Verdienstorden

1. Juli 2010

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überreicht Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger

Ministerpräsident Rüttgers hat den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt. Er dankte den Ausgezeichneten und lobte ihr Engagement.

Die Staatskanzlei teilt mit:

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat heute (1. Juli 2010) den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an 15 Bürgerinnen und Bürger ausgehändigt. In einer Feierstunde in der Düsseldorfer Staatskanzlei dankte der Ministerpräsident den Ausgezeichneten und lobte ihr Engagement: „Sie handeln mit dem Ziel, das Leben anderer Menschen besser, menschlicher zu machen. Damit zeigen Sie Verantwortung für unsere Gesellschaft.“

Jürgen Rüttgers mahnte die führenden Kräfte der Gesellschaft, ihrer besonderen Verantwortung für den Zusammenhalt des Gemeinwesens gerecht zu werden: „Gerade in Zeiten großer Umbrüche kommt es mehr denn je darauf an, das eigene Tun als ethisches Vorbild für andere zu verstehen. Eine solche Haltung müssen Eliten vorleben. Sonst können sie keinen Anspruch darauf erheben, Eliten zu sein. Elite sein bedeutet, Maßstäbe für richtiges Tun zu setzen. Wenn die Elite das schafft, dann ist sie Vorbild.“ Ministerpräsident Jürgen Rüttgers nahm in diesem Zusammenhang vor allem die Politik in die Verantwortung: „Politik darf nicht Einzelinteressen verpflichtet sein. Weder denen von einzelnen Gruppen, noch denen von Parteien. Sie ist ganz dem Allgemeinwohl verpflichtet.“

Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland haben heute erhalten:

  • Annette B a u m g a r t e n, Solingen (Verdienstkreuz am Bande)
  • Ingrid B e r z a u, Köln (Verdienstkreuz am Bande)
  • Marlene B ü c h e l, Bad Münstereifel (Verdienstkreuz am Bande)
  • Ladislav C e k i, Düsseldorf (Verdienstkreuz am Bande)
  • Ursula und Walter E t s c h e n b e r g, Alsdorf (Verdienstkreuz am Bande)
  • Gertrud E t z e l, Linnich (Verdienstkreuz am Bande)
  • Elfriede G r o ß, Düren (Verdienstkreuz am Bande)
  • Dr. Heinrich-Wilhelm L e b e r l i n g, Düsseldorf (Verdienstkreuz am Bande)
  • Horst-Werner M a i e r – H u n k e, Iserlohn (Verdienstkreuz 1. Klasse)
  • Adolf M i k s c h, Dortmund (Verdienstkreuz am Bande)
  • Liz M o h n, Gütersloh (Großes Verdienstkreuz)
  • Dr. Ulrich O e s i n g m a n n, Dortmund (Großes Verdienstkreuz)
  • Heinz S c h e m k e n, Velbert (Verdienstkreuz am Bande)
  • Rüdiger T e e p e, Dortmund (Verdienstkreuz am Bande)

Die Laudationes im Wortlaut:

Annette Baumgarten, Solingen (Verdienstkreuz am Bande)

In der Bibel, im Brief des Paulus an die Kolosser, heißt es: „Und alles, was ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, und sagt Gott, dem Vater, Dank durch ihn!“ Dieser Richtschnur folgt Annette Baumgarten besonders mit ihrem großen Herz für Kinder.

Früh hat Frau Baumgarten die Probleme derjenigen Kinder erkannt, denen die eigene Familie nicht ausreichend helfen kann. Seit über 20 Jahren betreut Frau Baumgarten ganz selbstverständlich Schulkinder bei den Hausaufgaben. Täglich unterstützt sie bis zu 20 Kinder in ihrer Wohnung – ehrenamtlich: Sie hilft ihnen bei den Hausaufgaben, bei familiären Schwierigkeiten, Bewerbungen oder auch Behördengängen. Ihre Schützlinge haben bei ihr eine helfende Hand und einen guten Start ins Leben gefunden. Frau Baumgarten kann stolz darauf sein, dass sie alle einen Schulabschluss geschafft haben.

