Ministerin Steffens: Demenzkranke werden durch Stillstand bei der Pflegereform im Stich gelassen

27. Mai 2011

Ministerin Steffens: Demenzkranke werden durch Stillstand bei der Pflegereform im Stich gelassen

Anlässlich des Symposiums des Landesverbandes der Alzheimer Ge­sellschaften NRW e.V. im Düsseldorfer Landtag zur Situation von Men­schen mit Demenz im Altenheim hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens mehr staatliche Unterstützung für Demenzbetroffene angemahnt.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Anlässlich des Symposiums des Landesverbandes der Alzheimer Ge­sellschaften NRW e.V. im Düsseldorfer Landtag zur Situation von Men­schen mit Demenz im Altenheim hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens am Freitag (27. Mai 2011) mehr staatliche Unterstützung für Demenzbetroffene angemahnt. „Demenzkranke und ihre Angehörigen benötigen dringend eine Pflegereform, die diesen Namen auch verdient. Menschen mit Demenz müssen endlich tatsächlich in das Pflegesystem einbezogen werden", forderte die Ministerin.

Konkrete Vorschläge für die dazu erforderliche Neudefinition des Pfle­gebedürftigkeitsbegriffs lägen seit Jahren vor, deshalb gebe es keinen Grund, die Betroffenen und ihre Angehörigen immer weiter warten zu lassen. Jeder wisse inzwischen, dass die bisherige Einstufungs- und Leistungssystematik Menschen nicht hilft, die „nur" gering körperlich beeinträchtigt sind, aber durch ihre psychische und geistige Verfassung einen hohen Bedarf an Begleitung, Unterstützung und Anleitung haben. Nach jüngsten Meldungen will die Bundesregierung aber nicht vor Mitte 2012 über die notwendige Reform entscheiden. „Dafür habe ich keiner­lei Verständnis. Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen, zu­mal das Bundesgesundheitsministerium 2011 zum ‚Jahr der Pflege' ausgerufen hat", beklagte die Ministerin.

„Was sich da in Berlin abzeichnet, ist einfach verantwortungslos. Durch den Stillstand bei der Pflegereform werden Demenzkranke und ihre Fa­milien im Stich gelassen, also genau diejenigen, die auf unsere Hilfe und gesellschaftliche Solidarität besonders angewiesen sind", sagte Steffens.

Die Ministerin dankte den Aktiven der Alzheimer Gesellschaften für ihre wertvolle und vorbildliche Arbeit. Mit aufklärender Information trügen sie seit Jahren maßgeblich dazu bei, die Tabuisierung der Krankheit und die Stigmatisierung der Kranken genauso zu bekämpfen wie die Über­forderung von Angehörigen und professionell Pflegenden. Dies ent­spräche voll und ganz der Leitidee der Pflegepolitik der Landesregie­rung, Pflege konsequent vom Menschen aus zu denken und danach zu handeln.

Wie Steffens erläuterte, sei für sie die Pflege der Zukunft „die Pflege im Quartier". Alle notwendigen Angebote, ein Mix aus ambulanter Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege, im Quartier eingestreute Pflegewohnungen sowie auch stationäre Angebote müssten so nah wie möglich am Le­bensmittelpunkt der Menschen verfügbar sein, in „Pantoffelnähe".

Hintergrund:

Der Landesverband der Alzheimer Gesellschaften NRW, 2003 gegrün­det, ist ein Zusammenschluss der in Nordrhein-Westfalen tätigen regio­nalen Alzheimergesellschaften, den Alzheimer-Angehörigengruppen, Betreuungsgruppen und Selbsthilfeinitiativen. Der Landesverband ist Mitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V.  Der Verband ent­wickelt und fördert Hilfen für alle von der alzheimerschen Krankheit oder von anderen Demenzerkrankungen betroffenen Menschen. Dies schließt Angehörige und alle an der Versorgung beruflich oder als sons­tige Helferinnen und Helfer Beteiligten ein.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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