Ministerpräsident Armin Laschet verleiht die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein- Westfalen an 21 Bürgerinnen und Bürger

Laschet: Nordrhein-Westfalen ist stolz auf seine Retterinnen und Retter, ihren außergewöhnlichen Mut und ihre Zivilcourage

6. Oktober 2020
Vergabe der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalens

Ministerpräsident Armin Laschet hat am Dienstag (6. Oktober 2020) im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter/Bonn 21 Bürge-rinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet.

Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen

Ministerpräsident Armin Laschet hat am Dienstag (6. Oktober 2020) im Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter/Bonn 21 Bürgerinnen und Bürger aus Nordrhein-Westfalen mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet. Sie haben selbstlos andere Menschen aus einer Notlage gerettet – aus brennenden Häusern, führerlosen Lastwagen, vor dem Ertrinken oder aus verunglückten Fahrzeugen. Fünf weitere Rettungshelfer ehrte der Ministerpräsident mit einer Öffentlichen Belobigung.
 
Bei einer Feierstunde dankte der Ministerpräsident den Auszuzeichnenden für die herausragenden Taten: „Alle Retterinnen und Retter haben mit ihren Taten bedingungslosen Mut und Entschlossenheit bewiesen. Sie haben sich für andere Menschen in Lebensgefahr begeben und dennoch einen kühlen Kopf bewahrt. Dank ihres beherzten Einsatzes, der großen Respekt und Anerkennung verdient, konnten Frauen, Männer und Kinder vor dem Allerschlimmsten bewahrt werden. Nordrhein-Westfalen ist stolz auf seine Retterinnen und Retter. Sie sind wahre Heldinnen und Helden des Alltags.“
 
Ministerpräsident Armin Laschet weiter: „In einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je ist, beweisen die Retterinnen und Retter durch ihre selbstlosen Taten und ihren bedingungslosen Einsatz: Werte wie Zivilcourage, Nächstenliebe und Solidarität sind keine Phrasen, sondern werden weiterhin in unserem Land gelebt. Damit sind sie beispielhafte Vorbilder für uns alle.“
 
Die Rettungsmedaille wird seit 1951 auf der Grundlage des Gesetzes über die staatliche Anerkennung für Rettungstaten des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. Mit ihr werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die unter Einsatz ihres eigenen Lebens andere Menschen aus einer lebensbedrohlichen Notlage gerettet haben. Insgesamt wurde die Medaille aus massivem Silber bisher 1.312 Mal verliehen.
 
Darüber hinaus sieht das Gesetz auch die Möglichkeit einer sogenannten Öffentlichen Belobigung für diejenigen Helferinnen und Helfer vor, die ohne Einsatz ihres eigenen Lebens die Rettung unterstützt haben.

Zum Download öffnen Sie die Galerie bitte in der Mediathek. 

Die Rettungstaten in chronologischer Reihenfolge:
  • Annika Wiessner, Jonas Bockhorst, Iraj Bahram und Nicola Rechmann aus Köln retteten am 19. Juni 2018 eine Person aus einer brennenden Wohnung. Frau Rechmann erhält eine Öffentliche Belobigung.
  • Partie Rzgar und Antonio Sperlongano aus Wuppertal befreiten am 23. Juni 2018 zwei Personen nach einer Gasexplosion aus den Trümmern bzw. aus einem einsturzgefährdeten Haus.
  • Martin Walter und Beate Walter aus Aldenhoven halfen am 11. August 2018 zwei Personen aus einem brennenden Haus. Frau Walter erhält eine Öffentliche Belobigung. 
  • Danja Rath aus Remscheid und Youcef Aroua aus Neumünster retteten am 30. November 2018 mehrere Bewohner bei einem Brand in einer Klinik.
  • Robin Schlömer und Alessandro Fusco aus Aachen verhinderten am 8. Dezember 2018, dass ein Busfahrer, der das Bewusstsein verloren hat, seinen Bus nicht in den Gegenverkehr lenkt und wiederbelebten zudem den Fahrer. Herr Fusco erhält eine Öffentliche Belobigung. 
  • Viktor Krieger aus Lage rettete am 13. Dezember 2018 elf Bewohner eines brennenden Einfamilienhauses.
  • Nils Handrup und Niklas Wiedersporn aus Emmerich am Rhein befreiten am 1. Februar 2019 einen verunglückten Fahrer auf der Autobahn aus seinem Fahrzeug.
  • Nils Beutelmann aus Hille, Alexander Hermann, Michael Kolpak und Richard Ullrich aus Löhne sowie Jens Ahuis aus Wietmarschen hinderten am 27. Februar 2019 einem Mann, von einer Autobahnbrücke zu springen und bewahrten so sein Leben. Herr Ahuis erhält eine Öffentliche Belobigung.
  • Thomas Stefen aus Ratingen rettete am 8. Mai 2019 einen
    Unfallfahrer aus seinem brennenden Fahrzeug.
  • Matthias Erdmann aus Langenfeld, Polizeihauptkommissar Klaus Domnick aus Niederkassel, Polizeihauptkommissar Christoph Haas aus Bergisch Gladbach und Rolf Soth aus Bochum verhinderten am 8. Mai 2019, dass ein führerloser Lkw auf der A1 unkontrolliert in andere Fahrzeuge fährt. Herr Soth erhält eine
    Öffentliche Belobigung.
  • Andre Krysiak aus Hamm schützte am 8. August 2019 einen Mann vor dem Ertrinken aus der Nordsee.