Dabei geht das Engagement von Frau Baumgarten noch weit über die Schule hinaus. Vor sechs Jahren hat sie einen Nachbarschaftstreff mitgegründet, der Zugewanderten und besonders ihren Kindern bei der Integration hilft. Daneben stand sie Aussiedlerfamilien beim Einleben zur Seite, zum Beispiel ganz konkret bei der Beschaffung von Möbeln. Noch heute vermittelt sie Möbel an Bedürftige. Und seit über zehn Jahren schon lädt sie geistig behinderte Kinder und ihre Mütter monatlich zum Austausch beim Kegeln ein.

Frau Baumgarten setzt sich unermüdlich für diejenigen ein, die am wenigsten für ihre Not können: Für hilfsbedürftige Kinder, die eine starke Schulter brauchen. Dafür möchten wir Ihnen, Frau Baumgarten, von Herzen danken.

Ingrid Berzau, Köln (Verdienstkreuz am Bande)

Die Theaterkultur Kölns genießt höchstes Ansehen, weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Ingrid Berzau trägt dazu bei, sie noch stärker zu machen und vor allem auch für Kinder und ältere Menschen zu öffnen.

Seit 1982 ist Frau Berzau Mitglied des Freien Werkstatt-Theaters Köln. Es bringt in Eigenproduktionen immer wieder aktuelle Themen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf die Bühne und nimmt so eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft wahr. Frau Berzau gehört seit 1986 zur ehrenamtlichen künstlerischen Leitung des Hauses und hat vor allem den Aufbau der Sparte Altentheater mit geprägt.

Sie entwickelt ganz wesentlich im Theatervorstand das Konzept für das Altenensemble und setzt es mit allen Mitwirkenden um. Dabei sind die Schauspieler zwischen 63 und 92 Jahre alt. Frau Berzau hat aber nicht nur das eigene Ensemble im Blick. Sie hat Fachtagungen organisiert und 1999 im Gürzenich das erste Welt-Alten-Theater-Festival mit 18 Theatergruppen aus vier Kontinenten wesentlich mit gestaltet. Zudem hat Frau Berzau 1990 maßgeblich den Dachverband Altenkultur mit gegründet und führt bis heute die Geschäfte der Kölner Geschäftstelle.

Das Ensemble befördert auch den Dialog über mehrere Generationen hinweg, indem es den direkten Kontakt zu Schülern aufnimmt und dabei gerade Jüngeren ein realistisches Bild älterer Menschen vermittelt. In einer Gesellschaft, die immer älter wird, brauchen wir Menschen, die den Dialog miteinander suchen und sich für die Situation und Lebenswelt älterer Menschen stark machen.

Es ist gerade auch dem Engagement von Frau Berzau zu verdanken, dass das Freie Werkstatt-Theater zu einem Markenzeichen der Kunst- und Kulturstadt Köln geworden ist. Für Ihren Beitrag dazu verdienen Sie, liebe Frau Berzau, unsere Anerkennung.

Marlene Büchel, Bad Münstereifel (Verdienstkreuz am Bande)

Mädchen und jungen Frauen in Krisensituationen zu helfen ist ihr ein ganz besonderes Anliegen. Dafür hat Marlene Büchel sich ein Motto der heiligen Angela Merici ausgesucht. Es lautet: „Lasst uns immer mehr mit weitem und sehnsüchtigem Herzen handeln!“

Schon als Inhaberin des Kurparkrestaurants und -hotels in Bad Münstereifel stand Frau Büchel für ein gastfreundliches Haus. Das war auch so in ihrer Zeit als Erzieherin im Internat des St. Nikolausstiftes in Zülpich. Schon damals, an der Berufsfachschule für Ernährung, Hauswirtschaft, Kinderpflege und Sozialpädagogik, bildete sie sich in der Sozialarbeit mit Jugendlichen und zur Lebensberaterin fort. Doch dann wechselte sie den Beruf: Sie öffnete ihr Privathaus für junge Frauen in Notlagen und nennt es nun „Casa Angela“. Seit 1991 bietet sie dort Mädchen und Frauen von 12 bis 25 Jahren Hilfe zur Selbsthilfe an. Besonders gewährt sie Frauen, die in Krisensituationen nicht mehr weiter wissen, eine erste Unterkunft. Mit Angeboten der offenen Jugendarbeit stärkt sie an Wochenenden das Selbstbewusstsein der Frauen. Dazu gehört für sie auch Hilfe beim Berufseinstieg.

