Vergeben: Kunststipendien an Bildende Künstlerinnen mit Kindern

23. Juli 2010

Ministerin Ute Schäfer vergibt Kunststipendien an fünf Bildende Künstlerinnen mit Kindern

Fünf herausragende Bildende Künstlerinnen mit Kindern aus Nordrhein-Westfalen sollen in den nächsten fünf Monaten die Möglichkeit haben, Kunst und Familie besser miteinander zu vereinbaren.

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport teilt mit:

Fünf herausragende Bildende Künstlerinnen mit Kindern aus Nordrhein-Westfalen sollen in den nächsten fünf Monaten die Möglichkeit haben, Kunst und Familie besser miteinander zu vereinbaren. Kultur- und Fami­lienministerin Ute Schäfer vergab jetzt im Rahmen der Förderung „Prä­senz vor Ort - Stipendium für Bildende Künstlerinnen mit Kindern“ an die in Düsseldorf lebenden Künstlerinnen Christine Erhard und Ulrike Kessl, die Essener Künstlerinnen Daniela Risch und Isabel Hernandez sowie die in Münster lebende Künstlerin Hyung-Gyoung Kim Stipendien in Höhe von insgesamt 25.000 Euro. Die Stipendiatinnen erhalten über fünf Monate jeweils 1.000 Euro monatlich, um an ihren Wohnorten ihrer Kunst nachzugehen.

„Kunst schaffen und Familie haben – das darf kein Widerspruch sein. Mit dem Stipendium wollen wir hier ein Zeichen setzen. Fünf Monate lang sollen die Künstlerinnen ohne große finanzielle Zwänge an ihrem eigenen Wohnort Kunst und Familie miteinander vereinbaren können“, erklärte die Kultur- und Familienministerin. Preise und Stipendien, die an einen Wohnortwechsel gekoppelt sind, können von Künstlerinnen mit Kind häufig nicht wahrgenommen werden.

Die Auswahl der fünf Stipendiatinnen traf eine Fachjury unter Vorsitz von Dr. Marion Ackermann, Direktorin der Düsseldorfer Museen K20/ K21, aus insgesamt 162 Bewerbungen.

Seit 1997 werden von der Landesregierung alle zwei Jahre fünf Stipen­dien an herausragende Künstlerinnen mit Kind vergeben. Die Organisa­tion hat das Frauenkulturbüro NRW im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen übernommen.

Zu den Stipendiatinnen:

Christine Erhard betritt mit ihren neuen konstruierten Fotografien zu­nehmend stärker formales Neuland. Dabei fügt sie auf überraschend irritierende Weise Elemente zusammen, die so eigentlich nicht zusam­men gehören, die aber einer ästhetisch zwingenden, inneren Bildlogik gehorchen. Dabei argumentiert die Künstlerin sowohl mit malerischen als auch mit architektonisch-räumlichen Effekten, die sich gegenseitig bedingen.

Isabel Hernandez erzählt in ihren Foto- und Videoarbeiten mit einer fesselnden Beiläufigkeit von der Banalität des Alltags. Einige Aufnah­men besitzen dabei eher dokumentarischen Charakter, andere wie­derum wirken wie bühnenhafte Inszenierungen in der realen Welt. Mit sicherem Gespür für den richtigen Augenblick erzeugt die Künstlerin Bilder, die aus der Spannung von Scherz, Satire, Ironie und tieferer Be­deutung leben.

Ulrike Kessl ist eine konsequente, immer situationsbezogen arbeitende „Raumbesetzerin“. Sie schafft mehr oder minder begeh- oder bespiel­bare Skulpturen, sowohl im öffentlichen Stadtraum als auch in ge­schlossenen, zum Teil ungewöhnlichen Ausstellungsbereichen. Mit un­terschiedlichen Materialien oder auch Objekten arbeitet sie dabei mit oder ganz bewusst auch gegen architektonische Vorgaben. Ihre Zeich­nungen verdeutlichen dabei sehr anschaulich den Prozess vom räumli­chen Denken in die plastische Tat.

Hyun-Gyoung Kim erweist sich in ihrem zeichnerischen und plastischen Werk als eine humorvolle und fabulierfreudige Künstlerin. Das Vokabu­lar ihrer sehr präzise durchdachten und materialsinnlich ausgeführten Arbeiten wirkt ebenso eigenständig wie auch eigenwillig. Die zum Teil bizarren Geschöpfe und der mit ihnen hintersinnig in Szene gesetzte Bildwitz sprechen für die hohe Einbildungskraft und den lustvollen Ges­taltungswillen dieser Künstlerin.

Daniela Risch arbeitet mit den Medien Foto und Film. Ihre Aufnahmen und bewegten Bilder stellen sich auf sehr beeindruckende Weise in die Tradition der klassischen Porträt- und Genre-, bzw. Landschaftsmalerei. So etwa bei der Selbstinszenierung als Mutter der Künstlerin in deren Kleidern und Wohnumfeld oder der bei der ruhigen Kamerafahrt entlang eines schmuddeligen Kanals, bei der selbst eine Kläranlage Bildschön­heit erlangt. Was zunächst altmodisch anmutet, erweist sich dann aber schnell als technisch, ästhetisch und auch gesellschaftspolitisch ganz auf der Höhe unserer Gegenwart.

Für Nachfragen und Informationen steht Ihnen im Frauenkulturbüro NRW e.V. Frau Sophia Boettcher-Willig zur Verfügung unter Telefon 02151 - 393025

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Telefon 0211 837-2417.

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