Verleihung des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen

5. Oktober 2009

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verleiht den Verdienstorden des Landes an 15 Bürgerinnen und Bürger: „Sie machen aus Nordrhein-Westfalen ein Land der Vorbilder!“

"Sie machen aus Nordrhein-Westfalen ein Land der Vorbilder", sagte Ministerpräsident Rüttgers bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat heute (5. Oktober 2009) im Ständehaus (K21) in Düsseldorf, 15 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Der Ministerpräsident dankte den Ausgezeichneten für ihr Engagement: „Sie haben sich um das Land verdient gemacht. Das sagt sich leicht. Aber es erfordert unheimlich viel Kraft, Mut und Ideenreichtum. Damit machen Sie aus Nordrhein-Westfalen ein Land der Vorbilder. Sie haben Verantwortung übernommen. Für Kinder, für Arme, für Kranke, für die Kultur, den Naturschutz, für ein besseres Bildungssystem, für schönere Städte oder für die Verständigung zwischen den Kulturen. Sie gehören zu den Menschen, die tun, was sie sagen. Menschen, die dabei nicht nur an ihren eigenen Vorteil denken. Damit gehören Sie zur Elite, wie ich sie verstehe. Denn Sie setzen Maßstäbe für richtiges Tun.“

Der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ist im März 1986 gestiftet worden. Er wird an Bürgerinnen und Bürger aus allen Gruppen der Bevölkerung verliehen, deren außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit in allen Lebensbereichen erworben sein können. Die Zahl der Landesorden ist auf 2.500 begrenzt. In den 23 Jahren seines Bestehens sind insgesamt 1320 Bürgerinnen und Bürger mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet worden.
Mit dem Verdienstorden wurden ausgezeichnet:

·        Juan Allende-Blin, Essen
·        Helmut Arntz, Elsdorf
·        Clemens Bauer, Willich
·        Bettina Böttinger, Köln
·        Brigitte Borsdorf und Gilles Thibault, Düsseldorf
·        Titus Dittmann, Münster
·        Dr. Judith Esser Mittag, Düsseldorf
·        Helga Germakowski, Bochum
·        Professorin Gabriele Henkel, Düsseldorf
·        Fritz Kollorz, Recklinghausen
·        Hedwig Neven DuMont, Rösrath
·        Dr. h.c. Harry Radzyner, Düsseldorf
·        Dr. Ing. Edmund Spohr, Düsseldorf
·        Theodor Wüllenkemper, Mühlheim a.d.Ruhr

Die Laudationes im Wortlaut:

Juan Allende-Blin

Musik verbindet über alle Grenzen hinweg. Juan Allende-Blin zeigt mit seiner Arbeit: Musik ist auch ein Bindeglied über die Zeiten. Dafür hat er schon 1999 das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Seit vielen Jahren komponiert er Neue Musik. Damit steht sein Wirken unter dem Stern der ständigen Neuentwicklung von großen musikalischen Kenntnis­sen. Für seine Arbeiten ist er hier und weltweit ausgezeichnet worden. Immer wieder wurde seine ganz eigene musikalische Handschrift gewürdigt. Hier mag der Eindruck fortwirken, den Olivier Messiaen 1951 auf ihn machte.

Wir würdigen heute besonders den Einsatz Juan Allende-Blins für Musiker im Exil, für Musiker also, die teils nur noch in der Sprache der Musik mit ihrer Umwelt kommunizieren konnten. Er hat zahlreiche Werke emigrierter Musiker überhaupt erst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dank seiner Beharrlich­keit und seiner großen Kenntnisse ist verschollene Musik der 1920er und 1930er Jahre jetzt wieder zu hören und kann in neuen Stücken heutiger Musi­ker weiterleben.
Als Musikwissenschaftler hat Juan Allende-Blin zahlreiche Institutionen unter­stützt, insbesondere in Essen, aber auch mit landesweiter Wirkung. Neben der Philharmonie gehören dazu in Essen das Folkwang-Museum und die Alte Synagoge. Dabei lehrt er Neues über bekannte Komponisten wie Arnold Schönberg oder bringt Musiker wie Erich Itor-Khan wieder in die Öffentlichkeit.

