Nachholbedarf bei frauenspezifischer Gesundheitsversorgung

16. März 2012

Ministerin Steffens: Bei medizinischer Forschung und Versorgung immer den Bezug zur individuellen Lebenswelt der Patientinnen und Patienten herstellen - Nachholbedarf bei frauenspezifischer Gesundheitsversorgung

Die Notwendigkeit einer geschlechterdifferenzierten Herangehensweise in der Gesundheitsversorgung hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei der Fachtagung „Frauen.Gesundheit.NRW“ im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf betont.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

Die Notwendigkeit einer geschlechterdifferenzierten Herangehensweise in der Gesundheitsversorgung hat Gesundheitsministerin Barbara Steffens bei der Fachtagung „Frauen.Gesundheit.NRW“ im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf betont. „Die Frauengesundheitsbewegung hat zahlreiche Impulse und Anstöße dafür gegeben, dass Medizinerinnen und Mediziner ihren Blick auf die unterschiedlichen gesundheitlichen Anforderungen der Geschlechter geschärft haben. Diesen Prozess müssen wir fortsetzen und dafür sorgen, dass die eingeleiteten Veränderungen auf das gesamte Versorgungssystem übertragen werden. Dabei setze ich auf die Kooperation und Unterstützung des selbstverwalteten Gesundheitswesens in Nordrhein-Westfalen“, sagte die Ministerin.

Anlässlich des Internationalen Frauentages hat das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) die Fachtagung „Frauen.Gesundheit.NRW“ organisiert. Ziel ist, die geschlechtergerechte Perspektive im Gesundheitssystem weiter zu verankern. Insbesondere bei der frauengerechten Gesundheitsversorgung besteht Nachholbedarf.

Defizite in der gesundheitlichen Versorgung von Frauen zeigen sich beispielsweise bei der nach wie vor häufig noch zu langen Anwendung von Hormontherapien oder der oft nicht differenzierten Aufklärung über Mammografiebefunde. Auch wirken sich Arzneimittel bei Frauen anders aus als bei Männern. Sie zeigen ganz unterschiedliche, zum Teil fatale Wechsel- und Nebenwirkungen. Nachholbedarf besteht auch bei der gesundheitlichen Versorgung von häuslicher Gewalt betroffener Frauen sowie bei Mädchen und Frauen mit Migrationsgeschichte oder Mädchen und Frauen mit Behinderungen.

„Mir ist wichtig, dass wir in der medizinischen Forschung und Versorgung auch einen Bezug zur jeweiligen Lebenswelt herstellen, um so den individuell sehr unterschiedlichen Bedürfnissen von Mädchen und Frauen gerecht zu werden. Allein der Blick auf das Geschlecht reicht nicht. Denn Gesundheit und Krankheit sind nicht primär eine rein medizinische Kategorie, sondern immer Ergebnis sozialer Lage, Geschlecht, Herkunft, geschlechtlicher oder sexueller Orientierung“, so Ministerin Steffens weiter.

Um die Geschlechterperspektive im Gesundheitswesen weiter zu verankern, wird ein Kompetenzzentrum Frauen und Gesundheit eingerichtet. Aufgabe wird es sein, Angehörige aller Gesundheitsberufe in NRW für geschlechtsspezifische Unterschiede zu sensibilisieren und Ansätze für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Frauen zu entwickeln. Aktuell ist der Landesgesundheitsbericht 2011 erschienen, der die Geschlechterperspektive berücksichtigt und auch für die gesundheitliche Versorgung von Frauen relevante Themen in den Fokus nimmt. Auf der Grundlage des Gesundheitsberichtes werden Handlungsbedarfe abgeleitet und zukünftige gesundheitspolitische Schwerpunkte festgelegt. Männer werden dabei nicht vergessen - im Gegenteil: Auch sie profitieren, wenn der geschlechtergerechte Blick geschärft wird.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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