Unterstützung für Malteser Migranten Medizin in Duisburg

Porträtfoto von Ministerin Barbara Steffens
27. Januar 2017

Ministerin Steffens: Medizinische Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung – Ministerium unterstützt Malteser Migranten Medizin in Duisburg

In Duisburg und Umgebung leben schätzungsweise 17.000 Menschen ohne Krankenversicherungsschutz. In der neu eröffneten Notfallpraxis der Malteser Migranten Medizin erhalten Betroffene medizinische Hilfe. Das Gesundheitsministerium unterstützt den Start durch finanzielle Mittel für die Ausstattung.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

In Duisburg und Umgebung leben schätzungsweise 17.000 Menschen ohne Krankenversicherungsschutz. Sie scheuen den Weg in eine ärztliche Praxis, weil sie sich beispielsweise eine Behandlung nicht leisten können. Oder sie haben keinen gültigen Aufenthaltsstatus und befürchten ihre Ausweisung. In der neu eröffneten Notfallpraxis der Malteser Migranten Medizin erhalten Betroffene medizinische Hilfe. Das Gesundheitsministerium unterstützt den Start durch finanzielle Mittel für die Ausstattung. „Die Malteser Migranten Medizin wird für die Menschen in Duisburg, aber auch darüber hinaus im Ruhrgebiet eine wichtige Versorgungslücke schließen und ist eine sinnvolle Ergänzung zu der vom Land geförderten Duisburger Clearingstelle zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Zuwanderern mit ungeklärtem Versicherungsstatus", erklärte Gesundheitsministerin Barbara Steffens anlässlich der offiziellen Eröffnung der Malteser Migranten Medizin, die vor einer Woche ihre Arbeit aufgenommen hat. Clearingstelle und Notfallpraxis arbeiten auch mit den anderen Beratungsstellen und Hilfeeinrichtungen in der Stadt zusammen, so dass dieses Netzwerk einen Beitrag zur Vermeidung von sozialer Ausgrenzung leistet.
 
In den Behandlungsräumen in der Duisburger Innenstadt können Kinder und Erwachsene gesundheitlich versorgt werden, etwa Mitte des Jahres sollen auch zahnärztliche Behandlungen möglich sein. Die gesundheitlichen Probleme, mit denen die Menschen zu den Maltesern kommen, ähneln denen in einer normalen Arztpraxis. Allerdings ist die Behandlung in vielen Fällen schwieriger und langwieriger, weil die Betroffenen die Erkrankung oft lange verschleppt haben. Alle Mitglieder des Malteser-Teams aus Ärztinnen und Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern, Dolmetscherinnen und Dolmetschern sowie Helferinnen und Helfern wahren die Anonymität der Patientinnen und Patienten und arbeiten ehrenamtlich. Trotzdem ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen, da nicht nur für die Ausstattung, sondern beispielsweise auch für Operationen, Krankenhausaufenthalte, Medikamente oder Impfstoffe Kosten anfallen.
 
„So lange es nicht möglich ist, alle Menschen im Regelsystem zu versorgen, brauchen wir Angebote wie das der Malteser Migranten Medizin. Denn der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Integration. Eigentlich wäre es Aufgabe des Bundes, insbesondere bei EU-Bürgerinnen und -Bürgern, die sich in Deutschland aufhalten, einen unbürokratischen Zugang zu unserem Gesundheitssystem zu ermöglichen. Doch entsprechende Forderungen der Länder und Kommunen nach einer bundeseinheitlichen Lösung hat der Bund bisher leider immer abgelehnt“, so Ministerin Steffens.
 
Das Land Nordrhein-Westfalen fördert seit 2016 insgesamt fünf Clearingstellen zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Zuwanderern mit ungeklärtem Versicherungsstatus. Denn bei Personen, die aus anderen EU-Ländern einreisen, aber auch bei Menschen aus Drittstaaten ergeben sich immer wieder Probleme bei der medizinischen Versorgung im Regelsystem, weil unklar ist, wer die Kosten trägt. Mit den Clearingstellen soll modellhaft erprobt werden, wie die Gesundheitsversorgung für diesen Personenkreis schneller verbessert und der Versicherungsstatus zügiger geklärt werden kann. „Neben konkreter Hilfe für die Betroffenen vor Ort erhoffen wir uns von den landesweiten Clearingstellen auch Erkenntnisse und Daten, mit denen wir dem Bund die Notwendigkeit einer bundeseinheitlichen Lösung noch einmal verdeutlichen können. Auf keinen Fall darf es ein politisch geduldeter Zustand sein, wenn es immer wieder Probleme bei der Finanzierung der Versorgung für Zuwanderer aus der EU gibt“, sagte Ministerin Steffens.

Hintergrund

  • Malteser Migranten Medizin: Münzstraße 15-17, Duisburg (Sprechstunde donnerstags von 10 bis 15 Uhr)
  • Das Land unterstützt die Malteser Migranten Medizin in Duisburg mit 60.000 Euro für die Ausstattung.
  • Die Clearingstelle zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Zuwanderern mit ungeklärtem Versicherungsstatus Duisburg bietet Beratungen in der Malteser Migranten Medizin während der Öffnungszeiten der Praxis an.
  • Weitere Beratungsstandorte der Clearingstelle Duisburg sind u.a. die AWO-Sozialräume in der Friedrich-Engels-Str. 42 (dienstags 13-15 Uhr), Duisburger Str. 241 (mittwochs 13-15 Uhr) und Friedensstraße 1 (freitags 9-11 Uhr).
  • Weitere Clearingstellen gibt es in Münster, Köln, Dortmund und Gelsenkirchen.
  • Insgesamt fördert das Land die Clearingstellen über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 2,5 Millionen Euro.

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