Seine Arbeit spiegelt wider, wie Juan Allende-Blin um wenigstens die nach­trägliche Anerkennung ehemals verfolgter Musik kämpft. Das verdient unsere Anerkennung.

Helmut Arntz

Helmut Arntz engagiert sich seit Jahrzehnten für kranke Kinder. Es zeugt von großem Mut, sich so lange für dieses Thema mit seinen erschütternden Einzelschicksalen einzusetzen.

Bis zu seiner Pensionierung vor zwei Jahren war Helmut Arntz Lehrer, zuletzt als Leiter einer Gemeinschaftshauptschule. Schon mit 24 Jahren stiftete er als junger Lehrer den Erlös eines selbst geschriebenen Weihnachtsstückes der Lebenshilfe in Bergheim. So verfuhr er auch bei vielen Schulfesten, Theater­stücken und Konzerten, wobei er sich auch für die Altenhilfe der Kölnischen Rundschau stark machte.

Vor etwa zwanzig Jahren erkrankten zwei seiner Schüler an Krebs. Daraufhin wurden die Parodisten der von ihm 1974 gegründete Gruppe „De Brel­leschlange“ besonders für die Kinderkrebshilfe aktiv. Auch an seiner Gemein­schaftshauptschule initiierte er mehrere Projekte zur Unterstützung krebskran­ker Kinder. Dank seiner Hilfe konnten die Schüler zahlreiche Prominente über­zeugen, Kalender oder Poesiealben für einen guten Zweck zu gestalten. 2001 fügte Helmut Arntz seinem Engagement mit dem Verein Mukoviszidose e.V. einen neuen Baustein hinzu. Er wirbt für Spenden, veranstaltet selbst Be­nefizaktionen, regt andere dazu an und bringt seine Erfahrung ein.

Auch sein Faible für den Fußball hat er mit seinem Wunsch verknüpft, kranken Kindern zu helfen, auch durch die Forschung über ihre Krankheiten. Für zahl­reiche Benefizspiele konnte er bekannte Fußballspieler gewinnen. So kann er auf inzwischen über 250 karitative Aktionen zurückblicken, die oft deutlich fünf­stellige Beträge erbracht haben.  Wir wünschen Helmut Arntz, dass er seine großartige Arbeit für die Kinder weiter so erfolgreich fortführt. Er ist für uns alle in Vorbild.

Clemens Bauer

Clemens Bauer weiß als Zeitungsverleger, wie wichtig gute Informationen sind. Er weiß aber auch, dass es der erste Schritt ist zu wissen, wie man mit Infor­mationen umgeht. Er will dieses Wissen fördern.

Clemens Bauer hat als Vorsitzender Geschäftsführer der „Rheinischen Post“ das Vertrauen der anderen Zeitungsverleger in Nordrhein-Westfalen gewon­nen, die ihn 2002 zum Vorsitzenden ihres Landesverbandes wählten. Gleich­zeitig engagiert er sich ehrenamtlich in den Gremien des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft. Seine große Erfahrung bringt er beim ZDF in den Richtlinien- und Koordinierungsausschuss des Fernsehrates ein.
Vor vier Jahren erprobte er Möglichkeiten, die Lesekompetenz von Haupt­schülern zu stärken. 2006 und 2007 entstanden daraus die Projekte „Zeitung 4 you – Nachrichten für die Schule“ und „ZeitungsZeit – Nachrichten für die Schule“. 80.000 Schüler in 3.600 Klassen machten mit der Unterstützung aller Mitglieder des Zeitungsverleger-Verbandes bei diesen Projekten in Nordrhein-Westfalen mit.  Eine wissenschaftliche Auswertung hat bewiesen, dass die Schüler nicht nur ihre Lesekompetenz gestärkt haben. Sie können sich jetzt auch an Gesprä­chen über tagesaktuelle Themen beteiligen. Das gibt ihnen ein höheres Selbstwertgefühl.
Grundsätzlich ist Clemens Bauer jemand, der immer wieder für eine verant­wortungsvolle Arbeit der Medien eintritt. Darüber hinaus begleitet er aber auch die Arbeit der Anton-Betz-Stiftung der Rheinischen Post, die namentlich die Forschung der Universität Düsseldorf unterstützt.F ür seine vielfältigen Initiativen für das Allgemeinwohl verdient Clemens Bauer unsere Anerkennung.