Um all das zu finanzieren, gründete Frau Büchel 1994 einen Förderverein, der mittlerweise rund 50 Mitglieder hat und einen Großteil der Kosten abdecken kann. Hinzu kommen Spenden und, wenn nötig, hilft Frau Büchel auch selbst aus. Dabei arbeiten alle Helfer wie sie selbst ehrenamtlich.

Frau Büchel, Sie haben sich für die Rechte der Frauen in Gesellschaft, Wissenschaft und Politik und gegen Gewalt an Frauen eingesetzt. Ihre Idee eines Hauses der offenen Türen, in dem schutzbedürftige Mädchen und Frauen Geborgenheit finden, ist großartig. Sie füllen diese Idee auf vorbildliche Art mit Leben. Dafür danken wir Ihnen.

Ladislav Ceki, Düsseldorf (Verdienstkreuz am Bande)

Viele reden von der einen Welt, in der wir alle leben. Ladislav Ceki lebt sie seit vielen Jahren und begeistert für dieses wichtige Thema immer wieder neue Mitstreiter.

Schon früh hat Herr Ceki mit seinem Engagement begonnen: 1977 gründete er den Arbeitskreis für Internationale Politik in der SPD Düsseldorf mit, dem er bis heute als Sprecher vorsteht. Auch beruflich legte er sich 1991 als Geschäftsführer des Eine Welt Forums Düsseldorf auf „sein“ Thema fest. Außerdem koordiniert er die entwicklungspolitische Bildungsarbeit vor Ort. Sein Aufbau der lokalen Eine-Welt-Arbeit in Düsseldorf dient heute anderen Initiativen als Vorbild. Bundespolitisch tritt Herr Ceki als Sprecher des Aktionskreises Nord-Süd zu entwicklungspolitischen Fragen hervor. Er war außerdem ehrenamtlich von 1982 bis 1988 im Bundesvorstand der Jungsozialisten politisch engagiert.

Auf seine Idee hin berief die Stadt Düsseldorf im Jahr 2000 einen Eine-Welt-Beirat, in dem Vertreter der Stadt und von Verbänden gemeinsam die vorhandenen Mittel verteilen. Für die Düsseldorfer Städtepartnerschaft in Südafrika hat Herr Ceki die Federführung übernommen. Eine Schulpartnerschaft ist bereits aufgebaut und wird jetzt durch ein Projekt zur Wasserversorgung ergänzt.

1984 koordinierte Herr Ceki erstmals die von ihm angeregten „Lateinamerika-Tage“. Aus ihnen sind die jährlichen Düsseldorfer Eine-Welt-Tage mit über 200 Veranstaltungen erwachsen. Herr Ceki bringt als ihr Kopf und Herz Schulen, Theater, Parteien und kirchliche Einrichtungen zusammen. Er hat auch zum großen Erfolg fairer Produkte im Rahmen der Initiative „Düsseldorf Café“ beigetragen. 2007 erhielt Düsseldorf dafür die Auszeichnung „Hauptstadt des fairen Handels“.

Mit Überzeugungskraft und Energie begeistert Herr Ceki Menschen für den Gedanken der Einen Welt. So trägt er unmittelbar zu Völkerverständigung, Gerechtigkeit und Frieden bei. Dafür ehren wir ihn heute.

Ursula und Walter Etschenberg, Alsdorf (Verdienstkreuz am Bande)

Kardinal Joseph Höffner hat einmal gesagt: „Die Welt braucht Menschen, die für andere da sind.“ Das Ehepaar Etschenberg lebt dieses Motto und hilft schnell und unbürokratisch Menschen, die in Not geratenen sind.

1986 gründeten die Eheleute Etschenberg die Hilfsaktion „Menschen helfen Menschen“ mit. Seitdem betreut Herr Etschenberg als Geschäftsführer die jährlich rund 400.000 Euro Spenden. Dabei kooperiert er eng mit Behörden und Sozialverbänden. Das Ehepaar nimmt sich der Bedürftigen immer wieder persönlich an. 2006 hat Herr Etschenberg den „Alsdorfer Tisch“ mit gegründet. Für diese Tafel, die 550 Menschen versorgt, arbeitet er im Vorstand und bei der Verteilung der Waren.

