Ministerin Steffens: Wer eine menschliche Pflege will, darf das Problem ‚Gewalt in der Pflege’ nicht ausblenden

1. Februar 2012

Ministerin Steffens: Wer eine menschliche Pflege will, darf das Problem ‚Gewalt in der Pflege’ nicht ausblenden

Gewalt in der Pflege - das ist immer noch ein weitgehend mit Tabu belegtes Thema. Gewalt in der Pflege hat viele Ursachen - umfassende und nachhaltige Lösungen fehlen. Deshalb haben das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter und der Landespflegeausschuss Nordrhein-Westfalen zu einem zweitägigen Fachkongress „Gewalt in der Pflege“ eingeladen, der mit rund 500 Expertinnen und Experten in Düsseldorf begonnen hat.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Gewalt in der Pflege - das ist immer noch ein weitgehend mit Tabu belegtes Thema. Gewalt in der Pflege hat viele Ursachen - umfassende und nachhaltige Lösungen fehlen. Deshalb haben das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter und der Landespflegeausschuss Nordrhein-Westfalen zu einem zweitägigen Fachkongress „Gewalt in der Pflege“ eingeladen, der mit rund 500 Expertinnen und Experten in Düsseldorf begonnen hat.

„Wir müssen davon ausgehen, dass Gewalt in Pflegesituationen passiert - sowohl zu Hause als auch in Einrichtungen. Deshalb darf Gewalt in der Pflege kein Tabu sein. Wegsehen hilft niemandem, weder den pflegebedürftigen Opfern von Gewalt noch den Pflegenden, die sich oft überfordernden Situationen ausgesetzt sehen", erklärt Pflegeministerin Barbara Steffens. „Über Auslöser und Wirkungsmechanismen wissen wir aber viel zu wenig. Pflegesituationen nur zu kontrollieren, reicht nicht. Der bessere Weg ist, dafür Sorge zu tragen, dass Gewalt fördernde Situationen erst gar nicht entstehen. Mein Ziel ist es, Hilfen und Lösungen hierfür anzubieten. Wie diese aussehen könnten, darüber wollen wir mit Expertinnen und Experten diskutieren.“

Bei der Tagung geht es bewusst nicht darum, einzelne Vorfälle aufzuarbeiten. Beleuchtet werden soll vielmehr, wie in typischen Pflegesituationen zu Hause und in Einrichtungen Ursachen für körperliche aber auch psychische Gewalt entstehen können. Expertinnen und Experten schätzen, dass etwa zehn Prozent der pflegebedürftigen Personen mit körperlicher Gewalt konfrontiert sind - Formen psychischer oder emotionaler Gewalt sind dabei noch nicht berücksichtigt. „Uns geht es vor allem um einen Dialog ohne Vorgaben und Schuldzuweisungen", unterstreicht die Ministerin. „Ziel der Fachtagung ist, alle an der Pflege Beteiligten zu sensibilisieren sowie konkrete Hilfe- und Unterstützungsangebote zu entwickeln, um Überforderungs- und Krisensituationen rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.“ Steffens betonte, dass die Tagung in Düsseldorf bundesweiten Vorbildcharakter haben dürfte: „Es wird Zeit, dass wir Wissenschaft und Praktiker, Pflegende und Angehörige endlich zusammenbringen und das Thema aus der Tabu-Zone holen.“

Die Fachtagung, zu der sich über 500 Personen angemeldet haben, zeigt ein großes Themenspektrum. Am ersten Tag werden Gewaltanwendungen unter dem Aspekt der Überforderung untersuchtsowie Maßgaben der UN-Konvention an den wSchutz vor Gewalt beleuchtet. Die Gewalt in der häuslichen Pflege ist ebenso Thema wie die Möglichkeiten der Prävention - und dies auch im europäischen Kontext. Am zweiten Veranstaltungstag stehen insbesondere die berufliche Pflege sowie die Gewalt zwischen Heimbewohnern im Fokus. Zudem wird ein Monitoring-System vorgestellt, das Gewaltanwendungen vorbeugen soll.

Das Programm der Fachtagung ist im Internet zu finden unter: http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/ministerium/veranstaltungen/20120201_Fachtagung_Gewalt_in_der_Pflege/Fachtagung__Gewalt_in_der_Pflege__-_Programmflyer.pdf

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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