Die Laudationes im Wortlaut:

(Es gilt das gesprochene Wort.)

Rettungsmedaille für Annika Wiessner, Jonas Bockhorst und Iraj Bahram aus Köln sowie Sven Zils aus Pulheim (nicht anwesend) und Öffentliche Belobigung für Nicola Rechmann aus Köln
Am 19. Juni 2018 kommt es gegen ein Uhr nachts zu einem Brand in der Wohnung im zweiten Stock, die Sven Zilz damals in Köln in der Neustadt-Süd gemeinsam mit seinem Großvater bewohnt. Herr Zilz bemerkt das Feuer als Erster. Um den Großvater in Sicherheit zu bringen, zieht er ihn aus dem Bett und dann mit Hilfe eines kleinen Teppichs in den Flur der Wohnung. Aber weiter geht es ohne Hilfe nicht.
 
Zur gleichen Zeit wachen Jonas Bockhorst und Nicola Rechmann in ihrer Wohnung im dritten Stock auf, weil der Brandmelder ein Alarmsignal gibt. Die beiden verlassen sofort ihre Wohnung und laufen die Treppen herab. Dabei klopfen sie an alle Wohnungstüren, an denen sie vorbeikommen, um ihre Nachbarn zu warnen. Unten an der Haustür angekommen schellt Jonas Bockhorst bei allen Hausbewohnern. Dann laufen Frau Rechmann und er auf die Straße, um zu schauen, woher das Feuer kommt. Dabei erkennen sie, dass aus der Wohnung von Sven Zils Rauch quillt.
 
Zur gleichen Zeit hält Annika Wiessner, die gerade mit dem Fahrrad nach Hause fährt, vor dem brennenden Haus an. Iraj Bahram, der gegenüber wohnt und durch den Alarm der Rauchmelder geweckt wurde, kommt hinübergelaufen.
 
Während Frau Rechmann die Feuerwehr informiert, laufen Jonas Bockhorst, Annika Wiessner und Iraj Bahram in das brennende Gebäude, um weiter zu helfen.
 
Als sie im zweiten Stock ankommen, steht die Wohnungstür von Herrn Zils offen und es quillt starker Rauch heraus. Im Flur der Wohnung liegt der Großvater von Sven Zils noch immer auf dem kleinen Teppich.
 
Gemeinsam gelingt es Jonas Bockhorst, Annika Wiessner und Iraj Bahram nun, den alten Mann aus der Wohnung zu ziehen. Sven Zils läuft voraus durch das Treppenhaus. Frau Wiessner, Herr Bockhorst und Herr Bahram tragen Herrn Zils Großvater auf dem Teppich gemeinsam die Treppe hinunter und aus dem brennenden Haus. Kurz darauf trifft dann auch die Feuerwehr ein und löscht den Brand.
 
Ohne den mutigen und schnellen Einsatz von Sven Zils, Jonas Bockhorst, Annika Wiessner und Iraj Bahram hätte der Großvater von Herrn Zils das brennende Haus nicht verlassen können. Wahrscheinlich wäre er am Rauch oder in den Flammen gestorben. Für die vier Retter bestand ebenfalls Lebensgefahr. Sie kamen alle mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus.
 
Für ihren selbstlosen Einsatz verleihe ich Annika Wiessner, Jonas Bockhorst, Iraj Bahram und Sven Zils heute die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. Nicola Rechmann erhält für ihre Unterstützung bei der Rettungsaktion eine Öffentliche Belobigung.
 
 
Rettungsmedaille für Partie Rzgar und Antonio Sperlongano aus Wuppertal
Am späten Abend des 23. Juni 2018 kommt es in einem Mehrfamilienhaus in der Lenneper Straße in Wuppertal zu einer Gasexplosion. Dabei wird die gesamte Vorderseite des Hauses weggesprengt. Trümmer landen auf der Straße. An mehreren Stellen des Hauses beginnt es zu brennen.
 
Antonio Sperlongano, der in der Nachbarschaft wohnt, hört die Explosion. Als er aus dem Fenster blickt, sieht er über den Häusern eine riesige Staubwolke. Er rennt sofort auf die Straße und alarmiert die Feuerwehr und die Polizei.
 
Partie Rzgar ist zum Zeitpunkt der Explosion mit seinem Auto auf der Lenneper Straße unterwegs. Auch er zögert nicht und steigt sofort aus, um zu helfen.
 