Für Obdachlose in Aachen gestaltet das Ehepaar seit vielen Jahren eine Weihnachtsfeier. Für diese Menschen haben sie sich aber nicht nur im Raum Aachen eingesetzt, sondern auch im Rahmen der Aachener Partnerschaft mit dem polnischen Kreis Jelenia Gòra. Frau Etschenberg warb Mittel für die Renovierung des dortigen Obdachlosenasyls ein. Aber sie wollte die polnischen Freunde noch mehr unterstützen. Als Vorsitzende des Aachener Fördervereins für die Partnerschaft richtete sie in Jelenia Gòra die erste Suppenküche ein. Viele Familien und behinderte Kinder hat sie außerdem mit Sachspenden unterstützt. 2006 richtete sie drei Räume für Jugendangebote in einem sozialen Brennpunkt ein. Nach dem Hochwasser 1997 haben die Eheleute Sachspenden gesammelt und mehrmals wöchentlich nach Polen gebracht. Dabei haben sie auch viele junge Deutsche für die Not in unserem Nachbarland sensibilisieren können.

Auch zwischen Ärzten beider Länder hat Frau Etschenberg einen engen Austausch angestoßen. Der polnische Multiple Sklerose-Verband verlieh ihr für ihre Verdienste als erster Deutschen die silberne Ehrennadel. 2008 schloss sich die Stadt Jelenia Gòra mit der Ehrenbürgerschaft für beide Eheleute an.

Für dieses herausragendes gemeinsames Engagement für Ihre Mitmenschen verdienen Sie, liebe Frau und lieber Herr Etschenberg, unseren besonderen Dank.

Gertrud Etzel, Linnich (Verdienstkreuz am Bande)

Gertrud Etzel hat im wahrsten Sinne des Wortes ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen.

Bereits 1978 hat sie sich zur Telefonseelsorgerin ausbilden lassen und gehörte dann als Frau der ersten Stunde zum Gründungsteam der Telefonseelsorge Düren-Jülich-Heinsberg. Ihre hohe Einsatzbereitschaft war Vorbild und prägt das Team bis heute. Weit mehr als gefordert übernahm sie Schichten auch nachts und am Wochenende. Dabei gelingt es ihr, Verzweifelte in akuten Gefährdungslagen aufzufangen. Menschen mit chronischen oder tödlichen Erkrankungen gibt sie Halt und Trost.

1996 ging Frau Etzel einen weiteren Schritt: Um im Malteser Hospizdienst in Jülich mitzuarbeiten, ließ sie sich entsprechend ausbilden. Mehrere Jahre lang hat sie sterbende Menschen begleitet. Dabei wollte sie auf eigenen Wunsch vor allem in Altenheimen arbeiten. Immer wieder stand sie Menschen bei, wenn sie ihre letzten Stunden durchlebten.

Für ihre Mitmenschen ist Frau Etzel auch in ihrer Pfarrgemeinde vielfältig aktiv. Sie besucht zum Beispiel Gemeindemitglieder im Krankenhaus und hilft in ihrer Pfarrkirche beim stillen Gebet. Auch dadurch ermöglicht sie es ihren Mitmenschen wieder, Halt und Trost zu finden.

Und mehr noch: Im Agnes-Fröhlich-Verein hilft sie Kindern auf dem schwarzen Kontinent. Über die Situation in zwei Missionsstationen in Kenia und Tansania informierte sie sich vor Ort. Im Kölner Agnes-Fröhlich-Haus verkauft sie Artikel aus Afrika und hilft so den Projekten auch finanziell.

Frau Etzel, Sie gehen mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und stehen nah und fern Menschen zur Seite, die Ihre Hilfe benötigen. Darin sind Sie uns ein Vorbild, und dafür möchten wir sie heute ehren.

Elfriede Groß, Düren (Verdienstkreuz am Bande)

In den kommenden Jahrzehnten werden immer mehr Menschen in unserer Mitte als Pflegefälle unsere besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchen. Was die Pflege nächster Angehöriger wirklich bedeutet, das lebt uns Elfriede Groß vor.

Frau Groß hat eine schwerbehinderte Tochter: Sie ist seit ihrer Geburt 1953 blind und seit einer schweren Erkrankung im Alter von fünf Jahren nicht mehr ansprechbar und kann sich seitdem nicht mehr sprachlich verständigen und nur noch kaum eigenständig bewegen. Aber Frau Groß lässt sich von den Herausforderungen dieser Situation nicht beirren. Sie hat seit der Geburt Tag für Tag die nötige Pflege übernommen. Mit mütterlicher Wärme erspürt sie es, wenn ihre Tochter einen Wunsch hat oder wenn ein Handgriff nötig ist. Das macht Frau Groß unermüdlich, zu jeder Tages- oder Nachtzeit.

