Ungleichbehandlung der Ärztinnen und Ärzte zu Lasten der Patientinnen und Patienten beenden

16. September 2011

Ministerin Steffens und die Vorsitzenden der KV Westfalen-Lippe, KV Nordrhein und dem LPNRW fordern den Bund zur Sicherung der medizinischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen auf: Ungleichbehandlung der Ärztinnen und Ärzte zu Lasten der Patienten beenden

Für die Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten erhalten Ärztinnen und Ärzte in Nordhein-Westfalen weniger Geld als in anderen Bundesländern. Um die medizinische Versorgung im bevölkerungsreichsten Bundesland auch in Zukunft wohnortnah sicherstellen zu können, muss diese Ungerechtigkeit beseitigt werden.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, die Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe und Nordrhein sowie der Landesverband Praxisnetze Nordrhein-Westfalen teilen mit:

Für die Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten erhalten Ärztinnen und Ärzte in Nordhein-Westfalen weniger Geld als in anderen Bundesländern. Um die medizinische Versorgung im bevölkerungsreichsten Bundesland auch in Zukunft wohnortnah sicherstellen zu können, muss diese Ungerechtigkeit beseitigt werden. Deshalb haben die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL), Dr. Wolfgang-Axel Dryden, der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO), Dr. Peter Potthoff, und der Vorsitzende des Landesverbandes Praxisnetze Nordrhein-Westfalen (LPNRW), Dr. Heinrich Miks, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin die Bundesregierung sowie alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages dazu aufgefordert, für eine im Bundesvergleich faire Finanzierung der ambulanten medizinischen Versorgung in Nordrhein-Westfalen zu sorgen.

„Ärztinnen und Ärzte in Nordrhein-Westfalen müssen für die Behandlung ihrer Patientinnen und Patienten genauso viel Geld bekommen wie in anderen Bundesländern, sonst wird sich das Problem, Nachfolgerinnen und Nachfolger für Arztpraxen zu bekommen, in Nordrhein-Westfalen bald drastisch verschärfen", erklärte Ministerin Steffens. Von den rund 11.100 Hausärztinnen und Hausärzten in Nordrhein-Westfalen sind knapp die Hälfte über 55 Jahre alt und werden damit in absehbarer Zeit aus dem aktiven Berufsleben aussteigen. „Gleichzeitig wächst der Versorgungsbedarf, deshalb muss der Standortnachteil für Nordrhein-Westfalen, der sich durch die im Bundesvergleich schlechtere Vergütung für Ärztinnen und Ärzte ergibt, schnellstens durch den Bund beseitigt werden. Von den Ärztinnen und Ärzten erwarte ich allerdings auch, dass sie ihrem GKV-Versorgungsauftrag adäquat nachkommen. Unangemessene Wartezeiten zum Beispiel müssen der Vergangenheit angehören", so Steffens weiter.

„Die Tatsache, dass ein Arzt in Westfalen-Lippe für die Behandlung eines Patienten acht Prozent weniger Honorar erhält als im Bundesdurchschnitt und sogar mehr als 20 Prozent weniger als in der finanziell am besten ausgestatteten Region, lässt sich nicht rechtfertigen“, sagte Dr. Wolfgang-Axel Dryden. Der erste KVWL-Vorsitzende betonte, dass der derzeit ungerechte Fluss der Gelder einen handfesten Standortnachteil für die Region Westfalen-Lippe darstelle. Junge Mediziner machten bei einer Niederlassung schon heute um weite Teile des Münsterlandes oder Ostwestfalens einen großen Bogen. Gleichzeitig stellte Dryden aber ebenso klar: „Es geht uns nicht darum, immer mehr Geld in das System zu geben, sondern um eine bedarfsgerechte Verteilung der ja vorhandenen Finanzmittel. Nur so können wir in Zukunft unseren Auftrag erfüllen, eine ausreichende zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der gesetzlich Krankenversicherten zu garantieren – auch in der Fläche.“

Dr. Peter Potthoff, Vorsitzender des Vorstands der KV Nordrhein, betonte: „Eine angemessene und im Bundesvergleich faire Vergütung für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte entscheidet über die künftige Qualität und die flächendeckende Erreichbarkeit der ambulanten Versorgung in Nordrhein-Westfalen."
Die in Deutschland bestehenden großen Unterschiede in der ambulanten Versorgung seien – „teilweise gewollt" - durch die Vergütungsform von 2009 entstanden, die die regionale Honorarverteilung kräftig durcheinander gewirbelt habe, stellte LPNRW-Vorsitzender Dr. Heinrich Miks fest. „Die Politik hat 2009 durch Gesetze Entwicklungen korrigieren wollen und dabei aber auch ungewollte Verwerfungen hervorgerufen. Diese müssen durch den Verursacher korrigiert werden, ohne die Ziele des Gesetzgebers zu ändern“, so Miks. Für ihn sei nicht nachvollziehbar, dass eine gesetzliche Krankenversicherung beispielsweise in Hamburg 376,00 Euro pro Versicherten für die ambulante Versorgung zur Verfügung stellt, in Nordrhein mehr als 330,00 Euro aber nur über Zusatzbeiträge möglich sein sollten.

Da Ministerin Steffens und die drei Vorsitzenden der Ärzteorganisationen davon ausgehen, dass auch den nordrhein-westfälischen Landes-vorsitzenden der im Bund regierenden Parteien die Sicherung einer guten ambulanten Versorgung in Nordrhein-Westfalen am Herzen liegt, haben sie in gemeinsamen Briefen den CDU-NRW-Vorsitzenden Norbert Röttgen, den FDP-NRW-Vorsitzenden Daniel Bahr und den Bundestagsabgeordneten Ronald Pofalla als weiteren maßgeblichen Vertreter der CDU in Nordrhein-Westfalen jeweils mit der Bitte um einen Gesprächstermin angeschrieben. Vorgeschlagen wird, gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen, wie im Rahmen der vom Bund vorgesehenen Novellierung des Versorgungsstrukturgesetzes die Benachteiligung für Nordrhein-Westfalen überwunden werden kann.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein und Westfalen-Lippe fordern die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag inzwischen auch per Petition auf, eine Angleichung der Vergütung je Versichertem herbei zu führen. Wer sich über die Konvergenz informieren oder die Petition unterstützen will, erreicht diese im Internet unter
www.konvergenz-jetzt.de
Hinweis:Bei Rückfragen stehen Ihnen folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

Christoph Meinerz
Pressesprecher
Ministerium für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und Alter
des Landes Nordrhein-Westfalen
Telefon: 0211-8618-4246

Frank Naundorf
Unternehmenskommunikation
Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Telefon: 0211-5970-8108

Christopher Schneider
Pressesprecher
Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
Telefon: 0231-9432-3266

Dr. Heinrich Miks
Vorsitzender
Landesverband der Praxisnetze
Nordrhein-Westfalen
Telefon: 02332-664266

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