste um die deutsch-polnische Verständigung beschlossen. Die Höhe des grund­sätzlich teilbaren Preisgeldes beträgt 10.000 Euro.

Die Geschichte der Deutschen ist mit der ihrer polnischen Nachbarn auf das Engste verwoben. Diese gemeinsame Geschichte war lange Zeit von Feindschaft, Krieg und Vertreibung geprägt. Den traurigen Tiefpunkt dieses Verhältnisses hat Polen mit der Besetzung durch Nazideutsch­land erleiden müssen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben viele Menschen an der Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit und der Versöhnung zwischen beiden Völkern mitgewirkt, die mit der Aufnahme Polens in die Europäische Union im Jahr 2004 nicht nur formal, sondern auch in den Herzen der Menschen verankert ist.

Auch für Nordrhein-Westfalen ist der Beitrag zu Verständigung und Ver­söhnung ein zentrales Element in seinen Beziehungen zu Polen. Die Beziehungen des Landes Nordrhein-Westfalen zu Polen sind historisch begründet. Sie sind eng mit der Einwanderung polnischer Familien ver­bunden, die vor allem seit Ende des 19. Jahrhunderts in der Kohle- und Stahlindustrie Beschäftigung bei uns fanden. Mit der Zeit verschmolzen die Kulturen, ohne dass die Wurzeln vergessen wurden. Diese gelun­gene Integration ist ein wichtiger Teil der nordrhein-westfälischen Ge­schichte und zeichnet die enge Verbundenheit von Nordrhein-Westfalen zu Polen aus. Vor diesem Hintergrund wird der Pflege der freundschaft­lichen Beziehungen zwischen Polen und Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung beigemessen, die sich in der Stiftung des Richeza-Preises ausdrückt.

Um diese besondere Verbundenheit Nordrhein-Westfalens mit Polen auszudrücken trägt der Preis der Landesregierung Nordrhein-Westfa­lens für herausragende Verdienste um die deutsch-polnische Verständi­gung den Namen der polnischen Königin Richeza. Aus dem mittel-nie­derrheinischen Adelsgeschlecht der Ezzonen stammend, wurde Richeza im 11. Jahrhundert als Ehefrau Mieszkos II. Königin von Polen und damit zur Stammmutter einiger osteuropäischer Dynastien. Als Gönnerin der Abtei Brauweiler ist ihre Geschichte auch bei vielen Men­schen im Rheinland bekannt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Richeza als Symbolfigur zwischen Deutschen und Polen wieder entdeckt. Sowohl durch kirchliche Initiativen als auch staatlicherseits wurde Richeza seitdem immer wieder als Brücke nach Polen genutzt.

Die Richtlinien für die Vergabe des Richeza-Preises sehen vor:

  1. Der Richeza-Preis wird durch den Ministerpräsidenten verliehen.
  2. Ziel des Richeza-Preises ist die Würdigung herausragender Ver­dienste um die Verständigung zwischen Deutschland und Polen.
  3. Die Verleihung erfolgt in der Regel zweijährlich als Urkunde mit einer Medaille.
  4. Preisträger können deutsche oder polnische Einzelpersonen und Organisationen sein. Der Preis kann geteilt werden.
  5. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird nicht öffentlich ausge­schrieben. Eine Bewerbung ist ausgeschlossen.
  6. Zur Beurteilung der Leistungen, deren Anerkennung durch die Verleihung erwogen wird, beruft der Ministerpräsident eine Jury, die sich in der Regel aus sieben Personen, mindestens drei Po­len und drei Deutsche, zusammensetzt. Als siebtes Mitglied ge­hört der jeweils aktuelle Preisträger der Jury an.
  7. Die Jury ist unabhängig. Ihre Mitglieder üben ihre Tätigkeit ehren­amtlich aus und sind zur Verschwiegenheit verpflichtet.
  8. Die erstmalige Verleihung erfolgt im Jahr 2009.

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