Die beiden Männer treffen etwa zur gleichen Zeit an dem Haus ein und bemerken einen Mann, der bei der Explosion auf die Straße geschleudert worden ist. Gemeinsam ziehen Antonio Sperlongano und Partie Rzgar den Verletzten aus der Gefahrenzone des einsturzgefährdeten Hauses und bringen ihn einige Meter entfernt in Sicherheit.
 
Die beiden entdecken einen weiteren Mann. Dort, wo die Explosion die Außenmauer des Hauses weggerissen hat, sitzt er in seinem brennenden Wohnzimmer auf einem Sofa. Antonio Sperlongano und Partie Rzgar versuchen, durch lautes Rufen auf sich aufmerksam zu machen, doch der Mann reagiert nicht.
 
Deshalb heben die beiden einen langen Balken aus dem Trümmerhaufen und geben dem Mann damit einen leichten Stoß. Jetzt bemerkt er die beiden Männer, aber dennoch macht er – vermutlich, weil er unter Schock steht – keine Anstalten, aus seinem brennenden Wohnzimmer zu fliehen.
 
Antonio Sperlongano und Partie Rzgar stoßen ihn weiter mit dem Balken an, schließlich fällt er. Es gelingt den beiden Männern, den Sturz etwas abzufangen und sie bringen den geretteten Mann zu dem anderen Verletzten in Sicherheit.
 
Jetzt treffen auch die Rettungskräfte ein und versorgen die Verletzten.
 
Durch das entschlossene und zielgerichtete Vorgehen von Antonio Sperlongano und Partie Rzgar konnten zwei Menschen aus höchster Gefahr rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Auch für die beiden Retter bestand Lebensgefahr. Sie hätten jederzeit von herabstürzenden Trümmern getroffen werden können und es hätte auch zu weiteren Explosionen kommen können.
 
Für ihr mutiges Eingreifen verleihe ich Antonio Sperlongano und Partie Rzgar die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. 
 
 
Rettungsmedaille für Martin Walter sowie Öffentliche Belobigung für Beate Walter aus Aldenhoven
Am Nachmittag des 11. August 2018 arbeiten Martin und Beate Walter im Garten ihrer Doppelhaushälfte in Aldenhoven im Kreis Düren, als sie kurz vor 16 Uhr Brandgeruch wahrnehmen. Beim Blick über den Gartenzaun sehen sie auf dem Nachbargrundstück Rauch aufsteigen. Die beiden wissen, dass sich die 87-jährige Nachbarin und eine 21-jährige Freundin der Enkelin im Haus aufhalten.
 
Beate Walter läuft zum Eingang des Nachbarhauses. Dort quillt der Rauch bereits aus den Fenstern. Ihr Klingeln und Klopfen an der Haustür bleibt ohne Reaktion. Sofort ruft sie die Feuerwehr an.
 
Währenddessen geht Martin Walter auf seinen Balkon und ruft von dort aus laut ins Nachbarhaus. Dadurch wird die junge Frau wach, die dort geschlafen hatte.
 
Sie erfährt von Martin Walter, dass es im Haus brennt. Da sie das Haus wegen des Feuers nicht mehr über die Treppe verlassen kann, läuft sie zurück ins Zimmer und geht auf den Balkon. Dort hilft Martin Walter ihr, über das Geländer zu ihm herüberzuklettern.
 
Anschließend laufen die beiden mit dem Haustürschlüssel der jungen Frau zur Eingangstür des Nachbarhauses, um die Nachbarin zu suchen. Dichter Qualm steigt aus den Fenstern des Wohnzimmers und der Küche. Plötzlich platzt das Küchenfenster und Glas fliegt auf die Straße. Martin Walter legt sich beim Öffnen der Haustür auf die Eingangsstufen, um einer möglichen Verpuffung oder Explosion zu entgehen. Im Liegen öffnet er vorsichtig die Tür, dichter schwarzer Qualm dringt heraus.
 
Herr Walter kann jetzt die Füße der Nachbarin im hinteren Bereich des Flurs erkennen. Er springt auf, holt tief Luft, hält den Atem an und eilt ins Haus.
Es gelingt ihm, die Frau aus dem verqualmten Haus nach draußen zu ziehen. Dort helfen Beate Walter und die zuvor gerettete junge Frau, die alte Dame auf der anderen Straßenseite in Sicherheit zu bringen, wo sie von inzwischen hinzugekommenen Passanten betreut wird.
 
Frau Walter bemerkt, dass in der Einfahrt vor dem Haus noch drei Autos stehen. Sie fährt darum gemeinsam mit der jungen Frau die Autos weg, um Platz für die Feuerwehr zu machen und die Autos aus der Gefahrenzone zu bringen. Als die Feuerwehr eintrifft, steht das Haus bereits vollständig in Flammen.
 
