Ministerin Steffens: Null Toleranz bei weiblicher Genitalverstümmelung – Deutlich mehr Mädchen und Frauen nehmen Hilfsangebote an

Porträtfoto Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
4. Februar 2015

Ministerin Steffens: Null Toleranz bei weiblicher Genitalverstümmelung – Deutlich mehr Mädchen und Frauen nehmen Hilfsangebote an

Mehr als doppelt so viele Menschen als im Jahr davor suchten 2014 Hilfe bei der in Nordrhein-Westfalen einzigartigen Beratungsstelle „Stop Mutilation“ gegen weibliche Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation = FGM).

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Mehr als doppelt so viele Menschen als im Jahr davor suchten 2014 Hilfe bei der in Nordrhein-Westfalen einzigartigen Beratungsstelle „Stop Mutilation“ gegen weibliche Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation = FGM).

„Mit der grausamen Praxis der weiblichen Genitalbeschneidung sind wir durch die Globalisierung auch in Nordrhein-Westfalen konfrontiert. Betroffenen oder bedrohten Frauen und Mädchen müssen wir bei uns Hilfe und Schutz bieten“, erklärte Gesundheits- und Emanzipationsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf anlässlich des Internationalen Tages „Null Toleranz gegen weibliche Genitalverstümmelung“ am Freitag. „Die steigende Inanspruchnahme der vom Land unterstützten Beratungsstelle unterstreicht die Notwendigkeit von Hilfsangeboten. Genitalverstümmlung ist eine schwere Körperverletzung und muss gestoppt werden“, so die Ministerin weiter.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter fördert seit 2011 den Verein „Stop Mutilation e. V.“, der im vergangenen Jahr erheblich mehr Anfragen erhalten hat. Insgesamt wurden 987 Beratungen durchgeführt, im Jahr 2013 waren es 445. Unter anderem haben die Anrufe wegen eines Verdachts auf eine drohende  Genitalbeschneidung während eines Ferienaufenthalts in ihrem Heimatland um 52 Prozent zugenommen (2013: 75 Beratungen aus diesem Grund, 2014 waren es 114). 62 Mädchen konnten durch die Beratungs- und Aufklärungsarbeit vor der Genitalverstümmelung bewahrt werden.

In Nordrhein-Westfalen leben Schätzungen von Terre des Femmes zufolge mindestens 5.600 von Genitalverstümmelung betroffene oder bedrohte Frauen und Mädchen. Über 1.200 Schülerinnen in NRW stammen aus Ländern, in denen weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird.

„Die Mädchen und Frauen leiden ihr Leben lang unter den körperlichen und seelischen Folgen der Verstümmelung. Jede Beschneidung, die wir verhindern können, ebenso wie die Hilfe und Unterstützung für beschnittene Frauen, sind ein Beitrag zur Beendigung der Grausamkeiten“, sagte Ministerin Steffens.

Hintergrundinformationen:

Stop Mutilation e. V. wird 2015 vom Ministerium mit rund 84.000 Euro gefördert.
Hilfe finden Mädchen und Frauen, die betroffen sind, sowie deren Familienangehörige, Freundinnen, Freunde und andere soziale Kontaktpersonen.
Der Verein bietet auch eine gynäkologische Sprechstunde sowie Vermittlung von Beratung zur Wiederherstellung weiblicher Genitalien an.

Kontakt:
Stop Mutilation e.V.
Himmelgeister Str. 107 a
40225 Düsseldorf
Telefon: 0211 – 93 88 57 91
www.stop-mutilation.org

Steigende Beratungszahlen bei Stop Mutilation e.V.        
 

  2013 2014  
Beratungen insg. 445 987 +122 %
davon Frauen 300 725 +141 %
davon Männer 145 262 + 81 %

 
Mit Förderung des Ministeriums wurde die Broschüre „Nicht mit mir!“ gegen weibliche Genitalbeschneidung herausgegeben. Sie kann bestellt werden unter info@kutairi.de (Aktion Weißes Friedensband e.V.)

In Zusammenarbeit mit weiteren Akteurinnen und Akteuren hat das Ministerium eine Handreichung für Beschäftigte des Gesundheitswesens „Genitale Beschneidung/Verstümmelung bei Mädchen und Frauen“ erarbeitet. Die Broschüre kann auf der Internetseite des Ministeriums unter http://www.mgepa.nrw.de/publikationen heruntergeladen werden.
Direkter Link: https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/mgepa/genitale-beschneidung-verstuemmelung-fgm-bei-maedchen-und-frauen/1481

Das Ministerium ist Gastgeber des Runden Tisches NRW gegen Mädchenbeschneidung. Er dient dem Austausch zwischen Behörden, Fach- und Berufsverbänden, gesellschaftlichen Organisationen und Politik und wird von der Aktion „Weißes Friedensband e. V.“ moderiert. Weitere Informationen unter http://www.kutairi.de und http://www.friedensband.de.

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