Seit zehn Jahren versorgt Frau Groß auch ihren Ehemann. Auch er braucht Hilfe, sei es morgens, abends oder nachts. Zurzeit verbringt er die Wochentage in einem Tagespflegehaus. Doch sonst ist Frau Groß auch für ihn sofort zur Stelle, wenn sie seine Situation verbessern kann.

Vorbildlich stellt sich Frau Groß diesem herausfordernden Alltag. Bereits um 4 Uhr morgens steht sie auf. Auch in ihrem fortgeschrittenen Alter widmet sie sich mit Hingabe und Zuneigung ihren Angehörigen. Der Tag endet für Frau Groß gegen 23.30 Uhr, wenn sie ihrer Tochter und ihrem Mann die letzten Medikamente des Tages gegeben hat. Erst seit 1995 wird sie durch einen Pflegedienst unterstützt.

Sie, Frau Groß, leben jeden Tag das Gebot der Nächstenliebe. Dafür zollen wir Ihnen heute unsere Anerkennung.

Dr. Heinrich-Wilhelm Leberling, Düsseldorf (Verdienstkreuz am Bande)

Wer wissen möchte, was ehrenamtliches Engagement bewirken kann, muss das Schaffen von Herrn Dr. Heinrich-Wilhelm Leberling betrachten. Gerade durch seine professionellen Kenntnisse führt er viele kulturelle, künstlerische und karitative Initiativen wesentlich mit zum Erfolg.

Herr Dr. Leberling setzt seine Erfahrungen im Vorstand der regionalen Geschäftsleitung einer großen Bank unermüdlich und in großer Breite für eine bessere Gesellschaft ein. Seit über zwei Jahrzehnten steht er den Steyler Missionaren mit Rat und Tat zur Seite. 2003 beriefen sie ihn in den Beirat ihrer Bank, die ethischen Kriterien verpflichtetet ist und ihre Gewinne wieder für Projekte der Missionare ausschüttet.

Seit 1999 ist er zudem Schatzmeister im Lions Club Düsseldorf Rhenania. Auch dort hat er viele Initiativen angeregt, die einzelnen Menschen sowie karitativen und kulturellen Projekte zugute gekommen sind. Aber auch schon vorher hat er sich in den Fördervereinen für die Deutsche Oper am Rhein und für die Tonhalle Düsseldorf engagiert. Durch seine Arbeit in einem Förderverein hilft er auch den Kranken seiner Heimatstadt im Evangelischen Krankenhaus, insbesondere in der Kinderschutzambulanz. Daneben hat er sich unter anderem für eine bessere Infrastruktur an einem Gymnasium eingesetzt. Bis heute finden die Abiturienten durch ihn einen direkten Draht zur Wirtschaft und so eine zusätzliche berufliche Orientierung. Dank seiner Kenntnisse hat er viele ehrenamtliche Aufgaben bei der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf vorbildlich ausgefüllt oder nimmt sie bis heute wahr. Damit verbunden ist sein Einsatz am Landgericht als ehrenamtlicher Handelsrichter.

Besonders ist Herr Dr. Leberling für die Heinrich-Heine-Universität aktiv. Dank seines Einsatzes hat die Deutsche Bank eine prämierte Skulptur zur Verfügung gestellt, die nun der Universität ein schöneres Gesicht gibt. Zusätzlich regte Herr Dr. Leberling 2006 ein Stipendium derselben Bank für Hochbegabte an, das vorerst bis 2011 drei Studenten für drei Jahre erhalten.

Die Vielfalt Ihres Einsatzes für unsere Gesellschaft, lieber Herr Dr. Leberling, verdient unseren besonderen Dank.

Horst-Werner Maier-Hunke, Iserlohn (Verdienstkreuz 1. Klasse)

„Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ So steht es im Grundgesetz. Horst-Werner Maier-Hunke erfüllt diese Forderung mit Leben, indem er die Sozialpartnerschaft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen vorbildlich weiterentwickelt hat.