Ohne das schnelle und umsichtige Handeln von Martin und Beate Walter wären die beiden Frauen nicht rechtzeitig vor dem Eintreffen der Feuerwehr aus dem brennenden Haus entkommen. Martin Walter hat bei der Rettung sein eigenes Leben gefährdet. Für seinen mutigen Einsatz verleihe ich ihm daher die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
Für die tatkräftige Unterstützung und Hilfe bei der Rettungstat spreche ich Beate Walter eine Öffentliche Belobigung aus.
 
 
Rettungsmedaille für Danja Rath aus Remscheid und Youcef Aroua aus Neumünster (Schleswig-Holstein)
Am späten Abend des 30. November 2018 bricht in der geschlossenen psychiatrischen Station der Evangelischen Stiftung Tannenhof in Remscheid ein Feuer aus. Die Pflegekräfte Danja Rath und Youcef Aroua sind gerade dabei, die Übergabe an den Nachtdienst vorzubereiten, als der Feueralarm losgeht. Zunächst denken die beiden Pflegekräfte an nichts Schlimmes, da Patienten hin und wieder Fehlalarme auslösen.
 
Trotzdem prüfen sie gewissenhaft, ob es wirklich ein Feuer gibt: Danja Rath schaut auf die Brandmeldeanlage und macht sich mit Youcef Aroua auf den Weg zu dem Zimmer, in dem der Alarm ausgelöst wurde. Bereits auf dem Weg dorthin nehmen sie Brandgeruch wahr und bemerken Rauch.
 
Die beiden Patientinnen, die das Zimmer bewohnen, kommen ihnen aufgeregt entgegen. Danja Rath löst sofort den Notruf aus und läuft zurück zum Dienstzimmer, um einen Feuerlöscher zu holen. Als sie zurückkommt, schlagen aus dem brennenden Zimmer bereits hohe Flammen. Youcef Aroua schließt die Zimmertür in der Hoffnung, dass das Feuer sich dadurch langsamer ausbreitet.
 
Während der hintere Flur von mehreren Mitarbeitern evakuiert wird, kümmern sich Danja Rath und Youcef Aroua um die Patientinnen und Patienten aus dem vorderen Flurbereich. Einige müssen mehrfach und eindringlich aufgefordert werden, ihre Zimmer zu verlassen, da sie den Ernst der Lage aufgrund ihrer Erkrankung nicht erkennen. Auf dem Weg nach draußen wird Youcef Aroua plötzlich klar, dass sich noch eine Patientin im Überwachungszimmer befindet.
 
Danja Rath läuft zurück zu dem Zimmer. Sie kann durch den immer dichter werdenden Rauch nur gebückt laufen. Als sie im Überwachungszimmer ankommt, kann sie die Patientin nur mit viel Mühe dazu bewegen, das Zimmer zu verlassen. Youcef Aroua macht sich bereits Sorgen und will nachsehen, wo seine Kollegin bleibt, als Danja Rath mit der Patientin endlich an der Tür auftaucht. Gemeinsam verlassen sie das Gebäude.
 
Danja Rath und Youcef Aroua kontrollieren im Garten der Klinik die Anwesenheit der Patienten, als plötzlich Geschrei und lautes Klopfen zu hören ist. Es ist noch eine Patientin im Haus zurückgeblieben! Sie steht an ihrem verrußten Fenster und ruft um Hilfe. Aufgrund der Erkrankungen der Patienten sind die meisten Fenster abgeschlossen. Lediglich zwei kleine Fensterluken können geöffnet werden. Danja Rath will der Patientin den Fensterschlüssel durch eine solche Luke reichen.
 
Die Patientin nimmt den Schlüssel zwar, steht jedoch so unter Schock, dass sie das Fenster nicht aufschließen kann. Ein Kollege hebt Youcef Aroua schließlich hoch, so dass er durch die Fensterluke das Fenster aufschließen und öffnen kann. Youcef Aroua klettert durch das Fenster ins Zimmer und kann die panische Patientin nur mit großer Anstrengung nach draußen heben.
 
Da die Patientin über Atemnot klagt, holt Youcef Aroua eine Sauerstofflasche und versorgt sie, bis der Rettungsdienst eintrifft. Nun trifft auch die Feuerwehr ein, die sich um den Brand kümmert.
 
Durch das umsichtige und mutige Handeln von Danja Rath und Youcef Aroua konnten die in diesem Fall besonders gefährdeten Patientinnen und Patienten der psychiatrischen Station gerettet werden. Ohne das beherzte Handeln der zwei Pflegekräfte wären vermutlich viele Menschen gestorben.
 
Auch Danja Rath und Youcef Aroua befanden sich in Lebensgefahr. Sie hielten sich lange im verrauchten Gebäude auf und gingen sogar noch einmal hinein, um weitere Personen zu retten.
 
Für ihren mutigen und selbstlosen Einsatz verleihe ich Danja Rath und Youcef Aroua die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
 
Rettungsmedaille für Robin Schlömer aus Aachen sowie Öffentliche Belobigung für Alessandro Fusco aus Aachen
Am 8. Dezember 2018 um zehn Minuten nach Mitternacht ist der Bus der Linie 2 in Aachen unterwegs. Es ist die letzte Tour des Tages von Preußwald in Richtung Eilendorf mit ca. 20 Fahrgästen an Bord.
 
