Equal Pay Day

Porträtfoto von Ministerin Barbara Steffens
17. März 2017

Ministerin Steffens: Lohnungleichheit zulasten der Frauen ist ein Armutszeugnis für hochentwickelte Wirtschaftsunternehmen

Zehn Jahre nach dem ersten Equal Pay Day in Deutschland hat die Mobilisierung gegen Lohnungleichheit an diesem internationalen Aktionstag nichts an Bedeutung verloren. In Nordrhein-Westfalen verdienen Frauen durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. Seit zehn Jahren liegt die statistische Entgeltlücke im Land und bundesweit über der 20-Prozentmarke.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Zehn Jahre nach dem ersten Equal Pay Day in Deutschland hat die Mobilisierung gegen Lohnungleichheit an diesem internationalen Aktionstag nichts an Bedeutung verloren. In Nordrhein-Westfalen verdienen Frauen durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. Seit zehn Jahren liegt die statistische Entgeltlücke im Land und bundesweit über der 20-Prozentmarke.
 
„Diese Lohnungleichheit ist ein Armutszeugnis für unsere hochentwickelten Wirtschaftsunternehmen, denen heute die bestqualifizierte Frauengeneration zur Verfügung steht“, erklärte Emanzipations-ministerin Barbara Steffens im Vorfeld des morgigen Equal Pay Days 2017. „Mit ein Faktor ist die ungebrochene Männerdominanz in Führungsetagen von Unternehmen. Je besser dotiert eine Stelle ist, desto weniger Frauen sind dort zu finden. Das wirkt sich natürlich auf die Höhe der Gehälter von Männern und Frauen aus“, so Ministerin Steffens weiter.
 
Von echter beruflicher Chancengleichheit sind Frauen in Deutschland  noch weit entfernt: Eine kürzlich von der Bundesregierung vorgelegte Zwischenbilanz zu den Auswirkungen des vor zwei Jahren verabschiedeten Gesetzes über die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen belegt: Auf freiwilliger Basis bewegt sich nichts. Viele Unternehmen wollen die Unterrepräsentanz von Frauen in den wichtigsten Entscheidungsbereichen gar nicht ändern. 75 Prozent der Unternehmen geben als Zielquote für ihre Vorstände schlicht eine Null an. Ministerin Steffens sagte: „Verkrustete Strukturen lösen sich nicht freiwillig auf. Ohne Gesetzesnachbesserungen wird der Frauenanteil in den Entscheidungsgremien deutscher Unternehmen nicht steigen. Dabei sollte das Thema ,mehr Frauen in Führungspositionen‘ das Gebot zukunftsorientierter Unternehmensführung sein. Schließlich produzieren gemischtgeschlechtliche Teams nachweislich die besten Ergebnisse. Dazu gehört dann aber auch die gleiche Bezahlung von gleicher und gleichwertiger Arbeit.“
 
In Nordrhein-Westfalen wird am 18. März 2017 in öffentlichkeitswirksamen Aktionen über die Ursachen der Entgeltlücke informiert. Bürgerinnen und Bürger können sich dabei an vielen Straßenaktionen beteiligen. Im Internet sind die genauen Termine und Veranstaltungsorte über diesen Link abrufbar: www.equalpayday.de/nc/aktionslandkarte/filter/
 
 
Hintergrund:
Der Gender Pay Gap gibt den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen an. Er beträgt in Nordrhein-Westfalen 22 Prozent und liegt damit leicht unter dem Durchschnitt der alten Bundesländer (23 Prozent). Im Ländervergleich weist Sachsen-Anhalt die niedrigste Entgeltlücke auf (2 Prozent), Baden-Württemberg die höchste (27 Prozent).
 
Der Equal Pay Day gibt das Datum an, bis zu dem Frauen aus statistischer Sicht bei gleichem Arbeitsvolumen und gleichen Stundenlohn wie Männer seit Jahresbeginn quasi „umsonst“ arbeiten. Im Jahr 2017 sind das 77 Tage.
 

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