Herr Maier-Hunke will dazu beitragen, die Arbeitgeber als klaren Verhandlungspartner zu einen. Deshalb hat er im Arbeitgeberverband Ruhr/Lenne die Fusion mit dem Märkischen Partnerverband durchgesetzt. Auch auf Landesebene hat er die Interessen der Arbeitgeber gebündelt. Für seine Politik wurde er 2004 zum Präsidenten des heutigen Zusammenschlusses „Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen“ gewählt und damit ins Präsidium der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. Herr Maier-Hunke steht für Dialog statt Konfrontation.

Als Präsident der 26 Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie in Nordrhein-Westfalen und als Vizepräsident der Gesamtmetall prägte er viele wegweisende Tarifabschlüsse mit, die geholfen haben, Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.

Herr Maier-Hunke setzt sich dafür ein, dass junge Menschen eine gute Berufsausbildung bekommen. Dafür setzt er sich unermüdlich ein. Auf seine Initiative finanziert der Märkische Arbeitgeberverband die Verwaltung der eigenen Ausbildungsgesellschaft für jährlich 20 leistungsschwächere Schulabgänger. Viele von ihnen finden nach ihrem Abschluss einen Arbeitsplatz. Herr Maier-Hunke denkt auch an die technologische Zukunft unseres Industriestandortes. Er hat sich an der Spitze des Hochschulrates der Fachhochschule Südwestfalen für neue Studiengänge und Stiftungsprofessuren eingesetzt, die die Arbeitgeber mit 3,5 Millionen Euro ausgestattet haben.

Herr Maier-Hunke, ohne Sie wäre die gewachsene Sozialpartnerschaft von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Nordrhein-Westfalen nicht so erfolgreich. Dafür möchten wir Sie im Namen der Bundesrepublik Deutschland besonders ehren.

Adolf Miksch, Dortmund (Verdienstkreuz am Bande)

„Denke im Großen und handle im Kleinen“: Dieses Motto beschreibt im Kern, wie man eine nachhaltige Kommunalpolitik idealer weise betreibt. Solch eine Politik hat Adolf Miksch über Jahrzehnte für seine Stadt verfochten.

Seit 1964 setzt sich Herr Miksch in der CDU für eine nachhaltige und gerechte Politik ein. Seit Mitte der 1980er Jahre übertrug man ihm Leitungspositionen von der Ortsebene bis in den Kreisvorstand. Weil er dabei an den Nachwuchs denkt, unterstützt er die Fortbildung amtierender und zukünftiger Politiker in der Kommunal-politischen Vereinigung.

Für Dortmund ist er seit 1971 gewähltes Ratsmitglied. Ab 1975 war er Sprecher seiner Partei im Schul- und dann von 1984 bis 1999 im Kulturausschuss. Kultur für alle: Dieses Motto trieb ihn auch bei seinem großen Engagement für das Konzerthaus Dortmund an. Dafür kämpfte er im Aufsichtsrat der Gesellschaft Kultur und Projekte Dortmund. Dieser Traum ging mit der Eröffnung des Konzerthauses 2003 in Erfüllung.

Herr Miksch kämpft in allen Bereichen für ein attraktiveres Dortmund. Dazu zählt ein gutes Angebot des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr. Aber auch sein Einsatz für vitale Beziehungen zur israelischen Partnerstadt Netanya bereichert Dortmund genauso wie sein Einsatz für die Heimatpflege, etwa für das Hoesch-Museum. Zudem hat er in seiner Kirchengemeinde den Neubau der Kirche und des Gemeindezentrums wesentlich vorangetrieben. Besonders wichtig ist ihm seit 2001 seine Arbeit im geschäftsführenden Vorstand der Reinoldigilde, die sich zur Stärkung Dortmunds in vielen Bereichen verpflichtet hat.

Für Ihr langjähriges kommunales Engagement möchten wir Ihnen, Herr Miksch, heute von Herzen danken.

Liz Mohn, Gütersloh (Großes Verdienstkreuz)

Der Volksmund meint: „Der schönste Dank für Gottes Gaben besteht darin, dass man sie weitergibt.“ Liz Mohn hat sich im Leben viele Erfolge erkämpft, aber immer ist ihr auch der Einsatz für diejenigen, die weniger Erfolg erleben, ein wichtiges Anliegen geblieben.