Bettina Böttinger

Fernsehmoderatoren sind öffentliche Personen. Bettina Böttinger nutzt diese Präsenz in der Öffentlichkeit, um für Projekte gegen Benachteiligungen und besonders für traumatisierte Frauen zu werben.

Seit 1995 leiht sie ihr Gesicht der Frauen- und Hilfsorganisation „medica mon­diale“, die Gewalt gegen Frauen weltweit in Zusammenarbeit mit anderen Or­ganisationen dokumentiert und damit für Frauen- und Menschenrechte kämpft. Medica mondiale hilft traumatisierten Frauen und Mädchen in Krisen- und Kriegsgebieten durch psychosoziale Arbeit und juristische Beratung vor Ort, aber auch durch Lobbyarbeit. Bettina Böttinger hat zahlreiche Informations- und Benefizveranstaltungen moderiert, die für die Arbeit von medica mondiale werben. 2002 und 2003 reiste sie nach Afghanistan und machte ihre Eindrücke über die Lage der Frauen dort einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

In Köln engagiert sie sich seit 1995 für das Mädchenhaus „Lobby für Mäd­chen“, das Mädchen und junge Frauen in Krisen berät und begleitet. Im nahen Pulheim übernahm sie gemeinsam mit Bischöfin Maria Jepsen die Schirmherr­schaft für eine Ausstellung zu sexueller Gewalt. Seit etwa 15 Jahren fördert sie darüber hinaus auch das Kölner „Lebenshaus“ für AIDS-Kranke, die nicht mehr alleine leben können. Auch bei Spendenaktionen im Rahmen der Welt-AIDS-Tage engagiert sich Bettina Böttinger. Mit ihrem Netzwerk wirbt sie außerdem für Waisenkinder in Burundi um finanzielle Unterstützung. Der Stiftung „Ge­meinsam Handeln“ stellt sie sich mit ihrem breiten sozialen Engagement und mit ihrer Medienerfahrung im Kuratorium seit 1993 zur Verfügung.  Bettina Böttinger hat sich um das Gemeinwohl mehr als verdient gemacht. Dafür zollen wir ihr den allergrößten Respekt.

Brigitte Borsdorf und Gilles Thibault

Brücken schlagen bedeutet auch immer neue Wege zu gehen, um sie erst wirklich begehbar zu machen. Brigitte Borsdorf und Gilles Thibault haben durch ihren großen persönlichen Einsatz dem Frankreich-Jahr unseres Bundeslandes wesentlich zum Erfolg verholfen. Sie haben natürlich in ihren Ämtern als Leiterin des Institut Français in Düssel­dorf und des Generalkonsulats der Republik Frankreich für dieses Projekt der Saison 2008/2009 gewirkt. Sie haben dabei ein außerordentliches Engage­ment gezeigt. Durch ihre vielen kreativen Initiativen konnten sich Menschen beider Kulturräume in vielfältiger Weise näher kommen.
Beide haben nicht nur ihre bestehenden, ausgezeichneten Kontakte für das Projekt mobilisiert, sie sind auch mit großer Offenheit auf die Vorschläge von Landesseite eingegangen und haben sich persönlich in zahlreichen Veran­staltungen engagiert.

Wir danken Brigitte Borsdorf für ihr Wirken für ARTENTION in der Saison 2008/2009. Neben sehr vielen Projekten nenne ich ihren Einsatz für die große Schülerreise vor einem Jahr. Herausragend sind auch ihre langjährigen Bemü­hungen für den Austausch schon seit 1984 als Leiterin des Institut Français in Essen. Das Land ist Gilles Thibault für sein Engagement für höchstrangige Besuche im Rahmen des Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahres verbunden. Das Engagement beider Persönlichkeiten zeigt sich auch darin, dass sie für das gemeinsame Projekt des Frankreich-Nordrhein-Westfalen-Jahres eine Verlängerung ihrer Amtszeiten erreicht haben. Brigitte Borsdorf und Gilles Thibault haben für ein großes Projekt manche Hin­dernisse überwunden, damit sich Nordrhein-Westfalen und Frankreich näher kommen. Das möchten wir heute ausdrücklich anerkennen.

