NRW übernimmt Vorreiterrolle bei der Weiterentwicklung der Pflege- und Gesundheitsfachberufe

5. Dezember 2011

Ministerin Steffens: NRW übernimmt Vorreiterrolle bei der Weiterentwicklung der Pflege- und Gesundheitsfachberufe

Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in Pflege- und Gesund­heitsberufen wächst rasant. Eine höhere Qualifikation ermöglicht neue Aufstiegschancen und steigert die Attraktivität einer Berufwahl in diesem Bereich. „Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, erprobt Nordrhein-Westfalen die Akademisierung der Gesundheits- und Pflege­fachberufe. Bei der Weiterentwicklung dieser Berufe nimmt NRW bundesweit eine Vorreiterrolle ein", sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften in Pflege- und Gesund­heitsberufen wächst rasant. Eine höhere Qualifikation ermöglicht neue Aufstiegschancen und steigert die Attraktivität einer Berufwahl in diesem Bereich. „Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, erprobt Nordrhein-Westfalen die Akademisierung der Gesundheits- und Pflege­fachberufe. Bei der Weiterentwicklung dieser Berufe nimmt NRW bundesweit eine Vorreiterrolle ein", sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens in Berlin bei der Veranstaltung „Die akademische Perspektive der Pflege- und Gesundheitsfachberufe".

„Akademisierung ist kein Selbstzweck. Es geht zum einen um die Anpassung der Berufsfelder an veränderte Herausforderungen. Zum anderen sind gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von zentraler Bedeutung für eine menschliche, an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierten Pflege und Versorgung", so Steffens weiter.

An sechs Modellstandorten wurden seit Herbst 2010 bisher insgesamt zehn innovative Modellstudiengänge im Bereich Pflege, Hebammenkunde, Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie genehmigt. Die Absolventinnen und Absolventen erhalten sowohl einen Berufs­abschluss als auch einen ersten akademischen Grad. „Das ist eine durchaus attraktive berufliche Perspektive", sagte die Ministerin. So sollen mehr junge Menschen für Pflege- und Gesundheitsfachberufe gewonnen und eine neue Qualität in der Versorgung von Patientinnen und Patienten erreicht werden.

Die Präsentation der Modellstudiengänge in der NRW-Landesvertretung in Berlin stieß auf eine bundesweit große Resonanz. Mehr als 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Hochschulen, Berufsverbänden, Ärzte­kammern, Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, der Kranken- und Pflegeversicherung sowie aus Ministerien tauschten erste Erfahrungen aus.

„Ich sehe darin eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges, die ver­alteten gesetzlichen Ausbildungsgrundlagen zu modernisieren und an internationale Standards anzupassen. Bei der Durchführung der Modell­studiengänge zeigt sich, dass es eine breite politische Unterstützung für die Initiative der Landesregierung gibt", freute sich die Ministerin.

Die Erkenntnisse aus der Erprobung neuer Ausbildungsinhalte und -strukturen seien für die Weiterentwicklung der Gesundheitsfachberufe bundesweit von großer Bedeutung, betonte Steffens. Mit der umfassen­den Evaluation aller im Land genehmigten Modellstudiengänge wurde bereits begonnen. Weitere  Modellvorhaben können in NRW zunächst bis zum Jahr 2014 begonnen werden. "Die Vielfalt der Modelle ver­spricht auch eine Vielfalt an Erkenntnissen, um gut ausgebildete Fach­kräfte für eine am Menschen ausgerichtete Versorgung und Pflege zu gewinnen", so die Ministerin.

Hinweis für die Medien: In der Broschüre „Berufe mit Zukunft - Modellstudiengänge zur Weiterentwicklung der Pflege- und Gesund­heitsfachberufe in Nordrhein-Westfalen" informieren die Hochschulen über ihre Projekte. Sie kann auf der Internetseite des MGEPA (www.mgepa.nrw.de) als Anhang dieser Pressemitteilung herunter­geladen werden.

Übersicht der bisher genehmigten Modellstudiengänge:

- Fachhochschule Bielefeld - Studiengang „Gesundheit- und Krankenpflege"

- Hochschule für Gesundheit, Bochum:
"Bachelorstudiengang Ergotherapie"
"Bachelortstudiengang Hebammenwesen“
"Bachelorstudiengang Logopädie"
"Bachelorstudiengang Pflege"
"Bachelorstudiengang Physiotherapie"

- Fliedner Fachhochschule, Düsseldorf - Bachelorstudiengang „Pflege- und Gesundheit"

- Katholische Hochschule Nordrhein- Westfalen, Köln - Studiengang „Pflege"

- Fachhochschule Münster  - Studiengang „Therapie – und Gesundheitsmanagement"

- Mathias Hochschule Rheine - Studiengang „Pflege“

Die Modellstudiengänge bieten in der Endstufe insgesamt 1.840 Plätze. Eine entsprechende Ausbildung an einer Fachschule absolvieren derzeit in NRW rund 34.800 Schülerinnen und Schüler.

Weitere Hintergrundinformationen:

In der Gesundheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen arbeiten insgesamt über eine Million Frauen und Männer (bundesweit mehr als 4,6 Mil­lionen). Im Gesundheits- und Pflegebereich stellen Frauen bundesweit mit 83 Prozent den weitaus größten Teil der Leistungserbringerinnen dar. Die Gesundheitswirtschaft ist die bedeutendste Einzelbranche des Landes.  Etwas jeder sechste Beschäftigte ist mittel- oder unmittelbar in der Gesundheitsversorgung tätig. Die Gesundheitswirtschaft in NRW hat einen Anteil von 11,6 Prozent am Brutto-Inlands-Produkt.
Allein in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und der Altenpflege befinden sich in NRW derzeit rund 28.500 überwiegend junge Menschen in der Ausbildung. Hinzu­kommen weitere rund 7.000 Schüler/-innen in der Ergotherapie, dem Hebammenwesen, der Logopädie und der Physiotherapie.

Insbesondere im Pflegebereich wächst die Beschäftigung kontinuierlich. In NRW arbeiten alleine in den ambulanten Diensten und teil- und vollstationären Pflegeeinrichtungen rund 93.000 Pflegekräfte. Die Zahl der Altenpflegefachkräfte hat seit 1999 NRW-weit um 59 Prozent zugenommen. Eine vergleichbare Entwicklung zeigt sich auch auf Bundes­ebene.

Bereits heute besteht ein hoher Mangel an Fachkräften (alleine in NRW fehlten in 2010 rund 3.000 Absolventen/-innen zur Deckung offener Stellen). Angesichts der demographischen Entwicklung wird der Fach­kräftebedarf im Gesundheits- und Pflegebereich auch in Zukunft weiter steigen. Das Statistische Bundesamt geht nach Prognosedaten davon aus, dass im Jahr 2025 bundesweit rund 152.000 Pflegefachkräfte fehlen werden, um die Patientinnen und Patienten bzw. Pflege­bedürftigen versorgen zu können.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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