Plötzlich sackt der Fahrer hinter dem Steuer zusammen. Eine zufällig anwesende Verkehrsassistentin springt auf und ruft um Hilfe. Robin Schlömer, der als Fahrgast in dem Bus sitzt, kommt sofort zur Fahrerkabine.
 
Robin Schlömer versucht, den Bus abzubremsen. Aber der Bus kommt erst zum Stehen, nachdem er eine Kreuzung überquert und dabei einen entgegenkommenden Pkw touchiert hat.
 
Weitere Fahrgäste kommen nun zur Hilfe.
Gemeinsam ziehen sie den bewusstlosen Busfahrer von seinem Sitz und legen ihn auf den Boden des Busses.
 
Robin Schlömer beginnt umgehend mit Herzdruckmassage und Beatmung. Ein weiterer Fahrgast, Alessandro Fusco, ruft per Handy den Rettungsdienst und schaltet den Lautsprecher seines Telefons ein. So kann Robin Schlömer bei der Wiederbelebung den Anweisungen der Leitstelle folgen.
 
Durch das schnelle, umsichtige und mutige Eingreifen hat Robin Schlömer nicht nur den Bus zum Stehen gebracht und dem bewusstlosen Busfahrer das Leben gerettet, er hat auch die Fahrgäste vor einem möglicherweise schweren Unfall bewahrt.
 
Robin Schlömer befand sich dabei in Lebensgefahr. Er wäre bei einem Unfall wahrscheinlich schwer verletzt worden.
Für sein vorbildliches Handeln verleihe ich Robin Schlömer daher die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. Alessandro Fusco, der die Rettungstat unterstützt hat, erhält eine Öffentliche Belobigung.
 
 
Rettungsmedaille für Viktor Krieger aus Lage
Am 13. Dezember 2018 kommt Viktor Krieger um ein Uhr nachts nach Hause. Er stellt noch schnell den Müll an die Straße, als er hinter den Fenstern des Nachbarhauses ein helles Flimmern bemerkt. Er geht näher heran und sieht, dass aus dem Dachstuhl bereits hohe Flammen schlagen.
 
Viktor Krieger ruft umgehend die Feuerwehr und läuft zur Haustür. Er drückt die Klingel, aber die ist defekt. Er klopft lautstark an die Haustür und die Fenster, um die Familie im Nachbarhaus – neun Kinder mit ihren Eltern – zu wecken. Glücklicherweise werden die Bewohner durch das laute Klopfen wach.
 
Plötzlich öffnet einer der Bewohner die Haustür und Viktor Krieger läuft sofort ins Obergeschoss. Auf der Treppe kommen ihm schon einige der Kinder entgegen.
 
Er hilft Ihnen, sich schnell etwas überzuziehen und führt sie durch das mittlerweile verqualmte Haus nach draußen. Alle elf Familienmitglieder schaffen es schließlich, unbeschadet das brennende Haus zu verlassen.
 
Doch plötzlich wollen die Eltern zurück ins Haus, um noch einige persönliche Gegenstände zu retten. Viktor Krieger hindert sie daran und nimmt die ganze Familie mit in sein Haus, wo er sie mit weiterer Kleidung versorgt. Als die Feuerwehr eintrifft, steht bereits der komplette Dachstuhl in Flammen und beginnt einzustürzen.
 
Durch sein schnelles und mutiges Handeln hat Viktor Krieger seinen Nachbarn das Leben gerettet. Hätte er den Brand nicht bemerkt, wäre die Familie vermutlich im Schlaf erstickt oder verbrannt. Zudem hat Viktor Krieger sich bei der Rettungsaktion selbst in Lebensgefahr begeben: Er ist ins Nachbarhaus gelaufen, ohne zu wissen, wie weit die Flammen bereits vorgedrungen waren.
 
Für seinen vorbildlichen und selbstlosen Einsatz verleihe ich Viktor Krieger heute die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
 
Rettungsmedaille für Nils Handrup und Niklas Wiedersporn aus Emmerich am Rhein
Am späten Abend des 1. Februar 2019 kommt es auf der dreispurigen Autobahn 52 nahe der Anschlussstelle Lintorf zu einem Verkehrsunfall.
 
Eine Autofahrerin übersieht beim Überholen ein mit hoher Geschwindigkeit von hinten herannahendes Fahrzeug. Es kommt zu einem heftigen Aufprall, bei dem sich beide Fahrzeuge mehrfach drehen und umherfliegende Fahrzeugteile noch ein drittes Fahrzeug treffen.
 
Nils Handrup und Niklas Wiedersporn sind mit ihrem Pkw ebenfalls auf der A52 in gleicher Richtung unterwegs und werden Zeugen des Unfalls. Nils Handrup macht eine Vollbremsung und verhindert so eine Kollision mit den beiden Unfallfahrzeugen.
 