Titus Dittmann

Ein Lebensgefühl sportlich auszudrücken, es als Pionier im Handel anderen zu ermöglichen und einen Teil des wirtschaftlichen Erfolgs an die Jugend zurückzugeben, das zeichnet Titus Dittmann aus.

Etliche Dinge tat Titus Dittmann für das Skateboard in Europa zum ersten Mal. Er gründet 1978 in einem Münsteraner Keller einen der ersten Fachhandel in Europa und parallel eine der allerersten Skateboard-AGs an einer Schule. Das von ihm mit gegründete Titus Show Team war 1980 die erste solche Gruppe in Europa. Vor dem Hallenbad Ost begann zwei Jahre später ein kleiner Wettbe­werb, der 1997 zur offiziellen Skateboard-Weltmeisterschaft erhoben wurde. Zuletzt wurden die sogenannten Münster Monster Masterships 2005 ausge­richtet.

Sein unternehmerisches Handeln zeugt von Risikobereitschaft im Namen der wirtschaftlichen Grundidee. Die Anschubfinanzierung stammt aus einem Kre­dit, der nach seiner Aufgabe des Lehrerberufes 1984 ganz anders ausgesehen haben mag. Ein Abflauen des jahrelang großen Interesses an seinem Sport vor gut fünfzehn Jahren nutzte er zur radikalen Neuaufstellung. Dazu gehört die Umwandlung des größten Kinos in Münster, dem Apollo, zu einem Kauf­haus für die Jugend und ihre Moden. 2001 wurde er u. a. für diese Leistung „Entrepreneur des Jahres“ in der Sparte Handel.

Außerdem entstand 1993 unter der Regie von Titus Dittmann in einer leeren Fabrikhalle ein Palast für Skater, das sogenannte Skater's Palace. Ein von ihm gegründeter Verein betreibt diesen Ort für die Jugendkultur in Münster und darüber hinaus. Der Einsatz von Titus Dittmann für einen damals nahezu unbekannten Jugendsport und sein ehrenamtliches Engagement verdienen unsere Anerken­nung.

Dr. Judith Esser Mittag

Mit großem Wissen und Gespür hat Dr. Judith Esser Mittag nicht nur dem Le­ben der Frauen eine große Erleichterung gebracht, sie hat vor allem seit Jahr­zehnten für die sexuelle Gesundheit von Mädchen und jungen Frauen gestrit­ten.

Eine Vorreiterrolle nahm sie schon in ihrer Facharztausbildung ein, als sie den damaligen Männerberuf der Frauenheilkunde ergriff. 1956 gründete sie mit Kolleginnen und Kollegen die „Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau“, die die schulische Sexualerziehung bei­spielsweise durch eine Ärztinnen-Informationsstunde verbesserte. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern der westdeutschen Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie, die immer eng mit Kinder- und Frauenärzten zusam­mengearbeitet hat. Über 30 Jahre lang war sie entscheidende Mentorin dieser Arbeitsgemeinschaft, die durch Tagungen und Kooperationen dieses Ziel beharrlich verfolgt hat. Inzwischen gehört sie der Arbeitsgemeinschaft als Eh­renmitglied an.

Ihr eigenes Ziel ist so einfach wie fortschrittlich: Über Sexualität schon dann aufgeklärt sprechen und informieren, wenn sich in jungen Jahren die ersten Fragen stellen. Dazu sind die Schulungen und zahlreichen Lehrbücher zu nen­nen, die Dr. Esser Mittag zu verdanken sind und sie auch als Forscherin aus­zeichnen. 1996 erschien mit ihr als Mitautorin das deutsche Grundlagenwerk zur Kinder- und Jugendgynäkologie.  Sie hat direkt und über Multiplikatoren in großem ehrenamtlichen Einsatz für unsere Gesellschaft gewirkt. Dafür möchten wir uns heute bei ihr bedanken.

