Die Zahl der sexuell übertragener Infektionen (STI) steigt bundesweit an

15. November 2016

Ministerin Steffens: Vorbildlich vernetzte Versorgung unter einem Dach

Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin in Bochum

Die Zahl sexuell übertragener Infektionen (STI) steigt seit Jahren bundesweit leicht an. Auch in Nordrhein-Westfalen. Aber Betroffene lassen sich oft erst sehr spät oder gar nicht behandeln, weil STI ein Tabu sind.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Die Zahl sexuell übertragener Infektionen (STI) steigt seit Jahren bundesweit leicht an. Auch in Nordrhein-Westfalen. Aber Betroffene lassen sich oft erst sehr spät oder gar nicht behandeln, weil STI ein Tabu sind. Das Zentrum für sexuelle Gesundheit und Medizin „Walk in Ruhr“ (WIR-Zentrum) zeigt beispielhaft, wie ein vernetztes Angebot von Beratung, Diagnostik, Therapie und psychosozialer Betreuung Versorgung und Prävention verbessert.
 
„Der Anstieg sexuell übertragener Infektionen unterstreicht, wie wichtig Angebote zur Aufklärung und Beratung sind. Das WIR-Zentrum orientiert sich am Bedarf der rat- und hilfesuchenden Menschen. Es bietet durch sein ganzheitliches, vernetztes Konzept eine individuell passgenaue Beratung und Versorgung unter einem Dach an. Für Betroffene erleichtert das den Zugang erheblich, gerade bei so tabubesetzten Erkrankungen wie sexuell übertragenen Infektionen. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Selbsthilfe- und Beratungsorganisationen werden besonders gefährdete Menschen wie etwa Sexarbeiterinnen oder Männer, die Sex mit Männern haben, besser erreicht“, erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei einem Besuch des Zentrums in Bochum.
 
Eröffnet wurde das Zentrum im Frühjahr 2016, die Entwicklung des Konzepts für diese neue Form der Versorgung wurde vom NRW-Gesundheitsministerium finanziell unterstützt. Möglich ist das umfassende Angebot des Zentrums durch die enge Zusammenarbeit von sechs unabhängigen Einzelorganisationen: Interdisziplinäre immunologische Ambulanz des Bochumer St. Josef-Hospitals, Aidshilfe Bochum, Gesundheitsamt Bochum, pro familia, Treffpunkt und Beratungsstelle für Sexarbeiterinnen „Madonna“ und das Psychosoziale Beratungszentrum für Lesben, Schwule und deren Angehörige „Rosa Strippe“.
 
Aktuell fördert das Ministerium die Stelle eines Gesundheitsberaters (Health Advisor) für Männer, die Sex mit Männern haben. Er ist im Walk in Ruhr“ ihr erster Ansprechpartner und übernimmt eine Lotsenfunktion im Zentrum. Der Health Advisor informiert außerdem über HIV/STI-Tests sowie über Präventionsmaßnahmen, die dem persönlichen Risiko angepasst sind.

Hintergrund:

  • Sexuell übertragene Infektionen (STI – sexually transmitted infections) werden auch oder hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen. Zu den STI zählen unter anderem Syphilis, Chlamydien, Herpes im Geschlechtsbereich, Hepatitis B, HIV sowie Infektionen mit Humanen Papillomviren.
  • Das bundesweite Infektionsschutzgesetz sieht die (nicht-namentliche) Erfassung von Erstnachweisen für Syphilis und HIV vor. Zu anderen STI gibt es in Deutschland keine entsprechenden Meldedaten.
  • Fachleute gehen davon aus, dass der Anstieg von HIV- und Syphilis-Infektionen der vergangenen Jahre ein Hinweis auch auf die Zunahme anderer STI ist. Zudem zeigen internationale Statistiken einen Anstieg der STI.

 
Syphilis-Infektionen in NRW 

  2010 2011 2012 2013 2014 2015
Infektionen / 100.000 Einw. 4,6 5,5 6,8 6,9 7,0 8,4
Meldungen ges. 813 986 1.195 1.216 1.237 1.469

HIV-Erstdiagnosen in NRW

  2010 2011 2012 2013 2014 2015
Infektionen / 100.000 Einw. 3,4 3,6 4,0 4,0 4,4 4,6
Meldungen ges. 605 650 702 703 781 880
  • Sowohl bei den HIV- als auch bei den Syphilis-Neuinfektionen liegt NRW im bundesweiten Durchschnitt. Jüngsten Schätzungen nach geht das Robert Koch-Institut (RKI) trotz zunehmender HIV-Erstdiagnosen für 2015 von keiner Zunahme der HIV-Neuinfektionen aus. Zwischen einer neuen Infektion und einer Diagnose kann eine erhebliche Zeitspanne liegen.
  • Neben der HIV-Prävention kommt auch dem Schutz vor Syphilis eine besondere Bedeutung zu. Vor allem im ersten Stadium der Erkrankung erhöht sie die Wahrscheinlichkeit, sich mit HIV zu infizieren, um den Faktor 2-4. 
  • Aufklärung über STI und Beratung sind auch ein zentrales Anliegen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Bei Fragen zu sexuell übertragbaren Krankheiten oder beim Verdacht, sich selbst infiziert zu haben, sind Gesundheitsämter wichtige Anlaufstellen, die anonym und kostenfrei informieren und Tests anbieten.

 

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