Er und Niklas Wiedersporn steigen sofort aus und signalisieren den vorbeifahrenden Fahrzeugen, dass sie den Notruf wählen sollen. Zu diesem Zeitpunkt fahren immer noch Autos an der Unfallstelle vorbei.
 
Während Nils Handrup zum ersten Unfallwagen läuft, den verletzten Fahrer herauszieht und sich vergewissert, dass sich keine weiteren Personen im Fahrzeug befinden, begibt sich Niklas Wiedersporn zum zweiten Unfallwagen. Die Fahrerin ist ebenfalls verletzt, aber noch ansprechbar.
 
Niklas Wiedersport hilft ihr aus dem Auto und bringt sie auf den Seitenstreifen in Sicherheit. Dort kümmert er sich um die unter Schock stehende Frau gemeinsam mit den zwei Insassen aus einem weiteren Auto, das etwas weiter entfernt gehalten hatte. Einige Minuten später treffen die Rettungs-kräfte ein und übernehmen die Versorgung der Verletzten.
 
Durch die schnelle Hilfe von Nils Handrup und Niklas Wiedersporn konnten die beiden Verletzten aus ihren Fahrzeugen gerettet werden. Hätten die beiden nicht angehalten, um zu helfen, hätten in der Dunkelheit andere Fahrzeuge in die Unfallwagen fahren können. Auch Nils Handrup und Niklas Wiedersporn haben sich bei ihrer Rettungsaktion in Lebensgefahr begeben. Die beiden hätten von einem Fahrzeug des fließenden Verkehrs erfasst werden können.
 
Für ihr mutiges und umsichtiges Eingreifen verleihe ich Nils Handrup und Niklas Wiedersporn die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
 
Rettungsmedaille für Nils Beutelmann aus Hille, Alexander Hermann, Michael Kolpak und Richard Ullrich aus Löhne sowie Öffentliche Belobigung für Jens Ahoi aus Wietmarschen
Am 27. Februar 2019 klettert ein Mann gegen 19.00 Uhr auf das Brückengeländer einer Brücke über die A 30. Er hat die Absicht, auf die darunterliegende Autobahn zu springen.
 
Alexander Hermann fährt zu diesem Zeitpunkt mit seinem Fahrrad über die Brücke. Als er den Mann hinter dem Geländer entdeckt, hält er an, geht langsam in Richtung Brückengeländer und spricht ihn vorsichtig an.
 
Michael Kolpak ist zur selben Zeit mit seiner schwangeren Ehefrau im Auto auf der Brücke unterwegs.
Auch er sieht den Mann am Brückenrand und parkt seinen Wagen mit einigen Metern Abstand. Er bittet seine Frau, die Polizei und Feuerwehr zu alarmieren und geht zu Alexander Hermann hinüber, der ca. zwei bis drei Meter von dem Mann entfernt steht.
 
Gemeinsam reden sie beruhigend auf den Mann ein. Dieser erklärt ihnen unter Tränen, dass er sich das Leben nehmen wolle, löst plötzlich eine Hand vom Brückengeländer und dreht sich mit dem Gesicht zur Autobahn um. Durch einen schnellen Sprung nach vorne gelingt es Michael Kolpak die Hand des Mannes zu ergreifen, mit der er sich noch am Geländer festhält.
 
Alexander Hermann reagiert ebenfalls sofort, greift über das Brückengeländer und hält den Mann fest, der sich energisch wehrt und versucht sich loszureißen.
 
Richard Ullrich ist mit seinem Auto auf der A30 unterwegs. Als er die Brücke passiert, sieht er eine Person vor dem Brückengeländer stehen.
Er erschreckt sich, verlässt an der nächsten Ausfahrt die Autobahn und fährt zur Brücke. Auf der Brücke angekommen, sieht er, wie Michael Kolpak und Alexander Hermann mit ihren Oberkörpern über dem Brückengeländer hängen und den Mann festhalten. Richard Ullrich läuft zu ihnen und beugt sich ebenfalls über das Geländer und hilft, den Mann zu halten.
 
Ein weiterer Fahrer kommt zur Hilfe. Es ist Nils Beutelmann, der aus seinem Auto heraus die Situation erkannt hat. Er fasst die Kapuze des Mannes und hält ihn ebenfalls mit fest.
 
Jetzt kommt eine fünfte Person, Jens Ahuis, hinzu und hilft ebenfalls beim Festhalten des Mannes von der sicheren Seite des Brückengeländers aus. Der Mann ist so schwer, dass die fünfköpfige Gruppe ihn zusammen kaum halten kann.
 
Aber endlich treffen die durch Frau Kolpak verständigen Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ein. Ein Polizist fixiert den Mann mit Handschellen am Brückengeländer. Die vier Retter sind mittlerweile am Ende ihrer Kräfte.
 