Helga Germakowski

Dank des Einsatzes von Helga Germakowski ist heute in Nordrhein-Westfalen die Deutsche Rheuma-Liga eine der stärksten Organisationen der gesundheit­lichen Selbsthilfe, und zwar immer zum Besten der Rheuma-Kranken.

Oftmals führt persönliche Betroffenheit zum persönlichen Einsatz für die Ver­besserung dieser Situation. Helga Germakowski ist körperlich betroffen, sie ist schon früh an Rheuma erkrankt. Dennoch hat sie mit Lebensfreude und gro­ßem Elan ihre Erfahrungen mit der Krankheit genutzt, um landes- und bun­desweit die Bedingungen für Rheuma-Kranke zu verbessern. Dafür ist sie 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Vor 25 Jahren war sie wesentlich an der Gründung der Bochumer Arbeits­gruppe der Rheuma-Liga beteiligt. Seitdem stießen über 1000 Mitglieder allein in Bochum hinzu. Immer geht es um Hilfe zur Selbsthilfe, konkret am Wohnort, und um für die dafür nötige Lobbyarbeit. Seit 1988 ist sie für diese Hilfe im Landesvorstand aktiv, von 1994 bis 2001 als Vizepräsidentin und seitdem als Präsidentin. Sie ist nach Ärzten und Vertretern der Krankenkassen damit die erste Betroffene in diesem Amt. Unter ihrer Präsidentschaft wurde in der eh­renamtlichen Arbeit der Rheuma-Liga ein neuer Schwerpunkt eingerichtet. So werden beispielsweise Hausärzte geschult. Entschieden hat Helga Germa­kowski aber auch für Kinder mit Rheuma gekämpft und erreichte, dass sie in der Schule besser befördert werden konnten.

1996 war sie Mitgründerin der Stiftung Rheuma-Liga Nordrhein-Westfalen und sitzt dem Stiftungsrat stellvertretend vor. Die Stiftung unterstützt die Therapie mittelloser Rheuma-Patienten. Die Belange chronisch Kranker vertritt sie mit ihrer Erfahrung im Bundesausschuss, dem höchsten Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens. Für ihren engagierten und andauernden Einsatz für die Kranken in unserer Gesellschaft verdient Helga Germakowski unser aller Hochachtung.

Professorin Gabriele Henkel

„Kunst will geliebt werden. Sie sollte nicht in Depots schlummern. Man muss sie zeigen.“ Vielleicht zeigen diese kurzen Sätze am besten, was das Leben und die Arbeit von Professor Gabriele Henkel geprägt hat und immer noch prägt: die Liebe zur Kunst.

Wir wissen nicht, wann diese Liebe geweckt wurde. Wir wissen aber, ab wann sie sich entfalten konnte: Als Professor Henkel Anfang der 70er Jahre begann, die Kunstsammlung der Henkel-Werke aufzubauen. Ihr einziges Kriterium für die Kunstwerke, die in die Sammlung aufgenommen wurden, war: Qualität.

Professor Henkel war Kuratorin der renommierten Kunstsammlung Henkel. Ihr Engagement hat dazu beigetragen, dass in Unternehmen die Bereitschaft zur Förderung von Kunst und Kultur gewachsen ist. Sie engagiert sich aber auch in nationalen und internationalen Gremien für die Kunst, zum Beispiel als Mitglied des Internationalen Beirats des Museum of Modern Art in New York. Hier in Düsseldorf gehört sie zum Förderkreis der Düsseldorfer Kunstakademie.  Seit 2001 verleiht sie den mit 25.000 Euro dotierten Kythara-Preis an Künstler, die sich um den Kulturtransfer zwischen Deutschland und den romanischen Ländern verdient gemacht haben.

