Erster Gender-Report NRW wird im Düsseldorfer Landtag vorgestellt

13. Januar 2011

Ministerin Schulze: Frauen sind auf dem Vormarsch – jedoch dringender Aufholbedarf bei Spitzenpositionen / Erster Gender-Report NRW wird im Düsseldorfer Landtag vorgestellt

Frauen holen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zwar auf, sind aber noch lange nicht auf der Überholspur – das ist das Fazit des ersten nordrhein-westfälischen Gender-Reports, den das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung im Düsseldorfer Landtag vorstellen wird.

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung teilt mit:

Frauen holen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zwar auf, sind aber noch lange nicht auf der Überholspur – das ist das Fazit des ersten nordrhein-westfälischen Gender-Reports, den das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung morgen im Düsseldorfer Landtag vorstellen wird. Danach liegt der Anteil der Hochschulabsolventinnen mit 52 Pro­zent zwar über dem der männlichen Kommilitonen, bei den universitären Spitzenpositionen gibt es aber immer noch klaren Aufholbedarf. Der Frauenanteil in den Rektoraten beträgt 19 Prozent, in den Leitungsgre­mien der Fakultäten und Fachbereiche elf Prozent. Insgesamt liegt der Anteil der Professorinnen im Jahr 2008 bei 16,6 Prozent in Nordrhein-Westfalen und ist damit im letzten Jahrzehnt um sieben Prozent gestie­gen.

„Bei dem gegenwärtigen Tempo braucht es ein weiteres halbes Jahr­hundert, um zu einem ausgewogenen Verhältnis zu kommen. Das ist eine Verschwendung von Chancen und Talenten, die nicht länger mit einem Schulterzucken hingenommen werden darf“, kommentierte Wis­senschaftsministerin Svenja Schulze den Befund des unabhängigen Netzwerks. Die Landesregierung hat sich selbst darauf verpflichtet, dass zukünftig 40 Prozent Frauen in Führungspositionen und Gremien ver­treten sein sollen. „Hier sollten die Hochschulen nicht nachstehen“, ap­pellierte Schulze.

Der Gender-Report wurde als Forschungsbericht erstmalig 2010 von dem Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung erstellt. Es ist ge­plant, diesen zukünftig im Drei-Jahres-Rhythmus zu veröffentlichen. Der Report steht zum Download bereit unter
www.geschlechtergerechte-hochschule-nrw.de/genderreport.html.

Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW ist ein vom Wissen­schaftsministerium des Landes unterstützter Zusammenschluss von derzeit 180 Wis­senschaftlerinnen an NRW-Hochschulen. Die Koordinierungsstelle hat ihren Sitz an der Universität Duisburg-Essen. Ansprechpartnerin ist Dr. Beate Kortendiek. Ihre Kontaktdaten sowie weitere Informationen über die Arbeit des Netzwerks finden Sie unter www.netzwerk-frauenforschung.nrw.de.

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Telefon 0211 896-4790.

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