Grünes Licht für neues „Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW“

9. November 2011

Ministerin Schulze und Minister Remmel: Landesregierung will Rechte der Verbraucherinnen und Verbraucher stärken / Wissenschafts- und Verbraucherschutzministerium geben grünes Licht für neues „Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW“

Die Landesregierung gibt den Startschuss für den Aufbau eines „Kompetenzzentrums Verbraucherforschung NRW“. Wissenschafts­ministerin Svenja Schulze und Verbraucherschutzminister Johannes Remmel unterzeichneten gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW eine Kooperationsvereinbarung zum Aufbau des Kompetenzzentrums. Die Vereinbarung zwischen Land und der Verbraucherzentrale NRW gilt in einem ersten Schritt bis 2014. Für diesen Zeitraum stellt die Landes­regierung insgesamt bis zu 660.000 Euro zur Finanzierung der Ge­schäftsstelle und für Anschubfinanzierung von Projekten zur Verfügung.

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung und das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilen mit:

Die Landesregierung gibt den Startschuss für den Aufbau eines „Kompetenzzentrums Verbraucherforschung NRW“. Wissenschafts­ministerin Svenja Schulze und Verbraucherschutzminister Johannes Remmel unterzeichneten gemeinsam mit der Verbraucherzentrale NRW eine Kooperationsvereinbarung zum Aufbau des Kompetenzzentrums. Die Vereinbarung zwischen Land und der Verbraucherzentrale NRW gilt in einem ersten Schritt bis 2014. Für diesen Zeitraum stellt die Landes­regierung insgesamt bis zu 660.000 Euro zur Finanzierung der Ge­schäftsstelle und für Anschubfinanzierung von Projekten zur Verfügung.

„Eine zukunftsfähige Verbraucher- und Wirtschaftspolitik braucht einen theoretischen Unterbau. Aber derzeit gibt es noch zu wenig wissen­schaftliche Forschung zum Verbraucherschutz“, betonten Ministerin Schulze und Minister Johannes Remmel. Folglich besteht verstärkter Forschungsbedarf, wie sich neue wirtschaftliche und soziale Rahmen­bedingungen individuell auswirken oder wie das Konzept der Nach­haltigkeit von Verbraucherinnen und Verbrauchern akzeptiert wird, betonten die beiden Regierungsmitglieder. Die Landesregierung will daher mit einem virtuellen Kompetenzzentrum bestehende Forschungs­strukturen vernetzen. Die Basis für dieses Vorhaben wird nun mit dem Kompetenzzentrum gelegt.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen begrüßt die Initiative der Landesregierung: „Der Verbraucherschutz in Deutschland ist bisher viel zu häufig lediglich von Skandalen getrieben“, sagte Klaus Müller, Vor­stand der Verbraucherzentrale NRW.  „Um in einer immer komplexer werdenden Konsumwelt den mündigen Verbraucher nicht nur als wünschenswerte Idealbeschreibung in Sonntagsreden zu proklamieren sondern Verbraucherpolitik und -beratung an dem realen Verbraucher­alltag auszurichten, brauchen wir eine wissenschaftlich fundierte Verbraucherforschung. Das interdisziplinäre Kompetenzzentrum Verbraucherforschung NRW ist dafür ein sehr wertvoller Schritt."
Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingun­gen haben sich für Verbraucherinnen und Verbraucher in den letzten Jahren durch die Globalisierung, Deregulierung und den technischen Fortschritt stark verändert. Auf der einen Seite haben Konsumenten heute mehr Möglichkeiten des Konsums als jemals zuvor. Auf der anderen Seite hingegen wird das Angebot immer unübersichtlicher. Verbraucherinnen und Verbraucher haben heute zwar die Freiheit, unter einer Vielfalt von Angeboten zu wählen. Aber dies bedeutet auch, Ver­antwortung zu übernehmen für die eigene Entscheidung. Remmel: „Wir wollen es den Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglichen, die für sie beste Entscheidung zu treffen und auch darauf vertrauen zu können. Und um dies zu erreichen, brauchen wir mehr Transparenz.“ Das neue Kompetenzzentrum soll dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Schulze: „Unser Leitbild ist die mündige Verbraucherin und der mündige Ver­braucher. Wir müssen den Verbraucherinnen und Verbrauchern aber auch die Chance geben, eine mündige Entscheidung zu treffen. Dafür brauchen wir als wissenschaftliche Grundlage die Verbraucherfor­schung.“ Mit den Ergebnissen der Verbraucherforschung will die Landesregierung Methoden entwickeln, den Widerspruch zwischen der Lebensrealität der Verbraucherschaft und dem Idealbild aufzuklären und Instrumente zur Problemlösung identifizieren.

Kern des Kompetenzzentrums ist der Aufbau eines Netzwerkes mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die in der Verbraucher­forschung in NRW tätig sind. Eine Geschäftsstelle, die bei der Verbrau­cherzentrale NRW etabliert wird, soll den Aufbau und die Organisation dieses Kompetenzzentrums unterstützen. Ein wissenschaftlicher Beirat berät zudem die Kooperationspartner. „Die wissenschaftliche Unab­hängigkeit des Kompetenzzentrums garantiert uns eine anbieterunab­hängige Verbraucherforschung“, sagte Ministerin Schulze. „Aus den Ergebnissen der Forschung werden wir verstärkte Handlungsempfeh­lungen für eine zielgenaue Verbraucher- und Wirtschaftspolitik ableiten“, kündigte Remmel an.

Mit dem Kompetenzzentrum schafft die Landesregierung die notwen­dige theoretische Wissensbasis als Grundlage für evidenzbasiertes verbraucher- und wirtschaftspolitisches Handeln. „Die Auseinander­setzung mit den Ergebnissen der Verbraucherforschung bietet uns die Chance, unser politisches Handeln an den wirklichen und aktuellen Bedürfnissen der Verbraucherschaft auszurichten. Damit wird die Effektivität der Verbraucherpolitik noch erhöht“, ergänzte Minister Remmel.
In einem ersten Schritt soll die notwendige Vernetzung in der Wissen­schaft gefördert und eine Austauschplattform geschaffen werden. „Derzeit ist die Verbraucherforschung noch stark zersplittert. Die unter­schiedlichen Aspekte einer Forschungsfrage sind jedoch oft nur inter­disziplinär zu lösen“, erklärt Wissenschaftsministerin Schulze die Auf­gabe des Kompetenzzentrums.

Beispiele für Ansatzpunkte der wissenschaftlichen Verbraucher­forschung („Behavioral Economics“):

•     Welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind zu schaffen bzw. auszubauen?
•     Welche Indikatoren und Wertvorstellungen sind für das Konsum- und Kaufverhalten des Verbrauchers maßgeblich?
•     Unter welchen Bedingungen werden Abweichungen vom rationalen Konsumverhalten besonders deutlich?
•     Welche Ziele verbunden mit welchen Wertvorstellungen soll die Verbraucherpolitik verfolgen?
•     Welche Abweichungen sind als Grundlage zu werten für ein Intervenieren durch aktive Verbraucherpolitik?
•     Wie viel Staat brauchen Verbraucherinnen und Verbraucher?
•     Wie muss Information aussehen?

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Telefon 0211 896-4790 oder an die Pressestelle des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Telefon 0211 4566-294 (Frank Seidlitz).

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