Aber Professorin Henkel fördert die Kunst nicht nur: Seit Mitte der 80er Jahre arbeitet sie selbst als Künstlerin, mit der ihr eigenen besonderen Kreativität. Daneben hat sie als Autorin Themen der Kunst den Menschen nahe gebracht. Bei so viel Talent und Engagement war es nur folgerichtig, dass sie 1993 eine Honorarprofessur für Kommunikationsdesign erhielt. Die Professur trägt den Titel „Inszenierung von Lebenswelten“ und ist damit perfekt auf sie zuge­schnitten.  Professor Gabriele Henkel hat einmal gesagt, dass die Vielfalt ihrer Rollen als Künstlerin, Autorin und Professorin ein Lebensgefühl sei. Ich hoffe für uns alle, dass sie uns auch in Zukunft noch oft an ihrem Lebensgefühl teilhaben lässt.

Fritz Kollorz

Es gibt ja ein bestimmtes Bild, das viele im Kopf haben, wenn sie an die Men­schen im Ruhrgebiet denken. Dazu gehört eine Grundehrlichkeit, harte Arbeit, Solidarität füreinander und die tiefe Verwurzelung in der Heimat. Es geschieht ja gar nicht so selten, dass dieses Bild auch leibhaftig in Erscheinung tritt. So wie Fritz Kollorz.
Fritz Kollorz ist ein Ruhrgebiets-Urgestein. Vermutlich waren seine ersten Worte als Kind nicht „Mama“ oder „Papa“, sondern „Glück auf“! Er begann seine berufliche Karriere 1959 mit einer Ausbildung zum Bergmann. Später schulte er zum Zechenelektriker um und machte sein Diplom beim Katholisch-Sozialen Institut in Bad Honnef. Von 1970 an war er für ein Vierteljahrhundert bei der IG Bergbau, Chemie, Energie tätig, zuletzt als Mitglied des geschäfts­führenden Hauptvorstandes. Aktiv war er auch in der Bundesknappschaft, ganze 15 Jahre lang als Vorsitzender des Vorstandes.

Aber damit nicht genug: Kollorz engagiert sich auch in der Katholischen Kirche, seit 1964 in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und in der Hospizbewe­gung. Außerdem trat er der CDU und der Christlich-Demokratischen Arbeit­nehmerschaft bei. Er war Ratsmitglied in Recklinghausen. Bis heute ist er dort Mitglied des CDU-Kreisvorstandes, lange Zeit als Vorsitzender. Bei der CDA war er erster stellvertretender Landesvorsitzender und lange Jahre im Bundes­vorstand. Und er war 15 Jahre lang Abgeordneter im Landtag, unter anderem im Fraktionsvorstand.

Kurz gesagt: Er hat in seinem bisherigen Leben sehr viel geschafft. In seinen zahlreichen Aufgaben hat er sich bei den Kollegen Respekt und Anerkennung erworben: Für seinen Sachverstand, für sein offenes Ohr und auch dafür, dass er den einzelnen Menschen nie aus dem Blick verliert.  Deshalb sagt auch ein früherer Kollege über Fritz Kollorz: „Wer sich sein Freund nennen darf, kann sich glücklich schätzen.“ Wir schätzen uns glücklich, ihn heute ehren zu dürfen.

Hedwig Neven DuMont

Neil Postman hat einmal gesagt: „Kinder sind die lebenden Botschaften, die wir einer Zeit übermitteln, an der wir selbst nicht mehr teilhaben werden“. Hedwig Neven DuMont hat sich über die Zukunft viele Gedanken gemacht. Ihre Arbeit könnte weitsichtiger nicht sein. Denn ihre Sorge gilt seit vielen Jahren den Kindern, ganz besonders den Kindern, die es im Leben schwer haben.  Schon vor 20 Jahren begann ihr Engagement für das „Zentrum für Frühbe­handlung und Frühförderung“, wo Kinder mit Behinderungen frühstmöglich zur Rehabilitation kommen. Neven DuMont wird als Vorsitzende des Kuratoriums nicht müde, über die Lebenssituation behinderter Kinder zu informieren und um Unterstützung zu werben.

