Burnout-Gesellschaft

Porträtfoto von Ministerin Barbara Steffens
13. Mai 2015

Ministerin Steffens: Wir sind eine Burnout-Gesellschaft - Gesundheitssystem alleine kann das nicht reparieren

Menschen aller Generationen leiden zunehmend unter stressbedingten Belastungen, deren negative Folgen als Burnout bezeichnet werden. „Wir sind eine Leistungs-Gesellschaft, die aufgrund fehlender Gegenstrategien zunehmend zur Burnout-Gesellschaft wird.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Menschen aller Generationen leiden zunehmend unter stressbedingten Belastungen, deren negative Folgen als Burnout bezeichnet werden. „Wir sind eine Leistungs-Gesellschaft, die aufgrund fehlender Gegenstrategien zunehmend zur Burnout-Gesellschaft wird. Dies zu ändern, können wir nicht allein auf das Gesundheitssystem als Reparaturbetrieb abschieben, sondern können wir nur mit einer gesamtgesellschaftlichen Veränderung erreichen", erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei der Tagung „Die gestresste Gesellschaft - Burnout versus Depression: Volkskrankheit oder Modediagnose?" der Daimler und Benz Stiftung in Berlin. „Unsere gesellschaftliche Entwicklung können wir nicht wie eine Uhr zurückdrehen, aber wir müssen nach Möglichkeiten suchen, um modernes Leben und Gesundheit dauerhaft miteinander zu vereinbaren", so Steffens weiter.

Als ein positives Beispiel verwies die Ministerin auf skandinavische Länder, wo dienstliche Termine möglichst nicht mehr nach 18 Uhr stattfinden, weil spätestens dann Zeit für das Privatleben reserviert sein soll. „Da zeigt eine Gesellschaft eine klare Haltung. Bei uns finden viele wichtige Termine häufig erst nach 18 Uhr statt", betonte die Ministerin.

Eine Zunahme psychischer Erkrankungen lässt sich in allen Generationen feststellen.

  • Kinder: Schon Kinder haben oft mit Sprachkursen, Musikschule, Sport und Kindergarten oder Schule einen volleren Terminkalender als mancher Erwachsene. Selbst wenn Kinder krank sind, haben sie keine Zeit mehr, in Ruhe gesund zu werden. Sie müssen schnell wieder fit sein, beispielsweise, damit die Eltern arbeiten gehen können.
  • Jugendliche: Wenn Jugendliche fast rund um die Uhr in elektronischen sozialen Netzwerken unterwegs sind, kommen sie ohne neue Strategien überhaupt nicht mehr zu Ruhe.
  •  Erwachsene: Wer im Beruf intern ständig mit Kolleginnen und Kollegen konkurriert, wird kaum noch Entspannungsphasen finden. Im privaten Leben sind Alltagsbanalitäten zu individuellen Entscheidungslasten geworden. Früher wurde man in eine Krankenversicherung hineingeboren, heute erleben viele permanenten Wechseldruck: Sind meine Krankenkasse, mein Telefon- und mein Stromanbieter noch die richtigen?
  • Alte: Wir rasen mit 200 über die Autobahn des Lebens – wer nicht mehr mithalten kann, wird plötzlich ausgebremst und landet auf der Standspur. Dann stellen viele fest, dass es für sie abseits des „Höher-Schneller-Weiter“ keinen sinnstiftenden Platz mehr gibt und geraten in eine Krise.

„Wir wissen es, wie spüren es. Die zentrale Frage aber ist: Wie schaffen wir es alle gemeinsam, uns wieder gemeinsam Rahmenbedingungen zu setzen, um eine etwas entspanntere Gesellschaft zu werden. Politik kann dies nicht verordnen. Das geht nur mit neuen Regeln, die sich die Mehrheit der Gesellschaft selber setzt", sagte Ministerin Steffens.

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