Genitalverstümmelung: Betroffene Frauen und Mädchen brauchen Hilfe

7. Januar 2011

Ministerin Steffens: „Aktiv im Kampf gegen Genitalverstümmelung - mehr als 5000 betroffene Frauen und Mädchen in Nordrhein-Westfalen brauchen unsere Hilfe“

„Genitalbeschneidung ist kein Randthema in unserer Gesellschaft. Wer das denkt, sollte sich vor Augen führen, dass allein in Nordrhein-West­falen rund 5600 von Genitalverstümmelung bedrohte und betroffene Mädchen und Frauen leben. Ihnen müssen wir unsere Hilfe anbieten“, erklärte Emanzipationsministerin Barbara Steffens.

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

„Genitalbeschneidung ist kein Randthema in unserer Gesellschaft. Wer das denkt, sollte sich vor Augen führen, dass allein in Nordrhein-West­falen rund 5600 von Genitalverstümmelung bedrohte und betroffene Mädchen und Frauen leben. Ihnen müssen wir unsere Hilfe anbieten“, erklärte heute Emanzipationsministerin Barbara Steffens in Düsseldorf. Die Ministerin stellte zusammen mit Jawahir Cumar, Betreiberin der Beratungsstelle „Stop Mutilation“, und Günter Haverkamp, Vorsitzender des Vereins „Aktion weißes Friedensband“, die bisher bundesweit ein­malige, mehrsprachige Telefonberatung für von Genitalbeschneidung Betroffene vor. Die Hotline richtet sich auch an Familienangehörige, Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten sowie an Lehrerinnen und Lehrer.

Die Telefonberatung, die den Namen „KUTAIRI“ (Kiswahili: Beschneidung) trägt, erhält vom Emanzipationsministerium die An­schubfinanzierung und geht heute unter den Nummern 0211/985 957 89 (deutsch), 0211/248 666 25 (englisch), 0211/248 690 39 (französisch), 0211/980 775 58 (arabisch), 0211 983 979 15 (kiswahili) und 0211 983 979 11 (somalisch) an den Start. Zielgruppe sind vor allem Betroffene, die Beratung suchen. Aber auch Angehörige von betroffenen oder be­drohten Frauen und Mädchen und Fachkräfte aus dem sozialen Bereich können sich mit ihren Fragen an KUTAIRI wenden. Das Angebot in den Sprachen Englisch, Französisch, Arabisch, Somali, Kiswahili und Deutsch besteht an zwei Tagen in der Woche, dienstags und freitags von 18.00 bis 20.00 Uhr (außerhalb dieser Zeiten wird in der jeweiligen Sprache eine Information per Anrufbeantworter gegeben). Träger des Projektes ist der Verein Aktion weißes Friedensband e.V. Weitere Infor­mationen zu der Telefonhotline finden sich unter www.kutairi.de.

„Es ist wichtig, solch ein niedrigschwelliges Angebot für betroffene oder bedrohte Mädchen und Frauen auf den Weg zu bringen. Ich hoffe sehr, dass wir möglichst vielen Frauen und Mädchen über die Vermittlung von Beratung und ärztlicher Versorgung helfen können“, so Steffens. „Die Telefonberatung KUTAIRI kann die Anonymität gewährleisten, die nötig ist, um eine Beratung anzunehmen“, erklärte Haverkamp.

Laut einer Schätzung von Terre des femmes leben in Nordrhein-Westfalen etwa 5.600 von Genitalbeschneidung betroffene Frauen, die soziale und medizinische Hilfe brauchen. Die Frauen stehen oft unter kulturellem und familiärem Druck, ihre Traditionen fortzusetzen. Andererseits sorgt das in Deutschland erlangte Wissen um die Gewalt, die sie ihren Töchtern antun, allmählich für ein Umdenken.

Um Frauen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen und möglichst viele Töchter vor dem Schicksal ihrer Mütter zu bewahren, unterstützt das Emanzipationsministerium aktiv weitere Maßnahmen gegen Genitalbeschneidung:

Beratungsstelle „Stop Mutilation e.V.“

Das Emanzipationsministerium fördert im Jahr 2011 die Beratungsstelle Stop Mutilation. Ziel ist es, betroffene Frauen zu unterstützen und Mädchen vor der Verstümmelung ihrer Genitalien zu schützen. „Besonders wichtig ist die individuelle Beratung in Einzelgesprächen“, so die Leiterin der Beratungsstelle Jawahir Cumar.

Runder Tisch gegen Genitalbeschneidung von Mädchen in NRW

Eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Genitalbeschneidung in Nordrhein-Westfalen spielt seit 2007 der „Runde Tisch gegen Be­schneidung von Mädchen in Nordrhein-Westfalen“, der von der Aktion Weißes Friedensband koordiniert wird. Ziele des Runden Tisches sind die Sensibilisierung der Öffentlichkeit, Vernetzung, Aufklärung und Hilfestellung bei der Gründung lokaler Runder Tische. Dem Runden Tisch ist es in den letzten Jahren vorbildlich gelungen, landesweite Vernetzungsstrukturen in Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorga­nisationen, mit Berufsverbänden, Beratungseinrichtungen, Politik und Behörden etc. aufzubauen. Der Runde Tisch wird durch das Eman­zipationsministerium organisatorisch und finanziell unterstützt.

Nähere Informationen zum Thema können unter der Telefonnummer 0211-8618-4338 angefordert werden.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter, Telefon 0211 8618-4246.

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