Auf ihre Initiative hin wurde 1994 der „Verein der Freunde und Förderer des Kinderschutzbundes Köln“ gegründet. Als stellvertretende Vorsitzende hat sie zum Beispiel einen Neubau für den Kinderschutzbund vorangetrieben, der dann 2004 errichtet wurde. Wie sie selber einmal sagte, geht es beim Kinder­schutz um Dinge, „mit denen die meisten von uns ganz selbstverständlich auf­gewachsen sind und die anderen umso mehr fehlen: Es geht um so Elementa­res wie Liebe, Zuneigung und Zeit, um Kleidung, regelmäßiges Essen und ein gutes Zuhause.“

Neven DuMont ist darüber hinaus Schirmherrin des Kölner Weltkindertages, zu dem in diesem Jahr rund 100.000 Besucher kamen. Ihre Fürsorge zeigt sich auch bei ihrem vorbildlichen Einsatz für das Roma-Kinderhaus „Amaro Kher“.

„Wir helfen“ war das Motto der Initiative, die sie schon 1993 ins Leben gerufen hat. Den gleichen Namen hat der Unterstützungsverein ihres Verlags. Um ar­men, behinderten und misshandelten Kindern zu helfen, wurden bisher 22,6 Millionen Euro gesammelt, die Einrichtungen und Initiativen in der Region zu Gute kamen.
Es geht ihr stets um unsere Kinder und damit um unser aller Zukunft.  Dafür danken wir ihr von Herzen.

Dr. h. c. Harry Radzyner

Er hätte selber allen Grund, unversöhnlich gegenüber Deutschland zu sein. Denn Dr. Harry Radzyner hat einen Teil seiner Kindheit in deutschen Konzent­rationslagern durchlitten. Aber er wollte keinen Hass und keine Rache, er wollte Versöhnung: Versöhnung zwischen Israel und Deutschland. Versöhnung gelingt, wenn man Menschen zueinander bringt. Daher hat Dr. Harry Radzyner 1993 im Andenken an seinen Vater die „Moe Radzyner Stif­tung – Brückenschlag“ gegründet. Sie unterstützt vor allem die Begegnung von deutschen und israelischen Studenten.

In Herzliya in Israel gründete er außerdem das „Interdisziplinäre Zentrum für Studien in Wirtschaftsrecht und Technologie“ mit und stiftete einen großen Teil seines Vermögens für die Gründung einer eigenständigen juristischen Fakultät. Sein Wunsch ist es, nicht nur zwischen Israelis und Deutschen, sondern auch Israelis und Palästinensern zu vermitteln. Bisher war es politisch nicht möglich, auch arabischen Studenten ein Studium an der Radzyner-Fakultät für Jura zu ermöglichen. Aber wir wünschen Dr. Harry Radzyner von Herzen, dass er die­sen Wunsch doch realisieren kann.

Außerdem baut er seit 1994 den Kontakt zwischen den Fakultäten für Jura in Herzliya und Düsseldorf aus. Auch unterstützte er die hiesige Universität nach Kräften.
Es gibt wenig, wofür sich Dr. Harry Radzyner nicht engagiert. So fördert er zum Beispiel seit vielen Jahren die evangelische Polizeiseelsorge. Er engagiert sich für die jüdische Gemeinde Düsseldorf. Er unterstützt die Stiftung „A New Way“, die palästinensische und israelische Schüler zusammenführt. Und er hat geholfen, in Herzliya ein „Deutsches Haus“ zu errichten, das Anlaufpunkt für alle Menschen ist, denen die Zukunft des deutsch-israelischen Verhältnisses wich­tig ist.
Uns bleibt, ihm für sein Engagement zu danken und ihn zu bitten, genau so weiter zu machen.

Dr. Ing. Edmund Spohr

Es gehört viel Wissen dazu, um zum Stadtbild seiner Heimatstadt sinnvoll bei­zutragen. DrIng. Edmund Spohr hat sich dieses Werkes mit Liebe angenom­men. 1998 erhielt er dafür bereits den Bundesverdienstorden.

