Ministerin Steffens: Glücksspiele mit Geldeinsatz bei Kindern und Jugendlichen zunehmend beliebt – Risiken werden unterschätzt

23. September 2014

Ministerin Steffens: Glücksspiele mit Geldeinsatz bei Kindern und Jugendlichen zunehmend beliebt – Risiken werden unterschätzt

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen, die an Glücksspielen mit Geldeinsatz und Geldgewinnmöglichkeiten teilnehmen, steigt. Innerhalb eines Jahres haben etwa 44 Prozent von rund 6.000 befragten Schülerinnen und Schülern an einem Glücksspiel mit Geldeinsatz teilgenommen, vor zehn Jahren waren es noch 40 Prozent. Mehr als fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen bereits ein problematisches Glücksspielverhalten oder sind entsprechend gefährdet. Das geht aus einer Studie hervor, die die Universität Mainz im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums erstellt hat.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen, die an Glücksspielen mit Geldeinsatz und Geldgewinnmöglichkeiten teilnehmen, steigt. Innerhalb eines Jahres haben etwa 44 Prozent von rund 6.000 befragten Schülerinnen und Schülern an einem Glücksspiel mit Geldeinsatz teilgenommen, vor zehn Jahren waren es noch 40 Prozent. Mehr als fünf Prozent der Kinder und Jugendlichen zeigen bereits ein problematisches Glücksspielverhalten oder sind entsprechend gefährdet. Das geht aus einer Studie hervor, die die Universität Mainz im Auftrag des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums erstellt hat.

„Kinder und Jugendliche beteiligen sich aus unterschiedlichen Gründen an Glücksspielen: Aus Spaß, der Unterhaltung und Spannung wegen und um Alltagsbelastungen auszublenden. Aber auch, um Geldgewinne zu erzielen. Dass sie dabei immer öfter viel zu tief in die virtuellen Welten von Glücksspielen eintauchen, ist das Ergebnis einer gesellschaftlichen Fehlentwicklung“, erklärte Ministerin Barbara Steffens anlässlich der Veröffentlichung der Studie. „Wenn wir Kinder und Jugendliche aus ihren Glücksspielträumen zurückholen und vor dem Weg der Abhängigkeit bewahren wollen, müssen wir ihnen ihren Freizeitwünschen entsprechende Alternativen anbieten. Ansonsten werden wir langfristig weder präventiv noch in der Beratung wirksam und erfolgreich sein“, so Steffens weiter.

Für die Studie "Konsum von Glücksspielen bei Kindern und Jugendlichen – Verbreitung und Prävention" wurden etwa 6.000 Schülerinnen und Schüler zu ihrem Glücksspielverhalten befragt. Trotz des jugendschutzrechtlichen Verbots nehmen Jugendliche an kommerziellen Glücksspielen teil. Hierbei werden die Risiken zumeist nicht erkannt oder unterschätzt.

Die Ergebnisse der Studie liefern wichtige Erkenntnisse über Entwicklung sowie Art und Umfang des Glücksspielverhaltens bei Kindern und Jugendlichen, die für die Präventionsarbeit genutzt werden können:

  • Bei etwa 1,7 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen konnte ein problematisches Glücksspielverhalten und bei weiteren 3,5 Prozent eine entsprechende Gefährdung festgestellt werden.
  • Rund 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen haben bereits an mindestens einem Glücksspiel teilgenommen.
  • Glücksspiele werden von Jungen deutlich häufiger genutzt als von Mädchen. Jungen haben daher auch ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines problematischen Glücksspielverhaltens. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund und unzureichender gesellschaftlicher Integration.
  • Die erste Teilnahme an Glücksspielen findet durchschnittlich im Alter von 13 Jahren statt.
  • Am häufigsten werden Kartenspiele, Rubbellose, Würfelspiele, Sportwetten und Geldspielautomaten genutzt.
  • Zu problematischem Glücksspielverhalten führt vor allem die Nutzung von Geldspielautomaten sowie internetgestützten Glücksspielangeboten.

Die Folgen der problematischen Glücksspielnutzung sind gravierend. Sie reichen von der Vernachlässigung von Schule, Ausbildung, Beruf sowie sozialer Beziehungen bis zur Entwicklung kriminellen Verhaltens im Zusammenhang mit Verschuldung.

Schon deshalb sind Kinder und Jugendliche eine wichtige Zielgruppe bei den Maßnahmen des Landes zur Glücksspielsuchtprävention. Ministerin Steffens macht deutlich: „Wir müssen Kinder und Jugendliche frühzeitig über die Risiken des Glücksspielens aufklären. Elternhaus und Schule sind hier besonders gefordert.“

Die Maßnahmen des Landes zur zielgruppenspezifischen Prävention bei Kindern und Jugendlichen werden verstärkt. So hat die Schwerpunktberatungsstelle zu Glücksspielsucht in Herford im Auftrag des Ministeriums den Material- und Methodenkoffer „Glüxxbox“ entwickelt. Er ist für den Einsatz in Schulen und Jugendeinrichtungen vorgesehen und soll Kinder und Jugendliche in jugendgerechter Form über die Gefahren des Glücksspielens informieren. Der Koffer kommt über die Präventionsfachkräfte der Suchtberatungsstellen zum Einsatz.

Außerdem wird die Präventionsarbeit der Suchtberatungsstellen um ein spezielles Angebot für die persönliche Beratung von Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern erweitert. Die Beratungskräfte werden hierfür von der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht entsprechend geschult. Ferner hat das Ministerium zur Unterstützung ihrer Aufklärungs- und Beratungstätigkeit eine Broschüre (Handreichung) zum „Konsum von Glücksspielen bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen“ herausgegeben, in der auf der Grundlage der Studienergebnisse Hinweise und Anregungen für die praktische Arbeit vor Ort gegeben werden. Die Broschüre kann bestellt und heruntergeladen werden unter www.mgepa.nrw.de/publikationen. Bitte die Bestellnummer 049 eingeben. Telefonische Bestellungen sind möglich bei Nordrhein-Westfalen direkt unter der Nummer 0211 – 837 1001. Bitte die Veröffentlichungsnummer angeben.

Für alle Fragen rund um die Problematik "Glücksspielsucht" steht im Übrigen für Betroffene und Angehörige eine kostenlose Beratung unter der Telefonnummer 0800 - 077 6611 in deutscher Sprache und unter der 0800 - 32 64 762 in türkischer Sprache zur Verfügung. Außerdem können unter www.gluecksspielsucht-nrw.de nähere Informationen über weitere örtliche und regionale Hilfeangebote abgerufen werden.

Der Abschlussbericht zur Studie zum Glücksspielverhalten von Kindern und Jugendlichen ist auf der Internetseite des MGEPA abrufbar unter: http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/gesundheit/Gluecksspiel_Abschlussbericht.pdf

Für Maßnahmen gegen Glücksspielsucht stellt das Land in diesem Jahr insgesamt rund 1,25 Millionen Euro zur Verfügung.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon: 0211 8618-4246.

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