Ministerin Steffens: Gesundheitspreis für vier beispielhafte Projekte zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen

Porträtfoto Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter
19. Januar 2015

Ministerin Steffens: Gesundheitspreis für vier beispielhafte Projekte zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen

Vier Projekte, die die besonderen Bedürfnisse, Bedarfe und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen berücksichtigen, wurden in Düsseldorf von Gesundheitsministerin Barbara Steffens mit dem „Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen 2014“ ausgezeichnet.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Vier Projekte, die die besonderen Bedürfnisse, Bedarfe und Fähigkeiten von Menschen mit Behinderungen berücksichtigen, wurden in Düsseldorf von Gesundheitsministerin Barbara Steffens mit dem „Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen 2014“ ausgezeichnet.
 
„Die Projekte tragen vorbildlich dazu bei, die Versorgung von Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen zu verbessern und ihnen Selbstständigkeit  zu ermöglichen, einschließlich der Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen“, erklärte Ministerin Steffens bei der Preisübergabe. „Die Projekte zeigen, wie durch Kreativität und Engagement ein vorurteilsfreier Umgang mit behinderten Menschen im Gesundheitssystem gelingen kann“, so Steffens weiter.
 
So erhalten beispielsweise übergewichtige Menschen mit Intelligenzminderung „Hilfe zur Selbsthilfe“, um ihre Ernährung selbstbestimmt umzustellen. Ziel eines anderen Projekts ist die Behandlung von psychisch Erkrankten zu Hause, damit sie ihr Leben eigenständig gestalten können, anstatt die persönlichen Einschränkungen einer stationären Behandlung im Kauf nehmen zu müssen.
 
Akteurinnen und Akteure im Gesundheitswesen erleben zunehmend die besonderen Herausforderungen bei der Versorgung von Menschen mit Behinderungen. „Gerade Menschen, die ihre Bedürfnisse nur schwer oder unzureichend artikulieren können, verlangen unsere besondere Aufmerksamkeit“, erklärte Steffens.
 
Die Vorauswahl der Preisträger traf eine Jury der Landesgesundheitskonferenz, in der alle wesentlichen gesundheitspolitischen Institutionen des Landes vertreten sind. Die endgültige Entscheidung lag bei Gesundheitsministerin  Steffens. Insgesamt hatten sich 55 Institutionen mit 62 Projekten beworben.

Die Preisträger 2014 und ihre Projekte:

1. Preis (5.000 Euro):
Projekt „Adipositas bei Menschen mit Intelligenzminderung – Prävention und Intervention in der Diakonischen Stiftung Wittekindshof“, Bad Oeynhausen:

Im Mittelpunkt des Projekts steht neben der zielgruppengerechten Vermittlung von Informationen die „Hilfe zur Selbsthilfe“ durch eine verbesserte Selbstwahrnehmung und Selbststeuerung sowie Stärkung des Selbstwertes. Unter anderem mit Unterstützung durch Selbsthilfe-gruppen gelingt es Betroffenen, die Erkrankung besser zu bewältigen und sich ausgewogen zu ernähren. Das Ergebnis ist eine Verbesserung des Gesundheitszustandes und eine Gewichtsabnahme der Erkrankten.
 
2. Preis (3.000 Euro):
Projekt „Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Behinderungen im Krankenhaus im Kreis Warendorf“, St. Franziskus-Stiftung Münster:

Das Beheben von Schnittstellenproblemen zum Wohl der Patientinnen und Patienten ist Ziel des Projekts. Unter anderem wurden für die Aufnahme, Behandlung und Entlassung von Menschen mit Behinderungen bei Krankenhausaufenthalten genaue Abläufe definiert. Dadurch ist das Personal besser auf die Versorgung der Zielgruppe vorbereitetet, Informationsverluste beim Übergang zwischen stationärer Behandlung und Betreuung in den Wohneinrichtungen werden minimiert. Das Ergebnis ist eine integrierte Versorgung und Betreuung, bei der alle Institutionen, Berufsgruppen und Kostenträger an einem Strang ziehen.
 
3. Preis (2.000 Euro):
Projekt „Netzwerk psychische Gesundheit – Integrierte Versorgung psychisch kranker Menschen der Gesellschaft für psychische Gesundheit in NRW“, Solingen:

Die Projektbeteiligten haben ein alternatives Konzept, bei dem psychisch Erkrankte zu Hause behandelt werden, erarbeitet und erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Durch das „Home Treatment“ werden Betroffene nicht aus dem Familien- und Berufsleben herausgerissen und sie leben selbstbestimmt. Außerdem können Angehörige entlastet und mit betreut werden. Grundlage ist das von der Techniker Krankenkasse (TK) und dem Dachverband Gemeindepsychiatrie e. V. entwickelte Konzept „Netzwerk psychische Gesundheit“, das die Gesellschaft für psychische Gesundheit NRW landesweit mit der TK umsetzt. Auch die AOK Rheinland/Hamburg und die Kaufmännische Krankenkasse haben sich dem Vertrag angeschlossen.
 
3. Preis (2.000 Euro):
Projekt „Menschen mit Behinderungen im Krankenhaus – Studierende im Studiengang Pflege als Multiplikatoren für die zukünftige Versorgung der Mathias Hochschule Rheine“:

Die Versorgung von Menschen mit Behinderungen bei Klinikaufenthalten stellt an Pflegekräfte besondere Anforderungen. Studentinnen und Studenten der Mathias Hochschule haben erstmals ein Konzept entwickelt, wie Pflegepersonal hinsichtlich dieser Aufgaben aus- und weitergebildet werden kann. Ein weiterer Teil des Projekts ist die optimale Zusammenarbeit verschiedener Ebenen in der Pflege, um den besonderen Bedürfnissen der Zielgruppe besser gerecht zu werden.

Hinweis:

Fotos von der Verleihung des Gesundheitspreises 2014 werden am Donnerstag (15.01.2015) ab dem Nachmittag auf der MGEPA-Internetseite unter ww.mgepa.nrw.de/ministerium/presse/fotos bereitgestellt und können zur honorarfreien Veröffentlichung heruntergeladen werden.

Hintergrund:

Sozialbericht Nordrhein-Westfalen (Zahlen für 2009):

  • 14,4 % der Bevölkerung haben eine andauernde gesundheitliche Beeinträchtigung bzw. eine Behinderung.
  • 56 % der schwerbehinderten Menschen sind über 64 Jahren alt.
  • Laut Bundesfamilienministerium haben nur etwa 37 % der Frauen, die im Alltag stark und dauerhaft beeinträchtigt sind, einen Schwerbehindertenausweis.
  • Es ist deshalb davon auszugehen, dass mehr Menschen mit Behinderungen in NRW leben als in der Statistik angegeben.

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