Kampagne „Mensch. Auch mit Demenz“

Porträtfoto von Ministerin Barbara Steffens
28. November 2016

Ministerin Steffens: Menschen mit Demenz nicht abstempeln – Kampagne wirbt für offene Auseinandersetzung mit Betroffenen

Menschen mit Demenz sind ein Teil unserer Gesellschaft. Sie können lachen, weinen, lieben, sind traurig oder verstimmt, mal stark, mal schwach, müde oder hellwach, apathisch oder aktiv. Sie gehören in unsere Mitte, nicht ausgegrenzt.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des teilt mit:

Menschen mit Demenz sind ein Teil unserer Gesellschaft. Sie können lachen, weinen, lieben, sind traurig oder verstimmt, mal stark, mal schwach, müde oder hellwach, apathisch oder aktiv. Sie gehören in unsere Mitte, nicht ausgegrenzt. Dafür wirbt die vom Land und den Pflegekassen geförderte Kampagne „Mensch. Auch mit Demenz“ der Landesinitiative Demenz-Service NRW im Kuratorium Deutsche Altershilfe e.V. „Wir dürfen Menschen mit Demenz nicht abstempeln. Die Kampagne nutzt bewusst das Bild des Abstempelns, um daraus ins Positive gewandelt ein Zeichen der Solidarität mit Demenzbetroffenen zu machen“, erklärte Ministerin Steffens. „Auf diese Weise sollen Menschen dazu bewegt werden, sich ausführlicher über Demenz zu informieren. Wir wollen das Thema aus der Tabuzone holen. Menschen mit Demenz gehören in die Mitte der Gesellschaft. Dazu müssen wir Vorbehalte abbauen und einen angemessenen Umgang mit den Betroffenen lernen. Wer sich mit ihnen und ihren Formen der Kommunikation beschäftigt, wird beispielsweise verstehen, auf welche Weise Menschen mit Demenz in ihre Ruhe finden und zufrieden sein können“, so Steffens weiter.
 
In Nordrhein-Westfalen leben zurzeit etwa 320.000 dementiell erkrankte Menschen. Bis 2030 wird sich diese Zahl – Schätzungen zufolge – auf rund 450.000 erhöhen. Und dennoch führt das Thema Demenz in unserer Gesellschaft bisher im wahrsten Sinne des Wortes ein Schattendasein. Berührungsängste und fehlende Informationen sorgen dafür, dass Menschen mit Demenz häufig an den Rand gedrängt oder – wenn sie einmal Hilfe im Öffentlichen Raum brauchen – allein gelassen werden. Sie sind in unserem Bewusstsein einfach nicht präsent. Doch dort gehören sie hin.
Im Rahmen der landesweiten Informationskampagne „Mensch. Auch mit Demenz“ werden Fotos von Menschen mit einem Stempel auf der Stirn oder Wange gezeigt, der positive Aussagen über die Person beinhaltet und die man zunächst nicht mit Demenz verbindet. Dadurch soll das Menschsein der oder des Erkrankten hervorgehoben werden.
 
Zum Start der Kampagne zeigte sich auch Gesundheits- und Pflegeministerin Barbara Steffens plakativ mit dem Stempelaufdruck „Mensch. Auch mit Demenz“ auf der Stirn.
 
Neben Werbung im öffentlichen Personennahverkehr, Plakataktionen und Tanz-Flashmobs in verschiedenen Städten Nordrhein-Westfalens werden Arztpraxen und Apotheken mit entsprechendem Material für die Öffentlichkeitsarbeit ausgestattet.
 
Ein Kampagnenfilm macht auf der zugehörigen Internetseite www.mensch.nrw und in den sozialen Medien auf das Thema aufmerksam. Menschen mit Demenz nicht abzustempeln ist auch zentrales Thema dieses Films.
 
Erkrankt ein Mensch an Demenz, stellt dies Betroffene und Angehörige vor große Herausforderungen. Menschen mit Demenz gelten als „schwierig“ und gehören plötzlich nicht mehr dazu. Es herrscht Unverständnis und Unsicherheit. „Hier gilt es, Berührungsängste abzubauen“, sagt Dirk Ruiss, Leiter der Landesverbände der Pflegekassen. „Mit unserer Kampagne ,Mensch. Auch mit Demenz‘ wollen wir auf das Thema Demenz aufmerksam machen. Wir zeigen, dass Menschen mit Demenz Menschen mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen sind – Menschen wie du und ich. Sie brauchen unser Verständnis und unsere Unterstützung.“
 
Ausgrenzung und Isolation bedeuten für Menschen mit Demenz eine enorme Einschränkung ihres Lebens, die nicht selten zu einer Verschlechterung der Symptome führt. „Die Gesellschaft ist hier gefordert, wir alle stehen dazu in Verantwortung. Gehen wir offen auf Menschen mit Demenz zu und nehmen wir sie so an, wie sie sind. Tragen wir dazu bei, dass Menschen mit Demenz ein lebenswertes Leben in unserer Gesellschaft führen können“, appellierte Prof. Dr. Schulz-Nieswandt, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe e.V. „Mit der Landesinitiative Demenz-Service NRW und den Demenz-Servicezentren leisten wir dazu bereits einen großen Beitrag. Die Kampagne wird die öffentliche Wahrnehmung weiter stärken“, so Schulz-Nieswandt.
 
Nach dem Motto „Machen auch Sie sich stark für Menschen mit Demenz!“ wirbt die Kampagne um weitere Unterstützerinnen und Unterstützer, die auf der Internetseite www.mensch.nrw ihre Solidarität mit Menschen mit Demenz zum Ausdruck bringen.
 
Weitere Informationen zur Demenz-Kampagne sind auf der Website www.mensch.nrw sowie auf Facebook, Twitter und in weiteren Sozialen Medien und unter www.demenz-service-nrw.de zu finden.
 
Fotos zur Kampagne finden Sie unter: www.mgepa.nrw.de.

Hintergrund:

  • Alterung der Bevölkerung: Zahl der über 65-Jährigen wächst bis zum Jahr 2040 deutlich 
  • Über 65-Jährige in Nordrhein-Westfalen
    Absolute Zahl                  Bevölkerungsanteil
    • 2014             ca. 3,6 Millionen      20,6 Prozent
    • 2030             ca. 4,6 Millionen      25,7 Prozent
    • 2040             ca. 5,1 Millionen      28,9 Prozent(+ 40,1 Prozent zu 2014)
       
  • Aktuell sind etwa 320.000 Menschen in NRW an Demenz erkrankt
    • Anstieg bis 2030 auf ca. 450.000
    • Verdoppelung der Anzahl der Betroffenen bis 2050 

Ministerin Barbara Steffens wird am 19. Dezember an einem Tanz-Flashmob in Düsseldorf teilnehmen, um auf die Kampagne aufmerksam zu machen

  • Tanz-Flashmob mit Ministerin Steffens am 19. Dezember 2016, 14.00 - 14.30 Uhr in Düsseldorf, Rheinuferpromenade, Brücke alter Hafen

Weitere geplante Flashmobs zur Unterstützung der Kampagne:

  • Köln: 6.12.2016, 14.00 - 14.30 Uhr, Schildergasse, Brunnensteele
  • Remscheid: 15.12.2016, 15.00 - 15.45 Uhr, Theodor-Heuss-Platz

 

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