Damals war er schon 15 Jahre lang als Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Düsseldorfer Heimat- und Bürgervereine insbesondere für das Stadtbild aktiv. Seine Unterstützung für die Olympiabewerbung Düsseldorfs und der Region Rhein-Ruhr zeugt gleichzeitig von seiner Offenheit für Neues. In diesem Sinn füllt er seit über 25 Jahren ein Amt im Freundeskreis des Stadtmuseums aus und hat so viele Mitglieder und Sponsoren für die Förde­rung der Kunst und der Heimatpflege geworben. Dank privater Gelder konnte so zum Beispiel die bedeutende Ausstellung „Residenzstadt Düsseldorf – das Schloss“ vor zehn Jahren zum 125-jährigen Jubiläum des Stadtmuseums den Besuchern präsentiert werden.

Ganz selbstverständlich erscheint so seine fachkundige Mitarbeit als sachkun­diger Bürger im Kulturausschuss der Stadt. Als traditionsbewusster Architekt legt er großen Wert auf den Denkmalschutz in Düsseldorf, um so das kulturelle Erbe sinnvoll in die moderne Stadtplanung zu integrieren. Seine eigenen For­schungen, etwa zur Entwicklung Düsseldorfs in den letzten Jahrhunderten, bieten seinen Beiträgen auch eine wissenschaftliche Grundlage. Viele Bücher konnten dank seiner Mitarbeit erscheinen. Die aktuelle Forschung über die Stadtgeschichte ist ohne Dr. Ing. Spohr undenkbar.

Seit 30 Jahren widmet er sich auch dem großen Projekt Altenkrankenheim Theresien-Hospital, dem ersten Altenheim dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Auch dank seiner Mithilfe wurde ein Investor gefunden, der Seniorenwohnun­gen in dieses für die Altstadt von Düsseldorf wichtigen Baudenkmalerrichtet. Um unsere Städte für die Zukunft zu stärken, müssen wir ihre Entwicklung in der Geschichte kennen und wert schätzen. Dr. Ing. Spohr ist uns darin Vorbild.

Theodor Wüllenkemper

An die Fliegerei verliert man leicht sein Herz, auf jeden Fall ist es eine luftige Angelegenheit  – dank Theodor Wüllenkemper hat sie in unserem Land aber gleichzeitig feste, bodenständige Arbeitsplätze geschaffen.

Theodor Wüllenkemper ist Essener Urgestein. Vielleicht war es nur ein Zufall, dass er in dem Jahr geboren wurde, als der Flughafen Essen-Mülheim offiziell die Flughafenrechte erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war für den 20-jähri­gen klar: Seine Leidenschaft für das Fliegen sollte seine Zukunft im neuen Deutschland bestimmen. Der Deutschlandvertrag erlaubte der Bundesrepublik allerdings erst 1955 wieder eine zivile Luftfahrt - da hatte Theodor Wüllenkem­per bereits Pilotenausbildungen in der Schweiz und in England abgeschlossen. Am 2. Januar 1955 erhielt er so den ersten Flugzeugführerschein in Nordrhein-Westfalen.
Mit Arbeits- und Rundflügen sowie Luftwerbung baute er während des Wirt­schaftswunders eine Firma auf und bildete 300 Piloten aus, die anfangs 30 Doppeldecker flogen. Seitdem hat er dabei ein gutes Gespür für die Erforder­nisse des Marktes gezeigt. Heute sichert seine Unternehmensgruppe 400 Ar­beitsplätze am Internationalen Flughafen Köln/Bonn und an seinem Standort, dem Flughafen Essen/Mülheim. Denn für ihn steht seit über 55 Jahren die För­derung des Flughafens Essen/Mülheim als Arbeitsplatzgarantie für die Region im Mittelpunkt.

Die fliegerische Leidenschaft hat ja ein besonderes Herz für Luftschiffe, und besonders für diejenigen, die federleicht ohne innere Tragstruktur etwa über dem Ruhrgebiet für die Luftwerbung schweben. Seit 1972 entwickelt und baut Theodor Wüllenkemper sie in Essen/Mülheim und exportiert sie seitdem in die ganze Welt.
Sein unverminderter Einsatz seit 1955 für eine Zukunftsbranche – gegen alle Widerstände – und die damit verbundene Sicherung von Arbeitsplätzen in Nordrhein-Westfalen verdient unsere Anerkennung.

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