Studie liefert Grundlage für bessere Versorgung Contergangeschädigter

Porträtfoto von Ministerin Barbara Steffens
12. Mai 2015

Ministerin Steffens: Studie liefert Grundlage für bessere Versorgung Contergangeschädigter

Erstmals liegen umfangreiche Fakten zur Lebenssituation von Conterganopfern in Nordrhein-Westfalen und entsprechende Vorschläge zur Verbesserung ihrer Versorgung vor. „Unser Ziel ist es, contergangeschädigten Menschen durch bedarfsgerechte Behandlung, Prävention und Unterstützung auch im Alter ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, erklärte Gesundheitsministerin Steffens in Düsseldorf.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Erstmals liegen umfangreiche Fakten zur Lebenssituation von Conterganopfern in Nordrhein-Westfalen und entsprechende Vorschläge zur Verbesserung ihrer Versorgung vor. Eine vom Gesundheitsministerium über das Landeszentrum Gesundheit in Auftrag gegebene Studie untersuchte die Gesundheitsschäden, psychosozialen Beeinträchtigungen und den speziellen Versorgungsbedarf der betroffenen Menschen. „Unser Ziel ist es, contergangeschädigten Menschen durch bedarfsgerechte Behandlung, Prävention und Unterstützung auch im Alter ein weitgehend selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen“, erklärte Gesundheitsministerin Steffens in Düsseldorf. „Die Studie bildet die Grundlage für Gespräche mit den Verantwortlichen innerhalb des Gesundheitssystems über Möglichkeiten der Verbesserung der Lebenssituation Contergangeschädigter“, so Steffens weiter.

 

In Nordrhein-Westfalen leben rund 800 contergangeschädigte Menschen, die mit massiver körperlicher Belastung gelernt haben, Dinge, die ihnen durch die Behinderung kaum möglich, für andere aber selbstverständlich sind, ohne fremde Hilfe zu schaffen. Mit den Füßen den Kaffee zu trinken ist dabei nur ein Beispiel für zahlreiche antrainierte Bewegungsabläufe. Jetzt, wo die Betroffenen durchschnittlich 51 Jahre alt sind, treten durch diese Belastungen aber auch früher nicht bekannte Folgeschäden auf. So kommt die Studie zum Ergebnis, dass die Betroffenen beispielsweise häufig unter chronischen Rücken- und Nackenschmerzen sowie unter Hüftgelenkverschleiß leiden. Auch depressive Störungen treten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger auf.

 

Für die Betroffenen wird die selbstständige Lebensführung bei zunehmendem Pflegebedarf immer schwieriger, weil das Versorgungssystem nicht auf ihre besonderen Bedürfnisse vorbereitet ist. Ärztinnen und Ärzten fehlt es oftmals an Fachkenntnissen über die besonderen Bedarfe von Contergangeschädigten.

Um die Lebensumstände der Betroffenen zu verbessern, empfiehlt die Studie u.a. folgende Maßnahmen:

  • Einrichtung von Schwerpunktzentren, in denen Contergangeschädigte behandelt und zum Beispiel zum Thema Schmerztherapie auch geschult werden, damit sie andere Betroffene beraten können. Außerdem sollen die Zentren die weiteren vorgeschlagenen Maßnahmen ausarbeiten, umsetzen und koordinieren sowie Ärztinnen und Ärzte schulen.
  • Angebot von regelmäßigen Untersuchungen zu den körperlichen und psychischen Folgeschäden und Begleiterkrankungen sowie entsprechende Beratung und gegebenenfalls Behandlung.
  • Spezifische Präventionskonzepte, um das Voranschreiten von Folgeschäden zu begrenzen und ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Beruf zu verhindern. Neben den Ursprungsschäden sollen die Konzepte die besonderen altersbedingten Erkrankungen der Conterganopfer berücksichtigen.
  • Vernetzung professioneller und privater Hilfesysteme, als Antwort auf den steigenden Pflege- und Unterstützungsbedarf der Be­troffenen. Neue Wohnformen (z.B. generationen-übergreifende Wohngemeinschaften) und vermehrter Einsatz von Technik können ebenfalls dazu beitragen, die Lebensqualität zu verbessern.
  • Betroffenen soll leichterer Zugang zu Heil- und Hilfsmittel (z.B. physikalische Therapie, Rollstühle) gewährt werden. Ebenso sollen sie beispielsweise Pflegeleistungen oder finanzielle Hilfen bei Umbaumaßnahmen in der Wohnung leichter in Anspruch nehmen können.


 

Um Möglichkeiten der Umsetzung der in der Studie aufgezeigten Maßnahmen auszuloten, hat das Ministerium Vertreterinnen und Vertre­ter von Krankenkassen, Ärztekammern, kassenärztliche Vereinigung und aus dem Kreis der Contergangeschädigten zu einem ersten gemeinsamen Gespräch im Juni eingeladen.

 

Der Abschlussbericht der Studie „Gesundheitsschäden, psychosoziale Beeinträchtigungen und Versorgungsbedarf von contergangeschädigten Menschen aus Nordrhein-Westfalen in der Langzeitperspektive“ ist auf den Internetseiten des Ministeriums unter www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/gesundheit/contergangeschaedigte-Abschlussbericht.pdf

 

und auf den Seiten des Landeszentrums Gesundheit www.lzg.nrw.de veröffentlicht und kann heruntergeladen werden. Geleitwort von Ministerin Steffens zu der Studie: 
www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/gesundheit/Conterganstudie_Geleitwort.pdf

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