Anschließend wird der Mann weiter abwechselnd von den Rettern und den Einsatzkräften festgehalten. Seine Beine werden zusätzlich mit einem Seil umwickelt und fixiert. Nach einiger Zeit erklärt sich der Mann bereit, auf die Brücke zurück zu klettern. Mit vereinten Kräften gelingt es, den Mann schließlich über das Geländer auf die Brücke zu ziehen und ihn dem Rettungsdienst zu übergeben.
 
Durch ihre schnelle und mutige Reaktion konnten Alexander Hermann, Michael Kolpak, Richard Ullrich und Nils Beutelmann verhindern, dass ein Mensch sich von einer Brücke auf die Autobahn stürzt. Damit haben die vier Männer nicht nur das Leben des Mannes gerettet, sondern auch die Autofahrer auf der A 30 vor möglicherweise schweren Unfällen bewahrt.
 
Jens Ahuis hat sie in dem Moment entscheidend unterstützt, als die Kräfte der vier anderen kaum noch reichten.
 
Für vier der Retter bestand Lebensgefahr, weil sie sich selbst über das Brückengeländer gelehnt haben und von dem sich wehrenden Mann mit in die Tiefe hätten gerissen werden können. Daher verleihe ich Alexander Hermann, Michael Kolpak, Richard Ullrich und Nils Beutelmann heute die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen. Jens Ahuis, der die Rettung unterstützt hat, erhält eine Öffentliche Belobigung.  
 
Rettungsmedaille für Thomas Stefen aus Ratingen und Dr. Ursula Goth aus Mettmann (nicht anwesend)
Am Nachmittag des 5. Mai 2019 kommt es auf der Ratinger Landstraße in Mettmann zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen einem Pkw und einem Lieferwagen. Bei einem Überholmanöver stoßen die zwei Fahrzeuge frontal zusammen. Dabei kommt der Pkw von der Fahrbahn ab, prallt in die Leitplanke und beginnt zu brennen.
 
Ursula Goth, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls auf der Ratinger Landstraße unterwegs ist, sieht den Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge, hält sofort an, läuft zu dem brennenden Fahrzeug und öffnet die Fahrertür. Der Innenraum ist bereits mit dichtem Qualm gefüllt. Sie schnallt den Fahrer los und sucht nach eventuellen weiteren Fahrgästen.
 
Auch Thomas Stefen fährt zu diesem Zeitpunkt auf der Ratinger Landstraße.
Er ist einige Fahrzeuge von dem Unfall entfernt als er den schräg auf der Fahrbahn stehenden Lieferwagen und die aus dem Unfall-Pkw aufsteigende Rauchsäule bemerkt. Auch er läuft zu dem brennenden Pkw und trifft dort auf Ursula Goth.
 
Gemeinsam gehen sie daran, den eingeklemmten Fahrer des Pkw zu befreien. Frau Goth klettert über die Rückbank in das Fahrzeug hinein, um den Verletzten etwas zu drehen. So gelingt es Herrn Stefen dessen Füße unter den Pedalen herauszuziehen. Gemeinsam umfassen sie den Verletzten, heben ihn aus dem Auto und tragen ihn einige Meter vom Fahrzeug weg an den Straßenrand. Hier versorgen sie ihn bis zum Eintreffen der Rettungskräfte
 
Durch das schnelle und mutige Eingreifen von Ursula Goth und Thomas Stefen konnte der eingeklemmte Fahrer aus seinem brennenden Auto gerettet werden.
 
Ohne Hilfe hätte er sich nicht vor dem Eintreffen der Rettungskräfte befreien können und wäre mit großer Wahrscheinlichkeit gestorben. Auch die beiden Retter befanden sich in Lebensgefahr. Sie hätten eine Rauchgasvergiftung erleiden können. Außerdem hätte es jederzeit zu einer Explosion oder Verpuffung kommen können.
 
Für ihren selbstlosen Einsatz erhalten Ursula Goth und Thomas Stefen die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
 
Rettungsmedaille für Matthias Erdmann aus Langenfeld, Polizeihauptkommissar Klaus Domnick aus Niederkassel und Polizeihauptkommissar Christoph Haas aus Bergisch Gladbach sowie Öffentliche Belobigung für Michael Schulze aus Bremen (nicht anwesend), Rolf Soth aus Bochum und Sven Pippig aus Beelitz (Brandenburg) (nicht anwesend)
Am 8. Mai 2019 kommt es auf der Autobahn 1 zwischen Wermelskirchen und Remscheid zu dramatischen Szenen: Ein Lkw schlingert ohne Fahrer unkontrolliert zwischen den Leitplanken über alle drei Spuren der Autobahn.
 
Als der Lkw-Fahrer Michael Schulze das erkennt, setzt er sofort einen Notruf ab und hält während des weiteren Geschehens dauernd Verbindung zur Leitstelle.
 
Auch Sven Pippig, der mit dem Lkw auf der A1 unterwegs ist, betätigt den Notruf und versucht, den nachfolgenden Verkehr abzubremsen und von dem führerlosen Lkw fernzuhalten.
 