Seit 1984 arbeitet Frau Mohn in der Bertelsmann Stiftung. Seit 2005 ist sie im Vorstand besonders in den Bereichen Medizin, Soziales und Kultur engagiert. Dabei will sie Musik und Kultur immer auch als Mittler für Toleranz und Verständigung zwischen den Kulturen stärken. So hat sie 1987 erstmals den Internationalen Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“ organisiert. Seit 2004 setzt sie sich als Kuratoriumsvorsitzende des Verbandes Deutscher Musikschulen für den musikalischen Nachwuchs ein, seit 2005 auch in der von ihr gegründeten und nach ihr benannten Kunst- und Kulturstiftung. Bei der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 ist ihr die Entwicklung nachhaltiger Strukturen ein wichtiges Anliegen. Daneben ficht sie in zahlreichen Kuratorien für Ihre Überzeugung, zum Beispiel in der Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen, der World Childhood Foundation oder der Jerusalem Foundation.

Frau Mohn unterstützt besonders auch Projekte im Bereich der Medizin. So hat sie 1993 die Deutsche Schlaganfall-Hilfe gegründet. Durch ihr Werben verfügt die ganz auf Spenden angewiesene Stiftung über ein Kapital von fast 50 Millionen Euro. Die weltweit größte Krankheitsgruppe betrifft unsere Knochen und Gelenke. Für das deutsche Netzwerk gegen diese Krankheiten ist Frau Mohn deutsche Schirmherrin.

Und in noch einem wichtigen Bereich ist Frau Mohn aktiv. In der „Stiftung RTL - Wir helfen Kindern“ wählt sie Projekte mit aus, die sozial benachteiligten Kindern neue Chancen geben. 64 Millionen Euro Spenden für arme Kinder sind maßgeblich ihr zu verdanken.

Frau Mohn, Sie nutzen Ihre öffentliche Präsenz unermüdlich und wirken so als Vorbild für mehr ehrenamtliches Engagement in unserer Gesellschaft. Dafür möchten wir Ihnen unseren ganz besonderen Dank aussprechen.

Dr. Ulrich Oesingmann, Dortmund (Großes Verdienstkreuz)

Herr Dr. Ulrich Oesingmann gehört zu den Menschen mit Unternehmergeist, die sich mit Leidenschaft weit über ihren eigenen Betrieb oder ihre eigene Praxis hinaus engagieren.

Seit 1995 ist Herr Dr. Oesingmann Präsident des Bundesverbandes der Freien Berufe. Damit repräsentiert er über 1,1 Millionen Selbständige, die mit über 2,6 Millionen Angestellten maßgeblich zur deutschen Wirtschaftsleistung beitragen. Mit unermüdlichem Einsatz gelingt es ihm, die vielseitigen Interessen der unterschiedlichen Professionen, seien es Ärzte, Notare, Steuerberater oder eine der viele anderen Freien Berufe, in die Verbandsarbeit zu integrieren.

Auf europäischer Ebene hat er den Gedanken der Völkerfreundschaft durch internationale Partnerschaftsabkommen befördert. Zudem hat er den Beitritt des Bundesverbandes der Freien Berufe 2007 zum „Nationalen Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs“ betrieben. Heute bilden die Mitglieder über 125.000 Auszubildende aus. Für bessere Bildungschancen engagiert sich Herr Dr. Oesingmann seit 1990 auch als Mitglied im Rotary Club Dortmund-Neutor. So hat er Schülern Praktikumsplätze bei Firmen vor Ort vermittelt und sie im Bereich der Heilberufe besonders beraten. Darüber hinaus engagiert sich Herr Dr. Oesingmann für die Weiterbildung und die Qualitätssicherung, für die er seit 1998 im Mittelstandsbeirat des Bundeswirtschaftsministeriums mit großem Einsatz wirbt.
Als Vorsitzender des Bundesverbandes der Knappschaftsärzte hat er zudem maßgebend mit den integrierten Versorgungssystemen „prosper/proGesund“ der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See eines der besten gesetzlichen Versorgungssysteme mit entwickelt.

Herr Dr. Oesingmann, Sie haben ihre Arbeit für den Stand der Freien Berufe eng mit der Übernahme von Verantwortung für unsere Gesellschaft verknüpft. Dafür möchten wir Sie heute ehren.

Heinz Schemken, Velbert (Verdienstkreuz am Bande)

Gute Bildungspolitik ist die beste Sozialpolitik: Gemäß dieser Devise hat sich Heinz Schemken in großer Breite und mit beachtenswertem Erfolg vor Ort eingesetzt und dabei immer die Interessen der so genannten „kleinen Leute“ im Blick behalten.

