Auszeichnung: Gustav-Heinemann-Friedenspreis verliehen

2. September 2010

Ministerin Schäfer verleiht Gustav-Heinemann-Friedenspreis an Grit Poppe

Jugendministerin Ute Schäfer gab die Preisträgerin des diesjährigen „Gustav-Heinemann-Friedenspreises für Kinder- und Jugendbücher“ bekannt. Die renommierte Auszeichnung geht an die brandenburgische Autorin Grit Poppe für ihr Buch „Weggesperrt“.

Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport teilt mit:

Jugendministerin Ute Schäfer gab heute in Düsseldorf die Preisträgerin des diesjährigen „Gustav-Heinemann-Friedenspreises für Kinder- und Jugendbücher“ bekannt. Die renommierte Auszeichnung geht an die brandenburgische Autorin Grit Poppe für ihr Buch „Weggesperrt“. „Die Autorin hat einen fesselnden zeitgeschichtlichen Roman für Jugendliche geschaffen, der aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur Anja ein realistisches Bild des rigiden Regimes der ehemaligen DDR vermittelt. Jugendliche Leserinnen und Leser lernen die Hoffnung der Menschen auf Freiheit verstehen, die sich 1989 nach und nach gegen das Regime wendeten“, begründete Schäfer die Entscheidung der Jury.

Der Gustav-Heinemann-Friedenspreis ist die wichtigste Auszeichnung für deutschsprachige Kinder- und Jugendbücher mit friedenspolitischem Inhalt. Der Preis der nordrhein-westfälischen Landesregierung, der an das friedenspolitische Engagement des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann erinnert, wird in diesem Jahr zum 27. Mal vergeben. Er ist mit 7.500 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 27. September in Essen statt.

„Ausgezeichnet werden Romane oder Sachbücher, die vermitteln, wie seelische und körperliche Gewalt entstehen und wie sie sich in der Realität auswirken. Sie sollen Zivilcourage und gewaltlose Formen der Konfliktlösung aufzeigen und unterstützen“, erklärte die Jugendminis­terin.

In dieser Geschichte begleitet der Leser das Leben der 14-jährigen Anja in den Jahren 1988 und 1989. Als Anjas Mutter einen Antrag stellt, aus der DDR auszureisen, wird Anja ohne Begründung von der Staats­sicherheit (Stasi) verhaftet. Sie kommt zunächst in einen so genannten Jugendwerkhof. Geschockt von der Willkür der Erzieherinnen und Erzieher, die aus den Jugendlichen „vollwertige Mitglieder der sozialis­tischen Gesellschaft“ machen wollen, von der Gewalt und dem Drill, will das Mädchen bald nur noch abhauen. Tatsächlich gelingt ihr die Flucht, aber bald wird sie wieder gefasst.

Als sie eines Tages ausrastet, bringt man sie in die schlimmste Er­ziehungskaserne der DDR nach Torgau. In dieser Einrichtung der Jugendhilfe sollen die Heranwachsenden hinter Schloss und Riegel mit Arbeit, Sport und harten Strafen diszipliniert und umerzogen werden. Mit Anja erlebt man, wie sich die repressiven Strukturen des Staates im Zusammenleben der Zöglinge spiegeln und wie die Heimleitung die Repressalien der Anführer gegenüber den anderen Jugendlichen duldet.

Die Autorin:

Grit Poppe wurde 1964 in Boltenhagen an der Ostsee geboren. Sie studierte von 1984-1988 am Literaturinstitut in Leipzig. Von 1989 bis 1992 engagierte sie sich in der Bürgerrechtsbewegung „Demokratie Jetzt“ und war dort Landesgeschäftsführerin in Brandenburg. Sie arbeitet heute als freie Schriftstellerin und schreibt Romane und Erzählungen für Erwachsene und für Kinder.

„Weggesperrt“ ist im Cecilie Dressler Verlag (Hamburg) 2009 (330 Seiten mit Glossar und Wendechronik im Anhang) erschienen. Das Buch wird für Jugendliche ab 14 Jahre empfohlen.

Weitere Informationen erhalten sie auf der Internetseite der Landes­zentrale für politische Bildung im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport unter www.politische-bildung.nrw.de .

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, Telefon 0211 837-2417.

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