Rolf Soth ist mit einem Technikwagen des WDR unterwegs. Zusammen mit Sven Pippig hilft er beim Abbremsen des Autobahnverkehrs.
 
Es bildet sich ein Stau und in ihm eine Rettungsgasse. Dadurch gelangen auch die Polizeibeamten Klaus Domnick und Christoph Haas bis zu dem führerlosen Lkw.
 
Schließlich kommt noch Matthias Erdmann hinzu, der zu dieser Zeit mit dem Pkw auf der A 1 unterwegs war. Er stoppt sein Auto, läuft bis zur Höhe der Beifahrertür und versucht, in den weiterhin rollenden Lkw zu kommen. Aber die Tür lässt sich nicht öffnen.
 
Nun versuchen Matthias Erdmann und PHK Christoph Haas gemeinsam, die Seitenscheibe einzuschlagen. PHK Klaus Domnick setzt seinen Streifenwagen vor den führerlosen Lkw und bremst ihn so ab.
 
Schließlich gelingt es Matthias Erdmann, die Scheibe mit einem Schlosserhammer aus Rolf Soths Technikwagen einzuschlagen und die Beifahrertür von innen zu öffnen. Dabei verletzt er sich an der Hand. Trotzdem schafft er es, in die Fahrerkabine zu gelangen und auf die Fußbremse zu treten. Endlich steht der Lkw.
 
Leider gelingt es nicht, den Fahrer des Lkw zu retten, der zu diesem Zeitpunkt bereits tot zwischen den Sitzen liegt.
 
Durch ihr ebenso spektakuläres wie umsichtiges Eingreifen haben Matthias Erdmann, Klaus Domnick, Christoph Haas, Michael Schulze, Rolf Soth und Sven Pippig eine große Gefahr von der Allgemeinheit abgewandt.
Der unkontrolliert rollende Lkw hätte ohne das umsichtige Teamwork der sechs Männer in den fließenden Verkehr oder den Gegenverkehr rollen können und zu Unfällen mit Verletzten oder gar Toten führen können.
 
Herr Erdmann und die beiden Polizeibeamten befanden sich in Lebensgefahr. Sie hätten vom Lkw abrutschen bzw. überrollt werden können.
 
Für ihr vorbildliches Verhalten verleihe ich Matthias Erdmann, Klaus Domnick und Christoph Haas die Rettungsmedaille. Michael Schulze, Rolf Soth und Sven Pippig, die – ohne sich selbst in Lebensgefahr zu befinden – die Aktion mit unterstützt haben, erhalten eine Öffentliche Belobigung. 
 
 
Rettungsmedaille für Andre Krysiak aus Hamm
Zum Schluss geht es um eine Rettungstat, die in den Niederlanden stattgefunden hat. Das zeigt in besonders schöner Weise, dass die Bereitschaft, anderen unter Einsatz des eigenen Lebens zu helfen, grenzenlos ist.
 
Im August 2019 macht Andre Krysiak zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern Urlaub in St. Maartenszee in den Niederlanden. Am 8. August 2019 entspannt die Familie am Strand. Während seine Frau mit dem älteren Sohn spazieren geht, sitzt Andre Krysiak mit dem jüngeren Sohn in einer Strandmuschel. Plötzlich fallen ihm zwei heftig winkende Frauen auf. Sofort erkennt Andre Krysiak, dass etwas nicht stimmt. Er sagt seinem Sohn, dass er in der Strandmuschel bleiben soll, während Andre Krysiak selbst zu den beiden Frauen ans Wasser läuft.
 
Andre Krysiak entdeckt im Meer einen Mann, der offensichtlich zu ertrinken droht. Immer wieder wird der Mann von den Wellen unter Wasser gedrückt. Andre Krysiak zögert nicht, sondern begibt sich sofort ins Wasser und schwimmt in die Richtung des Mannes, den er packen und über Wasser halten kann.
 
Als Andre Krysiak mit dem entkräfteten Mann Richtung Ufer kommt, hilft ihm eine Frau, ihn aus dem Wasser zu ziehen. Andre Krysiak kümmert sich um den kaum ansprechbaren Mann, bis die Rettungs-brigade und kurz darauf die niederländische Polizei und der Notarzt eintreffen. Der Mann wird versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.
 
Er hatte versucht, seine beiden Kinder aus dem Wasser zu holen. Da Wind und Wellen auf einmal stärker geworden sind, wurde er selbst von der Strömung abgetrieben. Seine beiden Kinder schafften es glücklicherweise aus eigener Kraft bzw. mit Hilfe ihrer Mutter zurück ans Ufer.
Durch seine schnelle Reaktion und sein mutiges Handeln hat Andre Krysiak den Mann vor dem Ertrinken gerettet. Er hätte es ohne fremde Hilfe nicht zurück zum Ufer geschafft. Auch für Andre Krysiak bestand Lebensgefahr. Er hätte selbst von der Strömung abgetrieben werden können.
 
Für seinen mutigen Einsatz verleihe ich Andre Krysiak die Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen.
 

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