Angst- und stressfrei in die „Röhre“

Porträtfoto von Ministerin Steffens
2. November 2015

Ministerin Steffens: Angst- und stressfrei in die „Röhre“

Projekt Kinder-MRT in Dortmund herausragendes Beispiel für patientenorientierte Medizin

Patientinnen und Patienten müssen für längere Zeit regungslos in einer engen Röhre liegen, laute Geräusche und Erschütterungen verursachen zusätzlichen Stress. Kinder erleben diese Situation oft noch bedrohlicher als Erwachsene.

 
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

In Dortmund können Patientinnen und Patienten ab heute teilweise selbst bestimmen, in welcher Atmosphäre ihre Knochen, Organe oder ihr Körpergewebe medizinisch untersucht werden: Das mit 550.000 Euro vom Land mitfinanzierte Kinder-MRT (Magnet-Resonanz-Tomograph) – bisher einzigartig in Deutschland und vermutlich auch in ganz Europa – hat im Klinikum Dortmund seinen Betrieb aufgenommen.
 
„Ein herausragendes Beispiel für patientenorientierte Medizin beim Einsatz hochmoderner Technik“, nannte Gesundheitsministerin Barbara Steffens das Kinder-MRT-Konzept bei der offiziellen Einweihung im Klinikum Dortmund. „Eine Untersuchung in der engen Röhre löst bei Kindern wie Erwachsenen oft Angst und Stress aus. Durch das konsequent an den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientierte Konzept wird die Belastung jedoch minimiert. Kinder können während des Aufenthalts in der Röhre Filme oder Fotos ihrer Wahl ansehen. Ein Elternteil darf dabei neben dem Kind liegen. Vor und nach der Untersuchung können Kinder pädagogisch-psychologisch betreut werden. Da bleibt nur zu wünschen, dass diese konsequente patientenorientierte Ausrichtung auch in vielen anderen Bereichen der Medizin Schule macht“, so Steffens weiter.
 
Möglich wurde das Dortmunder Projekt allerdings nicht allein durch die finanzielle Unterstützung des Landes. Durch eine beeindruckende Kampagne der Klinik für das Kinder-MRT unter Federführung von Dr. Martina Klein (Leiterin Fundraising) konnten zusätzlich über eine Million Euro durch Spenden eingeworben werden.
 
Ein MRT liefert detaillierte Bilder von Organen, Knochen und Gewebe, ohne dass gefährliche Strahlung eingesetzt wird. Patientinnen und Patienten müssen für längere Zeit regungslos in einer engen Röhre liegen, laute Geräusche und Erschütterungen verursachen zusätzlichen Stress. Kinder erleben diese Situation oft noch bedrohlicher als Erwachsene.
 
Der Kinder-MRT hat im Gegensatz zu einem herkömmlichen Gerät eine offenere Röhre, so dass eine erwachsene Person neben dem Kind liegen kann. Die Geräusche sind auf ein leises Grundrauschen reduziert, und die Kinder können während der Aufnahmen Videos ansehen. Zudem kann der gesamte MRT-Raum inklusive des Geräts durch Projektionen in verschiedene alters- und geschlechtsspezifische Erlebniswelten, etwa ein Schiff oder ein Unterwasserszenario, verwandelt werden. Das zieht die Aufmerksamkeit der Kinder an und lenkt von der medizinischen Prozedur ab.
 
In welche Welt sie eintauchen möchten, entscheiden die Kinder selbst und erlangen damit eine gewisse Autonomie. Zur Vorbereitung durch Pädagogen, Psychologen oder Therapeuten gehört auch, dass sie an einem originalgroßen Modell das MRT selbst erkunden können, sich an das Liegen darin gewöhnen und eine eigene Vorstellung davon entwickeln, wie die Untersuchung abläuft.
 
Das Projekt wird vom Klinikum Dortmund wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. So soll etwa dokumentiert werden, in welchem Umfang durch das neue Konzept die Zahl der Narkosen reduziert werden kann.

Hintergrundinformationen

Kosten des Projekts:

  • Gesamtkosten: knapp zwei Millionen Euro (MRT rund eine Million Euro, Restbetrag überwiegend Baukosten)
  • Förderbetrag des Landes: 550.000 Euro
  • restliche Finanzierung überwiegend durch Spenden

 
Westfälisches Kinderzentrum am Klinikum Dortmund

  • Zweitgrößtes Gesundheitszentrum für Kinder und Jugendliche in kommunaler Trägerschaft in Deutschland
  • Jährlich werden rund 9.000 Kinder und Jugendliche stationär und über 40.000 ambulant behandelt
  • Perinatalzentrum für Früh- und Neugeborene, in dem jährlich rund 150 Extrem-Frühgeborene unter 1.500 Gramm Geburtsgewicht versorgt werden
     

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