Seit 1969 war Herr Schemken insgesamt 24 Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister der Stadt Velbert, dazu 19 Jahre lang Abgeordneter im Deutschen Bundestag. Für seine Stadt stritt er für die Sanierung des Stadtkerns und ein neues Kulturzentrum. Für die kommunalen Rechte kämpfte er von 1975 bis 1999 im Präsidium des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen. Auf die kommunalen Belange achtete er auch von 1978 bis 1990 im ehrenamtlichen Vorstand des Rheinischen Sparkassen- und Giroverbandes.

In herausragender Weise war Herr Schemken auf vielfältige Art für diejenigen aktiv, deren Stimme sonst nicht gehört wird: So initiierte Herr Schemken 1971 den „Verein für Velberter Kinder“. Er engagierte sich für Spielstraßen sowie die Integration ausländischer Kinder und für Gemeinschaftsaktionen mit „Terre des Hommes“. Einen großen Beitrag leistete er außerdem zur Ausbildung benachteiligter junger Menschen. So führte er bis 2007 die Geschäfte der Gemeinschaftslehrwerkstatt seiner Heimatstadt. Lange Jahre hat er für die Interessen der Menschen auch im Bundes-vorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft gestritten. Von 1986 bis 2004 war Herr Schemken Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland und vertrat es auch im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.

All sein Wirken ist dabei in seinem Velbert verwurzelt, wo er bis heute die Heimatpflege unterstützt. Für die besondere Verbindung von Heimatliebe und politischem Engagement verdienen Sie, Herr Schemken, unseren besonderen Dank. 

Rüdiger Teepe, Dortmund (Verdienstkreuz am Bande)

Rüdiger Teepe folgt einem klaren Leitsatz: „Einem anderen geben, was er braucht. Ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr. Jetzt – nicht irgendwann.“

Herr Teepe hat 2004 die „Dortmunder Tafel“ mit gegründet und ist seitdem ihr Erster Vorsitzender. Dank seines Engagements stieg die Zahl der Helfer von anfänglich 50 auf jetzt rund 400 an. Jede Woche verteilen sie 45 Tonnen Lebensmittel an 10.000 Menschen. Mit Freude bewegt Herr Teepe andere Menschen, Behörden und Sponsoren zur Mithilfe. So kam es zur ersten Benefiz-Gala 2006 und dem Bundestafel-Treffen im Folgejahr in Dortmund.

Herr Teepe arbeitet unermüdlich für noch bessere Angebote der Tafeln. So initiierte er 2007 die „Kindertafel“ und das „Mutter-Kind-Kochen“. Hier erhalten Kinder Lebensmittel und lernen gemeinsam mit ihren Müttern, gesund zu kochen.

Schon vorher achtete Herr Teepe als Vorsitzender eines Schul-Fördervereins von 1989 bis 2001 besonders auf die Schüler aus sozial schwächeren Familien. Er hat wesentlichen Anteil am Bau einer Cafeteria, die besonders diesen Kindern zugute kommt. Gerade für diese sozialen Aufgaben gelang es ihm, mit vielen neuen Förderern die Mitgliederzahl des Vereins zu verdreifachen. Dank ihm verfügt die Schule heute über eine bessere Ausstattung mit Computern und vergibt einen Multimediapreis. Seit 1992 begeistert der Preis die Schüler über den Unterricht hinaus für mediale Fragestellungen.

Herr Teepe setzt sich unermüdlich für Kinder ein. So hat er einen Förderverein für den Kindergarten seiner Kirchengemeinde gegründet. Und die Größeren haben mit dem Projekt „Kleine offene Tür“ durch ihn einen Treffpunkt erhalten.

Herr Teepe, wir danken Ihnen heute für ihr umfassendes soziales Engagement.

Weitere

Pressemitteilungen

Weitere

Informationen

Pressefotos

Download

Seiten

Kontakt

Pressestelle

Keine Ergebnistreffer

Verwandte

Meldungen

Verwandte

Themen

Information

Downloads

Links

Zum Thema

Information

Karte

Abonnieren

Newsletter

Abonnieren Sie hier den Newsletter der Landesregierung Nordrhein-Westfalen oder bestellen Sie ihn ab.