Ministerin Steffens: Frauen erkranken doppelt so häufig an einer Depression wie Männer

29. September 2016

Ministerin Steffens: Frauen erkranken doppelt so häufig an einer Depression wie Männer – Zu oft wird Gewalt in Partnerschaft als Ursache übersehen

Rund 1,6 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden an einer Depression. Jahr für Jahr werden es rund vier Prozent mehr. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer (rund 1,1 Mio. Frauen, rund 500.000 Männer).

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter und das Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit NRW teilen mit:

Rund 1,6 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen leiden an einer Depression. Jahr für Jahr werden es rund vier Prozent mehr. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer (rund 1,1 Mio. Frauen, rund 500.000 Männer).
 
„Wenn Frauen an einer Depression leiden, wird immer noch zu oft übersehen, dass die Ursache in einer Gewalterfahrung in der Partnerschaft liegt. Dabei geht es nicht nur um körperliche Gewalt. Insbesondere psychische Gewalt wie Demütigungen, Beleidigungen oder Drohungen wirken sich gravierend auf das psychische Gleichgewicht betroffener Frauen aus“, erklärte Gesundheits- und Emanzipationsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf. „Um Fehlversorgungen betroffener Frauen zu vermeiden, muss es gelingen, das Gesundheitspersonal stärker für den Zusammenhang von Gewalterfahrungen und Depressionen zu sensibilisieren“, so die Ministerin weiter.
 
Auch für die betroffenen Frauen selbst ist es wichtig zu wissen, dass sowohl Gewalterfahrungen, die sie aktuell in einer Partnerschaft machen, als auch länger zurückliegende derartige Erlebnisse eine Ursache für ihre Depression sein können. Ärztinnen und Ärzte sollten Patientinnen mit depressiven Symptomen deshalb immer auch nach möglichen Gewalterfahrungen befragen. Dies empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nur so ist eine angemessene Versorgung und Unterstützung sowie Weiterleitung in spezialisierte Beratung der Frauen möglich, die ihnen die Chance auf ein Leben ohne Gewalt und Depression eröffnet.
In dem vom Land finanzierten „Kompetenzzentrum Frauen & Gesundheit NRW“ in Bochum befassen sich Expertinnen und Experten des Netzwerks „Frauengesundheit & Gewalt“ mit den Zusammenhängen zwischen Gewalterleben und Depression. Marion Steffens, Leiterin des Kompetenzzentrums: „Gewalt hat viele gesundheitliche Folgen, aber Depressionen gehören zu den häufigsten und schwerwiegendsten.“ 
 
Daher vermittelt das Kompetenzzentrum bereits seit 2013 ein Fortbildungskonzept „Gewinn Gesundheit®“ für medizinisches Fachpersonal, das auch auf die Zusammenhänge von Gewalterleben und Depressionen bei Frauen aufmerksam macht.
 
Auch im derzeit vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium entwickelten Landesspsychiatrieplan ist der Zusammenhang zwischen Gewalterfahrungen und Depressionen ein Thema. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate erkrankten in Deutschland etwa sechs Prozent der Männer und zehn Prozent der Frauen an einer Depression (NRW: 6 % Männer, 12 % Frauen).
 
Die WHO konnte nachweisen, dass das Risiko einer Depression für gewaltbetroffene Frauen zwei- bis dreimal so hoch ist wie für Frauen ohne Gewalterfahrungen. In der bisher einzigen repräsentativen Studie zur Lebenssituation von Frauen in Deutschland geben fast die Hälfte der befragten Frauen, die psychische Gewalt erlebt haben, Depression oder Niedergeschlagenheit als Folgeerscheinungen an.
 
Anlässlich des „Europäischen Tags der Depression“ am 1. Oktober werden rund um diesen Termin Frauen in Nordrhein-Westfalen bewusst niederschwellige Angebote zur Kontaktaufnahme mit Beratungsstellen gemacht. So gibt es beispielsweis am 6. Oktober in der Düsseldorfer Frauenberatungsstelle „Chanting – gemeinsamen Singen“ als Kraftquelle zu entdecken (19.30 bis 21 UhrTalstr. 22). Die Frauenberatung im Ennepe-Ruhr-Kreis ermutigt Frauen am 5. Oktober in Schwelm, von 9 bis 12 Uhr mit WenDO– Feministischer Selbstbehauptung Ressourcen gegen Gewalt und Depression zu entwickeln.
 
Hintergrund:
Zahlen, Daten, Fakten zum Thema Depression:
Landesgesundheitsbericht 2015:
www.lzg.nrw.de/_media/pdf/gesundheitberichtedaten/landesgesundheitsberichte/landesgesundheitsbericht_2015.pdf
TK-Depressionsatlas 2015:
www.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/696244/Datei/169144/Depressionsatlas_2015.pdf
 
Kompetenzzentrum Frauen & Gesundheit NRW: www.frauenundgesundheit-nrw.de
 
Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland - Eine repräsentative Untersuchung zu Gewalt gegen Frauen in Deutschland, Berlin (Müller, Ursula / Schröttle, Monika):
http://www.big-berlin.info/medien/lebenssituation-sicherheit-und-gesundheit-von-frauen-deutschland

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